Klumpfuß beim Baby: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Fehlstellung

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  • Etwa 1 bis 3 von 1000 Kindern leiden unter einer angeborenen Fehlstellung des Fußes. Jungen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.
  • Die genauen Ursachen für den Klumpfuß sind noch nicht geklärt. Häufig ist die Fehlstellung durch eine ungünstige Lage in der Gebärmutter oder durch Fruchtwassermangel bedingt.
  • Da die Knochen nach der Geburt noch sehr weich sind, sollte bereits ein paar Tage nach der Geburt mit der Behandlung begonnen werden. In der Regel legt der Arzt zunächst Gipsverbände an, die im Laufe der Zeit von einer Schiene abgelöst werden.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, sind die Eltern überglücklich, wenn es gesund und munter ist. Viele erschrecken sich jedoch, wenn sie sehen, dass die kleinen Füße ihres Kindes stark verformt sind. In diesem Fall leidet das Baby unter einem Klumpfuß, der zu den häufigsten Fehlbildungen bei Kindern zählt.

Für die Fehlstellung der Füße kann es verschiedene Ursachen geben. Da der Klumpfuß eine Behinderung beim Laufen darstellt, ist eine Behandlung unbedingt notwendig. In diesem Artikel möchten wir Ihnen gerne die gängigsten Methoden vorstellen.


1. Bei einem Klumpfuß handelt es sich um verschiedene Fußfehlstellungen

Baby mit Klumpfuß

Bei einem Klumpfuß ist der Fuß komplett nach innen verdreht, sodass nur die Fußkante den Boden berührt.

Leidet das Baby unter einem Klumpfuß, sind die Füße sehr stark deformiert. Durch eine mangelnde Muskelkraft ist der Fuß nach innen gedreht, wobei die Fußsohlen nach oben zeigen. Hinzu kommen extreme O-Beine. Bei einem Klumpfuß handelt es sich um eine Kombination von mehreren Fehlstellung.
Das bedeutet, viele der betroffenen Babys haben einen:

  • Spitzfuß (Hochstand der Ferse)
  • Sichelfuß (Vorfuß weicht nach innen ab) und
  • Hohlfuß (extreme Wölbung des Spanns).

Der Klumpfuß zählt zu den häufigsten Fehlstellungen, die bei neugeborenen Babys auftreten. In den meisten Fällen ist der Klumpfuß bei einem Baby angeboren. Nur in wenigen Fällen entsteht er im Laufe der Zeit durch einen Nervendefekt, Durchblutungsstörungen oder Verletzungen der Wadenmuskulatur.

Von der Fehlbildung können einer oder auch beide Füße betroffen sein. Wird der Klumpfuß nicht korrigiert, kann sich das Kind nur auf der Fußkante fortbewegen. Dies bereitet zumeist große Schmerzen. Eine entsprechende Therapie ist daher dringend notwendig. Da Babyfüße noch sehr dehnbar sind, stehen die Chancen sehr gut, dass die Fehlstellung heilbar ist.

Manche Kinder leiden nicht unter einem „echten Klumpfuß“, sondern unter einer Klumpfußstellung. In diesem Fall können Spezialisten den Fuß durch sanften Druck in die richtige Stellung bringen.

2. Die Entstehung eines Klumpfußes ist noch nicht vollständig geklärt

Fötus im Mutterleib

Einige Babys liegen so verdreht im Mutterleib, dass das Wachstum der Beine eingeschränkt ist.

Wie und warum ein solcher Klumpfuß entsteht, ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass verschiedene Faktoren dafür verantwortlich sein können.
Folgende Ursachen können infrage kommen:

  • Eine Verdrehung des Babys in der Gebärmutter, sodass das Wachstum der Beine eingeschränkt ist
  • ein auf Dauer bestehender Fruchtwassermangel
  • eine frühkindliche Hirnschädigung durch einen Sauerstoffmangel
  • das Amniotische-Band-Syndrom (angeborene Geburtsschäden, die schon während der Schwangerschaft entstehen)

Da der Klumpfuß in einigen Familien gehäuft auftritt, gehen Wissenschaftler davon aus, dass auch genetische Defekte für die Entstehung verantwortlich sind. Auch Komplikationen während der Schwangerschaft können eine Rolle spielen.

