Beim Umgang mit Medikamenten ist gerade im Bezug auf Kinder besondere Umsicht gefragt. Richtlinien, die bei Erwachsenen angelegt werden, gelten nicht automatisch auch für Kinder, vor allem hinsichtlich Dosierung und Auswirkungen auf den Organismus. Ein falsche Handlung kann zu gravierenden Folgen führen, dementsprechend ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit medizinischen Wirkstoffen im Kindesalter besonders wichtig.
Der Umgang mit Medikamenten sollte sich bei Kindern deutlich von Erwachsenen unterscheiden. Das gilt nicht nur aufgrund ihres wesentlich geringeren Gewichtes, sondern auch wegen des unterschiedlichen Stoffwechsels. Eine Medikamentenvergabe muss dem Rechnung tragen und an den Organismus eines Kindes angepasst werden. Auch ist es wichtig, darauf zu achten, dass Medikamente für Kinder zugelassen sind. Eine große Anzahl ist für Erwachsene gedacht und kann nicht gleichermaßen verwendet werden.
Die Art der Verabreichung von Medikamenten spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. So eignen sich Tabletten in vielen Fällen vor allem für kleinere Kinder nicht gut, sodass bevorzugt auf Säfte und Tropfen wie auch auf Zäpfchen zurückgegriffen wird. Es gilt zu berücksichtigen, dass die Ausscheidung von Wirkstoffen im Vergleich zu Erwachsenen anders verläuft. Gerade junge Kinder bauen sie langsam oder unvollständig ab, weil sowohl Nieren als auch die Leber, die hierfür maßgeblich verantwortlich sind, noch nicht gänzlich ausgereift sind.
Bei der Verabreichung von Medikamenten an Kinder müssen damit verbundene Anweisungen unbedingt genau eingehalten werden, um Gefährdungen zu vermeiden. Das gilt vor allem für verschreibungspflichtige Wirkstoffe. Sie müssen zudem sicher aufbewahrt werden, damit sie nicht von Kindern versehentlich eingenommen werden können. Es ist hilfreich, sich ausführlich beraten zu lassen, beispielsweise vom Kinderarzt. Auch eine kinderfreundliche Apotheke bietet Eltern Unterstützung durch pharmazeutische Beratung oder eine individuelle Arzneimittelherstellung für Kinder.
Die Genauigkeit und Vorsicht gelten nicht allein für verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch für Produkte, die im Handel frei erhältlich sind. Eltern sind gut beraten, sich jeweils genau zu informieren, ob ein jeweiliger Saft oder Tropfen auch tatsächlich sinnvoll sind oder vielleicht sogar mehr schaden als nutzen. Das gilt nicht zuletzt für die Dosierung, die häufig nach eigener Einschätzung vorgenommen wird, anstatt vor dem Hintergrund von Faktenwissen.
Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten sind keineswegs nur eine Pflichtangabe auf der Packungsbeilage. Sie sind vor allem bei Kindern sehr ernst zu nehmen, nicht zuletzt, weil es frei verkäufliche Wirkstoffe gibt, die erst ab einem bestimmten Kindesalter verabreicht werden dürfen. Sollte ein Kind eine chronische Erkrankung haben und regelmäßig oder häufiger Medikamente benötigen, müssen die Wirkstoffe immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Das gilt nicht nur für rezeptpflichtige Medikamente, sondern ebenso für pflanzliche Präparate.
Viele Kombinationen können zudem zu erheblichen Wechselwirkungen führen. Auch hier ist von einer Selbstmedikation abzuraten. Generell sollten Medikamente immer mit dem Kinderarzt abgesprochen werden. Auch bei spontanen Erkältungssymptomen, einer Übelkeit oder anderem Unwohlsein ist es hilfreich, sich in der Apotheke oder beim Kinderarzt zu erkundigen, ob eine Medikamentengabe in der Situation sinnvoll ist.