Kitagebühren in Brandenburg: Was Sie über die Kita-Kosten wissen sollten

Kitagebühren-Brandenburg-Ratgeber
  • Die Kitagebühren in Brandenburg sind, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt, relativ hoch.
  • Ab dem neuen Kindergartenjahr 2018/2019 entfallen die Gebühren für das letzte Jahr vor der Einschulung.
  • Die Unterschiede innerhalb der einzelnen Städte und Gemeinden Brandenburgs sind nicht zu unterschätzen.

Über die Kitagebühren in Brandenburg wird heftig gestritten. Sollen Einsparungen bei den Gebühren erfolgen oder ist es sinnvoller, in die Verbesserung der bestehenden Infrastruktur zu investieren?

In unserem Beitrag gehen wir auf die aktuelle Rechtslage ein. Sie erhalten Informationen zu den monatlichen Kosten sowie möglichen Ermäßigungen.

1. Kitagebühren in Brandenburg – von der Abschaffung noch weit entfernt

Kosten Tabelle

In den meisten Einrichtungen richtet sich der Beitrag nach dem Gehalt.

Ab dem 1. August 2018 kommt auf viele Familien in Brandenburg eine finanzielle Erleichterung zu. Nach einer aktuellen Parlamentssitzung wird das Kindergartengesetz derart geändert, dass das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei ist.

Kommt Ihr Kind in das letzte Kindergartenjahr und haben Sie bisher einen Kindergartenbeitrag zahlen müssen, so entfällt dieser automatisch. Ein gesonderter Antrag für die Beitragsbefreiung ist nicht erforderlich.

Langfristig ist zwar geplant, dass die Kitagebühren in Brandenburg generell abgeschafft werden, bis zur Realisierung wird es allerdings voraussichtlich noch einige Jahre dauern.

Die Höhe der Kosten hängt vom Träger ab. Besucht ihr Kind eine städtische oder private Kita, richtet sich die Höhe Ihres zu leistenden Kindergartenbeitrags maßgeblich nach ihrem Einkommen.

Je nach ihrem individuellen Wohnort variieren die Kosten jedoch deutlich, da die Erhebung der Kitagebühren nicht einheitlich durch das Land erfolgt, sondern durch die jeweilige Stadt oder Gemeinde.

2. Die Kosten der Kinderbetreuung erhöhen sich mit Ihrem Einkommen

Wenige Kitas in Brandenburg:

Laut den Zahlen des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gibt es landesweit etwa 1.900 Kitas. Die Einrichtungen sind für die Betreuung von knapp 180.000 Kindern zuständig.

Um einen Platz im Bereich der Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie sich an das örtliche Jugendamt wenden. Die Mitarbeiter berechnen den Kindergartenbeitrag individuell anhand der folgenden Berechnungsgrundlagen:

  • der Höhe Ihres monatlichen Nettoeinkommens
  • der Anzahl der zu betreuenden Kinder; eine Geschwisterermäßigung ist vorgesehen
  • sowie der Höhe des Betreuungsumfangs (halbtags, bis zu 7 Stunden oder ganztags bis zu 10 Stunden)

An dieser Stelle muss unbedingt berücksichtigt werden, dass das Essensgeld nicht zu den Kitagebühren zählt. Diese Kosten sind hingegen nicht von Ihrem Einkommen abhängig, sodass sich Ihr tatsächlich zu zahlender Elternbeitrag entsprechend erhöht.

Achtung: Geringverdiener sind von den Kitagebühren in Brandenburg ausgenommen. Ab welchem Einkommen Sie als Eltern Kitagebühren zahlen müssen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt (Stand: 07/18).

Je nachdem, wie hoch Ihr Einkommen ausfällt und inwieweit Sie auf eine Ganztagsbetreuung angewiesen sind, belaufen sich die jährlichen Kosten für die Kinderkrippe, den Kindergarten oder den Hort auf mehr als 4.000 Euro pro Kind.

3. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Tagesmutter Gebühren

Die Beitragsbefreiung gilt auch im Hinblick auf eine Tagesmutter.

Gilt ein Kita-Gutschein aus Berlin auch in Brandenburg?

Nein. Um die Berliner Kita nach dem Umzug weiterhin besuchen zu können, müssen Sie rechtzeitig einen Antrag auf Übernahme des Elternbeitrages beim zuständigen Brandenburger Jugendamt stellen und den Betreuungsbedarf Ihres Kindes feststellen lassen. Dieser kann jedoch auch abgewiesen werden, wenn Sie die Voraussetzungen für eine Übernahme des Elternbeitrages in Ihrer neuen Gemeinde nicht erfüllen (die Voraussetzungen variieren von Ort zu Ort). Anschließend müssen Sie den Kostenübernahmebescheid, eine Kopie des Bescheides über den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz von Ihrer neuen Gemeinde sowie ein Berliner Kitaantragsformular beim zuständigen Berliner Jugendamt einreichen (siehe auch: Thema auf Berlin.de).

Ist es möglich die Kinderbetreuungskosten von der Steuer abzusetzen?

