Mutterpass: Ab wann Sie das Dokument bekommen und was es dokumentiert

  • Erwarten Sie Ihr erster Kind, ist es besonders spannend, ab wann Sie den Mutterpass in Händen halten. Ab der 2. Schwangerschaft gibt es keinen neuen Mama-Pass mehr. Sie verwenden das Heftchen der ersten Schwangerschaft einfach weiter.
  • Ab welcher Woche bekomme ich das Mama-Heftchen? Dies ist mitunter die häufigste Frage von Erstgebärenden. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Jeder Arzt hält dies anders. Spätestens jedoch bis zur 12. Schwangerschaftswoche sollte Ihr Arzt Ihnen das Dokument ausgestellt haben.
  • Grundsätzlich sollte jede Schwangere den Mutterpass bei sich führen. Im Falle eines Notfalls oder gar Unfalls können die Ersthelfer so schnell erkennen, dass es sich um eine Schwangere (ggf. sogar um eine Risikoschwangerschaft) handelt und entsprechend reagieren.

Heute bekommen Sie Ihren Mutterpass! Sobald Ihr Frauenarzt Ihnen mit diesen Worten das Heftchen überreicht, scheint es für viele Frauen und werdende Mütter endlich „amtlich“ zu sein. Sie halten das Dokument in Händen, was Sie durch Ihre ganze Schwangerschaft hindurch begleiten wird und endlich hat sich die Frage damit erledigt, ab welcher Woche Sie endlich den Mutterpass erhalten. Meist passiert diese „Übergabe“ zwischen der neunten und der 12. Schwangerschaftswoche: Das Heftchen wird erstmals ausgestellt und ist dann nicht nur der Guide durch die erste Schwangerschaft, auch jede weitere Schwangerschaft wird darin dokumentiert. Der Mutterpass: Ab wann der Arzt ihn mit Inhalten befüllt und was überhaupt darin vermerkt wird, verrät dieser Ratgeber.

1. Stichwort Mutterpass: Ab wann gibt es eigentlich den offiziellen Mama-Ausweis?

Geschichte

In Deutschland gibt es den Mutterpass seit 1968. Einen Vaterpass gibt es jedoch nicht. Manch eine werdende Mutter bastelt dem werdenden Papa einen – vielleicht sogar, um ihm die frohe Botschaft zu verkünden.

Zu Beginn einer Schwangerschaft stellt Ihnen Ihr Frauenarzt einen sogenannten Mutterpass aus. Sollte es schon Ihre 2. Schwangerschaft sein, wird der Pass der ersten Schwangerschaft weitergeführt. Ab der wievielten Woche Sie Ihren Mutterpass bekommen, ist pauschal nur schwer zu beantworten.

Einige Ärzte stellen den Mutterpass aus, wenn sie eine Schwangerschaft feststellen. Andere Ärzte halten die fünfte Schwangerschaftswoche für den richtigen Zeitpunkt, um den Mutterpass auszugeben. Dann können Sie frühestens einen Herzschlag erkennen, also werden diese Ärzte auf die Frage antworten, wann Sie einen Mutterpass erhalten: „ab dem ersten Herzschlag“. Dann ist die richtige Zeit für den Mutterpass. Andere wiederum warten solange Sie warten sollten, bevor Sie jemanden von Ihrer Schwangerschaft berichten, also bis zu 12. Schwangerschaftswoche.

2. Der Mutterpass dokumentiert alle Untersuchungen der Schwangerschaft

Schwangere Frau bei Untersuchung

Im Mutterpass stehen Größe und Gewicht des Fötus sowie Ihre Untersuchungsdaten.

In Ihren Mutterpass trägt Ihr Frauenarzt alle Untersuchungen und spezielle Ereignisse bis zur Geburt Ihres Kindes ein. Der Verlauf der Schwangerschaft, Größe und Gewicht des Fötus werden hier dokumentiert. Ihre Daten, also die der werdenden Mutter, sind hier ebenfalls erfasst. Auch der voraussichtliche Termin der Geburt ist im Mutterpass ausgewiesen.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Mutterpass während der gesamten Schwangerschaft mitführen. Haben Sie beispielsweise einen Unfall, können die Ersthelfer mit Blick auf den Mutterpass sofort erkennen, dass Sie sich um zwei Menschen kümmern müssen: Um Sie und Ihr ungeborenes Baby.

Auch, wenn Sie zur Gruppe der Schwangeren gehören, die eine Risikoschwangerschaft haben, ist es wichtig, dass Sie Ihren Mutterpass stets bei sich tragen. Als Risikoschwangerschaft werden mittlerweile eine ganze Reihe von Schwangerschaften bezeichnet. Sowohl das Alter der Schwangeren (unter 18 und über 35 Jahren) als auch etwaige Vorerkrankungen und vorherige Schwangerschaften sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Wer als risikoschwanger gilt, verrät dieser Beitrag.

2.1. Eine etwaige Kinderwunsch-Behandlung ist ebenfalls im Mutterpass dokumentiert

Konnten Sie nicht auf natürlichem Wege schwanger werden, haben Sie sich vielleicht wie viele andere Paare für eine Kinderwunsch-Behandlung entschieden. Zur Anwendung kommen hierbei meist diese beiden Verfahren:

  • Als In-vitro-Fertilisation (kurz: IVF) wird die sogenannten Reagenzglasbefruchtung bezeichnet.
  • Bei der Intrazytoplastmatischen Spermieninjektion (kurz: ICSI) wird die Samenzelle in die Eizelle injiziert.

