Familienformen: Verschiedene Familienarten von früher und heute

Familienformen
  • Jeder Mensch betrachtet den Begriff der Familie unterschiedlich. Immer mehr Menschen zählen dabei auch Freunde zu ihrer Familie.
  • In der Gruppe der Familien mit Kindern stellen verheiratete Paare nach Daten des Statistischen Bundesamts früher und heute die Mehrheit.
  • Zahlreiche Trennungen und Scheidungen führen dazu, dass der Anteil der alleinerziehenden Eltern 2019 bei etwa 2,6 Millionen liegt.

Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Die klassische Groß- oder Kernfamilie ist längst nicht mehr die einzige der Lebensformen in Deutschland.

In unserem Artikel beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Familienformen. Sie erfahren, was früher normal war und wie die Mehrheit der Bevölkerung das Idealbild der Familie heute sieht.

1. Familie ist nicht gleich Familie

lesbisches Paar geht mit einem Kind am Strand spazieren

Moderne Familien bestehen nicht immer aus Vater, Mutter und Kind.

Die Pluralität wächst, sodass immer mehr Familienformen existieren. Auch wenn viele Familien in Deutschland immer noch in einer klassischen Kernfamilie mit Vater, Mutter und Kindern zusammenleben, so zeigt sich die Familienpolitik inzwischen deutlich moderner und offener.
Es wurde beispielsweise der Gesetzestext im Familienrecht dahingehend angepasst, dass nicht mehr von unehelichen Kindern die Rede ist, sondern lediglich von Kindern, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind.

Die Familienformen sind im Wandel. Es gibt heute mehr Scheidungen und eine Menge Paare, die zwar Kinder haben, jedoch nicht verheiratet sind und dies auch nicht ändern möchten.

Aber nicht immer bedeutet dies eine positive Veränderung. Dass die Gesellschaft im Wandel ist, hat Vor- und Nachteile. Viele alleinerziehende Eltern haben nur wenig Zeit und befinden sich nah an der Armutsgrenze.
Gestiegene berufliche Anforderungen sorgen dafür, dass für das Familienleben nur noch wenig Zeit bleibt. Zugleich ändert sich die Altersstruktur allmählich. Viele Mütter sind bei der Geburt Ihres ersten Kindes bereits über 35, sodass nur wenige Jahre bleiben, um weitere Kinder zu bekommen.

Einen Bericht über verschiedene Familienformen finden Sie im folgenden Video:

Tipp: Bei all den vielen Familienarten, die es heute gibt, sollten Sie versuchen, glücklich zu sein. Orientieren Sie sich an keinem Idealbild, sondern nutzen Sie Ihre Zeit ganz nach Ihren Vorstellungen.

2. Familienformen im Überblick

In diesem Anschnitt gehen wir kurz auf die verschiedenen gängigen Familienformen ein. Bitte beachten Sie, dass es selbstverständlich noch viele weitere Modelle des Zusammenlebens gibt, die jedoch den Rahmen an dieser Stelle sprengen würden. Als Familie betrachten wir daher an dieser Stelle nur Gruppen, in denen sowohl Kinder als auch Erwachsene leben, also mindestens zwei Generationen.

große Familie sitzt am Tisch

Der Familienbegriff ist nicht starr.

