Eine Familie gründen: Wichtige Überlegungen im Vorfeld

   
von Kirsten B. - letzte Aktualisierung:
Vater und Mutter mit Baby
Wann sollte ich eine Familie gründen?

Die Antwort auf diese Frage hängt von Ihnen selbst, Ihrem Partner und Ihrer Lebenssituation ab – vor allem aber davon, ob Sie eine eigene Familie wünschen.

Was ist das ideale Alter, um Eltern zu werden?

Auch diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da jedes mögliche Alter seine Vor- und Nachteile hat.

Wie wirkt sich eine Familie auf die Finanzen aus?

Stark. Sie werden Kosten haben, die Sie zuvor nicht hatten, dafür aber andere Kosten nicht mehr tragen müssen. Auch unterstützt der Staat junge Familien finanziell.

Wann und ob Menschen eine Familie gründen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Der Partner muss sich eignen, die Finanzen müssen stimmen und die potenziellen Eltern müssen für die Aufgabe und die damit einhergehende Veränderung des Lebens bereit sein. Worüber Sie sich im Vorfeld Gedanken machen sollten, erfahren Sie hier.

1. Die gesellschaftlichen Umstände haben einen starken Einfluss

Möchten Sie eine Familie gründen, sind Sie vielleicht schon ein paar Jahre älter als beispielsweise Ihre eigenen Großeltern oder Urgroßeltern. Der Wandel der Gesellschaft wirkt sich auf den Wunsch aus: Die Liebesheirat dominieren längst die Zweckheirat.

Frauen möchten ebenfalls Karriere machen und nicht ausschließlich von ihrem Gatten abhängig sein. Dieses Video bietet einen guten Überblick über die Veränderungen in Sachen Heirats- und Kinderwunsch:

2. Es gibt kein perfektes Alter für die Familiengründung

Manche Menschen befürworten es, wenn möglichst junge Leute Eltern werden. Andere halten es für besser, wenn sich Paare mit der Familienplanung etwas Zeit lassen. Niemand hat hier allgemein gesprochen recht, denn beide Varianten haben Vorteile und Nachteile.

2.1. Junge Eltern sind energetischer und unsicherer

junge Eltern auf dem Sofa, Kinder spielen auf dem Boden

Junge Eltern können sich leicht in ihre Kinder hineinversetzen.

Biologisch gesehen sind Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren am fruchtbarsten. Danach nimmt die Kurve langsam ab. Ab einem Alter von 35 wird das Schwanger werden kompliziert. Bei jungen Müttern ist auch der Mutterinstinkt stärker ausgeprägt. Sie stecken es besser weg, wenn das Baby sie nachts wachhält, und bewältigen den Wechsel hin zum Familienleben leichter.

Auf der anderen Seite gibt es gerade im jungen Alter einige Unsicherheiten: Viele junge Menschen sind mit ihrer Berufsausbildung noch nicht fertig oder haben noch keine Erfahrung im Job gesammelt. Für sie ist es später schwieriger, ins Berufsleben zu starten. Auch kann schneller das Gefühl auftreten, wegen des Babys etwas zu verpassen.

2.2. Ältere Eltern sind gelassener aber biologisch im Nachteil

lächelndes Paar mit einer Ärztin

Ältere Paare mit Kinderwunsch brauchen manchmal medizinische Unterstützung.

Bei Paaren, die erst später eine Familie gründen möchten, klappt es oft nicht sofort mit der Schwangerschaft. Das liegt nicht nur daran, dass die Zahl der weiblichen Eizellen abnimmt: Auch die Spermien der Männer sind weniger zahlreich. Diese Entwicklung tritt aber in der Regel einige Jahre später als bei den Frauen auf – als Mann mit 40 eine Familie gründen zu wollen, ist meist kein Problem.

Hinzu kommt, dass bei Frauen, die schon etwas älter sind, auch häufiger Schwangerschaftskomplikationen und Geburtsschädigungen auftreten. Beide Eltern sind zudem weniger flexibel: Haben sie sich sehr an einen bestimmten Lebensstil gewöhnt, kann es ihnen schwerfallen, in den neuen Alltag zu finden.

Ältere Eltern haben andererseits viel Erfahrung und gehen gelassener mit vielen Dingen um. Meist haben sie sich mit dem Thema Kinderwunsch lange auseinandergesetzt und sich gut auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

Sie haben oft gefestigte Beziehungen und kennen sich gegenseitig sehr gut. Finanziell stehen sie zumeist besser da als die jungen Paare, und sie haben weniger Probleme, nach der Elternzeit wieder in den Job zu finden. Das Gefühl, etwas zu verpassen, ist bei ihnen nicht weit verbreitet.

3. Sie sollten eine Familie gründen, wenn beide bereit dafür sind

Paar spricht über die Zukunft

Wenn Sie vielleicht eine Familie gründen möchten, sollten Sie über viele Dinge ausgiebig sprechen.

