Apps zur Kindersicherung für Android und iPhone im Vergleich

von Ralf-Ingo S. - letzte Aktualisierung:
kindersicherung app
Kann ich den Kinderschutz auch einstellen, ohne eine App herunterzuladen?

In den Einstellungen der IOS- sowie der Android-Geräte haben Sie zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Reichen Ihnen diese allerdings nicht aus, so können Sie auf eine spezielle App zur Kindersicherung zurückgreifen.

Welche Funktionen kann ich bei einer App zur Kindersicherung nutzen?

Viele Apps setzen auf ähnliche Bausteine. Die Funktionsweise ist jedoch teils unterschiedlich. Dementsprechend überzeugen längst nicht alle auf dem Markt befindlichen Apps.

Welche Apps zur Kindersicherung sind empfehlenswert?

Einige Apps, die uns überzeugt haben, möchten wir Ihnen an dieser Stelle etwas näher vorstellen.

Wenn es um eine App zur Kindersicherung geht, stellen sich ganz automatisch viele Fragen. So spielt selbstständig der Schutz eine große Rolle, auf der anderen Seite sollte jedoch nicht vergessen werden, welche Daten bestimmte Anbieter sammeln.

Wir stellen Ihnen verschiedene Apps zur Kindersicherung für Android-Geräte sowie für das iPhone vor und zeigen Ihnen, welche Vor- sowie Nachteile die einzelnen Anwendungen mit sich bringen.

1. Die Notwendigkeit einer App zur Kindersicherung

Das Smartphone gehört zum Alltag:

Laut einer aktuellen Untersuchung nutzen über die Hälfte der Kinder bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren gelegentlich ein Smartphone. Im Alter von 10 Jahren besitzen bereits sehr viele Kinder, genauer gesagt 75 %, ihr eigenes Gerät.

Für die meisten Eltern ist es inzwischen völlig normal, dass ihr Kind ein Smartphone besitzt. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden, sofern einige Sicherheitsregeln beachtet werden.
Idealerweise beschäftigen Sie sich daher mindestens einmal umfassend mit den verschiedenen Funktionen und Gefahren im Internet.

Diese Grundlagen sorgen dafür, dass Kindern bewusst wird, auf welchen Seiten sie aufpassen sollten und welche Websites sie gefahrlos nutzen können.

Selbstverständlich schützt sie dies allein nicht davor, dass Kinder das Handy auf eine Weise nutzen, die nicht gewünscht ist. An dieser Stelle kommt also eine App zur Kindersicherung ins Spiel.

Tipp: Sowohl Android-Geräte als auch das iPhone mit dem Betriebssystem IOS bieten Ihnen die Möglichkeit, Beschränkungen der Bildschirmzeit festzulegen sowie bestimmte Inhalte oder Apps zu blockieren.

2. Apps zur Kindersicherung – so arbeiten die Dienste

Grundsätzlich zeigt ein Test der verschiedenen Apps, die im Apple- sowie im Google-Store vertreten sind, dass die Anwendungen relativ ähnliche Funktionen anbieten.
So sind folgende Funktionen bei fast allen Apps üblich:

ein mann sitzt vor einem abgesicherten smartphone

In aller Regel können Sie unterschiedliche Schutzlevel einstellen.

  • Zeitbeschränkung: An dieser Stelle können Sie einstellen, wie viel Zeit Ihr Kind das Smartphone pro Tag aktiv nutzen kann. Nach Erreichen des Limits erfolgt eine automatische Sperrung.
  • App-Käufe verhindern: Auf diese Weise wird sowohl der Kauf kostenpflichtiger Apps blockiert als auch In-App-Käufe von Apps, die an sich kostenlos sind.
  • Alterseinstellungen: Durch die Eingabe des Alters können Sie Kindern den Zugriff auf bestimmte Inhalte mit dem Browser gestatten oder sperren. Diese Eingabe ist auch in Googles Play Store möglich und gilt nicht nur für den Download von Apps, sondern auch für Filme und Musik, die eine Alterskennzeichnung aufweisen.
  • Apps sperren: Sie haben die Möglichkeit, die Nutzung einzelnen Apps komplett zu unterbinden. So können Sie beispielsweise auch WhatsApp oder Facebook blockieren, wenn die Nutzung sozialer Dienste Überhand nimmt.
  • Apps in der Datensammlung beschränken: Fast alle Apps fordern Sie inzwischen dazu auf, bestimmte Daten freizugeben, um diese Anwendungen nutzen zu können.
    Möchten Sie beispielsweise nicht, dass eine App Zugriff auf die geteilten Familienfotos oder aber den Standort hat, so können Sie diese ausschließen. Unter Umständen sind die jeweiligen Apps dann allerdings nicht mehr verwendbar.

