Kinder mit 40 bekommen: Ist es eine gute Idee, in diesem Alter schwanger zu werden?

Frau bekommt Kinder mit 40
  • Frauen bekommen ihr erstes Kind immer später. Mittlerweile liegt das Durchschnittsalter bei der ersten Schwangerschaft bei 29,8 Jahren.
  • Aus medizinischer Sicht wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, schwanger zu werden, da die Fruchtbarkeit kontinuierlich sinkt. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind genetische Defekte oder Fehlbildungen aufweist.
  • Es gibt jedoch auch viele Gründe, die für eine späte Schwangerschaft sprechen. So sind Eltern zumeist viel erfahrener und zusätzlich finanziell abgesichert.

Kinder mit 40 Jahren zu bekommen – Was früher noch undenkbar war, ist heutzutage zur Normalität geworden. Dass Frauen ihr erstes Kind immer später gebären, hängt vor allem mit dem Wandel der Gesellschaft und der veränderten Lebensführung zusammen. Aber wie hoch sind die Erfolgschancen mit 40 schwanger zu werden?

In unserem Ratgeber möchten wir Sie gerne über späte Schwangerschaften aufklären. Wir zeigen Ihnen die heutige Situation auf und erläutern, mit welchen Risiken und Chancen eine späte Schwangerschaft verbunden ist. Dazu bekommen Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile. Zuletzt möchten wir Ihnen alternative Methoden vorstellen, um mit 40 Jahren oder später ein Kind zu bekommen.

1. Späte Schwangerschaften sind heute Normalität

Verkehrsschild mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Um berufliche Ziele zu erreichen, entscheiden sich immer mehr Frauen dazu, ihre Kinder zu einem späteren Zeitpunkt zu bekommen.

Viele Eltern fragen sich im Laufe der Zeit, wann der richtige Zeitpunkt zum Kinderkriegen ist. Diese Frage lässt sich jedoch pauschal nicht beantworten, da vor allem individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Obwohl die fruchtbare Zeit einer Frau begrenzt ist, sind Frauen deutlich länger fruchtbar, als noch vor wenigen Jahren angenommen wurde.

Dass Frauen heutzutage immer später schwanger werden, liegt vor allem an der Entwicklung und am Wandel der Gesellschaft. Frauen möchten nicht mehr nur Hausfrau und Mutter sein, sondern sich auch beruflich entfalten. Nach dem Schulabschluss folgen also häufig eine Ausbildung und/oder ein Studium. Im Anschluss möchten sie natürlich zunächst einmal beruflich Fuß fassen und ein paar Jahre in ihrem Job arbeiten.

Hinzu kommt, dass in der Zwischenzeit natürlich auch der richtige Mann gefunden werden muss, mit dem die Frau eine Familie gründen möchte. Da ist es kein Wunder, dass das Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes seit Jahren kontinuierlich steigt. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt 29,8 Jahre alt.

Während im Jahr 2000 nur 2% der Mütter bei der Geburt ihres Kindes zwischen 40 und 44 Jahre alt waren, waren es 15 Jahre später schon 4,6%. Auch immer mehr prominente Frauen, wie beispielsweise Caroline Beil oder Eva Longoria zeigen, dass eine späte Schwangerschaft durchaus möglich ist.

2. Die Fruchtbarkeit sinkt kontinuierlich

Fruchtbarkeitstests

Um Ihre Fruchtbarkeit einschätzen zu können, bietet es sich an, einen entsprechenden Test bei Ihrem Frauenarzt durchführen zu lassen. Bei diesem wird die Konzentration des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des Anti-Müller-Hormons (AMH) bestimmt.

Wer einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin fragt, wann der beste Zeitpunkt ist, um Kinder zu kriegen, werden diese wahrscheinlich antworten: “So früh wie möglich.” Denn je jünger eine Frau ist, desto fruchtbarer ist sie. Das optimale Alter liegt zwischen 20 und 30 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit mit 40 Jahren schwanger zu werden, ist also schon wesentlich geringer. Sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Eizellen lassen in diesem Alter nach. Hinzu kommt, dass die Zahl der tauben Zyklen, in denen kein Eisprung stattfindet, von Jahr zu Jahr steigt.

Je älter eine Frau ist, desto größer wird auch das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Auch die Zahl der Totgeburten liegt wesentlich höher. Außerdem können gehäuft Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten. Zu diesen zählen vor allem Diabetes oder Bluthochdruck.

Sie sollten jedoch neben Ihrer Gesundheit auch die Gesundheit des Kindes im Blick behalten, wenn Sie Kinder mit 40 bekommen möchten. Dabei steht vor allem das Down-Syndrom im Fokus. Ist die Mutter 25 Jahre alt, liegt das Risiko, dass das Kind unter dem Down-Syndrom leidet bei etwa 1:1500. Ist die Frau 40 steigt die Wahrscheinlichkeit auf 1:109 an.

