Kindergarten wechseln: Das müssen Sie beim Wechsel beachten

Datum: 18. März 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

kindergarten wechseln
  • Es gibt viele Gründe, warum Kinder den Kindergarten wechseln. Während bei einigen Familien ein Umzug ansteht, sind andere mit der Qualität der Einrichtung unzufrieden.
  • Beachten Sie die Kündigungsfristen! Eine außerordentliche Kündigung kann beispielsweise bei einem Umzug aus beruflichen Gründen möglich sein.
  • Der Wechsel in eine andere Kita ist für Kinder nicht immer leicht. Sie müssen ihr gewohntes Umfeld verlassen und sich an andere Kinder und neue Erzieher gewöhnen.

Heutzutage wird es immer schwieriger einen Kindergartenplatz für ein Kind zu finden. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Mütter schnellstmöglich wieder arbeiten möchten und somit einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen. In einigen Fällen kann es jedoch auch nötig sein, den Kindergarten zu wechseln, sodass die Suche von Neuem beginnt.

Aber welche Gründe gibt es für einen Wechsel der Kita? Unter welchen Umständen ist dies überhaupt möglich? Und was bedeutet dieser Wechsel für Ihr Kind?

In unserem Ratgeber bekommen Sie Informationen rund um einen Kita-Wechsel. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Gründe auf und erklären, an welche Kündigungsfristen Sie sich halten müssen. Zudem gehen wir darauf ein, was es für ein Kind bedeutet, wenn es den Kindergarten wechseln muss.

1. Ein Kindergartenwechsel kann aus verschiedenen Gründen erfolgen

Familie zieht um

Bei einem Umzug ist ein Kindergartenwechsel zumeist unvermeidbar.

Eine gute Kita zu finden, ist gar nicht so leicht. Abgesehen davon, dass die Einrichtung am besten in der Nähe sein sollte, spielt auch das Angebot eine große Rolle. Eltern möchten, dass ihr Kind gut versorgt ist und auch entsprechend gefördert wird.

Daher muss ein Kita-Platz zumeist schon beantragt werden, wenn das Kind noch gar nicht auf der Welt ist. Haben Eltern einen Platz in ihrer Wunsch-Kita gefunden, ist die Freude groß. Doch was ist, wenn die Realität ganz anders aussieht und die Eltern sehr unzufrieden mit der Qualität der Einrichtung sind?

In diesem Fall überlegen sich viele Eltern, die Kita wegen Unzufriedenheit zu wechseln. Im Hinblick auf den Betreuungsschlüssel können die Unterschiede zwischen den Einrichtungen enorm groß sein. Während sich in Baden-Württemberg beispielsweise eine Erzieherin um drei U3-Kinder kümmert, sind es in Berlin sechs bis sieben Kinder.

Gleiches gilt, wenn Probleme auftauchen, die so ein Ausmaß annehmen, dass das Kind nicht mehr in den Kindergarten möchte. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass das Kind keine Freunde findet oder keinen Draht zu den Erziehern herstellen kann. Kommen die Erzieher den Bedürfnissen des Kindes nicht nach, kann auch die Entwicklung negativ beeinflusst werden.

Ein Kita-Wechsel kann natürlich auch wegen eines Umzugs notwendig sein. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob dieser Umzug aus beruflichen oder privaten Gründen erfolgt. Lediglich im Hinblick auf die Kündigungsfrist kann dies entscheidend sein.

Zusammengefasst sind dies die drei häufigsten Gründe, warum Kinder den Kindergarten wechseln:

  • Unzufriedenheit (mangelnde Qualität, unzureichender Personalschlüssel usw.)
  • Probleme mit den Erziehern oder mit anderen Kindern
  • Umzug

2. Beim Kita-Wechsel unbedingt die Kündigungsfrist einhalten

Paar schaut sich den Vertrag genauer an

Werfen Sie einen Blick in den Vertrag, um die vereinbarten Kündigungsfristen herauszufinden.

Die meisten Familien wissen, wie schwer es sein kann, einen Kindergartenplatz in der Wunsch-Kita zu bekommen. Da ein Kindergarten einige Zeit im Voraus planen muss, ist es wichtig, dass Sie die Kündigungsfrist einhalten, wenn Sie die Einrichtung wechseln möchten.

Grundsätzlich gibt es keine offizielle gesetzliche Regelung zur Kündigung der Kita. Das bedeutet, dass jede Einrichtung individuelle Kündigungsfristen in den Vertrag aufnehmen kann, die natürlich den allgemeinen gesetzlichen Regelungen entsprechen müssen.

