Wie bekommt man Krätze? Ursachen und Tipps zur Behandlung

Krätzmilbe auf der Haut
  • Die unangenehme Infektionskrankheit der Haut wird durch Krätzmilben ausgelöst.
  • Besonders betroffen sind Körperstellen, an denen es verhältnismäßig warm ist, wie unter den Achseln, zwischen den Fingern und Zehen sowie im Genitalbereich.
  • Die Behandlung erfolgt durch spezielle Hautcremes, die die Krätzmilben abtöten sollen.

Die Krätze ist eine durch kleine Parasiten übertragene Hautkrankheit. Aber wie kommt es eigentlich zu dem Befall mit Krätzmilben? Ist die Krankheit ansteckend und wie erfolgt die Behandlung?

In unserem Artikel gehen wir der Ursache der Krätze auf den Grund, erklären, wie man Krätze bekommt und wie Sie die Erkrankung erkennen können.

1. Winzige Milben bohren sich in die Haut

Gang einer Krätzmilbe in der Haut

Die Parasiten bauen Gänge in den oberen Hautschichten.

Die Krätze galt lange Zeit als kaum existent und nahezu ausgestorben. In den letzten Jahren hat sich dies allerdings geändert und zunehmend mehr Menschen stecken sich mit der durch Parasiten übertragenen Krankheit an.

Die verantwortlichen Parasiten sind lediglich 0,3 bis 0,5 mm groß und damit für das menschliche Auge kaum oder zumindest nur schwer zu erkennen. Befällt eine weibliche Krätzmilbe die Haut, gräbt sie sich ein und bildet ein eigenes Tunnelsystem.
In den oberen Hautschichten legen die Krätzmilben Eier ab, sodass weitere Milben schlüpfen können.
Neben den Krätzmilben selbst verursacht vor allem der ausgeschiedene Kot Juckreiz und Rötungen der Haut. Es kommt zu kleineren Entzündungen, die allerdings hartnäckig sein können.

Achtung: Krätze hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Intensives Duschen sowie Baden helfen Ihnen daher nicht, um die Krätze zu behandeln.

2. Die Symptome der Krätze erkennen

Die Krätze in der Medizin:

Ärzte bezeichnen die Krätze als Scabies oder Skabies. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort scabere ab, welches so viel wie kratzen bedeutet.

Kommt es zu einer Infektion mit der Krätze, zeigen sich die ersten Hautreaktionen in der Regel erst einige Tage oder Wochen nach der Übertragung. Dies stellt gleichzeitig ein großes Problem dar, da die Ansteckung möglich ist, obwohl Kinder noch gar nicht wissen, dass sie an der Krätze leiden.
Aufgrund der vergleichsweise langen Inkubationszeit lässt sich häufig schlecht feststellen, wo sich ein Kind angesteckt haben könnte.

Dass Kinder von Krätzmilben befallen wurden, erkennen Sie vor allem an Rötungen und Juckreiz in folgenden Körperregionen:

Ein Junge kratzt sich an der Hand

Juckende Stellen betreffen einen großen Teil des Körpers.

  • Zehenzwischenräume
  • zwischen den Fingern
  • hinter den Ohren
  • an den Handgelenken
  • in der Achselhöhle
  • im Genitalbereich

Teils lassen sich bei genauem Hinsehen kleine dunkle Linien direkt unter der Haut erkennen. Dies sind Milbengänge, anhand derer sich eine Infektion feststellen lässt.

Der Juckreiz ist dabei nicht auf die jeweiligen Körperstellen beschränkt, sondern kann den ganzen Körper betreffen. Problematisch ist bei vielen Patienten, dass die juckenden Körperstellen aufgekratzt werden und sich dadurch Pusteln bilden, die sich ihrerseits entzünden können. Je länger die Ursache der Hautkrankheit unerkannt bleibt und die Behandlung dementsprechend fehlt, desto problematischer wird der Hautausschlag.

Achtung: Die Krätze (Skabies) stellt eine behandlungs- und meldepflichtige Erkrankung im Sinne des § 34 Abs. 1 Nr. 17 des Infektionsschutzgesetzes dar.

3. Die Krätze kommt in allen Altersschichten vor

Mütter und Kinder sitzen im Kreis

Bei engem Kontakt ist eine Übertragung möglich.

