Grobmotorik bei Kindern – Warum sie so wichtig ist und wie Sie sie fördern können

   
von Ralf-Ingo S. - letzte Aktualisierung:
Grobmotorik
Welche Bereiche der Motorik gibt es?

Die gesamte Motorik gliedert sich in die Bereiche der Grob- sowie der Feinmotorik. Unter der Grobmotorik versteht man im weitesten Sinn die grundlegenden Bewegungen des Körpers.

Welche Vorteile birgt eine frühere Förderung grobmotorischer Fähigkeiten?

Je früher Eltern die grobmotorischen Fähigkeiten ihrer Kinder fördern, desto leichter haben sie es, auch schwerere Übungen zu meistern.

Wo beginnt man mit der Förderung?

Der Gleichgewichtssinn bildet die Basis einer funktionierenden Grobmotorik und sollte daher zunächst im Fokus stehen.

Kinder müssen im Laufe ihrer Entwicklung lernen, ihr Gleichgewicht zu halten und ihre koordinativen Fähigkeiten zu verbessern. Aber was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich der Begriff Grobmotorik? Gibt es eine genaue Definition?

Warum ist die Grobmotorik so wichtig und inwieweit lässt sich diese verbessern?

In unserem Artikel erfahren Sie, was alles zum Bereich der Grobmotorik zählt und inwieweit sich die verschiedenen Aspekte durch gezielte Übungen fördern lassen.

1. Grobmotorik – was sich hinter dem Begriff verbirgt

Kinder trainieren den Gleichgewichtssinn

Kinder müssen lernen, sich sicher zu bewegen.

Der Definition nach umfasst die Grobmotorik die grundlegenden Bewegungen des Körpers. Im Gegensatz zur Feinmotorik, die lediglich filigrane Bewegungen von einzelnen Muskelpartien, beispielsweise mit den Fingern oder den Zehen, erfordert, umfasst die Grobmotorik sämtliche, für eine Bewegung erforderliche, Muskelgruppen.

Damit Kinder in der Lage sind, grundlegende motorische Fähigkeiten zu erlangen, spielt die Entwicklung des Gleichgewichts eine entscheidende Rolle. Dieses bildet die Basis, um Krabbeln sowie Laufen zu lernen und später einmal Fahrradfahren zu können.

Neben dem Gleichgewichtssinn beinhaltet der Begriff der Grobmotorik per Definition

  • die gesamte Muskelspannung des Körpers, um Bewegungen ausführen zu können (Kraft)
  • eine ausreichende Körperwahrnehmung, sodass Kontrolle über das An- und Entspannen der Muskeln besteht (Koordination)

2. Das Gleichgewicht – die Basis muss stimmen

Funktioniert der Gleichgewichtssinn nur unzureichend, spielt es kaum eine Rolle, inwieweit die Muskulatur entwickelt ist oder wie gut die Koordination ansonsten funktioniert.

Stehen, Krabbeln sowie Laufen oder Springen sind Fähigkeiten, die nur in Verbindung mit einem geschulten Gleichgewichtssinn möglich sind.

Im Folgenden finden Sie einige Übungen, mit denen Sie das Gleichgewicht Ihres Kindes fördern können.

Tipp: Ein guter Gleichgewichtssinn verbessert das Selbstvertrauen, da Kinder Sicherheit über den eigenen Körper erlangen.

2.1. Erste Gleichgewichtsübungen für Babys

Mutter unterstützt Baby beim Aufstehen lernen

Stellen Sie Gegenstände bereit, an denen Ihr Kind sich hochziehen kann.

Zunächst fällt es Babys noch schwer, sich überhaupt umzudrehen. In dieser Phase eignet sich eine kleine Hängematte, da Babys so bereits unbewusst Ausgleichsbewegungen durchführen, um die Hängematte zu stoppen oder aber zu bewegen.

Ist dieser erste Schritt des Umdrehens schließlich gemeistert, geht es ans Krabbeln. Bieten Sie Ihrem Baby daher jede Menge Gelegenheiten, sich möglichst frei im Raum zu bewegen.

Ein kleiner Tunnel, durch den Ihr Kleinkind hindurchkrabbeln kann, sowie ein abgesteckter Parcours helfen dabei, das Gleichgewicht zu verbessern.

Je mehr Anreize Sie schaffen, desto schneller kann sich Ihr Kind entwickeln.

Hinweis: Bitte erschrecken Sie sich nicht, wenn Ihr Kind etwas länger braucht, um laufen zu lernen. Alles zwischen 9 und 15 Monaten gilt als normal.

2.2. Spielerisch den Gleichgewichtssinn trainieren

Die MoMo-Studie:

Laut einer durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebenen Studie gibt es in den letzten Jahren leichte erkennbare Verbesserungen im Bereich der motorischen Fähigkeiten von Kindern. Im Gegensatz zu früheren Zeiten lassen die Werte allerdings zu wünschen übrig.

