Leistenschmerzen in der Schwangerschaft: Ursachen & Behandlung

schwangere frau
Was sind die Ursachen für Leistenschmerzen in der Schwangerschaft?

Leiden Sie unter Schmerzen in der Leiste kann dies verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig sind eine Beckenringlockerung, ein Leistenbruch oder Blasenprobleme für die Beschwerden verantwortlich. Es kann sich jedoch auch um eine Erkrankung handeln, die nicht im Zusammenhang mit der Schwangerschaft steht.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Obwohl Leistenschmerzen in der Schwangerschaft sehr häufig vorkommen, sollten Sie die Ursachen dennoch bei einem Gynäkologen bzw. einer Gynäkologin abklären lassen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Schmerzen sehr stark sind oder über einen längeren Zeitraum anhalten.

Was können Betroffene selbst gegen die Schmerzen tun?

Treten die Schmerzen aufgrund einer Überdehnung der Bänder auf, sollten Sie sich schonen und ungünstige Haltungen und Bewegungen vermeiden. Zusätzlich können spezielle Übungen dabei helfen, die Schmerzen zu lindern.

Während der Schwangerschaft muss sich der Körper aufgrund der Hormone komplett umstellen. Da ist es kein Wunder, wenn es an der ein oder anderen Stelle zu Problemen kommt. Leistenschmerzen in der Schwangerschaft gehören zu den häufigsten Beschwerden, von denen werdende Mütter berichten.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Ursachen hinter den Beschwerden stecken können. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie die Leistenschmerzen selbst behandeln können.

1. In der Schwangerschaft ist der Körper ungewohnten Belastungen ausgesetzt

Den Beckenboden von Anfang an stärken

Viele Frauen beginnen erst dann mit Übungen, wenn Sie bereits unter Beschwerden leiden. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, sollten Sie Ihren Beckenboden am besten gleich zu Beginn der Schwangerschaft stärken.

Die Zeit der Schwangerschaft ist mit Freude, Angst, Höhen und Tiefen verbunden. Viele Frauen müssen zusätzlich die verschiedensten Schwangerschaftssymptome über sich ergehen lassen. Das liegt vor allem daran, dass sich der Körper mit einer großen Veränderung auseinandersetzen muss.

Der Körper einer Frau muss sich von Beginn an darauf vorbereiten, dass von nun an ein Baby in ihm heranwächst. Dies wirkt sich natürlich auf die gesamte Anatomie aus. Vor allem um den Bereich der Gebärmutter müssen sich das Bindegewebe, Muskeln, Sehnen und Bänder auf diese Veränderung einstellen.

Diese anatomischen Veränderungen können mitunter zu starken Schmerzen in der Leiste führen. Die Leisten- und Beckenschmerzen können dabei einseitig links oder rechts oder auch beidseitig auftreten.

Die Beschwerden reichen von einem leichten Ziehen in der Leiste bis hin zu starken Schmerzen, die nur noch in einer bestimmten Position auszuhalten sind. Die Art der Schmerzen hängt dabei häufig mit der Ursache des Problems zusammen.

2. Für Leistenschmerzen kommen verschiedene Ursachen infrage

schwangere Frau hat blasenprobleme

In den letzten Wochen der Schwangerschaft kann es durch den enormen Druck vermehrt zu Blasenproblemen kommen.

Treten Leistenschmerzen in der Schwangerschaft auf, kann dies auf sehr unterschiedliche Probleme und Erkrankungen hindeuten. Entscheidend ist außerdem, ob die Schmerzen in der Leiste in der Frühschwangerschaft oder eher gegen Ende der Schwangerschaft auftreten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Ursachen für Leistenschmerzen in der Schwangerschaft vor:

  • Beckenringlockerung: Ist eine Frau schwanger, lockern sich die Bänder, die das Becken zusammenhalten. Dies ist normal und auch notwendig für die Geburt. Durch die sogenannte Symphysenlockerung können sowohl in der Frühschwangerschaft als auch im späteren Stadium plötzlich Schmerzen im Bereich der Leiste, des Schambeins und des Rückens auftreten. Viele Frauen haben nachts oder bei bestimmten Bewegungen damit zu kämpfen.
  • Leistenbruch: Durch das Wachstum des Kindes erhöht sich auch der Druck, der auf den Bauch und den Leistenkanal ausgeübt wird. Infolgedessen kann es in einigen Fällen zu einem Leistenbruch kommen. Laut einer Studie werden allein in Deutschland jährlich 300.000 Menschen aufgrund eines Leistenbruchs operiert. Bei Schwangeren wird jedoch oftmals keine Operation durchgeführt, da diese das Kind und die Mutter gefährden könnte. Lediglich eingeklemmte Brüche müssen behandelt werden.
  • Blasenprobleme: Probleme mit der Blase treten sehr häufig bei Schwangeren auf, da die Gebärmutter vergrößert ist und damit auf die Blase drückt. Die häufigsten Symptome sind Druck und Brennen beim Wasserlassen. In einigen Fällen kann es auch zu Leistenschmerzen kommen.
eileiterschwangerschaft

