Frühschwangerschaft: Das sollten Sie wissen

Frühschwangerschaft-Ratgeber
  • Der Begriff Frühschwangerschaft bezeichnet die ersten zwölf Schwangerschaftswochen. In dieser Zeit ist das Risiko eines spontanen Aborts am höchsten.
  • Erste Symptome sind häufig das Ausbleiben der Periode, Übelkeit und Spannungsgefühle in den Brüsten.
  • Um den Geburtstermin und die SSW zu berechnen, können Sie die Naegele-Regel anwenden.

Frauen, die einen ausgeprägten Kinderwunsch haben, können es zumeist gar nicht abwarten, bis sie die ersten Schwangerschaftsanzeichen bemerken. Neben der Vorfreude kommen jedoch auch Ängste auf. Ist alles in Ordnung? Was kann ich tun, um die Schwangerschaft in der ersten Zeit nicht zu gefährden?

In unserem Ratgeber informieren wir Sie rund um das Thema Frühschwangerschaft. Wir erklären Ihnen, was die Frühschwangerschaft bedeutet und was Sie während dieser Zeit beachten sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft auf. Zuletzt geben wir Ihnen Auskunft darüber, wie Sie eine Fehlgeburt bemerken.

1. Die Frühschwangerschaft umfasst die ersten 12 Schwangerschaftswochen

Endokrinologie

Um eine Schwangerschaft festzustellen, können Sie einen herkömmlichen Schwangerschaftstest benutzen.

Als Frühschwangerschaft wird der Beginn einer Schwangerschaft bezeichnet. Grundsätzlich wird die gesamte Zeit in drei Trimester eingeteilt, welche jeweils etwa drei Monate umfassen. Das erste Drittel, also die erste bis zwölfte SSW, wird demnach auch als Frühschwangerschaft bezeichnet.

Diese ersten Wochen sind häufig eine sehr spannende und nervenaufreibende Zeit. Zunächst muss sich die Eizelle in der Gebärmutter einnisten. Um diese jedoch halten zu können, spielen viele Faktoren eine Rolle. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft oder einer Fehlgeburt ist in der frühen Schwangerschaft am höchsten. Daher geben viele schwangere Frauen ihren Verwandten und Bekannten erst nach den 12 Wochen Bescheid, dass sie schwanger sind.

Offiziell endet die Frühschwangerschaft in der 13. Schwangerschaftswoche, sodass sich Eltern ab diesem Zeitpunkt entspannt zurücklehnen können. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Schwangerschaft für Außenstehende noch nicht sichtbar. Zum sogenannten Schwangerschafts-Bauch kommt es erst ab der 13. SSW.

Um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen, können Sie einen herkömmlichen Schwangerschaftstest aus der Drogerie oder der Apotheke machen. Am besten ist es, wenn Sie zusätzlich einen Termin bei Ihrem Gynäkologen vereinbaren. Neben der Bestätigung der Schwangerschaft können Sie mit dem Arzt Ihre individuellen Risiken besprechen und bekommen Tipps zur Ernährung während der Schwangerschaft. Zusätzlich werden Sie über die anstehenden Vorsorgeuntersuchungen informiert.

2. Die Symptome einer Schwangerschaft

Durchfall Schwangerschaft

Viele Schwangere fühlen sich in den ersten Wochen müde und abgeschlagen.

Die Symptome, die auf eine Schwangerschaft hindeuten, sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wenn keine Anzeichen auftreten, obwohl der Schwangerschaftstest positiv war, sind viele Frauen verunsichert. Bin ich schwanger oder war der Test ungültig? Nicht jede Frau zeigt die “typischen” Anzeichen. Lassen Sie sich daher nicht verunsichern, wenn Ihr Körper nicht aktiv auf die Veränderung reagiert.

Zu den ersten Schwangerschaftsanzeichen zählen das Ausbleiben der monatlichen Periode und Spannungsgefühle in den Brüsten. Weitere häufige Symptome einer Schwangerschaft sind Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Aber auch Heißhunger und ein veränderter Geruchs- und Geschmackssinn können in den ersten Schwangerschaftswochen auftreten.

Weiterhin können bei einer Schwangerschaft Ausfluss, Durchfall oder Schwindel in Erscheinung treten. Bei diesem Anzeichen handelt es zwar um lästige und unangenehme Symptome; sie sind jedoch völlig normal und harmlos.

Anders sieht es hingegen aus, wenn Frauen in der frühen Schwangerschaft unter Blutungen, Rückenschmerzen oder Unterleibsschmerzen leiden. Diese Symptome können auf mögliche Komplikationen hinweisen. Daher ist es ratsam, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

Tipp: Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen. Eine Frühschwangerschaft ist zwar mit bestimmten Risiken verbunden, stellt jedoch keine Krankheit dar.

3. Schwangerschaftswoche und Geburtstermin berechnen

Brustkrebs

Den voraussichtlichen Entbindungstermin können Sie mit einer einfachen Formel berechnen.

Um den Entbindungstermin berechnen zu können, benötigen Sie lediglich eine einfache Formel. Da die meisten Frauen den Zeugungstermin nicht genau bestimmen können, wird der Termin normalerweise post menstruationem berechnet. Das bedeutet, dass der Ausgangspunkt für die Berechnung der erste Tag der letzten Periode ist.

