Gehirnerschütterung beim Kind: Symptome, Therapie und mögliche Folgeschäden

Datum: 12. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Gehirnerschütterung beim Kind nach Sturz
  • Eine leichte Gehirnerschütterung kommt bei Kindern öfter vor. Dies ist meist harmlos.
  • Nehmen Sie sich nach einem Sturz ein paar Minuten Zeit, um die Symptome einer Gehirnerschütterung zu vergleichen.
  • Bei deutlichen Anzeichen einer Gehirnerschütterung fahren Sie ins Krankenhaus, um die Ursache abklären zu lassen.

Eine Gehirnerschütterung bei Kindern ist keine Seltenheit. Kleine Unachtsamkeiten oder ein Unfall können eine Gehirnerschütterung auslösen. In unserem Ratgeber erklären wir, was es genau mit der Gehirnerschütterung auf sich hat, wie gefährlich sie tatsächlich ist und ob der Check im Krankenhaus Sinn macht.

1. Schläge und Stürze belasten das Gehirn

Kind mit kleiner Platzwunde

Eine Gehirnerschütterung ist äußerlich nicht immer erkennbar.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die beim Kind zu einer Gehirnerschütterung  führen. Die meisten Kinder toben wild herum oder sind beim Sport aktiv. Ein Sturz mit dem Fahrrad, das Aufschlagen mit dem Kopf nach einer harmlosen Kabbelei oder der Zusammenprall mit einem Gegner beim Fußball sind Paradebeispiele, die zu einer Gehirnerschütterung führen können.

Doch das heißt nicht, dass bei jeder, kleinere Sturz ein Grund zur Sorge ist. Denn unser Schädel schützt das Gehirn weitestgehend vor äußeren Verletzungen. Der Schädelknochen ist besonders massiv und daher in der Lage, die meisten stärkeren Belastungen auszuhalten. Zusätzlich ist das Gehirn selbst von einer Flüssigkeitsschicht namens Liquor umgeben.

Dennoch ist und bleibt der Schutz des Kopfes im Alltag besonders wichtig. Kommt es also infolge eines Sturzes oder Schlags zu einer starken Außeneinwirkung auf den Kopf, bewegt sich das Gehirn im Innenraum, sodass es auf den Schädelknochen trifft. Je nach Schwere der Verletzung kann dies eine kurzzeitige Beeinträchtigung der regulären Gehirnfunktionen nach sich ziehen.

Hier finden Sie ein kurzes Lehrvideo für Kinder, damit sie gut auf ihren Kopf aufpassen:

2. Die Symptome einer Gehirnerschütterung erkennen

Die Gehirnerschütterung:

Mediziner bezeichnen eine Gehirnerschütterung auch als leichtes Schädel-Hirn-Trauma, lateinisch Commotio cerebri.

Im Gegensatz zu offenen Verletzungen ist eine Gehirnerschütterung bei einem Kind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Nehmen Sie sich daher nach einem Sturz oder einem harzen Aufprall des Kopfes etwas Zeit, um ein paar Symptome auszuwerten.

Fühlt sich Ihr Kind nicht wohl, sollte es in jedem Fall eine Pause vom Spielen, Sport oder sonstigen Aktivitäten einlegen. Die meisten Symptome treten erst kurze Zeit nach dem Sturz auf und nicht zwangsläufig sofort.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die typischen Anzeichen, an denen Sie eine Gehirnerschütterung bei einem Kind zu erkennen können:

Kind klagt über Kopfschmerzen

Kopfschmerzen lassen sich bei Kindern relativ leicht erkennen.

  • Kopf- sowie Nackenschmerzen: Kopfschmerzen lassen sich bei kleinen Kindern häufig relativ leicht erkennen, da diese sich ständig an die Stirn fassen oder in den Nacken greifen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Als Folge der Gehirnerschütterung oder aufgrund starker Kopfschmerzen kommt es häufig zu Übelkeit und Erbrechen.
  • Sehschwierigkeiten: Einigen Kindern fällt es schwer, Ihren Blick zu fokussieren. Äußerlich lässt sich dies meist an stärkeren Augenbewegungen erkennen.
    Einige Kinder schielen oder haben unterschiedlich stark geweitete Pupillen.
  • kurzzeitige Bewusstlosigkeit
  • Schwindel und Probleme, das Gleichgewicht zu halten
  • Erinnerungslücken

Bei einer Bewusstlosigkeit, unterschiedlich geweiteten Pupillen sowie starken Kopfschmerzen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, um mögliche Folgeschäden zu verhindern. Hat das Gehirn selbst Schaden genommen, kann dies zu einer Hirnblutung führen.

Treten Symptome später erst auf, sollten Sie sich ebenfalls in ärztliche Behandlung begeben, da dies auf eine Hirnblutung hinweist.

Tipp: Die meisten Beulen führen nicht zu einer Gehirnerschütterung. Ein kurzer genauer Blick sollte dennoch nicht fehlen.