Weiterhin ist vielfach eine Ortungsfunktion des Handys durch die Eltern möglich, sodass der Standort überwacht werden kann. Inwieweit dies der Sicherheit dient oder aber zu weit geht, sollten Sie für sich selbst entscheiden.

Tipp: Haben Sie mehrere Kinder, die ein Tablet nutzen, so macht es Sinn, dass Sie in einer App zur Kindersicherung mehrere Benutzerprofile anlegen können. Auf diese Weise ermöglichen Sie Ihren Kindern die altersentsprechende Nutzung, ohne zu stark in die Freiheit einzugreifen.

3. Apps zur Kindersicherung im Vergleich – einige Anbieter sammeln viele Daten

Auch wenn sich die grundlegenden Funktionen der meisten Apps im Bereich der Kindersicherung stark ähneln, so zeigen sich die Unterschiede vor allem, wenn es um die Sammlung persönlicher Daten geht.

In den folgenden Zeilen möchten wir Ihnen verschiedene empfehlenswerte Apps kurz vorstellen.

In puncto Design gibt es teils große Unterschiede. Was Sie am ehesten anspricht, sollten Sie für sich selbst herausfinden.

fuenf kinder stehen an einem zaun und schauen auf ihre smartphones

Da das Smartphone aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, spielt auch die Kindersicherung per App eine wichtige Rolle.

  • JoLo Kindersicherung: Die App ist kostenlos verfügbar. Für die erweiterte Nutzung der Vollversion müssen Sie jährlich 1,99 Euro zahlen. Da die App sich vor allem im Bereich der Datensammlung vorbildlich zurückhält, kann sie uneingeschränkt empfohlen werden. Besonders positiv fällt auf, dass es unzählige Einstellungsmöglichkeiten gibt. Allerdings erfordert die genaue Einstellung etwas Zeit.
  • Kids Zone: Die App zur Kindersicherung überzeugt besonders dann, wenn Sie kleine Kinder haben. Im Gegensatz zu JoLo gibt es hier jedoch kaum Einstellmöglichkeiten. Die Bedienung ist hingegen sehr einfach.
  • Qustodio Parental Control: Die App überzeugt insgesamt in nahezu allen Bereichen. Lediglich die Verwaltung der App ist nicht leicht, sodass Sie zum Einrichten etwas mehr Zeit investieren sollten.
  • Kapersky Safe Kids: Die Sicherheitsfirma ermöglicht Eltern nahezu alles mitzuverfolgen, was ihre Kinder tun. Im Prinzip handelt es sich um eine Art der Spionagesoftware, da Eltern selbst den Chatverlauf bei WhatsApp mitlesen können, wenn sie dies einstellen.
    Die reinen Funktionen sind jedoch gut, auch wenn diese Art der Überwachung durchaus fragwürdig ist.
  • Norton Family Premier: Die sehr umfangreiche App filtert pornographische Inhalte sowie Glücksspiele und Gewaltvideos extrem effektiv. Kindgerecht gestaltete Websites sind hingegen in vollem Umfang nutzbar, sodass die Einschränkungen durch die Kindersicherung kaum spürbar sind.

4. Weiterführende Literatur zum kindgerechten Umgang mit digitalen Medien

Computer, Informatik, Internet für Eltern: Was Sie wissen müssen, um Ihr Kind zu unterstützen. Mit Vorwort von Prof. Zierer
  • 256 Seiten - 28.01.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Dorling Kindersley Verlag GmbH (Herausgeber)

Medienmündig: Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen
  • 251 Seiten - 12.09.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Klett-Cotta (Herausgeber)

Chancen und Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche: Ein Ratgeber für Eltern und Pädagogen
  • 178 Seiten - 23.07.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Hogrefe Verlag (Herausgeber)

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