Die durchschnittliche Schwangerschaftszeit beträgt 266 Tage und damit 38 Wochen. Eine Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen ergibt sich hingegen daraus, dass die Befruchtung etwa am 14. Tag des Zyklus stattfindet. Das bedeutet, dass die ersten beiden SSW stattfinden, wenn Sie eigentlich noch gar nicht schwanger sind.

Um den Geburtstermin berechnen zu können, wird die Naegele-Regel angewendet:

Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr

    oder

Erster Tag der letzten Periode + 9 Monate + 7 Tage

Da die Zykluslänge jedoch nicht bei jeder Frau genau 28 Tage beträgt, kann diese Regel je nach Länge erweitert werden.
Und zwar wie folgt:

    Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage + 9 Monate +/- Abweichung in Tagen

Das Gleiche gilt natürlich, wenn Sie die Schwangerschaftswoche berechnen möchten. Als Ausgangspunkt können Sie entweder den ersten Tag Ihrer letzten Periode oder den errechneten Geburtstermin nehmen.

Bei einem großen Kinderwunsch können Sie außerdem einen Fruchtbarkeitskalender oder einen Eisprungrechner verwenden.

4. Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen unbedingt wahrnehmen

Gewichtszunahme Schwangerschaft

Das erste Ultraschall-Screening wird bereits in der 9.-12. SSW vorgenommen.

Es steht nicht außer Frage, dass die Frühschwangerschaft die risikoreichste Zeit für eine Fehlgeburt darstellt. Dennoch sollten Sie diese nicht als Krankheit sehen und sich in Watte packen. Sie können beinahe alle Tätigkeiten wie gewohnt ausführen.

Es gibt jedoch auch ein paar Kleinigkeiten, die Sie beachten sollten. Zunächst sollten Sie Flugreisen in der frühen Schwangerschaft vermeiden. Diese können durch den Druckunterschied im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen. Gegen regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist hingegen nichts einzuwenden. Sie können sogar leichte Sportarten ausüben. Vermeiden Sie jedoch intensive Trainingseinheiten.

Zudem ist es wichtig, dass Sie auf Ihre Ernährung achten und diese gegebenenfalls umstellen. Um das Baby mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, ist oftmals die zusätzliche Einnahme von Folsäure ratsam. Lassen Sie jedoch ansonsten die Finger von Nahrungsergänzungsmitteln. Auch von einer Diät ist unbedingt abzuraten, da eine ausgewogene Ernährung für die Entwicklung des Fötus sehr entscheidend ist. Auf Zigaretten, Alkohol und Drogen sollten Sie unbedingt gänzlich verzichten.

Der regelmäßige Gang zum Arzt ist in dieser Zeit besonders wichtig. Durch die gynäkologische Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist. In der 9. bis 12. SSW steht zudem die erste Ultraschalluntersuchung an. Zusätzlich wird der voraussichtliche Termin der Geburt errechnet.

Falls Sie einen Kaiserschnitt wünschen oder dieser nötig ist, findet er etwa ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Termin statt.

5. Eine Fehlgeburt erkennen

Kaiserschnitt

Starke Unterleibsschmerzen können in der Frühschwangerschaft ein Alarmsignal sein.

Die meisten werdenden Eltern freuen sich sehr über die Nachricht, dass sie bald Nachwuchs bekommen werden. Da ist der Schock natürlich sehr groß, wenn Schwangere eine Fehlgeburt erleiden. Leider sind diese spontanen Aborte in der Frühschwangerschaft nicht selten.

Es gibt jedoch keine genauen Zahlen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt ist. Laut Schätzungen enden etwa 10 bis 15% der erkannten Schwangerschaften mit einem plötzlichen Abort. Bei einer künstlichen Befruchtung ist das Risiko noch höher.

Folgende Symptome können auf eine Fehlgeburt hinweisen:

  • starke Unterleibsschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Blutungen
  • Eitriger Ausfluss

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die eine Fehlgeburt begünstigen. Zu diesen zählen:

  • Fehler in den Erbanlagen
  • Veränderungen der Gebärmutter
  • Masern, Herpesviren oder Ringelröteln in der Schwangerschaft
  • bakterielle Infektionen
  • hormonelle Störungen
  • psychische Belastungen
Schwangerschaftsabbruch

Im Gegensatz zu einer Fehlgeburt handelt es sich bei einem Schwangerschaftsabbruch um eine aktive vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft. Die Gründe dafür sind vielfältig. Laut Statistik wurden 2017 rund 101 200 Abtreibungen in Deutschland vorgenommen.

Nach einer Fehlgeburt ist häufig eine Ausschabung nötig. Bei dieser werden die Plazentareste aus der Gebärmutter entfernt. So können sich keine Folgeinfektionen entwickeln. Kommt es hingegen erst nach der 24. SSW zum Abort, werden Wehen und die darauffolgende Entbindung künstlich eingeleitet.

Viele Frauen plagen nach einer Fehlgeburt Schuldgefühle. Sie haben Angst, dass sie etwas falsch gemacht und ihrem ungeborenen Kind damit geschadet haben. In diesem Fall ist es wichtig, dass sich die Betroffenen professionelle Hilfe suchen, um den Verlust zu verarbeiten. Manchmal helfen bereits Gespräche mit anderen Frauen, die Gleiches erlebt haben.

 

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