Nachhaltig waschen: 4 umweltfreundliche Tipps

   
von Julie S. - letzte Aktualisierung:
vater mit tochter vor waschmaschine

Dass häufiges Waschen der Umwelt nicht unbedingt zu Gute kommt, wissen die meisten von uns. Doch in einem Haushalt mit Kindern kommt man um die Reinigung mittels Waschmaschine oft nicht herum. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Wäsche dennoch nachhaltig waschen können und geben Ihnen Tipps mit auf den Weg, die Ihnen die ein oder andere Maschinenwäsche ersparen können.

1. Warum Waschmaschinen der Umwelt schaden können

waschmittel wird in waschmittelfach gefuellt

In Waschmittel ist oft auch Mikroplastik enthalten, das die Umwelt zusätzlich belastet.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum häufiges Waschen in der Waschmaschine belastend für die Umwelt sein kann?

Zum einen gibt es die offensichtlichen Gründe: Eine Waschmaschine verbraucht viel Energie und Wasser, und zur Bereitstellung dieser werden oft umwelt- und gesundheitsschädliche Abfälle erzeugt.

Zum anderen können Waschmittel und Weichspüler, die durch die Maschine ins Abwasser gelangen, Wasserorganismen in Meeren, Flüssen und Seen vergiften.

Tenside, Enzyme und Duftstoffe in Reinigungsmitteln sind besonders problematisch, wenn es um die Nachhaltigkeit geht, weil sie nur schwer abbaubar sind. Mit Produkten, die aus biobasierten Rohstoffen bestehen, können Sie aber einen Teil zum Umweltschutz beitragen. Zudem gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, mit denen Sie Textilien wie T-Shirts, Pullover, Handtücher und Jeans nachhaltig waschen können, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

2. 3 Grundlagen zum nachhaltigen und umweltbewussten Waschen

Um nachhaltig Wäsche zu waschen, sollten Sie bereits bei der Auswahl der Waschmaschine einige Grundlagen beachten, mit denen Sie nicht nur die Umwelt schonen, sondern auf Dauer auch Ihren Geldbeutel. In der nachfolgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick bestimmter Kategorien, die Sie im Blick behalten sollten:

Kategorie Nachhaltigkeits-Tipp
Energieeffizienzklasse der Waschmaschine
  • Sparsame Waschmaschine mit geringem Strom- und Wasserverbrauch auswählen.
  • Energieeffizienzklasse sollte idealerweise A betragen. Das neue Energielabel wird hier vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erläutert.
Programme der Waschmaschine
  • Schleuderzahl von min. 1.400 U/min sollte möglich sein
  • Kaltwaschprogramm (20 °C) sollte vorhanden sein.
Trommelgröße der Waschmaschine
  • Waschmaschine mit passender Trommelgröße zu Ihrem Haushalt auswählen, damit die Maschine nicht immer nur teilbeladen wird
  • Bei zwei Personen reicht eine 6-kg-Trommel, ab vier bis fünf Personen eine 8-kg-Trommel.

Lassen Sie die Waschmaschine außerdem nur voll beladen laufen und bestenfalls bei einer niedrigen Waschtemperatur oder einem Energiesparprogramm. Halten Sie sich bei der Dosierung des Waschmittels an die Herstellerangaben, um die Umweltbelastung zu verringern und gleichzeitig das Produkt nicht überflüssig schnell aufzubrauchen.

Für leicht bis normal verschmutzte Textilien reicht in der Regel ein Programm bei 30 °C, bei weißer Wäsche dürfen es auch 40 °C sein. Denken Sie auch daran, dass nicht jedes Kleidungsstück nach einmaligem Tragen einer Maschinenreinigung unterzogen werden muss und Sie mit einer Reduzierung der Waschhäufigkeit deutlich umweltbewusster vorgehen.

Tipp: Auch wenn zum Waschen von Textilien meist Temperaturen bis 40 °C ausreichen, sollte einmal monatlich mit 60 °C und einem Vollwaschmittel gewaschen werden, um Keimbildungen zu vermeiden und die Lebensdauer ihrer Waschmaschine zu verlängern.

3. Alternativen zu herkömmlichem Waschmittel und Weichspüler

Da Waschmittel und Wäschepflegemittel einen Großteil der Umweltbelastung beim Wäsche Waschen ausmachen, möchten wir Ihnen Alternativen zu den gängigen Produkten vorstellen, mit denen Sie nachhaltig waschen können.

