Eipollösung: Alles über die Methode zur Geburtseinleitung

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
eipolloesung
Was ist eine Eipollösung?

Die Eipollösung ist eine Maßnahme, um eine Geburt auf natürliche Weise einzuleiten. Dabei löst der Frauenarzt oder die Hebamme durch einen mechanischen Eingriff die Eihäute vom Gebärmutterhals. Infolgedessen schüttet der weibliche Körper vermehrt das Hormon Prostaglandin aus, welches Wehen auslöst.

Ab wann kann eine Eipollösung durchgeführt werden?

Eine Eipollösung sollte erst nach dem errechneten Termin, also frühestens in der 40. SSW durchgeführt werden. Grundvoraussetzung ist außerdem, dass der Muttermund bereits weicher und leicht geöffnet ist.

Welche Vor- und Nachteile sind mit dem Zervix-Stripping verbunden?

Die Eipollösung ist eine natürliche Alternative, um die Geburt einzuleiten. Sie kommt ohne Medikamente aus, sodass der Hormonhaushalt nicht durcheinandergebracht wird. Zudem bleibt die Fruchtblase intakt. Die Durchführung kann allerdings sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Bei einigen Frauen kommt es zudem zu Nebenwirkungen wie Blutungen.

Sobald der errechnete Geburtstermin näher rückt, machen sich die meisten Frauen täglich oder sogar stündlich darauf gefasst, dass es zu den ersten Wehen kommt. Wenn das Baby sich jedoch auch viele Tage später noch nicht auf den Weg macht, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Geburt eingeleitet werden muss. Eine natürliche Alternative zur künstlichen Geburtseinleitung ist die Eipollösung.

Bei einer Eipollösung wird die Eihaut vom Gebärmutterrand abgelöst, wodurch Prostaglandin ausgeschüttet wird. Ab wann die Eipollösung möglich ist und welche Vor- und Nachteile diese Art der Geburtseinleitung mit sich bringt, erfahren Sie hier.


1. Die Eipollösung ist eine natürliche Alternative zur Geburtseinleitung

kalender mit ultraschallbildern und babynamen

Stellen Sie sich statt auf einen fixen Geburtstermin lieber auf einen Geburtszeitraum ein.

Viele Frauen können es kaum abwarten, bis endlich der Tag der Tage ist: der errechnete Geburtstermin. Wann die Geburt genau ist, kann jedoch keiner beantworten. Denn in der Realität ist es so, dass der Geburtstermin um bis zu einige Wochen schwanken kann. Nur etwa 3-4 % aller Babys kommen genau an dem errechneten Geburtstermin zur Welt.

Sobald der errechnete Entbindungstermin überschritten wurde, müssen Frauen mindestens zweimal pro Woche zum Arzt oder in die Klinik, um die Fruchtwassermenge zu bestimmen und die Herztöne zu überprüfen. Ab der abgeschlossenen 41. SSW wird etwa alle zwei Tage ein Ultraschall durchgeführt.

Um die Mutter und das Kind nicht zu gefährden, wird die Geburt ab der 42. SSW eingeleitet. Dies kann auf verschiedenen Wegen passieren. In vielen Fällen wird eine Geburt medikamentös eingeleitet.

Eine alternative Möglichkeit ist es, eine Eipollösung, auch Eipolablösung oder Zervix-Stripping genannt, durchzuführen. Bei dieser Methode handelt es sich um ein natürliches, mechanisches Verfahren. Der Arzt oder die Hebamme führt dazu einen Finger ein, um den Gebärmutterhals zu massieren und damit die Eihäute abzulösen.

Durch dieses Ablösen wird vermehrt das Hormon Prostaglandin ausgeschüttet, welches die Gebärmutter auf die anstehende Geburt vorbereiten und Wehen auslösen soll.

Einen persönlichen Geburtsbericht mit Eipollösung können Sie sich in diesem Video anschauen:

2. Eipollösung – ab wann sie möglich ist

werdende eltern lassen sich von einem arzt beraten

Lassen Sie sich bezüglich einer möglichen Eipollösung am besten von Ihrem Arzt ausführlich beraten.

Sie sollten die Geburt nicht nur aus Ungeduld auf die Sprünge verhelfen. Ein Baby macht sich dann auf den Weg, wenn es bereit ist. Ärzte empfehlen Frauen erst nach der 40. SSW eine Eipollösung durchführen zu lassen. Eine künstliche Einleitung ist im Grunde erst dann notwendig, wenn die Fruchtwassermenge nachlässt oder die Herztöne schlechter werden.

Die Behandlung macht zudem nur dann Sinn, wenn der Muttermund schon etwas weicher und leicht geöffnet ist. Nur so ist es möglich, mit dem Finger einzudringen und die Eihäute zu lösen. Durch diese Anzeichen zeigt der Körper außerdem an, dass er nun bereit für die anstehende Geburt ist.

