Inklusion im Kindergarten: Was das für die Kinderbetreuung bedeutet

Inklusion-Kindergarten-Ratgeber
  • Eine kurze Definition der Pädagogik der Inklusion vorab: Jedes Kind hat ein Talent, das gefördert werden muss.
  • Theorie und Praxis weichen teils stark voneinander ab.
  • Kinder lernen durch Inklusion bereits sehr früh, keine Berührungsängste gegenüber behinderten Kindern aufzubauen.

Inklusion beginnt bereits im Kindergarten. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Worin bestehen die Ziele der Inklusion?

In unserem kurzen Ratgeber erfahren Sie, welche besonderen Voraussetzungen erforderlich sind, damit die Inklusion im Kindergarten funktioniert. Zusätzlich gehen wir auf die Vor- und Nachteile des Konzepts ein.

1. Gleiche Chancen für alle Kinder

lernen Inklusion

Integrative Einrichtungen müssen barrierefrei sein.

Jedes Kind hat individuelle Stärken und Schwächen. Dies gilt in einer Inklusionsklasse in besonderem Maße, da Kinder mit Behinderung gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern lernen.
Damit die Eingliederungshilfe von Erfolg gekrönt ist, sollten sich Kinder bereits im Kindergarten daran gewöhnen, gemeinsam zusammen zu spielen und zu lernen.

Um einen Kindergarten oder eine Schule für die Inklusion zu öffnen, müssen diese Einrichtungen barrierefrei ausgestattet sein. Im Gegensatz zu einer speziellen Kita für behinderte Kinder setzen Inklusionskindergärten auf die Erziehung gemischter Gruppen.

Dies bietet allen Menschen sehr viele Vorteile, da sie voneinander lernen können. Je früher die Inklusion in der Gesellschaft ansetzt, desto eher lassen sich Barrieren, die lediglich im Kopf bestehen, abbauen.

2. Inklusionshelfer als Bindeglied

Die Zahl der behinderten Menschen wächst:

Wie das Statistische Bundesamt feststellte, stieg die Zahl der behinderten Menschen in Deutschland auf inzwischen etwas über 10 Millionen, sodass jeder achte Deutsche betroffen ist.

Reguläre Einrichtungen setzen zur Förderung der Inklusion auf zusätzliche Inklusionskräfte, die einem Kind zugeordnet werden. So wird es auch Kindern mit einer Behinderung möglich, an dem Unterricht in einem “normalen“ Umfeld teilzunehmen.

Vielfach bestehen keine grundsätzlichen Probleme in der Entwicklung, die sich auf alle Bereiche auswirken. Einzelne Kinder benötigen lediglich Hilfestellungen, um beispielsweise auf die Toilette zu gehen oder zu lernen, mit einer autistischen Erkrankung zu leben.

Da Erzieher sich nur in begrenztem Maße um jedes einzelne Kind kümmern können, unterstützen Inklusionshelfer die pädagogische Arbeit im Kindergarten.

Ist es dem Kind im Anschluss an den Besuch in den Kindergarten möglich, eine reguläre Schule anstatt einer speziellen Förderschule zu besuchen, ist bereits ein großer Beitrag zur Inklusion geleistet.
Besonders an Grundschulen kommen weiterhin Schulbegleiter zum Einsatz, die sich speziell um die Betreuung eines einzelnen Kindes bemühen.

Dieser Aufwand macht sich damit bezahlt, dass vielen Kindern ein regulärer Schulabschluss ermöglicht wird.

3. Realität und Konzept sind teils verschieden

Was ist Integration im Kindergarten

Inklusion kann in der Praxis aufgrund äußerer Faktoren zum Problem werden.

Eine Begriffserklärung der Inklusion ist einfach: Kurz und knapp geht es um die Akzeptanz eines jeden Menschen, egal welche Schwächen oder Stärken er vorzuweisen hat.
Die Definition der Inklusion hilft jedoch in der Praxis nicht sehr viel weiter, denn Menschen mit Behinderungen weisen teils deutliche Defizite in einigen Bereichen auf. Damit gerät die gemeinsame Erziehung an ihre Grenzen.

Keineswegs ist das Konzept schlecht oder fragwürdig. Häufig mangelt es in der praktischen Umsetzung jedoch an ausreichendem Personal. So ist es schwierig, den Bedürfnissen aller Kinder in einer Kindertagesstätte gerecht zu werden.

Es werden größere Räume, angepasste Materialien sowie geschulte Mitarbeiter benötigt, damit die Inklusion in der Praxis umgesetzt werden kann.
Darüber hinaus sind die Grenzen der Inklusion zu dem Zeitpunkt erreicht, an dem der Entwicklungsstand der einzelnen Kinder zu sehr voneinander abweicht.

Es ist kein Problem, wenn besonders clevere Kinder etwas weniger begabten Kindern etwas beibringen. Zum Problem wird das ganze allerdings, sofern die Begabungsunterschiede so groß werden, dass die Erklärungsversuche zum Scheitern verurteilt sind.
Genau diesen Unterschied zu erkennen und gegebenenfalls einzuschreiten, sollte die Aufgabe von geschulten Erziehern und Integrationshelfern im Kindergarten sein.

4. Der kleine aber feine Unterschied zwischen Inklusion und Integration

Besonderheiten Inklusion

Bei der Integration werden lediglich Unterschiede herausgestellt.

Inklusion versus Integration – unterschiedlicher könnten die beiden Begriffe kaum sein. Der Begriff der Integration verdeutlicht die bestehenden Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen, welche daher aktiv in die Gesellschaft integriert werden sollen.

Im Gegensatz dazu richtet sich der Blick im Rahmen der Inklusion nicht auf die Unterschiede, sondern stellt die Pluralität der Gesellschaft in den Vordergrund. Der einzelne Mensch muss sich demnach nicht einfügen. Stattdessen muss sich das System ändern. Es muss derart ausgestaltet sein, dass jeder Mensch trotz seiner individuellen Stärken und Schwächen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

Trotz dieser grundsätzlichen Unterschiede finden die beiden Begriffe häufig eine synonyme Verwendung. In vielen Fällen besteht lediglich ein sprachlicher Unterschied. Das bedeutet, dass es in der praktischen Umsetzung kaum eine Differenzierung zwischen Inklusion und Integration gibt. Letztlich muss es darum gehen, dass Menschen gemeinsam miteinander umgehen, ganz unabhängig davon, ob jemand eine Behinderung aufweist oder nicht.

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