Bei einer Eileiterschwangerschaft können die Schmerzen bis in die Leiste ausstrahlen.

  • Eileiterschwangerschaft: Leistenschmerzen können auch bei einer Eileiterschwangerschaft auftreten. Hinzu können Schmerzen im Unterleib und Schmierblutungen kommen. Die Symptome machen sich oftmals ab der 6. SSW bemerkbar.
  • Wehen: Ab der 36. SSW können auch Senkwehen zu Leistenschmerzen führen. Die Senkwehen sorgen dafür, dass sich der Kopf des Kindes ins Becken verlegt. Diese Verlagerung führt auch dazu, dass der Druck im Magen abnimmt. Blasenprobleme treten jedoch daraufhin häufiger auf.

Leistenschmerzen müssen jedoch nicht unbedingt mit der Schwangerschaft zusammenhängen. So können sie auch unabhängig davon durch andere Erkrankungen auftreten. Dazu zählen beispielsweise eine Blinddarmentzündung, Zysten, Darmentzündungen oder ein Bandscheibenvorfall. Während die Schmerzen bei einer Blinddarmentzündung rechts im Unterbauch auftreten, schmerzt der Bauch bei einer Darmentzündung eher links.

 

3. Bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufsuchen

schwangere frau mit beschwerden bei einer gynaekologin

Sind die Schmerzen sehr stark, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Vor allem bei der ersten Schwangerschaft sind viele Frauen unsicher, welche Beschwerden normal sind und welche gefährlich für das Kind sein können. Aus diesem Grund macht es grundsätzlich Sinn, einmal mehr als einmal weniger den Gynäkologen bzw. die Gynäkologin aufzusuchen.

Auch wenn Leistenschmerzen in der Schwangerschaft keine Seltenheit sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen sehr stark sind oder über einen längeren Zeitraum anhalten. Gleiches gilt, wenn weitere Symptome hinzukommen.

Haben Sie den Verdacht, dass Sie einen Leistenbruch haben, sollte dieser schnellstmöglich untersucht werden, da eingeklemmte Organe schwere Folgen mit sich bringen können. Aber auch bei Darminfektionen oder einer Blinddarmentzündung ist eine spezielle Behandlung notwendig.

Durch eine körperliche Untersuchung können Ärzte ganz einfach feststellen, um welche Erkrankung es sich handelt und ob eine Behandlung notwendig ist.

4. Leistenschmerzen in der Schwangerschaft – das können Sie selbst tun

schwangere mit stuetzguertel

Ein Stützgürtel unterstützt eine gesunde Körperhaltung und entlastet den Rücken sowie den Beckenboden.

Während der gesamten Schwangerschaft sollten Sie Ihre Gesundheit stets im Blick behalten. Auf diese Weise können Sie dafür sorgen, dass Sie möglichst wenig Beschwerden haben. Achten Sie daher auf eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

Wie Leistenschmerzen in der Schwangerschaft behandelt werden müssen, hängt maßgeblich davon ab, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt. Daher steht die Behandlung der jeweiligen Erkrankung im Vordergrund.

Ist die Dehnung der Bänder für die Leistenschmerzen verantwortlich, können einige Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern.
Dazu zählen:

  • Ruhe gönnen
  • die betroffenen Stellen mit Wärme behandeln
  • Belastungen und ungünstige Haltungen vermeiden
  • eine geeignete Schlafposition finden
  • einen Stützgürtel nutzen

Neben einer körperlichen Schonung ist es jedoch auch wichtig, dass Sie die betroffenen Bereiche durch spezielle Übungen stärken. Zusätzlich können Sie Ihre Bänder und Sehnen mithilfe von Pilates-Übungen  für Schwangere entlasten.

Wie Sie Hüft- und Leistenschmerzen loswerden können, sehen Sie auch in diesem Video:

4. Weiterführende Literatur rund um die Kugelzeit

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Leistenschmerzen in der Schwangerschaft: Ursachen & Behandlung
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