Medien im Kindergarten: Wissenswertes über Medienerziehung in der Kita

Kitagruppe mit tablet
  • In unserer von Medien geprägten Welt muss die Medienerziehung als ein unersetzlicher Bestandteil der Bildung betrachtet werden — diese beginnt nun einmal schon im Kindergarten.
  • Auch die Jüngsten der Gesellschaft kommen bereits mit Medien in Kontakt und bringen diese Erlebnisse und Erfahrungen in die Kita und andere Bildungsbereiche ein. Daher sollte die Kita auch Angebote für Kinder bereithalten, die den Umgang mit Medien gezielt fördern.
  • Die Kleinsten wachsen heutzutage mit Fernsehern, Computern und Smartphones auf und müssen mit dieser Technik intuitiv umgehen. Im Rahmen der Medienerziehung lernen sie den Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien.

Innerhalb der letzten Jahre hat das Internet unsere Welt im Sturm erobert. Soziale-Medien, Videoplattformen oder die Online-Recherche sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken, was sich auch schon auf unsere Kleinsten auswirkt. Medien im Kindergarten? Ob Sie wollen oder nicht – Ihr Kind wird sich zwangsläufig mit modernen Medien auseinandersetzen müssen. Damit dies möglichst verantwortungsvoll vonstattengeht, ist die Medienerziehung mittlerweile bereits ein wichtiger Bestandteil in vielen Kindertagesstätten.


1. Die Medienerziehung als Teilbereich der Medienpädagogik

Medienpädagogik gegen die Gefahren des Internets

Visuelle und auditive Medien können zwar in vielen Situationen das Leben bereichern, aber sie bringen auch Gefahren mit sich. Um Pädagogik und Medienerziehung zu vereinen, bietet sich die Medienpädagogik an. Diese sollte ein fester Bestandteil der Erziehung sein und die Kleinsten Schritt für Schritt an unsere modernen Medien heranführen.

Die Medienerziehung befasst sich als praktische Wissenschaft mit der Arbeit im Bereich der Medienangebote. Vergleichbare Bereiche sind sowohl die Mediendidaktik als auch die Medienkunde. Beide Begriffe werden zur Kennzeichnung eines Bereiches innerhalb der medienpädagogischen Praxis genutzt und sind somit eine Art des medienpädagogischen Handelns.

Ziele dieses Handelns sind, dass der Handelnde die Vermittlung von Fähigkeiten sowie das Erlangen von Kenntnissen erlernt, die zur Aufklärung und zum sicheren Umgang mit Medien dienen. Menschen, die über eine ausgeprägte Medienkompetenz verfügen, zeichnen sich mit einem selektiven, kritischen, aktiven sowie produktiven Nutzung von Medien aus.

Medien sollen als Werkzeug zur Kommunikation und zur Erlangung von Wissen angesehen werden. Das Erfassen von Wissen mit der Hilfe von Massenmedien, Medienanalysen, Medienarbeit und Mediengestaltung sind die typischen Bereiche der schulischen Medienerziehung. Andererseits bezeichnet der Begriff Medienerziehung auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit der medienpädagogischen Praxis. Der wissenschaftliche Aspekt beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, Formen und Wirkungen der medienerzieherischen Praxis und deren gesellschaftlichen Auswirkungen.

Um die Medienkompetenz der Kinder zu steigern, wurde die Medienerziehung in mehreren Bundesländern als Pflichtteil des Lehrplans von Grundschulen aufgenommen – Medien im Kindergarten sind allerdings keine Pflicht.

2. Digitalen Medienangebote bieten Vor- und Nachteile

Mädchen mit Smartphone.

Moderne Medien sind bereits von Anfang an ein Bestandteil im Leben unserer Kleinen.

Studien belegen, dass eine häufige Nutzung von digitalen Medien einen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Kindern hat. Allerdings ist die Schwere der Auswirkungen dieser neuen Medien, insbesondere auf die Entwicklung des Intellekts und der sprachlichen Fähigkeiten, bis jetzt nicht vollständig ergründet und dementsprechend stark umstritten.

