Konflikte lösen in der Familie: Tipps für ein harmonisches Miteinander

Datum: 19. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

streit in der familie.
  • Für ein harmonisches Miteinander ist es wichtig, dass die Eltern wissen, wie sich Streit innerhalb der Familie schlichten lässt. Eine Grundvoraussetzung ist, dass Sie dabei niemals willkürlich handeln oder die Selbstbeherrschung verlieren.
  • Wenn eigene Lösungsansätze nicht funktionieren und es immer wieder zum Streit kommt, sollten Sie sich zur Konfliktlösung Hilfe von außen holen.
  • Besonders hohes Konfliktpotential besteht im Falle einer Scheidung oder Trennung. Hier sollten die Eltern ihren Kindern besonders viel Aufmerksamkeit schenken.

Streitigkeiten sind innerhalb der Familie schon vorprogrammiert. Sollte es soweit kommen, dass eigene Lösungsansätze nicht mehr funktionieren, besteht mit einer Familienberatung die Möglichkeit, sich professionelle Hilfe zu holen. Besser ist es jedoch, Konflikten schon von Anfang an vorzubeugen. Im folgenden Beitrag geben wir Ihnen einige nützliche Tipps an die Hand, wie Sie einen liebevollen und harmonischen Familienalltag gestalten können.

1. Konflikte lösen in der Familie – Es gibt viele mögliche Ansätze zu Konfliktlösung

Wir können Ihnen leider nicht „den einen“ perfekten Lösungsansatz verraten, mit dem Sie zukünftig alle Konflikte wie von Zauberhand lösen. Aber wir können Ihnen einige hilfreiche Ratschläge mitgeben, wie Sie Konflikten entgegenwirken und diese im Ernstfall auch schlichten können.

1.1 Für einander da sein, egal was passiert

Große Familie

Vor allem in großen Familien ist das Konfliktpotential meist hoch.

Das Bedürfnis, zu einer Gruppe zu gehören, ist einer der ursprünglichsten menschlichen Triebe. Natürlich kommt es dabei auch mal zum Konflikt, aber solange alle Beteiligten wissen, dass man sich im Notfall aufeinander verlassen kann, sind die Streitigkeiten meist schnell wieder geklärt.

Versuchen Sie auch an unharmonischen Tagen für ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu sorgen. So lässt sich das Risiko für Konflikte beträchtlich reduzieren. Dabei ist es besonders wichtig, wie Sie auf negative Situationen reagieren. Kinder sollten stets wissen, dass nur ihr Handeln und niemals ihre Person kritisiert wird.

Für jedes Familienmitglied sollte zu jedem Zeitpunkt eine Schulter zum anlehnen bereitstehen. Der Rückhalt innerhalb der Familie ist extrem wichtig. Wenn Ihre Kinder wissen, dass Sie zu Hause aufgefangen werden, kann sie so schnell nichts erschüttern. Dadurch fällt der Alltag leichter und das Risiko für Frust ist geringer.

1.2 Innerhalb der Familie sollte man sich nicht verstellen

Als Kind immer artig? Nie in der Partnerschaft mal einen Ehestreit? Immer einen fröhlichen Vater oder die perfekte Mutter spielen? Auf lange Sicht geht das meistens schief und der Schein lässt sich nicht mehr bewahren. In einer Familie sollte niemand eine Maske tragen müssen und sich anders geben, als er wirklich ist.

Wenn Sie zu Hause sind, können Sie sich ruhig mal etwas gehen lassen, die eigene Meinung offen sagen, Schwächen zeigen oder um Hilfe bitten fordern. Das gilt natürlich nicht nur für Sie, sondern auch für alle anderen Familienmitglieder. So können Sie vermeiden, dass sich Frust anstaut, den man dann ungewollt an seinen Angehörigen auslässt.

1.3 Etwas Optimismus hat noch niemandem geschadet

Durch eine optimistische Grundhaltung wird kein Problem zu groß und keine Hürde unüberwindbar — es gibt immer eine Lösung für Familienkonflikte. Wenn der Nachwuchs diese Einstellung früh übernimmt, weil die Eltern es vorleben, kann die Familie zu einer Quelle der Stärke werden. Das machen viele Eltern von Beginn an instinktiv richtig, indem sie beispielsweise das brüllende Baby auf den Arm nehmen und es ruhig hin und her schaukeln.

Tipp: Im Erwachsenenalter kann diese positive Einstellung für einen leichteren Umgang mit Konflikten sorgen. Die Basis für eine optimistische Natur können sie also schon im Kindesalter fördern und so auch der Entstehung von Konflikten entgegenwirken.