In der Regel ist eine Kündigung zum Monatsende oder zum Ende des bestehenden Kindergartenjahres gängig. In vielen Einrichtungen kann der Vertrag also entweder zum 31. Januar bzw. zum 31. Juli gekündigt werden. Oftmals ist ein Wechsel auch im laufenden Jahr möglich. Üblicherweise beträgt die Kündigungsfrist etwa vier bis sechs Wochen.

Diese Regelungen sind jedoch keinesfalls allgemeingültig, sodass Sie einen Blick in Ihren Vertrag werfen sollten.

BGH-Urteil zur sofortigen Kündigung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Fall von 2015 entschieden, dass Eltern kein Recht auf eine sofortige Kündigung haben, wenn sich das Kind nicht an die Einrichtung gewöhnen kann. Das bedeutet, dass die Betreuungskosten bis zum Ende der Kündigungsfrist bezahlt werden müssen.

Zudem gibt es die Möglichkeit, den Vertrag außerordentlich zu kündigen. Laut § 626 BGB kann ein Vertrag fristlos gekündigt werden, wenn es einen wichtigen Grund gibt. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Umzug oder um ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis handeln.

Die Rechtsprechung ist sich in diesem Fall jedoch nicht immer einig, sodass stets der Einzelfall betrachtet werden muss.

Eine Kündigung sollte stets schriftlich erfolgen. Sie können das Schreiben entweder persönlich in der Einrichtung abgeben oder per Post senden.

3. Das Kind auf den Wechsel vorbereiten

Familie meldet Kind im Kindergarten an

Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie es in der neuen Kita anmelden.

In den meisten Fällen ist ein Kita-Wechsel nur dann sinnvoll, wenn das Problem nicht anders gelöst werden kann. Während ein Umzug häufig unvermeidbar ist, können Schwierigkeiten innerhalb der Kita in manchen Fällen beispielsweise durch einen Wechsel der Gruppe beseitigt werden.

Wenn Sie fest entschlossen sind, dass Ihr Kind den Kindergarten wechseln soll, sollten Sie sich schnellstmöglich auf die Suche nach einer neuen Einrichtung machen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich die Kitas genau anschauen, damit Sie sich ein Bild von der dort geleisteten Arbeit machen können. Gefällt Ihnen eine Einrichtung besonders gut, können Sie dort einen entsprechenden Antrag einreichen.

Erfahrungen zufolge fällt es den Kindern meistens gar nicht so schwer, den Kindergarten zu wechseln. Dennoch ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind gründlich darauf vorbereiten. Schauen Sie sich gemeinsam die Einrichtung an und nutzen Sie Veranstaltungen, wie beispielsweise den „Tag der Offenen Tür“, um einen Einblick in die pädagogische Arbeit zu bekommen.

Tipp: Fertigen Sie mit Ihrem Kind einen Steckbrief an und schicken Sie diesen im Vorfeld an die Kindergartengruppe. So wissen die anderen Kinder sofort Bescheid, dass sie bald ein neues Mitglied in der Gruppe haben.

4. Der erste Tag im neuen Kindergarten

zwei Mädchen schaukeln zusammen

Auf einem Spielplatz bekommen Kinder die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen.

Viele Eltern fürchten sich vor dem ersten Tag in der neuen Kita. Dabei ist zumeist alles halb so schlimm wie gedacht. Im Grunde genommen ist der erste Tag in der neuen Kita wie der erste Tag in der alten Einrichtung.

Am ersten Tag wird Ihr Kind wahrscheinlich nur für wenige Stunden im Kindergarten bleiben, damit keine Überforderung aufkommt. Je kleiner die Kinder sind, desto einfach gestaltet sich häufig der Wechsel. Das liegt daran, dass sie sozial noch nicht so fest verankert waren und sich keine jahrelangen Freundschaften gebildet haben.

Damit Ihr Kind leichter Freunde finden kann, können Sie sich außerdem am Nachmittag mit anderen Müttern verabreden, um die Kinder aneinander zu gewöhnen. Für diese Treffen bieten sich beispielsweise Spielplätze an.

Hinweis: Denken Sie daran, dass eine neue Umgebung zunächst sehr bedrohlich wirken kann. Ihr Kind braucht Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Bleiben Sie daher ruhig und geduldig, wenn es anfangs zu Schwierigkeiten kommen sollte.

In dem folgenden Video schildert eine Mutter, wie sie und ihre Familie mit dem Wechsel der Kindertageseinrichtung zurechtgekommen sind.

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