Nachprüfung: Tipps zum Ablauf und Vorbereitung

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
nachpruefung
Was ist eine Nachprüfung?

Wenn die Versetzung gefährdet ist, kann ein Schüler in einigen Fällen eine Nachprüfung ablegen, um das Schuljahr doch noch zu schaffen. Eine Nachprüfung ist in der Regel ab der 7. Klasse an weiterführenden Schulen wie dem Gymnasium oder der Realschule möglich.

Wie läuft die Nachprüfung ab?

Muss die Note in einem schriftlichen Fach wie Englisch oder Mathe verbessert werden, ist die Nachprüfung in der Regel schriftlich und dauert etwa zwei Stunden. Mündliche Prüfungen dauern hingegen nur etwa 15 Minuten und sind für Nebenfächer wie Biologie oder Religion vorgesehen.

Wie sollte sich ein Kind auf die Nachprüfung vorbereiten?

Damit sich ein Kind entsprechend vorbereiten kann, sollten Sie vorab die Inhalte erfragen. Anschließend können Sie zusammen mit Ihrem Kind einen Lernplan erstellen. Gönnen Sie Ihrem Kind zwischendurch immer wieder Pausen, um neue Energie zu tanken.

Die Sommerferien stehen kurz bevor und die Lehrer tragen die letzten Noten für die Zeugnisvergabe ein. Während einige Schüler das Schuljahr mit Bravour meistern, läuft es bei anderen nicht so gut. Wird das Klassenziel nicht erreicht, kann eine Nachprüfung notwendig sein.

In diesem Artikel erfahren Sie, wann eine Nachprüfung möglich und sinnvoll ist und in welchen Fällen es besser ist, das Schuljahr zu wiederholen. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie sich ein Kind am besten auf eine Nachprüfung vorbereiten sollte.


1. Bei einer Nachprüfung handelt es sich um eine zweite Chance

Rechtliche Grundlage
Die Bestimmungen für die Nachprüfungen in der Schule sind in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. In vielen Bundesländern Deutschlands haben Schüler in den weiterführenden Schulen jedoch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine Nachprüfung zu absolvieren, um das Sitzenbleiben zu verhindern. Ein generelles Recht auf eine solche Nachprüfung gibt es jedoch nicht.

Nach einem langen und lernintensiven Schuljahr sehnen die meisten Schülern die sechs Wochen langen Sommerferien herbei, in denen sie endlich entspannen und viel Zeit mit ihren Freunden und ihrer Familie verbringen können.

Leider kann jedoch nicht jeder Schüler diese Sommerferien so unbeschwert genießen. Denn wer das Klassenziel nicht erreicht, wird nicht in das nächste Schuljahr versetzt, sodass das vorherige wiederholt werden muss. Dass die Versetzung gefährdet ist, erfahren Eltern um Ostern herum in einem sogenannten „Blauen Brief“. In vielen Fällen ist dieses Problem auch bereits im Halbjahreszeugnis ersichtlich.

Schaffen Schüler es nicht, die Note noch innerhalb des Schuljahrs zu verbessern, gibt es eine letzte Möglichkeit, doch noch die Kurve zu bekommen – die Nachprüfung. Hat ein Schüler in maximal zwei Fächern die Note „mangelhaft“ auf dem Zeugnis, kann er in einem der beiden Fächer eine Nachprüfung ablegen.

Voraussetzung für eine Nachprüfung ist natürlich, dass die Note so verbessert werden kann, dass der Schüler dadurch eine Versetzung erlangen kann. Die Schule muss die Eltern unmittelbar nach der Zeugniskonferenz und der damit einhergehenden Notenberechnung über diese Möglichkeit unterrichten.

2. Nachprüfung ablegen oder Schuljahr wiederholen – je nach Situation entscheiden

mobbing in der schule

Wird ein Kind von Mitschülern in der Klasse gemobbt, kann das Wiederholen des Schuljahres eine neue Chance bedeuten.

Nachprüfungen können an jeder weiterführenden Schule, also auf dem Gymnasium, der Realschule, der Hauptschule oder der Gesamtschule, abgelegt werden. In vielen Bundesländern ist dies ab der 7. Klasse möglich. Auch wer das Abitur nicht bestanden hat, kann dies durch eine Nachprüfung ändern.

Das Ablegen einer Nachprüfung soll verhindern, dass ein Schüler das gesamte Schuljahr wiederholen muss. Sitzenbleiben klingt zunächst abschreckend, kann jedoch in einigen Fällen sogar die sinnvollere Alternative sein.

Hat ein Schüler beispielsweise nicht nur in Mathe und Deutsch, sondern auch in vielen anderen Fächern eher schlechte Noten, wird eine Nachprüfung nicht dazu beitragen, die Leistung in all diesen Fächern zu verbessern. Auch wenn es zunächst zu einer Versetzung kommt, sind die Probleme beim nächsten Zeugnis wieder sichtbar.

Einige Schüler haben auch schlechtere Noten, weil sie sich in der Klasse nicht wohlfühlen. Sie trauen sich nicht aufzuzeigen, weil sie von anderen Mitschülern gemobbt werden. Mobbing kann schon in der Grundschule beginnen. In diesem Fall kann das Sitzenbleiben sogar eine Erleichterung darstellen.

Fällt ein Schüler des Gymnasiums durch das Abitur, sollten Sie sich ganz genau überlegen, ob eine Nachprüfung sinnvoll ist. Bei Bestehen dieser Prüfung kann der Abiturdurchschnitt beispielsweise zu schlecht für den angestrebten Studiengang sein. Um den benötigten Schnitt zu erreichen, kann es helfen, das gesamte Schuljahr zu wiederholen.