Achtung: Der Klumpfuß kann auch entstehen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht.

3. Am besten direkt nach der Geburt mit der Behandlung beginnen

In vielen Fällen wird der angeborene Klumpfuß bei einem Baby bereits beim Ultraschall festgestellt. Um die Art und Schwere der Fehlstellung genau einschätzen zu können, muss jedoch nach der Geburt stets eine Röntgenaufnahme gemacht werden. In einigen Fällen werden auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine dynamische Fußdruckmessung durchgeführt.

Wichtig ist es außerdem, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Nur so können die besten Ergebnisse erzielt werden.
Im Folgenden möchten wir Ihnen die zwei gängigsten Behandlungsmethoden vorstellen.

Ziel der Behandlung ist es, dass das Kind im Anschluss uneingeschränkt laufen und normale Schuhe tragen kann. In den meisten Fällen können sich betroffene Kinder sogar wie alle anderen Menschen sportlich betätigen.

3.1. Den Klumpfuß bei einem Baby mit der Ponseti-Methode behandeln

Behandlungserfolg der Ponseti-Methode

Durch die Analyse verschiedener Studien konnten Wissenschaftler feststellen, dass durch die Durchführung der Ponseti-Methode in 95% der Fälle eine offene Gelenksoperation vermieden werden konnte. Allerdings mussten die Füße bei etwa 30% der Betroffenen aufgrund eines Rückfalls noch einmal gegipst werden.

Bereits in den 1950er Jahren hat der spanische Arzt Ignacio Ponseti eine Methode entwickelt, mit der Klumpfüße erfolgreich behandelt werden können. Aber erst als die Therapie große Behandlungserfolge im englischsprachigen Raum erzielte, wurde sie auch in Deutschland immer häufiger angewendet.

Bei der Behandlung geht es darum, die Füße mithilfe von einem Gips in Form zu bringen. Dadurch, dass die Knochen, Bänder und Sehnen bei einem Baby noch sehr weich sind, verursacht diese Methode keine Schmerzen. Der Gips wird stets nach einigen Wochen erneuert. Wie oft dies notwendig ist, hängt vor allem von der Ausprägung der Deformation ab. Im Durchschnitt sind drei bis acht Gipse ausreichend.

Im Anschluss an die Gipsbehandlung muss das Kind für mehrere Monate rund um die Uhr eine Schiene tragen. Auch in den Folgejahren muss das Kind noch für einige Jahre nachts mit dieser Schiene schlafen.

Die Methode kann durch Massagen und spezielle Krankengymnastik zusätzlich unterstützt werden.

3.2. In schwerwiegenden Fällen kann nur eine OP helfen

Bringt eine nicht-invasive Methode keinen Erfolg, muss der Fuß in einer OP gerichtet werden. Dies gilt auch dann, wenn der Klumpfuß im Laufe der Zeit immer wieder auftritt. Am meisten Sinn macht es, die OP in einem Alter von etwa 3 Monaten durchzuführen. In dem operativen Eingriff wird die Achillessehne verlängert. Zusätzlich werden die verantwortlichen Muskeln korrigiert.

Die Ponseti-Methode ist jedoch noch immer die erfolgversprechendste Variante, sodass sich nur noch etwa 10 bis 15 % der behandelten Kinder einer Operation unterziehen muss.

4. Lesetipps: Mehr zu Fußfehlstellungen beim Baby

Der kleine Fuß ganz groß: Dreidimensionale manuelle Fußtherapie bei kindlichen Fußfehlstellungen
  • 280 Seiten - 09.11.2010 (Veröffentlichungsdatum) - Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH (Herausgeber)


Klumpfüßchen: Therapie nach Ponseti - Elterninformation (Berichte aus der Medizin)
  • 22 Seiten - 01.11.2010 (Veröffentlichungsdatum) - Shaker (Herausgeber)

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