Integrationshelfer im Kindergarten: Wofür ein I-Helfer sinnvoll ist

Integrationshelfer-Kindergarten-Ratgeber
  • Ein Integrationshelfer im Kindergarten beschäftigt sich gezielt mit einem Kind.
  • Bislang mangelt es an einer einheitlichen Ausbildung für Inklusionskräfte im Kindergarten sowie in der Schule.
  • Gelingt die Integration, bringt dies Vorteile für beide Seiten mit sich.

In vielen Kindergärten Deutschlands bildet die Integration einen festen Bestandteil des Angebots. Die Betreuungsquote ist jedoch vielerorts ausbaufähig, sodass es den regulären Erziehern und Erzieherinnen nicht möglich ist, sich zusätzlich um Kinder zu kümmern, die besonders betreut werden müssen.

An dieser Stelle kommen Integrationshelfer im Kindergarten ins Spiel. Aber welche Aufgaben hat ein Integrationshelfer eigentlich? Und ist dies für Kinder sinnvoll?

In unserem Beitrag erfahren Sie, inwiefern eine Integrationskraft im Kindergarten helfen kann und welche Anforderungen diese Position erfordert.

1. Die Aufgabe eines Integrationshelfers im Kindergarten

Entwicklungsbericht

Integrationshelfer kümmern sich speziell um ein Kind.

Im Gegensatz zur Aufgabe der Erzieherin, die sich um mehrere Kinder gleichzeitig kümmern muss, beschäftigen sich Integrationskräfte lediglich mit einem einzigen Kind.
Das Ziel der Integration besteht darin, behinderte Kinder nicht auszugrenzen, sondern aktiv in den Kindergartenalltag miteinzubeziehen.

Da dies nicht in allen Fällen so einfach ist, kommt ein Integrationshelfer zum Einsatz. Jedes Kind, welches aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung besondere Unterstützung benötigt, soll trotz dieses Defizits möglichst normalen Unterricht bzw. Betreuung erhalten.

Mit etwas mehr Aufmerksamkeit wird es möglich, dass das Integrationskind nicht nur selbst besser zurechtkommt, sondern auch in der Gruppe akzeptiert wird und diese mit seiner Anwesenheit bereichert.

Ein Integrationshelfer im Kindergarten muss immer dann zur Stelle sein, wenn ein Eingreifen erforderlich ist. Je nach Art der Behinderung können dies sehr unterschiedliche Situationen sein, auf die sich die Integrationskräfte einstellen müssen.
Wichtig ist jedoch, dass die regulären Vorhaben im Kindergarten nicht gestört werden.

Neben der direkten Beschäftigung mit dem Kind ist die Arbeit als Integrationshelfer vor allem durch eine Zusammenarbeit mit den Eltern sowie den Erziehern geprägt. Dies äußert sich durch regelmäßige Teamsitzungen sowie intensive Vorabgespräche mit den Eltern und durch das Erstellen von Entwicklungsberichten.

2. Nicht jedes Kind kann eine integrative Einrichtung besuchen

leben

Bei schweren geistigen Behinderungen reicht ein Integrationshelfer oftmals nicht aus.

Um eine Integrationsgruppe im Kindergarten zu betreuen, ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand erforderlich. Auch wenn viele Eltern behinderter Kinder sich die reguläre Betreuung in einem Kindergarten wünschen, so gibt es dennoch Grenzen der Integration.

Ist eine Behinderung sehr schwer, so ist der Besuch einer integrativen Einrichtung weder für das Kind noch für die Gruppe oder für den Erzieher sinnvoll. Vor allem bei starken geistigen Defiziten unterscheidet sich der Lernprozess grundlegend, sodass eine Integrationshelferin nicht ausreichen würde, um mit gezielten Aufgaben gegenzusteuern.

Im Übrigen gibt es jedoch keinerlei generelle Einschränkungen im Hinblick auf die Art der Behinderung. Daher finden sich in einem integrativen Kindergarten beispielsweise

  • autistische Kinder,
  • Kinder, die unter dem Asperger-Syndrom leiden,
  • Kinder, die mit ADHS zu kämpfen haben,
  • sowie Kinder, die kleinere körperliche Schwächen aufweisen.