3. Der Check im Krankenhaus bringt Gewissheit

Kind bei einer CT-Untersuchung

Vielfach erfolgt eine Abklärung im CT.

Gibt es deutliche Anzeichen auf eine Gehirnerschütterung, sollten Eltern nicht zögern, ins Krankenhaus zu fahren, um mögliche Folgeschäden zu verhindern. Wann Sie zum Arzt fahren, müssen Sie zwar letztlich selbst entscheiden, bei klar erkennbaren Symptomen ist dies jedoch die einzig richtige Entscheidung.

Im Krankenhaus erfolgt ein umfassender Check. So werden in der Regel ein CT oder ein MRT durchgeführt, um mögliche Hirnblutungen erkennen zu können und Verletzungen auszuschließen.

Gibt es jedoch keine sichtbaren Anzeichen für eine starke Gehirnerschütterung bei Ihrem Kind, sollten Sie sich keine Sorgen machen. In diesem Fall reichen ein paar Tage Bettruhe, damit sich das Organ vollständig erholen kann.

Im Rahmen der Therapie erfolgt eine stationäre Überwachung des Kindes für die Dauer von 24 Stunden.

Sofern lediglich eine Gehirnerschütterung vorliegt, sind keine Folgeschäden zu erwarten. Eine Hirnblutung hingehen kann zu einer dauerhaften Behinderung führen. Im schlimmsten Fall führt eine Hirnblutung zum Tod.

Diese Art der Kopfverletzung wird in eine Skala eingeteilt. Dabei entspricht die klassische Gehirnerschütterung einem leichten Schädel-Hirn-Trauma, eine Gehirnprellung einem mittleren sowie eine Quetschung einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

4. Die Erholungszeit nutzen

Kleines Mädchen liegt mit Puppe schlafend im Bett.

Ruhe ist für eine vollständige Genesung wichtig.

Hat ein Kind eine Gehirnerschütterung, ist Zeit der wichtigste Faktor für eine ausreichende Genesung. Sport und geistig anspruchsvolle Tätigkeiten sollten also kurzzeitig ausfallen. Nach einigen Tagen Bettruhe können die meisten Kinder und Jugendlichen wieder ihrem gewohnten Tagesablauf nachgehen.

Eine spezielle Therapie ist nicht nötig. Verzichten Sie jedoch auf starke Sonneneinstrahlung. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich Kinder im Urlaub eine Gehirnerschütterung zuziehen.

In der ersten Zeit sind auch Computer- und Videospiele sowie das Fernsehen sehr anstrengend für das Gehirn, sodass die Nutzung digitaler Medien ausfallen sollte.

Werden die Erholungszeiten nicht eingehalten, wirkt sich dies meist langfristig negativ aus. So leiden viele Kinder wochen- oder sogar monatelang unter Kopfschmerzen. In einigen Fällen klagen betroffene Kinder über Konzentrationsprobleme und Lernschwierigkeiten.

Achtung: Laut einer Studie leidet das Gehirn teils langfristig. Selbst 6 Jahre später hatte ein Kind beispielsweise häufiger mit Aufmerksamkeits- und Gedächtnisschwierigkeiten zu kämpfen.
Die IQ-Werte können sich ohne ausreichende Rehabilitation verschlechtern.

5. FAQ: Wichtige Fragen und Antworten

Erhält ein Kind nach einer Gehirnerschütterung Medikamente?

In der Regel erfolgt zunächst keine Behandlung mit Medikamenten. So wird sichergestellt, ob und inwieweit Veränderungen der körperlichen Befindlichkeiten eintreten.
Bei starken Kopfschmerzen, die länger anhalten, verschreiben Ärzte häufig Paracetamol – es wirkt gegen Schmerzen und senkt Fieber –  und weitere Schmerzmittel, die nur geringe Nebenwirkungen haben.

Kinder beim Wettlauf

In den nächsten zwei bis drei Wochen sollten keine sportlichen Wettkämpfe anstehen.

Ist strikte Bettruhe sinnvoll?

Schonung bedeutet nicht, dass ein Kind das Bett nicht verlassen soll. Vielmehr sind lediglich anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden. Gehen Sie also gemeinsam spazieren. Frische Luft tut auch bei einer Gehirnerschütterung gut.

Wie lässt sich das Risiko einer Gehirnerschütterung minimieren?

Achten Sie bei Sportarten, bei denen Stürze vorkommen können, auf das Tragen eines Helms. Dadurch lassen sich Gehirnerschütterungen weitestgehend verhindern und weitere Kopfverletzungen vermeiden.
Dies gilt insbesondere für folgende Sportarten:

  • Radfahren und Inlineskaten
  • Ski- sowie Snowboardfahren
  • Reiten

Auch beim Rugby, Eishockey oder Boxen sollten Kinder nicht auf eine Schutzausrüstung verzichten.
Weitere Tipps und interessante Informationen rund um die Gehirnerschütterung bei Kindern bietet die Initiative “Schütz Deinen Kopf!”. Den Link zur Homepage finden Sie hier.

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