Wie man die Krätze bekommt, ist unterschiedlich. Generell ist jedoch ein längerer Hautkontakt erforderlich, damit die Krätzmilben Zeit haben, zu wandern.

Da die Krätze von Mensch zu Mensch übertragen wird, sind vor allem Gemeinschaftseinrichtungen ein leichtes Ziel für Krätzmilben. Während sich also Senioren eher im Altenheim anstecken, kommt es bei Kindern häufig im Kindergarten oder in der Schule zu einer Übertragung.

Jedoch können sich nicht nur Personen mit geschwächtem Immunsystem anstecken, sondern auch Erzieher, Lehrer oder Pfleger in der jeweiligen Einrichtung.

In Partnerschaften ist eine Ansteckung beim Kuscheln, durch Geschlechtsverkehr oder aber das Schlafen im gemeinsamen Bett sehr wahrscheinlich.

Tipp: Besteht lediglich für kurze Zeit Körperkontakt, ist eine Übertragung ausgeschlossen.

Der direkte Körperkontakt muss etwa 5 bis 10 Minuten betragen. Lediglich bei der selten vorkommenden besonderen Variante der Borkenkrätze (Scabies norvegica) kann kurzer Körperkontakt ausreichend sein, da die Milbenanzahl extrem hoch ist.

Neben direktem Hautkontakt können sich Milben jedoch in der Kleidung, der Bettwäsche oder in Polstermöbeln aufhalten und sich somit verbreiten.
Die Krätzmilben überleben außerhalb der Haut für etwa 24 bis 72 Stunden. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr hier deutlich geringer als bei länger anhaltendem direkten Hautkontakt.

Eine Übertragung von Haustieren ist möglich, jedoch äußerst selten. In aller Regel sterben die Milben bei einem solchen Wirtswechsel.

4. Die Therapie gegen Krätze

Salbe auf einer Hand

Die Salben werden nicht nur auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Wie bekommt man die Krätze weg? Dies ist wohl die wichtigste Frage, die sich alle Betroffenen stellen.
Sollten Sie bei sich oder Ihrem Kind Symptome feststellen, suchen Sie einen Arzt auf, um eine genaue Diagnose zu erhalten. Neben einem Allgemeinmediziner sind vor allem Hautärzte auf die Krätze spezialisiert.

Um die Krätze weg bekommen zu können, setzen Mediziner in der Regel zunächst auf Insektizide in Form von Salben und Cremes.
Wenn Sie sich mit dieser Creme behandeln müssen, ist es erforderlich, dass Sie Ihren kompletten Körper eincremen. Vergessen Sie einzelne Stellen, besteht die große Gefahr, dass Milben überleben und die Behandlung unwirksam ist.

Sofern die Ersttherapie mittels Salben und Cremes keinen Erfolg hatte, besteht die Möglichkeit, auf Medikamente in Form von Tabletten zurückzugreifen.

Vermeiden Sie engen Körperkontakt dieser Zeit und waschen Sie Ihre getragene Kleidung, die Handtücher sowie ihre Bettwäsche bei 60°. So töten Sie die Milben wirksam ab.

Das Sofa sollten Sie gründlich absaugen und im Anschluss für etwa 48 Stunden nicht benutzen, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

Achtung: Von der Symptomerkennung bis zur endgültigen Abtötung der Milben dürfen Kinder den Kindergarten nicht besuchen.

5. Vorsicht vor der erneuten Ansteckung

Eine Familie kuschelt gemeinsam im Bett

Innerfamiliär ist es manchmal schwierig, eine erneute Infektion zu verhindern.

Da es sich bei der Krätze um eine parasitäre Infektion handelt, gehört sie nicht zu den Krankheiten bei denen eine eine Immunität gegen eine erneute Ansteckung entstehen kann.
Häufig zeigen sich die Symptome bei Patienten, die bereits einmal an der Krätze erkrankt waren, nicht erst nach Wochen, sondern bereits nach wenigen Tagen.

Wenn Sie oder Ihre Kinder selbst betroffen sind oder aber jemand in ihrem näheren Umfeld, sollten Sie in den nächsten 6 bis 8 Wochen jeglichen engeren Körperkontakt vermeiden, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Besonders innerhalb der Familie kann es dazu kommen, dass ein Familienmitglied ein anderes angesteckt hat und sich in der Folge nach einer erfolgreichen Genesung erneut ansteckt.

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