Damit Ihr Kind nicht nur einen guten, sondern einen exzellenten Gleichgewichtssinn entwickelt, ist die frühzeitige Beschäftigung mit der Standsicherheit notwendig.

Je mehr Möglichkeiten Kinder bekommen, ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren, desto besser schneiden Kinder in sämtlichen Bereichen der Grobmotorik ab, da die Grundlage stimmt.

Besonders gut eignen sich Spiele, bei denen Kinder balancieren oder aber auf unebenen Untergründen stehen müssen. Ideal sind folgende Spielgeräte, die Kinder sowohl zu Hause, als auch im Kindergarten nutzen können:

Mutter hilft Kind auf einer Slackline zu balancieren

Anfangs ist etwas Unterstützung auf der Slackline nötig.

  • Trampolin
  • Rollbretter
  • ein Bobby-Car
  • Laufräder
  • Hüpfbälle
  • Roller
  • Stelzen
  • Inliner oder Rollschuhe

Es ist jedoch auch schon hilfreich, das Gleichgewicht im Alltag immer wieder zu fördern. Balancieren Sie beispielsweise auf einem Bordstein oder einem Baumstamm. Treten Sie beim Einkaufen einmal nicht auf die Fugen, sondern nur auf die einzelnen Fliesen im Supermarkt.

Bereits 4-jährige Kinder können Fahrradfahren lernen, sofern das Gleichgewicht bis zu diesem Zeitpunkt ausreichend trainiert wurde.

Eine moderne und herausfordernde Gleichgewichtsübung stellt die Slackline dar. Hier müssen die Beteiligten auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten Band balancieren, ohne herunterzufallen. Da die ersten Versuche wirklich schwierig sind, sollte Ihr Kind für diesen Sport jedoch bereits etwas älter sein.

Tipp: Die Spezialgebiete der Motopädagogik sowie der Psychomotorik beschäftigen sich intensiv mit Übungen zur Verbesserung der Gleichgewichts.

3. Kraft und Koordination – so fördern Sie die Grobmotorik

Kind klettert an einer Leiter

Klettern erfordert viele verschiedene Bewegungen.

Neben dem Aspekt des Gleichgewichts sind es die Bereiche der Kraft sowie der Koordination, die komplexe Bewegungen erlauben und Kindern eine gewisse Freiheit beim Bewegen geben.

Der Spielplatz bietet Kindern eine exzellente Gelegenheit, sich in vielen verschiedenen koordinativ herausfordernden Übungen auszuprobieren. Beim Schaukeln, Rutschen oder Wippen steht der Gleichgewichtssinn im Vordergrund.
Das Klettern hingegen fordert viel Kraft und ist eine koordinative Herausforderung. Besonders förderlich ist dies, da die Entfernung zum Boden ein Verständnis für Höhe und Balance erfordert.

Diese eher statischen Übungen helfen dabei, die Balance in Ruhe nicht zu verlieren. Etwas schwieriger wird es hingegen in dynamischen Bewegungen.

Hüpfen und Springen erfordern sowohl eine Menge Muskelkraft als auch die nötige Balance, um sicher zu landen und nicht umzufallen.

Selbstverständlich können Sie auch Fangen spielen, um das Ausweichen und schnelle Richtungswechsel zu üben. Ganz nebenbei trainieren Sie so die Ausdauerfähigkeit.

Tipp: Insbesondere hyperaktive Kinder sollten viele Gelegenheiten bekommen, um sich auszupowern. So fällt es ihnen deutlich leichter, auch einmal still zu sitzen und nicht permanent unter Strom zu stehen.

4. Das Ballgefühl schulen

Kind spielt Basketball

Die meisten Kinder sind fasziniert von Bällen.

Neben grundlegenden Fähigkeiten wie Laufen und Springen sollten auch die Bereiche des Werfens, des Fangens sowie des Umgangs mit Bällen geschult werden.

Viele kleine Kinder fühlen sich von Bällen nahezu magisch angezogen, sodass Sie nicht viel tun müssen, um Kinder für das Schießen oder Werfen zu begeistern. Sollte dies allerdings nicht ganz so leicht gelingen, macht es Sinn, spielerisch an die Sache heranzugehen.

Spielen Sie Frisbee auf der Wiese, veranstalten Sie ein kleines Zielwerfen mit Dosen oder im Winter mit Schneebällen und stellen Sie kleine Tore auf dem Rasen oder der Straße auf, um Kindern das Schießen und Stoppen eines Balls näher zu bringen.

Beim Boccia lernen Kinder, Ihre Kraft einzuteilen und dosiert zu werfen, um möglichst nah ans Ziel zu gelangen.

Fußball oder Basketball spielen ist nicht nur etwas für Jungen. Auch Mädchen sollten diese grundlegenden Bereiche der Grobmotorik beherrschen.

5. Gleichgewichtsspielzeug kaufen

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Grobmotorik bei Kindern – Warum sie so wichtig ist und wie Sie sie fördern können
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