Auch wenn es Studien zur Wirksamkeit gibt, ist die Methode nicht bei jeder Frau erfolgreich. Die Erfolgsquote einer Eipollösung liegt bei etwa 50%. Das bedeutet, dass es bei jeder zweiten Frau innerhalb von 48 Stunden nach der Durchführung zu Wehen kommt. Die genaue Dauer kann sehr stark variieren.

3. Das Zervix-Stripping kann sehr unangenehm sein

Die Eipollösung ist bei einigen Frauen sehr beliebt, da sie sehr natürlich ist und ohne Medikamente auskommt. Zudem bleibt die Fruchtblase normalerweise intakt, sodass keine Infektionsgefahr für das ungeborene Kind besteht. War die Durchführung nicht erfolgreich, kann sie zudem mehrmals wiederholt werden.

Es gibt jedoch auch Nachteile, die mit dieser natürlichen Art der Geburtseinleitung verbunden sind. Die meisten Frauen empfinden die Ablösung der Eihäute als sehr unangenehm und teilweise extrem schmerzhaft. Manche Frauen haben sogar noch Stunden oder Tage nach dem Eingriff leichte Unterleibsschmerzen.

Darüber hinaus kann es zu Nebenwirkungen in Form von leichten Blutungen kommen. Allerdings sind diese in der Regel unbedenklich. Weitere Risiken der Behandlung sind unproduktive Wehen oder ein vorzeitiger Blasensprung.

Achtung: Einige Frauen machen sich auf die Suche nach einer Anleitung, um eine Eipollösung selber zu machen. Dies kann jedoch sehr gefährlich sein. Suchen Sie daher unbedingt Ihren Arzt auf, um diesen Eingriff durchführen zu lassen.

4. Weitere Möglichkeiten, um eine Geburt auf sanfte Weise einzuleiten

werdende eltern gehen hand in hand spazieren

Bleiben Sie entspannt und vertreiben Sie sich die Zeit mit ausgedehnten Spaziergängen.

Die Eipollösung ist nur eine der vielen Möglichkeiten, um die Geburt auf natürliche Weise anzuregen. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben, was Sie noch tun können, um die Wehentätigkeit anzuregen und damit der Geburt auf die Sprünge zu helfen.

  • Tee trinken: Um die Wehentätigkeit auf natürliche Weise zu fördern, können Sie auch auf verschiedene Teesorten zurückgreifen. Himbeerblätter, Zimt, Nelken, Ingwer und Eisenkraut sind dabei besonders wirksam.
  • Geschlechtsverkehr: Natürliches Prostaglandin befindet sich zudem in Sperma, sodass Geschlechtsverkehr sehr hilfreich sein kann, um Wehen zu fördern. Außerdem werden zusätzlich die Gebärmuttermuskeln stimuliert sowie Bauch und Becken gelockert.
  • Heiße Bäder: Warmes Wasser entspannt die gesamte Muskulatur im Bauch- und Beckenbereich. Dies führt wiederum dazu, dass Wehen schneller und stärker einsetzen. Zusätzlich können Sie das Wasser mit ätherischen Ölen anreichern. Achten Sie jedoch darauf, dass die Wassertemperatur maximal 38°C beträgt.
  • Viel Bewegung: Sich in den letzten Tagen der Schwangerschaft zu bewegen, kann dazu beitragen, Wehen zu fördern. Gehen Sie viel spazieren, steigen Sie Treppen oder bringen Sie die Wohnung auf Vordermann. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten: Eine Überanstrengung kann den Körper wiederum überfordern. Daher ist es wichtig, das richtige Maß zu finden.
  • Entspannung und Gelassenheit: Auch wenn der errechnete Termin bereits überschritten wurde, sollten Sie unbedingt ruhig und gelassen bleiben. Stress und Druck führen lediglich dazu, dass die Hormone verrücktspielen. Genießen Sie die Ruhe, tun Sie das, wozu Sie Lust haben und verzichten Sie auf unnötige Termine.
  • Akupunktur: Weitere alternative Methoden sind innerhalb des Bereichs der Naturheilverfahren zu finden. So können Akupunktur oder eine Fußreflexzonen-Massage eingesetzt werden, um der Geburt auf die Sprünge zu helfen.
Achtung: Verzichten Sie unbedingt darauf, in Eigenregie einen speziellen Rizinus-Cocktail zu sich zu nehmen. Da dieser Cocktail starke Wehen auslösen kann, darf er grundsätzlich nur unter Anweisung und Aufsicht eines Arztes eingenommen werden.

5. Weiterführende Literatur rund um die Schwangerschaft & Geburt

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  • Höfer, Silvia (Autor)
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