Achtung: Auch viele Flüchtlinge bekommen anfangs einen Integrationshelfer zur Seite gestellt, da die Sprachbarriere ein großes Hindernis darstellt. In diesen Fällen ist eine Integrationskraft allerdings häufig für mehrere Kinder zuständig.

3. Die Ausbildung als Integrationshelfer im Kindergarten

Kontakt

Integrationshelfer werden deutlich schlechter bezahlt als Erzieher.

Bislang stellt der Beruf des Integrations- oder Inklusionshelfers kein anerkanntes Berufsbild dar. Dieser Missstand führt dazu, dass viele Integrationskräfte zwar über eine Berufsausbildung in einem ähnlichen Bereich verfügen, jedoch keine klaren Richtlinien vorgegeben sind.
Es ist daher nicht möglich, eine gezielte Weiterbildung zur Integrationsfachkraft zu absolvieren. Vielmehr stellen die örtlichen Kindertagesstätten Integrationshelfer als pädagogische Hilfskräfte ein.
Dies hat zur Folge, dass die Integrationshelfer Erziehungsaufgaben lediglich in Anwesenheit eines ausgebildeten Erziehers vornehmen dürfen. In der Praxis gestaltet sich dieser Umstand nicht immer einfach und wird nicht in jeder Einrichtung so umgesetzt.

Das Gehalt eines Integrationshelfers liegt folglich deutlich unterhalb der Vergütung eines Erziehers. Da jedoch nicht immer eine Stelle als Erzieher frei ist und viele Menschen auf der Suche nach einem Einstieg in den Bereich der Kinderbetreuung sind, bewerben sich vielfach

  • Kinderpflegerinnen,
  • Krankenschwestern,
  • sowie Heilerziehungspfleger

auf einen Job als Integrationskraft. Falls Sie sich die Arbeit mit körperlich eingeschränkten oder beispielsweise autistischen Kindern zutrauen, können Sie sich jedoch auch ohne pädagogischen Background auf eine Stelle als Inklusionshelfer bewerben.
An oberster Stelle steht, dass Ihnen die Arbeit mit Kindern wichtig ist, Sie ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen und keine Berührungsängste gegenüber behinderten Kindern haben.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Wann bekommen Kindertagesstätten Unterstützung durch einen Integrationshelfer?

Besucht ein Kind mit einer Behinderung einen regulären Kindergarten, so können Sie bei dem zuständigen Sozialamt die Ausschreibung einer Stelle als Integrationshelfer beantragen.

Sobald der Antrag geprüft und bewilligt ist, kann es losgehen. Beachten Sie an dieser Stelle, dass Sie den Antrag möglichst frühzeitig stellen, um zum Zeitpunkt des Besuchs des Kindergartens durch ein behindertes Kind entsprechend gerüstet zu sein.

Ist ein Integrationshelfer lediglich für den Kindergarten zuständig?

Der Bereich der Inklusion erstreckt sich nicht nur über die Kindergartenzeit. Viele Integrationshelfer oder Schulbegleiter, wie diese zum Teil genannt werden, arbeiten auch mit Kindern an Schulen.
Dabei ist die Integration nicht nur auf die Zeit, die die Kinder in der Grundschule verbringen, gerichtet, sondern geht teils auch darüber hinaus.
Mit dem Alter ändern sich jedoch häufig die Aufgaben. Dies hat zur Folge, dass einige Inklusionshelfer eher mit jüngeren Kindern arbeiten, während sich andere auf die Begleitung von Jugendlichen spezialisiert haben.

Wo finde ich Informationen der einzelnen Bundesländer?

Die Zuständigkeit obliegt den örtlichen Behörden, sodass es teils zu Unterschieden im Hinblick auf die Einstellung von Integrationshelfern im Kindergarten oder der Schule kommt. Weiterführende Informationen mit zahlreichen Links sowie Orientierungshilfen der einzelnen Bundesländer erhalten Sie hier.

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