Muslimische Kita nach Extremismusverdacht geschlossen

22.05.2019, 10:43 von Amelie S.

Kind malt mit Kreide Wort Toleranz

2009 eröffnete die muslimische Kindertagesstätte Al-Nur, zum 31. Mai diesen Jahres wird sie nun wieder geschlossen. Grund war ein erhärteter Verdacht auf Kontakt zu extremistischen Gruppen seitens des Kita-Trägers Aral Nil-Rhein.

Rheinland Pfalz schließt seine erste muslimische Kita

Die Kindertagesstätte Al-Nur war die erste muslimische Kita in ganz Rheinland Pfalz. In den vergangenen Jahren ist der Kindergartenträger jedoch mehrere Male negativ aufgefallen und letztendlich ins Licht des Verfassungsschutzes gerückt.

Bereits zum Jahreswechsel 2012/ 2013 hielt sich ein umstrittener Prediger in den Räumlichkeiten des Kindergartens auf. An dieser Stelle konnte erstmalig extremistisches Gedankengut assoziiert werden. Bereits zwei Jahre später fiel der Verein wieder auf einem interkulturellen Fest auf, auf dem indexierte Schriften verteilt wurden.

Der Kita-Träger soll Kontakte zur Muslimbruderschaft haben

Inzwischen unterstellt man dem Verein, extremistischem und salafistischen Gedankengut nahezustehen. Die Nähe zur sog. Muslimbruderschaft wird vermutet. Hierbei handelt es sich um eine der einflussreichsten sunnitisch-islamistischen Gruppen im nahen Osten. Insgesamt werden in Deutschland ca. 1600 Anhänger der Gruppe vermutet.

Als der Kita die Betriebserlaubnis entzogen wurde und die Schließung auf Anfang April 2019 festgelegt wurde, legte der Verein Widerspruch ein. Es wurde beteuert, immer genügend Distanz zu derartig extremistischen Gedankengut gewahrt zu haben. Das Gericht überzeugte diese Aussage nicht und blieb bei dem beschlossenen Urteil.

Auch andere Vorwürfe, die nicht genauer erläutert werden, erhärteten zunehmend den Verdacht gegen den Trägerverein. Außerdem sei er als unzuverlässig eingestuft worden. Im Sinne des kulturellen Austauschs und der Integration sieht Rheinland Pfalz den Besuch anderer Kindergärten vor. Dieser Vorschrift sei die Kita nie aus eigener Motivation nachgekommen.

Entwarnung: Die Kinder sind unbeeinflusst

Erste Prüfungen ergaben, dass die Kinder keinem extremistischem Einfluss ausgesetzt waren. Die ca. 20 Jungen und Mädchen sollen nun auf andere Kitas im Umkreis umverteilt werden.

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