3.1. 3 Hausmittel, die Sie statt Weichspüler verwenden können

Herkömmlicher Weichspüler beispielsweise lässt die Textilien zwar anfänglich wunderbar duften und sich weich anfühlen, allerdings sorgt dieser auch dafür, dass die Wäsche ihre ursprünglichen Eigenschaften mit der Zeit verliert und z. B. die Saugfähigkeit oder Atmungsaktivität der Stoffe abhanden kommt.

Die umwelt- und textilschonenden Varianten, um Wäsche weich zu bekommen, sind meist in jedem Haushalt zu finden, günstiger als Weichspüler und haben gleichzeitig einen reinigenden Effekt:

zitrone und backpulver als alternatives waschmittel

Zitronen und Natron sind im Haushalt wahre Alleskönner.

  • Zitronen oder Orangen: Geben Sie Orangen- oder Zitronenschalen in ein Wäschesäckchen und legen Sie dieses zum nächsten Waschgang mit in die Trommel.
  • Essig: Füllen Sie weißen Essig (mit max. 5 % Säure oder verdünnte Essigessenz) einfach in das Weichspülerfach Ihrer Waschmaschine.
  • Soda oder Natron: Lösen Sie zwei Teelöffel Natron in 100 ml Wasser auf und geben Sie diese in das Weichspülerfach. Achtung: Die Lösung sollte nicht bei tierischen Fasern angewendet werden.

3.2. Mit diesen Waschmittel-Alternativen nachhaltig waschen

Waschnüsse statt Waschmittel

Im Reformhaus oder der Drogerie können Sie Waschnüsse vom Waschnussbaum erwerben, die vor dem Waschgang geknackt werden und in einem Beutel zu Ihrer Kleidung in die Trommel gelegt werden. Sie erhalten waschaktive Substanzen und reinigen Textilien auf eine besonders natürliche Art und Weise.

Auch im Supermarkt oder der Drogerie findet man heutzutage ein breites Angebot an Bio-Waschmitteln, die weniger bedenkliche Inhaltsstoffe haben.

Wer dennoch auf noch umweltschonendere Alternativen zurückgreifen möchte, kann sich einen Waschball zulegen, der mit Kügelchen aus Keramik oder Mineralien gefüllt ist, die bei Wasserkontakt negative Ionen freigeben.

So wird das Wasser basisch und der Schmutz kann sich aus den Textilien lösen. Waschbälle sind zwar etwas teurer, können aber bis zu 1.000 Mal wiederverwendet werden.

Backpulver, Soda und Kern- oder Gallseife sind außerdem nicht nur Alleskönner, wenn es um einzelne Flecken geht – mit ihnen lässt sich auch Wäsche ökologisch und kostengünstig reinigen.

Beides können Sie einfach mit in die Trommel geben, bevor Sie den Waschgang starten. Feste Seife sollten Sie zunächst in kleine Flocken zerteilen und etwa 15 g zu Ihrer Wäsche hinzu geben.

Auch Efeu und Kastanien wird eine reinigende Wirkung zugeschrieben. Vom Efeu können Sie etwa zehn Blätter im Wäschesäckchen mit in die Trommel geben. Kastanien müssen vorab gewaschen, zerkleinert und über Nacht in Wasser eingeweicht werden. Die Flüssigkeit können Sie anschließend wie herkömmliches Flüssigwaschmittel nutzen.

Tipp: Bei starken Verschmutzungen sollten Sie diese natürlichen Alternativen mit etwas Waschsoda ergänzen, um sicherzustellen, dass die Flecken entfernt werden.

4. Flecken behandeln statt Maschinenreinigung

fleck in kinderkleidung wird mit seife behandelt

Mit Gall- oder Kernseife lassen sich gezielt Flecken beseitigen.

Um im Allgemeinen häufiger auf den Waschgang in der Waschmaschine zu verzichten, sollten Sie häufiger auf die gezielte Fleckbehandlung zurückgreifen, insofern das in Frage kommt. Besonders bei Kinder- und Babykleidung, in der sich gerne mal Flecken vom Toben im Freien, vom Malen mit Farben oder von Lebensmitteln wiederfinden, ist das Reinigen einzelner Flecken oft effektiver.

Bewährt haben sich auch dabei die Hausmittel Essig, Backpulver und Zitronensaft. Je nach Verschmutzungsgrad muss die Flüssigkeit etwas einwirken und anschließend ausgewaschen werden – häufig reicht aber eben ein Auswaschen der entsprechenden Stelle. 

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