Die reinen Kinderbetreuungskosten können Sie absetzen, sofern diese nicht mehr als 4.000 Euro pro Jahr und Kind betragen. Insgesamt dürfen Sie jedoch nicht mehr als zwei Drittel der Kosten in Ihrer Steuererklärung angeben.
Beachten Sie an dieser Stelle, dass zwar die Kita-Gebühren abzugsfähig sind, jedoch nicht die Kosten der Verpflegung im Kindergarten.

Gilt die Beitragsbefreiung im letzten Kindergartenjahr auch für die Kosten einer Tagesmutter?

Ja, der Zuschuss des Landes besteht für alle Arten der Kinderbetreuung.

Wirkt die staatliche Förderung auch rückwirkend, wenn mein Kind im Herbst 2018 die Schule besucht?

Eine Rückwirkung für die Vergangenheit ist ausgeschlossen. Anders sieht es hingegen aus, wenn Ihr Kind im Jahr 2019 unerwartet früher die Schule besucht. In diesem Fall können Sie eine rückwirkende Erstattung der gezahlten Kindergartenbeiträge geltend machen.

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  1. Monika Ziminga schreibt:

    Hallo,
    habe ich es richtig verstanden, dass wenn ein Kind, was in einer Berliner Kita untergebracht ist und dann die Familie z.B. nach Teltow Fläming zieht, weiterhin die Berliner Kita kostenlos besuchen kann? Also keinen Elternbeitrag zahlen muss??
    Wer übernimmt diese Kosten? Oder entstehen dadurch keine Kosten?
    Welches Amt kann dies bestätigen??
    Lg

    Dienstag, 11. Juni 2019, 15:04 Uhr
    1. Kita.de Redaktion schreibt:

      Hallo Frau Ziminga,

      ja, die einzige Voraussetzung für die Betreuung nach einem Umzug nach Brandenburg eine Bestätigung des Betreuungsanspruchs und eine Kostenübernahme des entsprechenden Brandenburger Landkreises. 2017 wurde erfolgreich gegen eine Befristung des Betreuungsanspruchs mit Hinblick auf knappe Kapazitäten geklagt: https://www.berlin.de/aktuelles/berlin/4948006-958092-kitagutschein-gilt-auch-bei-umzug-nach-b.html Allerdings ist die Formulierung in diesem Artikel irreführend. Laut Urteil gilt der Berlin-Gutschein nicht einfach weiter, stattdessen muss die weitere Betreuung beim zuständigen Jugendamt beantragt werden.

      Seit dem Urteil können entsprechende Betreuungsverträge nicht mehr aufgrund knapper Kapazitäten befristet/beendet werden. Wenn der zuständige Landkreis die Kostenübernahme verweigert (was nur möglich ist, wenn die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme dort nicht bestehen) oder (was nur in absoluten Ausnahmefällen möglich ist) die Kostenübernahme befristet, ist eine Betreuung jedoch nicht oder nur bis zum Ende der Befristung möglich (nachzulesen hier). Die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme unterscheiden sich allerdings von Ort zu Ort. Das kann dazu führen, dass Sie in Berlin für eine Übernahme des Elternbeitrages berechtigt wären, in Ihrer Brandenburger Gemeinde jedoch nicht.

      Sie müssen die Übernahme des Elternbeitrages auf jeden Fall rechtzeitig beim zuständigen Brandenburger Landkreis beantragen. Denn ansonsten bleiben Sie in der Zwischenzeit auf dem Elternbeitrag sitzen. Wie Sie genau vorgehen müssen, steht nun auch im Artikel.

      Viele Grüße aus der Redaktion

      Donnerstag, 13. Juni 2019, 18:04 Uhr
  2. Mandy schreibt:

    Liebe Redaktion,

    erstmal vielen Dank für den sehr informativen Artikel.

    Ich habe eine Frage: wir wohnen in Brandenburg und arbeiten in Berlin und haben jetzt die Möglichkeit unser Kind in meine Berliner ArbeitsKita unterzubringen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass wir dann trotzdem den vollen Beitrag zahlen müssen?

    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung
    Beste Grüße.

    Donnerstag, 08. August 2019, 18:39 Uhr
    1. Kita.de Redaktion schreibt:

      Hallo Mandy,

      grundsätzlich gibt es auch hier die Möglichkeit, eine Kostenübernahme zu beantragen (alle Voraussetzungen können Sie hier im Absatz “Vorgehensweise bei Neuaufnahmeanträgen von Brandenburger Kindern in eine Berliner Kita” nachlesen), eventuell müssen Sie dies u.a. ausführlich begründen. Wir können aber nicht einschätzen, wie hoch die Chance ist, dass eine Kostenübernahme in solchen Fällen tatsächlich gewährt wird, insbesondere, wenn es in Ihrer Gemeinde noch freie Kapazitäten gibt.

      Hoffentlich konnten wir Ihnen zumindest ein wenig weiterhelfen.

      Viele Grüße

      Dienstag, 13. August 2019, 12:19 Uhr

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