Konfliktgespräche führen: Tipps für ein gutes Konfliktmanagement

Datum: 03. August 2018 • Autor: Kita.de Redaktion

Konfliktgespräche-führen-Ratgeber
  • Mit ein paar Tipps fällt es Ihnen schon bald leichter, Konfliktgespräche zu führen.
  • Es gibt zahlreiche verschiedene Konflikte, die sich auf unterschiedlichen Ebenen abspielen.
  • Versuchen Sie, wenn Sie Konfliktgespräche führen, stets ruhig und gelassen zu bleiben und sich in Ihr Gegenüber hineinzuversetzen.

Jeder Mensch gerät im Laufe seines Lebens in die eine oder andere Situation, in der es zu einem Konflikt kommt. Aber wie lassen sich diese Konflikte sinnvoll lösen?

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Konfliktgespräche führen und welche Unterschiede es im Ablauf verschiedener Konstellationen gibt. Wir widmen uns daher bei der Lösung Gesprächen mit dem Chef, mit Kollegen sowie dem privaten Bereich.

1. Ein Problem zu vermeiden, ist keine Lösung

Mann und Frau auf einer Bank

Unausgesprochene Konflikte vergrößern sich leicht.

Nicht immer ist es einfach, ein Konfliktgespräch sicher zu führen. Daher neigen viele Menschen dazu, dem Konfliktpartner aus dem Weg zu gehen. Häufig wird das eigentliche Problem ignoriert und bauscht sich so still und heimlich zu einem deutlich größeren Problem auf.

Um eine verfahrene Situation zu lösen, lässt sich ein klärendes Gespräch nicht vermeiden. Wichtig ist bei jeder Art des Konflikt- oder Kritikgesprächs, dass Sie möglichst höflich und sachlich bleiben und versuchen, auch die Sichtweise Ihres Gegenübers verstehen.
Häufig lassen sich kleinere Konflikte deutlich schneller lösen als Sie denken. Teilweise zeigt sich Ihr Konfliktpartner einsichtig, ohne dass der Konflikt ausartet.

Tipp: Gehen Sie mit Ruhe und Gelassenheit in ein Konfliktgespräch hinein. Nur so sind Sie in der Lage, dieses konstruktiv zu führen, ohne sich allzu sehr in Emotionen hineinzusteigern.

2. Konfliktgespräche mit Mitarbeitern erfolgreich führen

Die Streitkultur in Unternehmen:

Viele Führungskräfte in Unternehmen schätzen das Konfliktmanagement innerhalb des Unternehmens als grundsätzlich positiv ein. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Technischen Hochschule Köln sowie der Wirtschaftskanzlei aclanz Rechtsanwälte.

Der Bereich der Mitarbeiterführung ist von einem Über- bzw. Unterordnungsverhältnis geprägt. Als Vorgesetzter sollten Sie von Beginn an auf klare Grenzen achten, um in Konflikten souverän auftreten zu können. Wer das „Sie“ nicht abgeschafft hat, ist an dieser Stelle häufig im Vorteil.

Es gibt viele Situationen, in denen sich ein Mitarbeiter nicht so verhält, wie Sie es sich wünschen. Selbstverständlich müssen Sie nicht wegen jeder Kleinigkeit ein Konfliktgespräch führen. Sollten Sie sich jedoch in grundlegenden Angelegenheiten etwas anderes wünschen, schieben Sie das unangenehme Gespräch nicht auf, sondern versuchen Sie frühzeitig zu handeln.
Häufig sind Sie im Nachhinein überrascht, dass dem Mitarbeiter sein, in Ihren Augen, falsches Verhalten gar nicht bewusst war. Umso wichtiger ist es, möglichst früh die Initiative zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung der Situation zu vermeiden.

Respekt zwischen Chef und Angestelltem

Pflegen Sie auch in schwierigen Situationen einen respektvollen Umgang miteinander.

2.1. Spannen Sie niemanden auf die Folter

Beginnen Sie das Gespräch klar und deutlich. Es bringt weder Ihnen noch Ihren Mitarbeitern etwas, wenn Sie unnötig viele Worte verlieren, um das eigentliche Problem zur Sprache zu bringen. So gestaltet sich das gesamte Gespräch eher zäh und deutlich unangenehmer, als es sein müsste.

