KiBiz in NRW: Schwerpunkte und Auswirkungen auf Eltern und Kitas

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Was ist im Gesetzestext des KiBiz geregelt?

Das KiBiz umfasst zahlreiche Abschnitte. Im Wesentlichen geht es in dem Gesetz um die Finanzierung, die Verwaltung sowie die Partizipation in Kitas, die beispielsweise durch einen Elternbeirat gewährleistet wird.

Welche Neuerungen bringt die Reform des KiBiz mit sich?

Im Vordergrund stehen neben der Verbesserung der bestehenden Qualität vor allem der weitere Ausbau an Betreuungsplätzen sowie die Einführung eines weiteren beitragsfreien Jahres, um Eltern zu entlasten.

Habe ich Vorteile durch das KiBiz, wenn ich eine Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin beginnen möchte?

Ja, vor allem die praxisintegrierte Ausbildung sorgt für eine Besserstellung in finanzieller Hinsicht. Weitere Informationen zur aktuellen Fassung des KiBiz finden Sie im Bereich Kernpunkte der Reform.

Das Kinderbildungsgesetz, KiBiz, bildet die Grundlage für alle Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Das seit dem 01.08.2008 geltende Gesetz befasst sich vor allem mit den rechtlichen und finanziellen Aspekten.

Die Reform tritt ab dem 01.08.2020 in Kraft.

1. Das KiBiz – die Wichtigkeit des Aspekts der frühkindlichen Bildung wird erkannt

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Der Job als Erzieher und Erzieherin wird immer wichtiger.

Lange Zeit wurden die Bereiche der Kindertagespflege, der Kita und des Kindergartens von der Politik eher vernachlässigt. Die Kinderbetreuung hatte im Gegensatz zur Schule einen vergleichsweise geringen Stellenwert.
Dass Kinder jedoch nicht erst in der Schule gefördert und gefordert werden müssen, ist inzwischen fast überall angekommen.

Umso wichtiger war die Schaffung eines einheitlichen Kinderbildungsgesetzes in NRW, um Trägern durch mehr finanzielle Unterstützung überhaupt die Möglichkeit zu geben, etwas am bestehenden Personalschlüssel zu ändern und den Bereich der Kinderbetreuung auszubauen.

Seit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes in NRW wurde dieses bereits mehrfach angepasst und nach Aussage der Politiker an den wachsenden Bedarf an Fachkraftstunden angepasst.

2. Die KiBiz-Reform 2019 bringt mehr Geld für die nächsten Jahre

Im Fokus der Reform des KiBiz stehen im Wesentlichen drei Aspekte. Diese sind:

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Eine (nicht geplante) Verbesserung des Personalschlüssels würde zur Arbeitsentlastung beitragen.
  • Die Verbesserung der bestehenden Qualität in Kitas und weiteren Kinderbetreuungseinrichtungen:
    Dieser Bereich beansprucht einen Großteil des eingeplanten Budgets. Da einige Einrichtungen noch etwas hinter dem immer besser werdenden Standard zurückhinken, sind hier Investitionen dringend notwendig.
  • Der weitere Ausbau von Betreuungsplätzen durch mehr Personal:
    Ein großes Problem stellen nach wie vor fehlende Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Bildung dar. Ziel muss es daher sein, den Beruf attraktiver zu machen und insbesondere den teils schwierigen Ausbildungsweg zu vereinfachen.
  • Die Einführung eines zweiten beitragsfreien Jahres (ab 2020):
    Um eine bessere Balance zwischen Familie und Beruf zu ermöglichen, sollen Eltern entlastet werden. Die Planung sieht daher ein weiteres beitragsfreies Kitajahr vor, welches den Haushalt der Landesregierung voraussichtlich mit etwa 200 Millionen Euro zusätzlich belasten wird.

Insgesamt umfasst das Reformpaket nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung eine Summe von 1,3 Milliarden Euro.

3. Die Kernpunkte der Reform des KiBiz

Die bereits kurz angesprochenen Aspekte der aktuellen Reform des KiBiz will die nordrhein-westfälische Landesregierung durch folgende Maßnahmen erreichen:

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Der Ausbau der Kitalandschaft in NRW ist teuer.
  • Finanzielle Anreize in der Ausbildung:
    Die praxisintegrierte Ausbildung, kurz PIA, gewinnt weiterhin an Bedeutung. So erhalten Kitas für Auszubildende im ersten Jahr bis zu 8000 Euro jährlichem Zuschuss. Im zweiten Ausbildungsjahr sind es immerhin noch 4000 Euro.
  • Neueinstellungen:
    Durch eine ergänzende Personalvereinbarung zwischen dem Land sowie den Kommunen soll es möglich werden, zusätzliches Personal möglichst zeitnah einsetzen zu können.
  • Schulungen und Qualifizierungen:
    Um verschiedene Bildungsbereiche auszubauen und die Bildungsdokumentation zu fördern bzw. das Personal über anstehende Veränderungen auf dem Laufenden zu halten, werden zusätzliche Schulungen angeboten.
    Auch Weiterbildungsmaßnahmen, die eine flächendeckende Verbesserung der Qualität in Kitas und Kindergärten ermöglichen, werden bezuschusst.
  • Vereinfachung der Kinderbetreuung für Eltern:
    Durch die Auswahl verschiedener Gruppenformen, individueller zeitlicher Regelungen sowie flexibel gestalteter Öffnungszeiten bleiben Eltern mehr Möglichkeiten, den Beruf mit dem Familienleben zu vereinbaren.
    Da sich die Kommunen an dieser Form der Verbesserung kostenmäßig mit 20 % beteiligen, entscheiden sie, welche Maßnahmen umgesetzt werden.
    Es kann also durchaus lohnenswert sein, einen Blick auf die Betreuung in der Nachbarkommune zu werfen.

4. Wichtige Fragen und Antworten

Welches Kindergartenjahr wird ab dem Jahr 2020 beitragsfrei?
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Es gibt auch Kritik an der Gesetzesänderung des KiBiz.

Bislang bezog sich die Regelung auf das letzte Kindergartenjahr des Kindes. Die Erweiterung betrifft nunmehr auch das vorletzte Kindergartenjahr.

Gibt es Bestrebungen, dass die Kita komplett kostenlos wird? 

Immer wieder kommt es zu Diskussionen über die Beitragsfreiheit. Primär wird allerdings eine Verbesserung der aktuellen Betreuungssituation angestrebt, bevor über weitere Entlastungen für Eltern nachgedacht wird.

Gibt es auch Kritik an der KiBiz-Reform? 

Vielen Familienexperten geht die Verbesserung der Situation nicht weit genug. Insbesondere wird bemängelt, dass der Personalschlüssel in Kindertagesstätten nicht verändert werden soll.

Vor dem Hintergrund, dass die Anforderungen an das Personal aufgrund der frühkindlichen Bildung stark gestiegen sind, ist dies nur schwer nachzuvollziehen.

Weiterhin rühmt sich die Landesregierung damit, 1,3 Milliarden Euro in den Ausbau der Kitalandschaft in NRW zu investieren. Würde man einen Rechner einsetzten, ließe sich jedoch schnell feststellen, dass ein Großteil des Geldes tatsächlich aus dem Bundeshaushalt stammt.

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