Kinder fördern: Tipps zum altersgerechten Lernen

Kind wird mit Spiel gefördert
  • Jedes Kind hat seine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit. Machen Sie sich daher nicht allzu schnell Sorgen, wenn ein Kind in dem einen oder anderen Bereich noch nicht ganz mithalten kann.
  • Umso jünger Ihr Kind ist, desto vielfältiger sollte die Förderung sein.
  • Achten Sie beim Fördern darauf, dass weniger manchmal mehr sein kann, da die natürliche Neugier unter zu viel Druck leidet.

Kinder fördern ist heute mehr in Mode denn je. Aber ist dies tatsächlich nötig? Wie viel Förderung ist sinnvoll und ab welchem Punkt gleicht die Förderung eher einer Überforderung?

In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten im physischen und mentalen Bereich. Sie erfahren, welche Fähigkeiten sich durch Lernen verbessern lassen und warum gemeinsame Zeit so wichtig für Ihr Kind ist.

1. Kinder fördern – ein früher Beginn ebnet den Weg

Vater und kleines Kind spielen mit Bauklötzen

Es ist in jedem Alter möglich, Kinder zu fördern.

Lernen ist in jedem Alter wichtig. Babys und Kleinkinder sind grundsätzlich neugierig und wollen mehr über ihre Umwelt erfahren. Es bedarf nicht viel, um dieses Potenzial zu nutzen.

Eltern sollten nicht zu viel Angst davor haben, ihr Kind zu überfordern. Kinder sind sehr aufnahmefähig und müssen sich zwangsläufig in nahezu allen Bereichen entwickeln. Manche Dinge brauchen jedoch einfach etwas Zeit und vor allem Geduld. Erwarten Sie daher keine konkreten Ziele innerhalb eines gewissen Zeitabschnitts. Einige Kinder brabbeln bereits sehr früh vor sich hin, lernen allerdings vergleichsweise spät, richtig zu sprechen. Anderen Kinder kommt zunächst kaum ein Wort über die Lippen, während sich die ersten Worte später sehr schnell zu komplexen Sätzen weiterentwickeln.

Wenn Sie Ihre Kinder gezielt fördern möchten, sollten Sie auf folgende Tipps achten:

  • Es gibt zahlreiche verschiedene Methoden, um Kinder zu fördern. Viele davon führen zum Ziel.
  • Achten Sie darauf, dass das Lernen spielerisch abläuft. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Nachwuchs frühzeitig eine Abneigung gegen das Lernen entwickelt.
  • Je jünger ein Kind ist, desto breiter sollte das Spektrum der Förderung ausfallen.
  • Fördern Sie nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, sondern achten Sie auch auf eine gute körperliche Entwicklung.
  • Spiele sollten altersgerecht ausfallen. Auch bei vermeintlich sinnlosen Spielen lernen Kinder eine Menge.

Welche Methoden es gibt, Ihr Kind gezielt zu fördern, und warum dies manchmal durchaus fragwürdig ist, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

Tipp: Ein breites Angebot an Themen eröffnet Kindern die Möglichkeit, sich frei zu entwickeln und eigene Interessen herauszufinden. So lässt sich frühzeitig ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen.

2. Die Meinungen zur Frühförderung gehen auseinander

Junge wird mit Sport gefördert

Die Entwicklung der Kinder verläuft sehr unterschiedlich.

In der Berufswelt wird viel von uns erwartet. Kein Wunder also, dass viele Erwachsene Ihren Kindern einen möglichst einfachen Start ins spätere Leben ermöglichen wollen. Allerdings ist fraglich, ob eine frühe Förderung in der Kita oder sogar noch früher tatsächlich dazu beiträgt, dass Kinder es später leichter haben.

Viele Forscher gehen inzwischen davon aus, dass der immense Aufwand und das viele Geld, welches für die Förderung der Kleinsten ausgegeben wird, schlicht überflüssig ist. Viel wichtiger sei es, dass Kinder sich beim Freispiel selbst entwickeln.

Ganz ohne Regeln und Vorgaben von außen müssen Kinder lernen, mit anderen zu kommunizieren, sich auszutauschen, Konflikte zu lösen und Freunde finden. Es entstehen eigene Regeln, die Außenstehende kaum verstehen, die den Kindern jedoch bewusst sind. Sie entdecken Dinge gemeinsam, unterstützen sich gegenseitig und lernen, sich auszutauschen. Bewegung macht dabei einen großen Teil der Kinderspiele aus. Dadurch kann sich das  Gehirn der Kinder bestens entwickeln.

Keineswegs soll dies aber bedeuten, dass Sie Kinder nicht gezielt fördern sollen, wenn es Schwachpunkte gibt. Die freie Entwicklung und der Spaß sollten jedoch oberste Priorität haben.

Tipp: Kinder sind von sich aus wissbegierig. Versuchen Sie, genau diese Eigenschaft zu nutzen und nicht durch unnötigen Zwang zu beeinträchtigen. Vielleicht lernt Ihr Kind in dem Bereich, den Sie bisher nicht berücksichtigt haben.

