Kim-Spiele: Training für die sinnliche Wahrnehmung

  • Kim-Spiele beziehen sich in aller Regel auf einen der fünf Sinne. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, mehrere Sinne gleichzeitig zu fordern.
  • Achten Sie bei den Kim-Spielen darauf, diese altersgerecht zu gestalten und Kinder nicht zu unter- oder überfordern. Passen Sie die Schwierigkeit gegebenenfalls an.
  • Kim-Spiele eignen sich für Jung und Alt. Sowohl im Kindergarten als auch bei Schulkindern oder im Erwachsenenleben sorgen die unterschiedlich ausgeprägten Spielvarianten für Begeisterung und einen hohen Lerneffekt.

Kinder müssen zunächst lernen, mit ihren Sinnen umzugehen. Im Kindergarten werden viele Dinge ertastest; vorher fangen Babys bereits damit an, Gegenstände mit der Zunge zu erkennen.
So verbessert sich schrittweise die Wahrnehmung. Genau diesem Aspekt widmen sich auch die Kim-Spiele, die all unsere Sinne ansprechen.

Aber woher kommt eigentlich der Name und was genau zeichnet Kim-Spiele aus?

In unserem Artikel erfahren Sie, wie sich die einzelnen Sinne fördern lassen und welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um die Wahrnehmung sowie das Gedächtnis zu schulen.

1. Kim-Spiele – spielerisch die Sinneswahrnehmung verbessern

Kind mit verbundenen Augen

Kim-Spiele beziehen sich auf verschiedene Sinne.

Die diversen Kim-Spiele verfolgen das Ziel, das Gedächtnis zu trainieren und die Sinne zu schärfen. Interessanterweise beruht der Begriff Kim-Spiele auf einem Roman Rudyard Kiplings aus dem Jahre 1901. Im Kern der Geschichte geht es darum, zu zeigen, dass sich fast alles durch Lernen und Training erreichen lässt.
Eine ausführliche Rezension des heute noch beliebten Jugendbuchs finden Sie hier.

Da sich nicht alle Sinne auf einmal verbessern lassen, sondern ein Fokus gesetzt werden muss, werden die Spielvarianten in die einzelnen Sinnkategorien aufgeteilt.

Dazu zählen zunächst die fünf klassischen Sinne:

  • Sehen
  • Hören
  • Riechen
  • Fühlen
  • Schmecken

Ergänzend spielen auch die Bereiche des Merkens, des Erkennens sowie die sogenannte vestibuläre Wahrnehmung, das Gleichgewicht, eine wichtige Rolle.

In den folgenden Abschnitten gehen wir daher gezielt auf die einzelnen Aspekte der Kim-Spiele ein und stellen Ihnen verschiedene Ideen vor, wie sich die Fähigkeiten von Kindern verbessern lassen.

Tipp: Kim-Spiele in den Bereichen Gedächtnis und Merkfähigkeit können auch im Alter eingesetzt werden, um Demenzerkrankungen sowie Alzheimer entgegenzuwirken und vorzubeugen.

2. Sehen heißt nicht, alles mitzubekommen

Schulutensilien

Welcher Gegenstand fehlt?

Der Sehsinn ist allgegenwärtig und kaum wegzudenken. Unsere Augen sind permanent in Bewegung und auf der Suche nach einem Fokus. Aber was sehen wir eigentlich tatsächlich? Im Rahmen von Kim-Spielen lässt sich wunderbar herausfinden, wie ausgeprägt der Sehsinn und in welchen Bereichen durchaus noch Potenzial zur Verbesserung vorhanden ist.

Folgende Kim-Spiele eignen sich daher hervorragend für den Bereich des Sehens:

  • Was hat sich geändert? Teilen Sie eine Gruppe auf. Die eine Hälfte bekommt nun die Aufgabe, sich den gesamten Raum einzuprägen. Nach einer kurzen Zeitspanne werden die Kinder dieser Gruppe vor die Tür geschickt. Die andere Gruppe hat nun die Aufgabe, 5 bis 10 Änderungen im Raum vorzunehmen, die die anderen im Anschluss herausfinden sollen.Das gleiche Spiel funktioniert auch im Kleinen, indem sie verschiedene Gegenstände auf einem Tablett arrangieren und teilweise ersetzen oder umstellen.

Wie ein solches Gedächtnisspiel ablaufen könnte, sehen Sie noch einmal in diesem kurzen YouTube-Video:

  • Sehen und Schätzen verbinden: Schätzaufgaben fördern die Konzentration und helfen Kindern dabei, ein gutes Vorstellungsvermögen für Mengen zu entwickeln. Wie viele Münzen sind in einem Glas? Wie viel wiegt eine Packung Reis? Und wie viele Kirschkerne befinden sich in einem Körnerkissen?
    Lassen Sie Ihre Fantasie spielen, um eigene Schätzaufgaben zu gestalten.
  • Bilderausschnitte: Besorgen Sie ein paar größere Bilder und eine Schablone, durch die nur ein Teil des Bildes sichtbar ist. Das Ziel des Spiels besteht darin, das Gesamtbild zu erraten.

