Dürfen Eltern mit Lehrern per Whatsapp kommunizieren?

30.05.2019, 17:11 von Amelie S.

Mann hält Handy und Whatsapp ist offen

Whatsapp löste bereits vor einigen Jahren die SMS nahezu gänzlich ab. Auch im Berufsleben ist der Messenger inzwischen angekommen und wird gerne als Kommunikationstool verwendet. Dass inzwischen auch immer mehr Eltern mit den Lehrern ihrer Kindern über Whatsapp in Kontakt treten gilt jedoch als umstritten.

Lehrer-Eltern-Austausch über Whatsapp gilt als rechtliche Grauzone

Ob Lehrer und Eltern überhaupt den Messenger als Austauschplattform benutzen können, ist gesetzlich nicht geregelt. Alle Verwender dieser Kommunikationsmethode bewegen sich demnach in einer rechtlichen Grauzone. Inzwischen werden viele Gegenstimmten laut, der Hauptgrund: Datenschutz.

Seit dem Jahr 2014 gehört der Dienst zu der Facebook-Gruppe und gilt deshalb nicht als unumstritten. Facebook selbst hatte erst im Jahr 2018 einen großen Datenskandal zu verbuchen. Zudem ist bekannt, das Whatsapp Adressbuchdaten der Nutzer ausliest, die in den USA weiterverarbeitet werden. Befürworter des Messengers deuten auf die vorbildliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die Whatsapp zu einem sicheren Übertragen von Daten mache.

Gegenstimmen sprechen sich jedoch nicht nur wegen Datenschutzgründen gegen dieses Kommunikationsmittel aus. Auch der Arbeitsschutz sei dadurch nicht mehr gewährleistet. Die Erreichbarkeit der Lehrpersonen über Whatsapp würde einen permanenten Erreichbarkeitsdruck auf die Lehrer*innen ausüben.

Die Bundesländer sind sich uneins

In den Bundesländern herrschen unterschiedliche Regelungen und Zuständigkeiten vor. In den meisten Bundesländern herrscht kein offizielles Verbot von Whatsapp zu Dienstzwecken und Elternarbeit vor. In Baden-Württemberg und Niedersachsen hingegen ist die Benutzung des Messengers zur Lehrer-Eltern-Kommunikation untersagt. Doch wird darauf aufmerksam gemacht, dass diese Regelungen in der Realität kaum wahrgenommen werden.

Ein runder Tisch der Bundesländer soll entscheiden

Durch die Uneinigkeit der Bundesländer fordert Ilka Hoffmann als Mitglied der Bildungsgewerkschaft einen runden Tisch, an dem sich gemeinsam über die Problematik eines einfachen Kommunaktionswegs versus Datenschutz beraten wird. So fordert auch der deutsche Lehrerverband die Einrichtung von schulischen Austauschplattformen. Doch genauso wie geplante Lernplattformen für Schülerinnen und Schüler lässt die technische Umsetzung auf sich warten, obwohl diese beispielsweise an staatlichen Unis bereits lange umgesetzt ist.

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