Die Ko-Konstruktion ist eine Lernmethode, welche sich durch die Zusammenarbeit von Erziehern und Kindern auszeichnet.
Die Methode besteht aus den drei Bereichen Gestaltung, Dokumentation und Austausch. Der ganze Prozess benötigt jedoch Zeit und eine Menge Kommunikation.
Hauptziele sind die Erkenntnis, dass mehrere Lösungsansätze funktionieren können, Vergrößerung des Wissensspektrums, tieferes Verständnis der Materie und Stärkung des Selbstbewusstseins.
Im Rahmen der Ko-Konstruktion sollen Kinder und Erzieher gemeinsam zusammenarbeiten, um zu lernen. Aber wie genau funktioniert diese Methode in der Praxis?
In unserem Artikel zeigen wir Ihnen, wie die Ko-Konstruktion in der Kita angewendet werden kann und inwieweit dies Vor- sowie Nachteile mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
Kinder sollen früh lernen, Zusammenhänge herzustellen.
Der Konstruktivismus beschäftigt sich mit der Frage des Erlangens von Wissen. Dabei unterscheidet dieser laut Definition zwischen Wissen und Wirklichkeit. Während es in vielen anderen Erziehungsansätzen primär um die Wissensvermittlung geht, steht im Rahmen der Ko-Konstruktion das Lernen durch Zusammenarbeit im Mittelpunkt.
Mittels Partizipation soll es so möglich sein, hinter die Fassade zu blicken und einen tieferen Blick für die Hintergründe zu erhalten.
In einem Praxisbeispiel bedeutet dies, dass Kinder in der Krippe keine verschiedenen Fischarten auswendig lernen, sondern sich mit den dahinterstehenden Fragen beschäftigen. Dies könnten folgende sein:
Wie Sie anhand dieser kurzen Beispiele erkennen können, geht die Fragestellung sehr viel tiefer. Ob es sich um einen Goldfisch, eine Forelle oder einen Hecht handelt, ist hingegen zweitrangig und spielt bei Anwendung dieser Art der Pädagogik lediglich eine untergeordnete Rolle.
Damit die Ko-Konstruktion in der Kita gelingt, bedarf es verschiedener Ebenen im Rahmen des Lernprozesses.
Vereinfacht ausgedrückt lassen sich diese in die folgenden drei Bereiche aufschlüsseln:
Lösungen werden gemeinsam erarbeitet.
Der gesamte Prozess benötigt Zeit. Wichtig ist, dass Kinder im Kindergarten oder der Kita sehr viel miteinander kommunizieren. Sprache ist das Mittel, um andere Ansichten zu verstehen und sich miteinander auf eine einheitliche Bedeutung verständigen zu können.
Tipp: Soziale Interaktion bildet die Basis einer funktionierenden Ko-Konstruktion in der Kita. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die Beziehung zwischen Kindern untereinander sowie zwischen Erziehern und Kindern.
Kinder lernen, dass sie durch gemeinsames Handeln mehr erreichen können.
Die Vermittlung von Wissen funktioniert auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Die Ko-Konstruktion geht jedoch von der Annahme aus, dass der Erwerb von Wissen nur dann sinnvoll und von Dauer ist, wenn das dahinterliegende Verständnis besteht. Im Rahmen des Diskurs erhalten Kinder die Gelegenheit, nicht nur ihre eigene Sicht der Dinge darzustellen, sondern auch andere Meinungen kennenzulernen.
Häufig kommt es dabei zu Widersprüchen, die aufgelöst werden müssen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Erzieher können an dieser Stelle unterstützen, indem Sie die Diskussion in eine gewisse Richtung führen oder aber immer wieder neue Ansatzpunkte einbringen.
Die Ko-Konstruktion kann dabei in andere pädagogische Konzepte integriert werden, da der Ansatz vieler Methoden ähnlich ist. Kinder sind danach in der Lage, sich selbst zu entwickeln. Sie treten automatisch mit ihrer Umwelt in Beziehung und verstehen diese schrittweise immer mehr.
Durch die gemeinsame Zusammenarbeit soll erreicht werden, dass der Prozess beschleunigt wird und Kinder in die Lage versetzt werden, nicht nur von sich selbst, sondern auch von anderen zu lernen.
Der Fokus ist dabei auf die gemeinschaftliche Problemlösung gerichtet.
Mittels des Konzepts der Ko-Konstruktion versuchen Pädagogen, Kindern nicht nur stures Wissen zu vermitteln, sondern vielmehr die Fähigkeiten mitzugeben, um sich in Zukunft ein eigenes Bild machen zu können.
Konkret werden folgende Ziele angestrebt:
Manche Kinder neigen dazu, sich in Gruppen zurückzuziehen.
Im Wesentlichen bietet der Ansatz zwar viele Vorteile, ist jedoch nicht für alle Gruppen gleichermaßen empfehlenswert. Problematisch wird es, wenn sich einige Kinder sehr dominant verhalten und die gemeinschaftliche Problemlösung in den Hintergrund rückt.
Sind Kinder weniger selbstbewusst, fällt es ihnen oftmals schwer, sich in der Gruppe auszudrücken und für ihre Ideen einzutreten.
Dieses Verhalten zeigt sich vielfach bei Kindern mit Migrationshintergrund, da die Sprachbarriere eine zusätzliche Hürde darstellt. Jedoch ist ein eher zurückhaltendes Verhalten auch einigen Mädchen zu beobachten. Zahlreiche Studien zeigen, dass das Verhalten von Mädchen und Jungen bereits früh durch Stereotype beeinflusst wird.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die jeweiligen Erzieher aktiv einschreiten, damit sich die Phase des Diskurses positiv auswirken kann und kein Kind Angst davor hat, seine Meinung zu teilen.
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