Ein ideales Alter für eine Ehe und/oder Kinder gibt es also nicht. Stattdessen sollte bei beiden Partnern die Bereitschaft gegeben sein. Dazu sollten Sie beide sich einige Fragen beantworten:

  • Stimmen wir in unseren Werten so weit überein, dass wir unser Kind in einem gemeinsamen Sinne erziehen können?
  • Wissen wir, dass wir uns auch in stressigen und schwierigen Zeiten aufeinander verlassen können?
  • Kann ich mir meine/n Partner/in als Mutter bzw. Vater meines Kindes vorstellen?
  • Fühle ich mich finanziell abgesichert genug für ein Kind?
  • Kann ich es mit meinen Karriereplänen vereinbaren, jetzt ein Kind zu bekommen?
  • Bin ich bereit, mein Leben stark zu ändern und meine eigenen Bedürfnisse denen meines Kindes unterzuordnen?
  • Wie werden wir Raum für unsere Paarbeziehung finden, wenn wir Kinder haben?

Sprechen Sie im Vorfeld wichtige Themen an: Wie werden Sie die neuen Aufgaben aufteilen? Wer wird welche Arbeiten wann und für wie lange übernehmen?

Wie planen Sie beide die Elternzeit, und wer geht wann wieder arbeiten? Letzterer Punkt hat schließlich sogar Auswirkungen auf die Höhe der Rente – wahrscheinlich müssen Sie hier zusätzlich vorsorgen. Klären Sie schon im Vorfeld ab, wie die Kinderbetreuung geregelt sein kann. Fragen Sie auch andere Familienmitglieder, ob diese bereit sind, regelmäßig zu helfen.

Achtung: Großeltern freuen sich oft, wenn sie sich mit um die Kinder kümmern dürfen – setzen Sie das aber nicht stillschweigend voraus!

4. Die Finanzen sind wichtig, wenn Sie eine Familie gründen möchten

Ein Kind ist ein Segen, aber es kostet auch Geld. Daher sollten Sie überlegen, ob Sie in Ihrer aktuellen Situation eine Familie gründen sollten. Das klingt erst einmal schlimmer, als es ist: Auch sehr junge Familien, bei denen das Baby nicht geplant war, kommen meist über die Runden.

Aber Sie haben ja auch einen gewissen Lebensstandard und möchten Ihrem Kind auch etwas bieten können. Außerdem lassen sich heute dank verschiedener Verhütungsmethoden Schwangerschaften verhindern, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist. So können Sie erst einmal etwas rechnen.

4.1. Manche Kosten fallen weg, andere kommen dazu

Junge Eltern verzichten in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder oft auf Dinge und Erlebnisse, die ihnen vorher wichtig waren: Sie gehen kaum mehr zusammen essen, fahren nicht mehr in lange Urlaube, feiern nicht mehr in Clubs. Auch für teure Hobbys bleibt meist keine Zeit. So sparen sie Geld ein, das sie früher ausgegeben hätten.

Baby zwischen Babysachen

Die Kosten, die Kinder verursachen, ändern sich im Laufe der Jahre.

Auf der anderen Seite fallen verschiedene Kosten für das Kind an: Neben Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung sowie der kompletten Babyausstattung brauchen Kinder auch Spielzeug.

Später kommt die Ausstattung für Kita oder Kindergarten und die Schule hinzu. Allein die Kleidung für das unablässig wachsende Kind macht einen nicht unwesentlichen Betrag aus. Kosten für Hobbys, Vereine und Klassenfahrten werden im Laufe der Jahre weitere Posten auf der Kostenliste.

Mit Kind(ern) brauchen Sie auch mehr Wohnraum als als Paar. Viele Familien mit Kindern wünschen sich ein Eigenheim als Absicherung, anstatt weiterhin in einer Mietwohnung zu leben. In diesem Fall oder bei anderen Anschaffungen wie etwa einem Familienauto, sollten Sie sich bei Bedarf nach günstigen Krediten umschauen. Diese finden Sie zum Beispiel bei smava.

4.2. Der Staat unterstützt junge Familien

Der Staat unterstützt Familien mit Kindern auf verschiedene Weise. Zum Beispiel sind Kinder grundsätzlich über ihre Eltern mit krankenversichert. Außerdem gibt es

  • Kindergeld
  • Mutterschaftsgeld für berufstätige Frauen
  • Elterngeld bei unter 30 Wochenstunden Arbeit
  • Kinderfreibeträge für die Steuern

Alleinerziehende und Geringverdiener haben weiterhin Anspruch auf weitere Formen der Unterstützung wie den Kinderzuschlag, Wohngeld oder den Unterhaltsvorschuss. Sie können zudem mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ausrechnen, welches Steuerklassenmodell sich für Sie am meisten rechnet.

Tipp: Stellen Sie die jeweiligen Anträge frühestmöglich – nach der Geburt des Kindes haben Sie anderes im Kopf!

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