Auch wenn diese Zahlen erschreckend erscheinen, sollte betont werden, dass die meisten Kinder kerngesund sind, wenn Sie zur Welt kommen. Nehmen Sie jedoch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch, mit denen Ärzte das individuelle Risiko bestimmen können.

Wenn Sie innerhalb eines Jahres nicht schwanger werden, sollten Sie Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin aufsuchen. Dort bekommen Sie hilfreiche Tipps, um Ihren Kinderwunsch möglichst bald zu erfüllen.

3. Psychologisch betrachtet hat es Vorteile, Kinder mit 40 zu bekommen

reife Eltern mit ihrer Tochter

Ältere Mütter sind wesentlich gelassener und oftmals auch psychisch stärker.

Viele Studien zeigen, dass es auch enorme Vorteile mit sich bringen kann, Kinder mit 40 zu bekommen. Denn in diesem Alter sind Eltern häufig bereits finanziell abgesichert und fest im Leben verankert.

Auch die Gesundheit steht eher im Fokus. Im Gegensatz zu jungen Müttern ernähren sie sich ältere Mütter in der Regel gesünder und treiben mehr Sport. Außerdem ermöglicht die größere Lebenserfahrung eine besser Erziehung des Kindes.

Zudem sind ältere Mütter konsequenter und gelassener im Umgang mit ihrem Kind. Sowohl die emotionale als auch die intellektuelle Förderung sind oftmals stärker ausgeprägt. Im Hinblick auf die Kindererziehung gilt das Alter daher als absoluter Vorteil.

Laut einer Studie der University of Southern California sind Frauen mental betrachtet am besten geeignet, ein Kind zu bekommen, wenn Sie älter als 35 Jahre sind.

Sind Frauen schon lange mit Ihrem Partner zusammen, bevor sie ein Kind bekommen, ist die Partnerschaft in den meisten Fällen auch gefestigter. Dies wirkt sich wiederum auf die Zufriedenheit des Kindes aus, da es den Zusammenhalt von Anfang an spürt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Frauen bessere Chancen haben, nach der Geburt ihres Kindes wieder in ihren Job einzusteigen. Sie bekommen außerdem häufiger Teilzeitstellen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Wenn Sie nicht schwanger werden, muss dies nicht zwangsläufig am Alter liegen. Infrage kommen auch Funktionsstörungen der Eierstöcke oder Krankheiten, wie Endometriose.

4. Vor- und Nachteile einer späten Schwangerschaft auf einen Blick

In den letzten beiden Kapiteln haben wir Ihnen die verschiedenen Chancen und Risiken vorgestellt, die mit einer späten Schwangerschaft verbunden sein können. Für einen besseren Überblick haben wir nun die wichtigsten Vor- und Nachteile anschaulich für Sie zusammengestellt.

  • flexible Lebensplanung
  • finanzielle Absicherung
  • viel Lebenserfahrung und Gelassenheit
  • oftmals stark gefestigte Partnerschaft
  • leichterer Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag
  • geringere Fruchtbarkeit
  • Risiken, wie Fehlgeburten oder genetische Defekte
  • Komplikationen während der Schwangerschaft

5. Alternative Möglichkeiten, sich den Kinderwunsch im Alter zu erfüllen

Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie über 40 sind und das Schwangerwerden auf natürliche Weise nicht klappt. Denn es kommen zahlreiche Optionen in Betracht, die die Chancen auf ein Baby erhöhen können.

Im Folgenden möchten wir Ihnen gerne einige Möglichkeiten vorstellen, die es möglich machen, Kinder mit 40 zu bekommen:

Eizellenbefruchtung für Kinder mit 40

Die künstliche Befruchutung ist eine gute Alternative, wenn Frauen auf natürliche Weise nicht mehr schwanger werden können.

  • Hormontherapie: Eine Hormonbehandlung wird vor allem dann empfohlen, wenn die Hormone im Körper der Frau zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Ziel ist es, die Chance einer Eizellenbefruchtung zu erhöhen. Die Therapie ist jedoch mit vielen unangenehmen Nebenwirkungen verbunden, sodass Sie sich ausführlich beraten lassen sollten.
  • Künstliche Befruchtung: Haben die Hormonbehandlungen keinen Erfolg, können Sie eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (iCSI). Die Erfolgsquote liegt je nach Behandlung zwischen 5 und 20 %.
  • Social Freezing: Beim Social Freezing geht es darum, unbefruchtete Eizellen vorsorglich einzufrieren. Dazu werden Eizellen entnommen, bei minus 196°C gelagert und bei Bedarf befruchtet. Die entstandenen Embryonen werden daraufhin in die Gebärmutter übertragen. Diese Methode ermöglicht es Frauen, Ihr Leben flexibler zu planen.
  • Adoption: Kommen keine dieser genannten Möglichkeiten für Sie in Betracht oder haben Sie bereits alles erfolglos versucht, um schwanger zu werden, können Sie auch ein Kind adoptieren. Wenden Sie sich in diesem Fall an eine Adoptionsvermittlungsstelle.
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