Neben dem Beginn des Gesprächs spielt auch der Rahmen eine wichtige Rolle. Nehmen Sie sich Zeit und vereinbaren Sie keinen direkten Anschlusstermin, um das Thema umfassend abschließen zu können.
Wenn Sie Konfliktgespräche führen müssen, sollten Sie dies am besten unter vier Augen tun. Sprechen Sie Konflikte vor Kollegen des Mitarbeiters an, so wird sich dieser übervorteilt fühlen.

2.2. Der Ton macht die Musik

Im Bereich der Konfliktgespräche gibt es Situationen, die einen eher lockeren Ton zulassen sowie Momente, in denen eine ernste Miene unabdingbar ist. Bei einer Abmahnung sollten Sie sich selbstverständlich keinen Scherz erlauben, während dies bei einem eher ungepflegten Äußeren des Mitarbeiters durchaus zu einer Lockerung der Atmosphäre beitragen kann.

Hangeln Sie sich bei einem Gespräch am besten an folgendem Leitfaden entlang:

  • Stellen Sie Ihr Anliegen klar!
  • Seien Sie höflich und hören Sie Ihrem Mitarbeiter zu.
  • Seien Sie offen für Fragen.
  • Treffen Sie konkrete Vereinbarungen zur Verbesserung der Situation.
  • Vereinbaren Sie ggf. einen weiteren Termin zur Überprüfung der Umsetzung.
  • Verabschieden Sie sich freundlich.

3. Arbeitskollegen als Konfliktparteien – so lösen Sie das Problem

Zusammenhalt unter Kollegen

Nicht immer gestaltet sich die Arbeit im Team angenehm.

Die Arbeit mit einem Team erfordert viel Engagement von allen Beteiligten. Gemeinsame Teambuildingmaßnahmen stärken das Vertrauen in die eigenen Stärken sowie in die Fähigkeiten der anderen Gruppenmitglieder.
Dennoch lassen sich Konflikte im Arbeitsalltag nicht gänzlich vermeiden. Mit ein paar Tipps wird es Ihnen jedoch in Zukunft leichter fallen, ein Konfliktgespräch richtig anzugehen.

Regen Sie sich in diesem Moment über eine Situation auf, so lohnt es sich, erst einmal tief durchzuatmen und den Raum kurz zu verlassen. Starke Emotionen sind ein schlechter Ratgeber für den Beginn eines konfliktbeladenen Gesprächs.

Sprechen Sie einen Kollegen gezielt darauf an, ob es möglich wäre, ein Gespräch unter vier Augen zu führen. Zeigen Sie dem Kollegen von Beginn an, dass Sie an einer Lösung des Konflikts interessiert sind und keinen Streit herbeiführen möchten.
Dies gelingt nur, sofern Sie ruhig und freundlich bleiben und Ihrem Gegenüber mit Wertschätzung begegnen. Stellen Sie die problematische Situation aus Ihrer Sicht dar und fragen Sie nach, wie Ihr Kollege oder Ihre Kollegin dazu steht.

Ganz wichtig ist an dieser Stelle, dass Sie den anderen ausreden lassen. Häufig entsteht an diesem Punkt eine Eskalation der Situation, da es zu einem Schlagabtausch kommt. Auch wenn es für den Moment schwierig erscheint, eine andere Sichtweise hinzunehmen, sollten Sie an dieser Stelle in jedem Fall ruhig bleiben.
Stellen Sie im Anschluss an die Erwiderung Ihres Konfliktpartners die Gemeinsamkeiten fest. So machen Sie deutlich, dass Ihnen die Lösung des Konflikts am Herzen liegt.

In einem nächsten Schritt können Sie gemeinsam überlegen, inwieweit eine Lösung des Konflikts möglich ist. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen entspannt miteinander reden können, ist die Lösung zum Greifen nah.

Achtung: Leider gibt es trotz allen Bemühungen immer wieder Kollegen, die an einer Lösung des Konflikts nicht interessiert sind.
Scheitert Ihr direkter Versuch, den Konflikt zu beseitigen, hilft es oftmals nur, Ihren Vorgesetzten zu informieren.
Bedenken Sie jedoch, dass dieser Schritt den Konflikt zumindest kurzfristig verschärfen wird.

