Kleinkind will nicht schlafen – Tipps für die Trotzphase am Abend

Kind schläft
  • Will Ihr Kleinkind nicht schlafen, bringt es nichts, wenn Sie Ihr Kind einfach schreien lassen. Geduld und Routine sind die besten Mittel gegen die Einschlafprobleme Ihres Kindes.
  • Als Einschlafhilfe bieten sich verschiedene Rituale an, um das Kind zu beruhigen und auf den Schlaf vorzubereiten.
  • Oft haben Einschlafprobleme etwas mit der Umgebung Ihres Kindes zu tun. Manchmal ist es die Umstellung zum Bett für Kleinkinder, welches plötzlich größer oder gar gitterlos ist. Für diesen Zweck gibt es Betten, die einfach mitwachsen, damit die Umstellung nicht allzu groß ist.

Viele Eltern kennen das Klagelied: “Mein Kind will nicht schlafen, steht immer wieder auf, weint oder schreit nachts.” Hat Ihr Kind Einschlafprobleme, wird das abendliche Zubettgehen zur Geduldsprobe:  Kann Ihr Kind nicht durchschlafen, schläft es unruhig  oder versucht trotz aller Müdigkeit zwanghaft wachzubleiben, kann das verschiedene Ursachen haben. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, was sie gegen die Einschlafprobleme Ihres Kindes tun können, sodass Sie sowie Ihr Kind nachts gut schlafen können.

1. Will Ihr Kleinkind nicht schlafen, kann dies verschiedene Ursachen haben

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Ihr Kind nicht einschlafen will. Meistens ist es aber nicht ein einzelner, sondern es gibt mehrere Faktoren, die mit einem Mal aufeinandertreffen:

kinder schauen TV

Schaut Ihr Kind vor dem Schlafengehen Fernsehen, kann es danach sehr aufgekratzt sein.

  • Nehmen die Einschlafprobleme Überhand ist der Auslöser oft die Trotzphase. In dieser Phase erkennen sich Kinder zwischen zwei und fünf Jahren als eigenständige Individuen und wollen ihre Grenzen austesten. Die Folge ist, dass Ihr Kleinkind trotz Müdigkeit einfach nicht schlafen will.
  • Auch Stress oder Veränderungen im Umfeld des Kindes sind Grund dafür die Einschlafprobleme beim Kleinkind. Dazu gehört beispielsweise der Gruppenwechsel in der Kita oder aufregende Tage oder Situationen, die Ihr Kind vor dem einschlafen beschäftigen.
  • Vor allem eine fehlende Routine vor dem Schlafengehen mit Ruhephasen, sorgen dafür, dass das Kind vor dem Schlafengehen aufgedreht und unruhig ist. Auch eine Reizüberflutung durch das Fernsehen oder das Schauen von Videos, kann Grund dafür sein.

2. Die richtige Umgebung ist die beste Einschlafhilfe für Ihr Kleinkind

Wenn Ihr Kleinkind nicht schlafen will, kann das an der Umgebung liegen.Da das Schlafengehen meist die Trennung von den Eltern bedeutet, ist es besonders wichtig, dem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Die Dunkelheit verängstigt die Kinder oft vor dem Schlafengehen. Ein Nachtlicht in der Nähe des Bettes oder das spaltbreite Offenlassen der Tür können bereits hilfreich sein.

Mit dem Herauswachsen aus den Säuglingsalter geht auch oft das Wechseln des Kinderbettes einher. Der zusätzliche Platz kann das Kind jedoch verängstigen. Ihr Kind fühlt sich nicht wohl und sicher in dem Bett. Oft kann dieses Gefühl auch mit dem Abnehmen der Gitter einhergehen. Auch diese Umstellung nimmt den Kind Sicherheit und Vertrauen in seine Umgebung.  Meistens muss das Kind erst lernen sich an diese neue Umgebung zu gewöhnen. Damit diese Umgewöhnung dem Kind nicht so schwer fällt, gibt es umbaubare und somit mitwachsende Kinderbetten. Diese bieten den Vorteil, dass sie Ihr Kind über Jahre begleiten.

Tipp: Auch die Temperatur ist für das Einschlafen von Bedeutung.Der Körper wird in einem wärmeren Umfeld eher schläfrig als in einer kühlen Umgebung. Ist es im Zimmer jedoch zu warm, kann es dazu kommen, dass Ihr Kleinkind sich hin und her wälzt und am Ende frustriert nicht einschlafen will.

3. Rituale helfen Ihren Kind beim Runterkommen

Ihr Kind kann nicht einschlafen? Grund dafür sind oft die fehlende Routine und Rituale. Gerade für Kleinkinder ist jeder Tag aufregend und wenn sie eigentlich schlafen sollten, kommen sie oft ins Grübeln, lassen den Tag Revue passieren und können nicht einschlafen.

3.1. Feste Bettgehzeiten sind besonders wichtig

junge unter weißer bettdecke

Stimmen der Schlafbedarf und die Schlafenszeit Ihres Kindes nicht überein, kann es nachts oft nicht schlafen.