Viele Wissenschaftler sehen vor allem die Vermenschlichung von Computern als Problem. Kinder neigen nämlich dazu, den Computer so ähnlich wie ein Lebewesen wahrzunehmen. Kinder realisieren häufig nicht, dass ein Computer nur ein elektronisches Gerät ist, das auf Befehle reagiert.

Allerdings betont die Wissenschaft auch die Vorteile der Mediennutzung im Bezug auf die kindliche Entwicklung im Vorschulalter. Die weit verbreitete Gegenwart der digitalen Medien soll im Besonderen die Fertigkeiten zur Verwendung von audiovisuellen Informationen verbessern.

Das wird beispielsweise sehr gut bei 3-D Spielen ersichtlich, bei denen der Nutzer nur einen bestimmten Bereich der eignen Spielumgebung zu sehen bekommt. Durch die kognitiven Fähigkeiten können die einzelnen Bilder zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden.

Info: Wenn sich Ihre Kinder voll und ganz in ein Spiel oder einen Film hineinversetzen können, ist das ein Zeichen für eine gute Konzentrationsfähigkeit. Vermutungen zufolge, können bestimmte Computerspiele die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sogar gezielt fördern. Zudem haben sie auch positive Auswirkungen auf die Abstraktionsfähigkeit sowie das logische Denken.

3. Erzieher können verschiedene Projekte nutzen, um die Kinder auf Medien vorzubereiten

Neben medienpädagogischem und technischem Grundlagenwissen werden auch kleine, leicht verständliche Möglichkeiten benötigt, um ein kreatives medienpädagogisches Arbeiten im Kindergarten zu ermöglichen. So werden durch kleinere Projekte Computer, Tablets oder Fernseher als Teil des Kita-Alltags eingebunden. Spiel- und Lernmöglichkeiten werden mit Medien im Kindergarten erforscht und können sogar als Werkzeug für Bildung und Sprache sinnvoll eingesetzt werden.

In der Kita können Kinder unterstützt werden dem fast unüberschaubaren Medienangebot zu begegnen und davon zu lernen, Medien als Instrument kreativ und sinnvoll zu nutzen. Medieninhalte sind bestens dafür geeignet, Lernprozesse zu stärken, zu unterstützen und den Nachwuchs bei der Erkundung der eigenen Lebenslage zu helfen.

Tipp: Für Kinder sind Medien oft sehr faszinierend, da sie viele alltägliche Themen aufgreifen und Möglichkeiten bieten, Themen zu bearbeiten, Sprachanlässe zu bilden oder kreativ zu werden. Dementsprechend freudig werden Medienangebote im Kindergarten meist angenommen.

4. Auch Eltern können die Medienkompetenz Ihrer Kinder stärken

Gruppe im kindergarten am laptop.

Ein Laptop oder Tablet gehört in vielen Kindergärten bereits zur Standradausstattung.

Jedes Kind reagiert anders auf mediale Einflüsse. Um die passende Nutzungszeit für Ihr Kind zu finden, sollten Sie das tägliche Verhalten genau beobachten. Wird Ihr Kind nach der Nutzung des Computers, Smartphones oder dem Fernsehen teilnahmslos, gelangweilt oder sogar aggressiv? In diesem Fall war der Medienkonsum vermutlich zu intensiv. Das Ziel sollte es sein, eine übermäßige Mediennutzung zu vermeiden.

Grundsätzliche Tipps für den Umgang mit elektronischen Medien:

  • Klare Regeln für die verschiedenen Medien definieren (alters- und familiengerecht)
  • Das Kind sollte bis zu einem Alter von zwölf Jahren nicht unbeaufsichtigt im Internet sein.
  • Das Kind sollte bei der Entwicklung der eignen Medienkompetenz unterstützt und begleitet werden.
  • Zeigen Sie Interesse an den Inhalten, die Ihr Kind konsumiert.
  • Kinder sollten regelmäßig über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden.
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