3. Methoden um Kinder zu fördern – das richtige Maß entscheidet

Kinder machen ein Experiment mit Pflanzen

Beim Experimentieren geschieht das Lernen nebenbei.

Unser Gehirn ist extrem leistungsfähig und in der Lage, sehr viele verschiedene Reize zu verarbeiten und sich entsprechend zu entwickeln. Bereits im Vorschulalter gibt es daher zahlreiche Methoden, um die Anlagen eines Kindes zu fördern.

Da das Gedächtnis jedoch so aufgebaut ist, dass einmal Gehörtes schnell vergessen wird, gilt es, Erkenntnisse ins Langzeitgedächtnis aufzunehmen. Dies gelingt zwar auch durch immer wiederkehrende Wiederholungen, jedoch deutlich besser und effizienter durch ein grundlegendes Verständnis für bestimmte Dinge.

Experimentieren ist daher ein guter Weg, das Wissen von Kindern zu fördern. Kinder merken sich die Experimente aufgrund der Besonderheit leichter. Gleichzeitig können Sie das Experiment erklären und dadurch die Grundlage für das Verständnis des Gesehen liefern.

Auf diese Weise wird stures Auswendiglernen ohne Sinn und Verstand vermieden und Kinder sind in der Lage, die gewonnenen Erkenntnisse in Zukunft auf andere Sachverhalte zu übertragen. Je intelligenter ein Kind ist, desto aufnahmefähiger ist es und desto leichter fällt es ihm, Zusammenhänge herzustellen.

Achtung: Damit sich das Gehirn ausreichend entwickeln kann, braucht es auch Ruhe und Entspannung. Nur so bilden sich neue Synapsen, die sich allmählich zu einem gesamten Netz entwickeln.

4. Intelligenz ist vielseitig

In vielen Familien wird Intelligenz anhand von Noten bemessen. Tatsächlich bedeutet Intelligenz jedoch wesentlich mehr, als den schulischen Anforderungen zu entsprechen.

Gehirn mit Synapsen

Intelligenz ist vielseitig.

Kinder im Grundschulalter befinden sich bei der Einschulung häufig auf einem sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand. Der Abstand wird jedoch schrittweise geringer, sodass auch Kinder mit bis dahin eher mäßigen Fähigkeiten sich noch deutlich verbessern können, vorausgesetzt sie haben den Willen, etwas zu lernen, noch nicht verloren.

Neben der Schule, in der vor allem die sprachlichen, logischen und mathematischen Fähigkeiten gefragt sind, gibt es diverse Intelligenzbereiche, die im späteren Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Dazu zählt beispielsweise die

  • musikalische Intelligenz
  • räumlich-visuelle Intelligenz
  • emotionale und soziale Intelligenz
  • körperliche Intelligenz
  • kreative und praktische Intelligenz

Diese Auflistung ist keineswegs abschließend und soll nur verdeutlichen, dass es mehr als eine Form der Intelligenz gibt.

5. So fördern Sie Ihre Kinder im Alltag

Kinder ohne Antrieb:

Sind Kinder faul, lassen sich hängen und wirken eher teilnahmslos, kann dies auf eine Muskelhypotonie hinweisen.
Hypotone Kinder benötigen eine gezielte Förderung und gesonderte Therapieangebote. Mehr zu den Symptomen erfahren Sie hier.

Bereits für Babys gibt verschiedene Kurse, die Sie besuchen können. Sowohl Babyschwimmen als auch Pekip-Gruppen oder Babysprachkurse stehen zur Auswahl.

Bei ein oder zwei Veranstaltungen in der Woche ist Ihr Kind sicherlich noch nicht überfordert, sodass gegen den Besuch von Baby-Yoga, einer Babymassage oder Krabbelgruppen nichts einzuwenden ist. Den größten Teil der Zeit sollten sie sich allerdings frei beschäftigen können.

Reden Sie viel mit Ihrem Kind, hören Sie Hörspiele, puzzeln Sie oder spielen Sie mit Ihren Kindern Memory, um das Gedächtnis zu trainieren. Auch bei der stetigen Wiederholung einzelner Geschichten bilden sich immer neue Synapsen, sodass es nicht ständig neuer Reize bedarf.

Versuchen Sie, auch die körperlichen Fähigkeiten zu schulen, indem Sie ihr Kind über Baumstämme balancieren, auf der Wiese Fußball spielen, Radfahren oder Inlineskates fahren lassen.

Ab dem Schulalter sollte Sport die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten verbessern. Zugleich entwickeln Kinder beim Sport eine exzellente Teamfähigkeit und lernen, sowohl mit einem Sieg als auch mit einer Niederlage umzugehen.

Tipp: Kommt Ihr Kind in der Schule nicht gut mit, zögern Sie nicht, Nachhilfe in Anspruch zu nehmen. Oftmals sind es nur kleine Defizite, die sich schnell ausgleichen lassen. Mit zunehmendem Alter wird es hingegen schwieriger, gegenzusteuern, da die Grundlagen fehlen.

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