Diphtherie Symptome: So erkennen Sie die ansteckende Krankheit

Kinderkrankheit
  • Diphtherie ist per Definition eine durch Bakterien ausgelöste Infektion. Die Erreger provozieren durch Ihr Gift die typischen Diphtherie Symptome.
  • Die Inkubationszeit von Diphtherie ist vergleichsweise kurz. Nur wenige Tage nach der Infektion zeigt Ihr Kind die ersten Diphtherie-Symptome.
  • Klagen Kinder über Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, fällt nur selten der Verdacht auf Diphtherie. Erst der Belag auf Mandeln und im Rachen ist ein typisches Anzeichen.

Diphtherie Symptome sind derart unspezifisch, dass es mitunter schwer ist, die Krankheit schnell zu erkennen. Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden sowie allgemeine Schlappheit sind Symptome der Diphtherie, könnten aber auch Anzeichen von Pseudo-Krupp, einer Mandelentzündung oder einer Kehlkopfentzündung sein. Wir haben Wissenswertes zu den Erregern der Krankheit, zu Übertragung, Ursachen, Verlauf und Vorbeugung für Sie zusammengetragen.

1. Die Bakterien lösen Diphtherie Symptome mithilfe von Gift aus

Das Bakterium

Corynebacterium diphtheriae bildet das Diphtherietoxin. Dieses Gift ist äußert aggressiv, schädigt die Schleimhaut und zerstört Zellen im Körper (vgl. rki.de).

Diphtherie ist eine bakteriell bedingte Infektion. Die krank machenden Bakterien werden über Niesen oder Husten übertragen. Im Fachjargon ist dabei von einer „Tröpfcheninfektion“ die Rede. Das Gift macht die Krankheit besonders gefährlich für den Rachen und die Atemwege. Die größte Gefahr besteht darin, dass die vergleichsweise harmlos anmutenden Anzeichen nicht als Diphterie-Symptome erkannt werden. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie sich ausbreiten und weitere Organe im Körper Ihres Kindes angreifen.

Achtung: Die Krankheit ist meldepflichtig.

2. Diphtherie Symptome bei Kindern bleiben oft unbemerkt

Haben Sie die Vermutung, dass Ihr Kind einige der folgenden Diphtherie Symptome zeigt, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt sprechen:

  • Diphtherie-Symptome lassen sich leicht mit anderen Krankheiten verwechseln. Schmerzen beim Schlucken im Hals, Fieber, Schwellungen im Rachenraum und das Gefühl, krank zu sein, können Symptome einer Diphtherie sein – oder einer harmloseren Kinderkrankheit.
  • Ein vergleichsweise sicheres Anzeichen von Diphtherie ist der weißlich-gelbe Belag, der sich auf den Mandeln, in der Nase und im Rachen ausbreitet. Beginnen diese Stellen zu bluten, wenn der Kinderarzt versucht sie abzustreifen, dann ist das ein Symptom von Diphtherie.
  • Ein typisches Anzeichen von Diphtherie ist ein Mundgeruch, der von Ärzten als süßlich-faulig beschrieben wird. Auch ein eitriger oder blutiger Ausfluss aus der Nase ist bei Babys mit Diphtherie häufig zu beobachten.
  • Ein Indiz für fortschreitende Diphtherie ist der Angriff der Bakterien auf den Kehlkopf. Dies äußert sich in einem Husten, der dem Krupphusten sehr ähnlich ist. Der bellende Husten wird häufig mit Keuchhusten verwechselt und kann in Kombination mit Heiserkeit schnell zur Atemnot führen.
  • Selten, aber nicht unmöglich, ist, dass die Bakterien bis in die inneren Organe wandern. Dort können sie Herzrhythmusstörungen verursachen, eine Herzmuskelentzündung („Myokarditis“) oder eine Lungenentzündung bedingen oder das Versagen von Leber und Niere hervorrufen.