Konnten Sie nach einer IVF- oder nach einer ICSI-Behandlung schwanger werden, steht das auch im Mutterpass. Anders als bei der natürlichen Schwangerschaft können Sie dann den Tag der Befruchtung ganz genau niederschreiben.

Ab wann gibt es das Heftchen nach einer ICSI- oder IVF-Behandlung? Die Antwort auf die Frage, ab wann Sie den Mutterpass nach einer IVF- oder einer nach ICSI-Behandlung erhalten, ist abhängig von zwei Faktoren: Ihrem Kinderwunsch-Zentrum und Ihrem Frauenarzt. In der Regel stellt Ihr betreuende Frauenarzt Ihren Mama-Pass aus – zu dem Zeitpunkt an dem er dies auch bei einer regulären Schwangerschaft tut (also zwischen der fünften und der 12. Schwangerschaftswoche). Sind Sie in diesem Zeitraum noch in Betreuung des Kinderwunsch-Zentrums, erhalten Sie ihn dort. Was genau bis zur 12. Woche der Schwangerschaft dokumentiert wird, liegt im Ermessen des Frauenarztes.

3. So sieht das Mama-Heft in Deutschland aus

mutterpass

Der Mutterpass: Das 16 Seiten umfassende Heft erhalten Sie bis zur 12. Schwangerschaftswoche.

Der deutsche Mutterpass umfasst 16 Seiten. Im vorderen Teil werden diverse Laboruntersuchungen und die Blutgruppe der werdenden Mutter eingetragen. Danach folgen vorangegangene Schwangerschaften und eventuelle Besonderheiten. Auf der nächsten Seite stehen Ihre Krankenvorgeschichte, Befunde und Beratungen der Schwangeren. Dann folgen der errechnete Geburtstermin und eventuelle besondere Befunde Ihrer Schwangerschaft.

Auf den nächsten beiden Seiten finden sie das sogenannte Gravidogramm. Dies ist eine Tabelle über den Verlauf der Schwangerschaft. Darauf folgen stationäre Aufenthalte und kardiographische Befunde während der Schwangerschaft. Jetzt sind die Ultraschall-Untersuchungen aufgelistet. Dort werden auch Herzschlag und die Kindsbewegungen erfasst. Nun folgt eine Seite, auf der die Termine zur Ultraschall-Untersuchung eingetragen werden. Zudem finden Sie die Normkurven für den Wachstumsverlauf Ihres Fötus. Auf Seite 14 können nochmal weiterführende Ultraschall-Untersuchungen eingetragen werden.

Die letzten beiden Seiten sind für die Abschluss-Untersuchungen bestimmt. Die Geburt und das Wochenbett sowie Besonderheiten im Wochenbett werden hier eingetragen. Auch das Ergebnis der 2. Untersuchung nach der Entbindung durch den Frauenarzt wird hier dokumentiert.

3.1. In Österreich ist der Mutter-Kind-Pass-Pflicht, in der Schweiz müssen sich Schwangere selbst um entsprechende Dokumente kümmern

In Österreich heißt der Pass Mutter-Kind-Pass und ist im Grunde dem in Deutschland sehr ähnlich. Allerdings gilt es hier als Pflicht, alle Untersuchungen genau zu dokumentieren. Fehlen darf hier keine Vorsorgeuntersuchung. Der Mutter-Kind-Pass gilt in Österreich als Nachweis für die Krankenkasse – auch, um später Kinderbetreuungsgeld zu bekommen. Den Pass gibt es hier seit 1974.

In der Schweiz gibt es keinen offiziellen Mutterpass wie in den anderen beiden Ländern. Untersuchungen und wichtigen Befunde werden hier zwar genauso dokumentiert, allerdings erhält die werden Mutter diese Angaben nicht von ihrem Frauenarzt. Es besteht die Möglichkeit, sich die Unterlagen ausdrucken zu lassen oder digital auf einen Chip kopieren zu lassen. Es wird aber empfohlen, ein Dokument, das die Schwangerschaft bestätigt, bei sich zu tragen. So können Ersthelfer im Notfall genauso gut reagieren.

4. Der Mutterpass gehört Ihnen; Ihren Arbeitgeber geht er nichts an

Sobald bei Ihnen eine Schwangerschaft durch den Frauenarzt bestätigt wurde, müssen Sie sich Gedanken darüber machen, wann Sie Ihren Arbeitgeber darüber unterrichten wollen. In einigen Berufen müssen Sie Ihren Arbeitgeber sofort darauf hinweisen, dass Sie schwanger sind. Erzieher beispielsweise, Angestellte in Kranken-, Pflege- und Heilberufen sowie jene, die mit chemischen Stoffen in Berührung kommen, müssen zeitnah den Arbeitgeber von der Schwangerschaft unterrichten. Häufig gehen mit der Schwangerschaft auch Einschränkungen in der Berufsausübung einher.

Erst dann, wenn Ihr Arbeitgeber von Ihrer Schwangerschaft weiß, greifen auch die Mutterschutzgesetze. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitzuteilen. Dann aber stehen Ihnen auch die Rechte des Mutterschutzes nicht zu. Sollte Ihr Arbeitgeber einen Nachweis in Form eines ärztlichen Zeugnisses verlangen, sind Sie dazu verpflichtet ihm dies vorzulegen. Er hat jedoch kein Recht, den Mutterpass zu verlangen.

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