Natürlich ist eine Nachprüfung eine gute Möglichkeit, um doch noch den Sprung ins nächste Schuljahr zu schaffen. Wie Sie sehen, kann es jedoch in einigen Fällen sinnvoller sein, das Wiederholen des Schuljahrs in Kauf zu nehmen.

3. Eine Nachprüfung kann schriftlich oder mündlich erfolgen

schriftliche nachpruefung in der schule

Die schriftliche Nachprüfung ähnelt den Anforderungen einer Klassenarbeit.

Von einer Nachprüfung hat fast schon jeder Schüler etwas gehört. Aber wie läuft das eigentlich ab? Welche Inhalte werden abgefragt und handelt es sich um eine mündliche oder schriftliche Prüfung? Und welche Note ist anschließend auf dem Zeugnis sichtbar?

Den Inhalt der Nachprüfung legen in der Regel die Lehrer der jeweiligen Schule selbst fest, eine einheitliche Regelung gibt es hierbei nicht. In welchem Fach die Nachprüfung stattfindet, entscheidet die Konferenz.

In Hauptfächern wie Mathe, Deutsch oder Englisch handelt es sich in der Regel um eine schriftliche Nachprüfung, die ähnlich wie eine Klassenarbeit aufgebaut ist. Zur mündlichen Prüfung müssen die jeweiligen Schüler nur dann noch antreten, wenn der schriftliche Teil nicht gut genug ausgefallen ist. In den Nebenfächern ist die Nachprüfung in der Regel ausschließlich mündlich.

Besteht ein Schüler die Nachprüfung, wird die Zeugnisnote des entsprechenden Fachs von „mangelhaft“ auf „ausreichend“ korrigiert. Hat ein Schüler sie nicht bestanden, muss er das Schuljahr wiederholen. Sind Sie mit der Wertung nicht zufrieden, können Sie zudem Widerspruch bei der Schule einlegen.

Wichtig ist jedoch, sich entsprechend vorzubereiten. Wie dies am besten gelingt, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Tipp: Fragen Sie unbedingt vorab nach, wann die Prüfung bestanden ist und welche Note erzielt werden muss.

4. Vorbereitung auf die Nachprüfung – so können Sie Ihrem Kind helfen

maedchen hat frust beim lernen

Stellen Sie sich darauf ein, dass es immer mal wieder zu Frust und Unlust kommt.

Wer an einer Nachprüfung teilnimmt, muss sich darauf vorbereiten, dass intensives Lernen und viel Disziplin notwendig sind, um diese Prüfung zu bestehen. Besprechen Sie daher unbedingt mit Ihrem Kind, inwieweit die Bereitschaft dafür besteht.

Haben Sie gemeinsam mit der ganzen Familie beschlossen, dass Ihr Kind zur Nachprüfung antreten soll, sollten Sie Ihr Kind unbedingt bei der Vorbereitung unterstützen.

 Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben, wie eine gute Vorbereitung gelingt.

  • Prüfungsinhalte erfragen: Unmittelbar nach der Anmeldung zur Nachprüfung sollten Sie Kontakt zu dem Lehrer aufnehmen, bei dem die Nachprüfung erfolgt. Informieren Sie sich darüber, welche Inhalte Teil der Nachprüfung sind und in welchem Bereich die größten Schwächen liegen.
  • Gemeinsam einen Lernplan erstellen: Mit dem Wissen über die genauen Inhalte können Sie anschießend zusammen mit Ihrem Kind einen Lernplan erstellen. Teilen Sie die Themen in Wochen auf, sodass Ihr Kind ein jeweiliges Wochenziel erreichen soll. Sprechen Sie zudem darüber, wann und wie lange Ihr Kind täglich lernen soll. Grundsätzlich macht es mehr Sinn, täglich ein bis zwei Stunden zu lernen als an ein paar Tagen den ganzen Tag am Schreibtisch zu verbringen.
  • Hilfe anbieten: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht alleine ist, sondern die ganze Familie hinter ihm steht. Bieten Sie Ihrem Kind daher beispielsweise an, den Lernstoff von Zeit zu Zeit abzufragen. Je mehr Interesse Sie zeigen, desto leichter wird es für Ihr Kind.
  • Pausen einbauen: Wichtig ist, dass Sie nicht die gesamten Sommerferien Ihres Kindes für das Lernen verplanen. Ein Kind braucht zwischendurch immer mal wieder Pausen, um sich zu erholen. Planen Sie zum Beispiel kleine Ausflüge oder andere gemeinsame Aktivitäten.
  • Professionelle Hilfe suchen: Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind den Stoff nicht allein aufarbeiten kann, sollten Sie sich frühzeitig auf die Suche nach einem Nachhilfelehrer machen. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass dieser die entsprechenden Qualifikationen aufweist. Hier finden Sie professionelle Nachhilfelehrer in Ihrer Umgebung.
  • Den Druck mindern: Anstehende Prüfungen können einen enormen Druck auf Kinder ausüben. Ermutigen Sie Ihr Kind, sich fleißig und diszipliniert auf die Prüfung vorzubereiten. Machen Sie ihm aber auch klar, dass sich die Welt auch dann weiterdreht, wenn die Leistung nicht ausreicht und es die Prüfung nicht besteht.

Weitere Tipps zur Vorbereitung auf die Nachprüfung finden Sie in diesem YouTube-Video:

5. Mit diesen Büchern gelingt die Abiturvorbereitung

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