3. Ein Abstrich der Schleimhaut sorgt für eine sichere Diagnose

Zwischen dem Verdacht und der Diagnose liegt ein Abstrich der Nasen- oder Rachenschleimhaut. Dieser wird im Labor auf das Virus und dessen Toxin untersucht. Da die Auswertung 12 Stunden in Anspruch nimmt, beginnt der Arzt meist schon bei Verdacht mit der Behandlung.

Übrigens: Erkennt und behandelt Ihr Kinderarzt die Diphtherie rechtzeitig, steht einer vollständigen Genesung meist nichts im Weg. Selten kommt es dann zu Komplikationen, Spätfolgen oder einem unmittelbaren Übergriff auf innere Organe. Die Sterberate liegt bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Infektionen. In medizinisch besser versorgten Ländern ist sie geringer. In Entwicklungsländern hingegen sterben deutlich mehr Menschen an der Diphtherie. Auch das Vorkommen ist dort höher.

3.1. Gegengift, Antibiotika und Quarantäne dienen der Therapie

Therapie Diphtherie

Ein Gegengift, Antibiotika und Bettruhe sind nötig, um Diphtherie zu behandeln.

Sobald der Verdacht besteht (also noch bevor der Abstrich eine sichere Diagnose zulässt), werden meist folgende Schritte der Behandlung in die Wege geleitet:

  • Ihr Kind bekommt ein Gegengift, ein sogenanntes Diphtherie-Antitoxin. Dieses macht die Gifte im Körper unschädlich, die sich noch frei bewegt haben.
  • Antibiotika ist ebenfalls nötig, um zu verhindern, dass sich das Bakterium weiter ausbreitet und weiter Gift produzieren kann. In aller Regel dauert die Behandlung mit Antibiotika zehn Tage.
  • Quarantäne und Bettruhe sind nötig, um Bakterium, Erreger und Gift sicher loszuwerden. Vier Wochen Bettruhe gelten bei Diphtherie-Symptomen als Faustregel. Nur wer über einen Impfschutz verfügt, darf zum Diphtherie-Patienten. Alternativ ist es möglich, dass Sie stattdessen mit einer Antibiotikum-Prophylaxe ausgestattet werden, um sich um Ihr Kind zu kümmern.

4. Die Diphtherie-Impfung ermuntert das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern

Schutzimpfung Diphtherie

Die Grundimmunisierung der Diphtherie-Schutzimfpung erfolgt häufig in den ersten 14 Lebensmonaten.

Sicherlich wird Ihnen Ihr Kinderarzt zu einer Schutzimpfung raten. In aller Regel besteht die Grundimmunisierung aus vier Impfungen, die in den Oberschenkel, den Po oder den Oberarm gespritzt werden. Dabei wird genau das in abgeschwächter Form injiziert, was Diphtherie auslöst. Durch die verringerte Dosis im Impfstoff wird Ihr Kind jedoch nicht krank, sondern produziert Antikörper. Trotz Impfung an Diphtherie zu erkranken, ist möglich. Jedoch werden die Antikörper dann auch deutlich schneller aktiv und bekämpfen die Bakterien. Das wirkt sich günstig auf den Verlauf der Krankheit aus.

Die im Folgenden aufgelisteten Impftermine empfehlen Experten:

Grundimmunisierung beim Baby Auffrischung (oft in Verbindung mit einer Tetanus-Auffrischung)
  • Babys ab dem zweiten Lebensmonat
  • ab dem dritten Lebensmonat
  • ab dem vieren Lebensmonat
  • und zwischen dem elften und dem 14. Lebensmonat
  • Kinder im Alter von fünf/sechs Jahren
  • zwischen neun und 17 Jahren
  • anschließend regelmäßig alle zehn Jahre

Eine Impfung schützt nicht nur Ihr Kind vor einer Diphtherie, sondern verhindert auch, dass sich die Krankheit weiter verbreitet. So dient eine Impfung der Vorbeugung in mehrerlei Hinsicht: Sie schützt Ihr Kind, andere Kinder und dämmt die Verbreitung nachhaltig ein.

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