4. Konfliktgespräche im Privaten laufen auf einer anderen Ebene ab

Streit eines Paares

Bei privaten Konfliktgesprächen fallen die Reaktionen häufig sehr heftig aus.

Im Gegensatz zum beruflichen Umfeld sind private Konfliktgespräche mit deutlich mehr Emotionen verbunden. Zwischen den Konfliktparteien geht es häufig um Macht, unterschiedliche Werte oder aber um störende Kleinigkeiten, die im Laufe der Zeit zu einem echten Problem geworden sind.

Bei partnerschaftlichen Konflikten ist vor allem das Hineinversetzen in den anderen Partner von großer Bedeutung. Als Therapiemethode dient häufig ein Rollenspiel, indem die Partner jeweils in die Rolle des anderen schlüpfen.
Besonders bei unterschiedlichen Wertvorstellungen stellt dies eine schwere Herausforderung dar, ist jedoch umso entscheidender, um den Konflikt zu lösen.

Versetzen Sie sich in die Lage ihres Partners und versuchen Sie herauszufinden, warum diese Angelegenheit so wichtig ist und ob Ihnen diese Situation genauso wichtig erscheint. Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass die Angelegenheit für Sie selbst von geringerer Bedeutung ist, schadet es nichts, einmal nachzugeben.
So zollen Sie Ihrem Partner Respekt und vermeiden unter Umständen eine tiefgreifende und persönliche Auseinandersetzung.

Das größte Streitthema in Partnerschaften sind die Finanzen. Bei genauerem Hinsehen werden Sie jedoch schnell feststellen, dass Ihre Meinung häufig gar nicht so sehr von der Ihres Partners abweicht.
Sicherlich gibt der eine Partner an der einen Stelle mehr Geld aus, während der andere in einer anderen Situation etwas investieren möchte.
Analysieren Sie doch einmal gemeinsam Ihre finanzielle Situation und schauen Sie, ganz ohne Vorurteile, inwieweit sich diese verbessern lässt.

5. Beispiele falscher und richtiger Kommunikation im Konfliktfall

Kommunikationsprobleme zwischen Mann und Frau

Nicht immer ist einem Partner klar, worauf der andere hinaus will.

Wenn Sie Konfliktgespräche führen, werden Sie häufig auf viele theoretische Erkenntnisse stoßen. Dies ist der Situation geschuldet, da es unzählige unterschiedliche Konflikte gibt, die nicht alle im Detail dargestellt werden können.
Um Ihnen jedoch einen Einblick in ein gutes bzw. schlechtes Streitgespräch zu geben, soll Ihnen folgendes Beispiel dienen:

Ein Paar sitzt im Auto und steht vor einer Ampel.
Er: Es ist grün!
Sie: Fahre ich oder fährst du?

In dieser Situation macht der Ton die Musik. Die Aussage des Mannes lässt sich auf verschiedenen Ebenen deuten. Vielleicht wollte der Mann seiner Frau lediglich helfen, indem er sie auf das Umspringen der Ampel aufmerksam machen wollte.
Genauso ist es denkbar, dass er seine Überlegenheit demonstrieren wollte, indem er indirekt an der Fahrfähigkeit seiner Frau zweifelt.

Vielleicht hat er es auch bloß eilig und steht selbst unter Stress, sodass er schon die ganze Zeit auf das Umspringen der Ampel wartet.
Je nach Vorbelastung folgt die passende Erwiderung.

Wie Sie in dieser Situation schnell feststellen, kann bereits aus wenigen Worten ein handfester Streit entstehen. Dies ließe sich ganz einfach lösen, wenn die sachliche Aussage etwas konkretisiert würde.
Versuchen Sie es anstelle von „Es ist Grün.“ doch einmal mit der Aussage „Die Ampel ist gerade umgesprungen“.

So machen Sie auf der Sachebene deutlich, dass Sie selbst gerade erst gemerkt haben, dass die Farbe der Ampel gewechselt hat. In diesem Fall wird es deutlich schwieriger, daraus einen Vorwurf zu konstruieren.

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