Ein erster Schritt zu einer erfolgreichen Einschlafroutine ist eine feste Schlafenszeit für Ihr Kind. Diese ist besonders wichtig, damit Ihr Kind sich auch körperlich auf das Schlafengehen einstellen kann und abends besser und schneller zur Ruhe kommt. Ist Ihr Kleinkind nicht müde genug und will deshalb nicht schlafen gehen, kann es daran liegen, dass die Schlafdauer des Mittags- oder Nachtschlafs nicht an die Bedürfnisse des Kindes angepasst ist.
Falls Sie sich unsicher darüber sind, wie viel Ihr Kind mit 1 Jahr, 2 Jahren oder 3 Jahren schlafen sollte, finden Sie hier eine Übersicht von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Achtung: Diese Tabelle gibt ungefähre Richtwerte. Sie sollten jedoch auch immer die individuelle Entwicklung Ihres Kindes beachten.

Ist die Länge des Nachtschlafes angemessen, aber das Kind schläft nicht durch, ist es auch hilfreich den Mittagsschlaf um einige Stunden vorzuziehen, sodass Ihr Kind Abends müde genug zum einschlafen ist.

3.2. Bleiben Sie bei der Abendroutine konsequent

Um Ihr Kind auf den Start in die Nacht vorzubereiten, überlegen Sie sich mit Ihrem Partner eine täglich durchführbare Abendroutine. Es ist besonders wichtig, dass Sie sich so gut wie es geht an die Reihenfolge halten. Damit gewöhnt sich Ihr Kind an die Abläufe und wird mit jedem Schritt mehr aufs Schlafen vorbereitet.

Wie wichtig eine gleichbleibende Uhrzeit sowie ein regelmäßiger Ablauf bei der Abendroutine ist, erklärt diese zweifache Mutter:

Da die Gewöhnung an die Routine etwas dauert, kann es gerade am Anfang dazu kommen, dass Ihr Kind versucht, die Abläufe hinauszuzögern. Plötzlich muss unbedingt noch das eine Bild zu Ende gemalt werden oder eines der vielen Kuscheltiere versteckt sich irgendwo im Zimmer. Bleiben Sie auch hierbei konsequent. Sie können antworten mit: “Das Bild kannst du morgen zu Ende malen.” oder – insofern es nicht das Lieblingskuscheltier ist – “Deinen Teddy suchen wir morgen gemeinsam.”

Tipp: Um die Abendroutine besser einzuleiten, können Sie Ihren Kind auch einige Minuten vorher Bescheid geben: “Noch fünf Minuten spielen und dann geht’s zähne putzen.” So ist es vorbereitet und tendiert nicht so schnell zu Ausreden.

3.3. So umgehen Sie den Trotz Ihres Kindes

Da sich Kinder in der Trotzphase behaupten wollen, kann es hilfreich sein, ihnen bei der Abendroutine kleinere Entscheidungen selber zu überlassen. Dabei ist es wichtig, dem Kind immer eine Auswahl vorzugeben: Lassen Sie es aus zwei Schlafanzügen wählen oder zwischen drei Gute-Nacht-Geschichten. Lassen Sie unendlich viel Auswahl, nutzt Ihr Kind das schnell wieder zur Verzögerung. Vermeiden Sie offene Fragen, wie: “Möchtest du schlafen gehen?” – Fragen Sie eher: “Möchtest du jetzt oder in zehn Minuten schlafen gehen?”

4. Will Ihr Kleinkind nicht einschlafen, kann es auch an Alpträumen liegen

Mama neben Kind im Bett nach Alptraum

Hatte Ihr Kind einen Alptraum braucht es Trost und das Gefühl von Nähe und Sicherheit.

Schläft Ihr Kind unruhig oder will es gar nicht einschlafen, können auch Alpträume die Ursache dafür sein. Diese werden meistens durch Stress verursacht. Das kann eine Umstellung im Alltag des Kindes sein, zum Beispiel in der Kita oder neue Personen, an die es sich erstmal gewöhnen muss.

Kann Ihr Kind wegen Alpträumen nicht durchschlafen, ist es besonders wichtig, dass Sie ihm das Gefühl von Liebe, Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Lassen Sie das Kind über den Traum reden, wenn es will, aber zwingen Sie es nicht. Soll Ihr Kind anschließend wieder einschlafen, muss auch hier Sicherheit vermittelt werden. Legen Sie das Lieblingskuscheltier bereit, haben Sie das Nachtlicht zu Hand oder lassen Sie Alternativ die Tür einen Spalt offen.

Tipp: Häufige Alpträume verängstigen und Ihr Kind schläft nicht alleine ein. Hier kann auch eine Nacht im Bett der Eltern die nötige Geborgenheit und Sicherheit zurückgeben.

Reden Sie mit Ihrem Kind über seinen Tag, um Alpträume vorzubeugen. So kann es schlechte Eindrücke mit Ihnen zusammen verarbeiten und wird im besten Fall nicht im Schlaf davon aufgesucht. Bei häufigen Alpträumen können Sie auch Ihrem Kind wieder etwas Kontrolle zurückgeben. Basteln Sie gemeinsam aus Pfeiffenreinigern einen Traumfänger, mischen Sie aus Wasser und einem beliebigen Dufterfrischer ein Traum-Abwehr-Spray für Ihr Kind oder schauen Sie vor dem Schlafen gemeinsam nach dem Monster unterm Bett.

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