1.4 Schaffen Sie feste Rituale

In vielen harmonischen Familien gibt es kleine Rituale, die den Zusammenhalt fördern. Das kann zum Beispiel eine abendliche Vorlesung, ein Gutenachtlied, gemeinsame Sport-Übungen oder die gemeinschaftliche Essenszeit sein. Familien, die gemeinsame Rituale verinnerlicht haben, haben meist auch ein solides Konfliktmanagement.

Rituale sorgen für klare Strukturen im Alltag und geben Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Zudem sorgen sie insgesamt für ein harmonischeres Miteinander. Zudem machen kleine Familienrituale einfach Spaß, wenn man sich erst daran gewöhnt hat.

2. Gleiches Recht für alle

Das Konfliktpotential hängt von einigen Faktoren ab

Je mehr Kinder eine Familie hat, desto höher ist das Konfliktpotential. Dieses ist zusätzlich auch von den Entwicklungsphasen der Kinder abhängig – besonderes Konfliktpotential herrscht natürlich in der Pubertät.

Es ist wichtig, dass jedes Mitglied der Familie die Möglichkeit hat, seine individuellen Wünsche zu äußern. Die Kinder müssen beispielsweise auch verstehen, dass die Eltern oder die größeren Geschwister auch hin und wieder etwas Ruhe benötigen.

Hier kann es hilfreich sein, feste Zeiten zum Spielen, Toben, und eben auch für Ruhe einzuführen. So können Sie Konflikten zwischen Eltern und Kindern gezielt entgegenwirken.

Falls es doch mal zum Streit kommt, sollten Eltern zur Konfliktlösung zwar ihre Autorität klarmachen, aber auch begründen, warum das Kind nicht laut sein kann. Das gilt natürlich auch für andere Konfliktsituationen.

Integrieren Sie Ihre Kinder in den Alltag

In einer veralteten Familienvorstellung gibt es grundsätzlich zwei Lager – die “Großen” und die “Kleinen”. Beide Lager sind häufig voneinander genervt, was regelmäßig zu Konflikten führt. So enstehen leichter “Vater-Sohn-Konflikte” oder auch “Mutter-Tochter-Konflikte”. Wenn Sie dieses „Lager-Denken“ ablegen, können Sie ein deutlich harmonischeres Familienleben schaffen.

Besser ist es, für ein liebevolles Miteinander zu sorgen und die Kinder in den Alltag zu integrieren. Die „Großen“ sollten die „Kleinen“ nicht von oben herab behandeln und den „Kleinen“ sollte verständlich klargemacht werden, dass ein respektvoller Umgang und das Einhalten von gewissen Grenzen wichtig ist.

3. Eine Scheidung muss nicht zum Nachteil der Kinder sein

Scheidungsprozess

Manchmal lässt sich eine Scheidung nicht verhindern. Als Eltern sollten Sie aber sicherstellen, dass dies nicht zum Nachteil Ihrer Kinder ist.

In jeder Beziehung kommt es hin und wieder zu Familienkonflikten. In manchen Fällen ist die Situation so festgefahren, dass eine Trennung der letzte Ausweg ist. Allerdings muss das nicht immer zum Nachteil der Kinder sein.

Kinder sind immer die Leidtragenden einer Scheidung — ein Satz der so nicht immer richtig ist. Natürlich ist eine Scheidung der Eltern für die Kinder eine belastende Situation, die auch in der Schule zusätzlich für Probleme sorgen kann. Aber leiden Kinder nicht wesentlich mehr, wenn die Eltern Tag für Tag Ehestreit haben?

Wenn Sie Ihrem Kind im Scheidungsfall helfen wollen, dann erklären Sie ihm, warum es dazu kam. Wichtig ist, dass bei Kindern keine Schuldgefühle aufkommen und sie regelmäßig Kontakt zu beiden Elternteilen haben können.

Tipp: Sie sollten Ihre Kinder im Scheidungsfall frühzeitig informieren und nicht bis zum letzten Tag abwarten. Klären Sie Ihre Kinder auf, wie es nach der Scheidung weitergeht. So vermitteln Sie eine gewisse Sicherheit. Versuchen Sie außerdem, einen respektvollen Umgang zu Ihrem ehemaligen Partner zu pflegen – Auch bei einem etwaigen Unterhaltsstreit.

Im Folgenden finden Sie das erste Video eines dreiteiligen Gesprächs über das Thema Konflikte in der Familie:

4. Konflikte lösen in der Familie – Im Ernstfall helfen verschiedene Beratungsstellen

Im Internet kann man sich schnell über etwaige Anlaufstellen von Familientherapien, Familienmediationen  oder dem “richtigen” Umgang mit Konflikten informieren. In manchen Fällen hilft nur noch fachmännische Beratung. Schämen Sie sich nicht, diese Art von Konfliktmanagement in Anspruch zu nehmen.

Gute Anlaufstellen sind zum Beispiel:

  • DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie)
  • MIKK e.v.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (34 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Verwandte Beiträge