  • Kernfamilie: Die Kernfamilie besteht aus Vater, Mutter sowie einem oder mehreren Kindern. Für die Bezeichnung einer Kernfamilie ist dabei irrelevant, ob die Eltern verheiratet sind.
  • Ein-Eltern-Familie: Alleinerziehende bilden eine große Gruppe, da Ehen im Schnitt lediglich etwa 15 Jahre andauern. Dass sich Paare trennen, ist inzwischen Normalität und in den meisten Fällen nicht mehr mit einem Makel behaftet.
    Auch wenn sich der Anteil der alleinerziehenden Väter stetig erhöht, sind bislang etwa 85 % aller Alleinerziehenden Frauen.
  • Großfamilie: Die klassische Großfamilie besteht aus mindestens drei Generationen, die unter einem Dach zusammenleben. Die Definition wird jedoch zunehmend aufgeweicht, sodass viele Medien auch Mehrkindfamilien unter den Begriff der Großfamilie einordnen.
  • Patchwork-Familie: In einer Patchwork-Familie lebt laut Definition mindestens ein Kind mit einem Elternteil sowie einem anderen Partner des Elternteils zusammen. Häufig bringen jedoch beide Partner eigene Kinder mit in die neue Familie ein.
    So kommt es schnell zu sehr kinderreichen Familien.
  • Regenbogenfamilie: Als Regenbogenfamilie gilt das Zusammenleben eines gleichgeschlechtlichen Paars mit Kindern. Unter den Begriff fallen sowohl Paare, bei denen ein Partner ein Kind mit in die Familie bringt, sodass es sich ebenfalls um eine Patchwork-Familie handelt, als auch adoptierte oder Pflegekinder.
  • Pflegefamilie: Als Pflegefamilien werden solche bezeichnet, in denen mindestens ein Pflegekind aufwächst. Im Gegensatz zu Adoptivkindern leben Pflegekinder nur vorübergehend in dem Haushalt, bis die leiblichen Eltern wieder in der Lage sind, die Erziehung zu übernehmen.
    Bei einer Pflegefamilie kann sich der Status also von heute auf morgen ändern. Oftmals verbringen Pflegekinder jedoch viele Jahre bei einer Pflegefamilie.

3. Der erweiterte Familienbegriff

Freunde lächeln in die Kamera

Auch enge Freunde können eine Familie bilden.

Es existieren jedoch nicht nur Familienformen, bei denen die Verwandtschaft zählt. Neben der Herkunftsfamilie, also der Familie, in die ein jeder hineingeboren wird, suchen sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens eine Wahlfamilie.

Diese Wahlfamilie muss nicht aus mehreren Generationen bestehen. Es kommen sowohl Freunde, ein einzelner Partner oder aber eine x-beliebige Konstellation aus Menschen für die Wahlfamilie in Betracht.
Wer keine eigenen Kinder hat, kann so auch Teil einer Familie sein.

Eine besondere Ausprägung erfährt dies im Bereich der sozialen Elternschaft. Unter diesem Aspekt fallen all jene, die ein Kind versorgen, erziehen, in sportlicher oder einer anderen Hinsicht fördern oder aber lediglich finanziell unterstützen.
Oftmals, jedoch nicht zwingenderweise, wird diese Aufgabe dem neuen Partner eines Elternteils zuteil.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Familie läuft mit ausgebreiteten Armen

Für viele Menschen bildet die Kernfamilie das Ideal.

Hat die Familie heute noch immer eine hohe Bedeutung?

Auch wenn es inzwischen sehr viele verschiedene Familienformen gibt, so steht die klassische Kernfamilie bei dem Großteil der Bevölkerung noch hoch im Kurs.
Die Zeiten, in denen die Familie das Wichtigste und Einzige im Leben war und dies oftmals durch ein Familienwappen gezeigt wurde, sind jedoch weitestgehend überwunden.

Haben Kinder Schwierigkeiten, wenn die Eltern nicht verheiratet sind?

Aus rechtlicher Sicht bestehen keine Unterschiede zwischen Kindern, deren Eltern verheiratet sind oder nicht. Es ist jedoch wichtig, eine Sorgerechtserklärung abzugeben, um dem Vater des Kindes die gleichen Rechte einzuräumen.

Gibt es Probleme, wenn ein Kind einen anderen Familiennamen hat?

Sowohl bei unverheirateten als auch bei verheirateten Paaren tragen nicht immer beide Partner den gleichen Familiennamen. Grundsätzlich ist dies zwar kein Problem, sorgt allerdings im Alltag hin und wieder für Nachfragen und erstaunte Blicke.
Echte Schwierigkeiten kann dies bei Urlaubsreisen mit sich bringen, wenn es zu Nachfragen hinsichtlich der Elternschaft kommt.

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