3. Riechen – die Nase als unterschätztes Sinnesorgan

Junge riecht an einem Krokus

Die Gerüche sollten möglichst deutlich sein.

Eine ideale Möglichkeit, um Kindern ein Gespür für unterschiedliche Gerüche zu vermitteln, erreichen Sie durch in alten Filmdosen versteckte Geruchsproben. Vergessen Sie nicht, ein paar Löcher im Deckel zu machen sowie den Boden des Döschens zu beschriften, um den Geruch zuordnen zu können.

Das Spiel lässt sich auch gut als Memory ausgestalten, indem Sie immer zwei Dosen mit exakt den gleichen Düften versehen.

Achten Sie darauf, möglichst starke Gerüche zu verwenden, damit sich das Kim-Spiel zum Thema Gerüche nicht zu schwer gestaltet.

Tipp: Selbstverständlich geht es auch ohne großartige Vorbereitung mit Filmdöschen, wenn den jeweiligen Kindern vorab die Augen verbunden werden, bevor mit dem Raten begonnen werden kann.

4. Schmecken als Verbindung zu gesunder Ernährung

Löffel mit Lebensmitteln

Mit zerkleinerten Lebensmitteln wird das Spiel zur echten Herausforderung.

Aufgaben im Bereich des Schmeckens lassen sich gut mit gesunden Lebensmitteln verknüpfen. Kaum ein Kind wird sich weigern, exotisches Obst oder weniger alltägliches Gemüse zu kosten, wenn es dabei um ein Spiel geht.

Je älter die Kinder werden, desto komplexer lässt sich das Spiel gestalten. Arbeiten Sie beispielsweise mit einem Löffel, auf dem sich zwei oder drei Zutaten befinden, die es parallel zu erschmecken gilt.

5. Mit dem Hören in Kim-Spielen die Alltagsgeräusche erkennen

Kinder machen Musik

Töne zu erzeugen, ist keine einfache Angelegenheit.

Beim Hören besteht eine wichtige Verbindung zwischen Gedächtnis und Sinneswahrnehmung. Zwar sind den Kindern fast alle Geräusche, die es in diesem Spiel zu erraten gilt, bereits einmal untergekommen, um was es sich allerdings genau handelt, ist gar nicht so einfach.

Füllen Sie beispielsweise einige Dosen mit Steinen, Sand, Kastanien, Plastikbesteck, Bauklötzen, Büroklammern oder ähnlichen Dingen und lassen Sie die Kinder durch Schütteln raten, was sich in den einzelnen Dosen verbirgt.

Alternativ können die Kinder Ihrer Gruppe auch selbst Geräusche nachmachen, die die anderen Kinder der Gruppe jeweils erraten müssen. In diesem Fall müssen Kinder auf unterschiedliche Weise denken und verschiedene Sinne miteinander kombinieren.

6. Tasten – ganz ohne etwas zu Sehen – ist eine echte Herausforderung

Der Tastsinn spielt eine wichtige Rolle im Alltag, wird jedoch vergleichsweise selten gefordert. In der Regel können wir uns auf unsere Augen verlassen, sodass der Tastsinn an Bedeutung verliert.

Der Bereich des Tastens eignet sich hervorragend für unterschiedlichste Spiele und vielfältige Sinneseindrücke. In der folgenden Liste finden Sie einige Kim-Spiele, mit denen Sie den Tastsinn auf die Probe stellen können:

ein Fuß im Sand

Der Tastsinn beschränkt sich nicht auf die Hände.

  • Gegenstände anhand der Form erkennen
  • unterschiedliche Materialien durch die Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden (Teppich, Holz, Stein etc.)
  • verschiedene Gegenstände nur anhand des Tastsinns einer bestimmten Kategorie zuordnen (runde Gegenstände, Bauklötze, große Gegenstände)
  • sich blind durch den Kindergarten bewegen (dieses Spiel lässt sich auch in Kombination mit einem Blindenführer, einem anderen Kind, als Vertrauensspiel umgestalten)
  • gegenseitiges Finden: Legen Sie einige Utensilien bereit und verbinden Sie allen Kindern die Augen. Nun erhält jedes Kind ein Kleidungsstück, wie beispielsweise einen Hut oder ein Halstuch oder es muss einen Schuh ausziehen.
    Das Ziel des Spiels besteht darin, die anderen Kinder mit den jeweils gleichen Merkmalen ausfindig zu machen.

Ganz nebenbei fördert die Bewegung, ohne etwas zu sehen, den Gleichgewichtssinn.

7. Spielideen

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