Beim Thema Diabetes denken Sie vielleicht nicht unbedingt an Kinder, denn die Erkrankung und ihre Symptome sind vielen eher als Erkrankung älterer Menschen im Bewusstsein. Dabei ist es sehr wichtig, erste Anzeichen eines Diabetes bei Kindern schnell zu erkennen und umgehend zu handeln.
Hat ein Kind Diabetes, stellt sich sofort die Frage nach der Form. Denn auch Kinder können sowohl an Diabetes Typ 1 als auch an Typ 2 erkranken. Dabei entwickeln Kinder ähnliche Symptome wie Erwachsene.
Die endgültigen Auslöser eines Diabetes Typ 1 bei Kindern sind bis heute nicht endgültig geklärt. Die Erkrankung und ihre Symptome haben aber in jedem Fall eine erbliche Komponente. Bei dieser Form bildet der Organismus Antikörper, die die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreifen und zerstören. Dieser Vorgang kann Monate bis Jahre dauern.(1)
Neben der autoimmunen Reaktion können auch Viren eine Reaktion in Gang setzen, die letztendlich ebenfalls im Untergang der wichtigen Zellen der Bauchspeicheldrüse resultiert. Dazu zählen unter anderem die Viren von Masern, Mumps und Röteln, aber auch das Coxsackie-Virus, das Atemwegsinfekte auslöst.
Sind die Insulinzellen einmal zerstört, kann der Körper das Hormon nicht mehr bilden. Ein Diabetes Typ 1 ist entstanden und die Kinder zeigen Symptome durch den dauerhaft erhöhten Zuckerspiegel im Blut.
Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 kann der Körper bei Typ 2 das wichtige Insulin noch bilden. Allerdings kann er es dann nicht mehr so nutzen, wie er sollte, da die Insulinempfindlichkeit der empfangenden Körperzellen gesunken ist. Der Körper hat eine sogenannte Insulinresistenz entwickelt. Tritt dieser Diabetes bei Kindern auf, betreffen die Symptome vor allem stark übergewichtige bis fettleibige Kinder. Er ist also eher an den Lebensstil als an eine genetische Veranlagung gekoppelt.
Ob der Diabetes erste Anzeichen bei Kindern schnell oder über einen längeren Zeitraum entwickelt, hängt wesentlich vom Typ ab. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind an der Erkrankung leiden könnte, sollten Sie das also umgehend abklären, um mögliche Risiken und Akutfälle zu vermeiden.
Der Diabetes Typ 1 zeigt bei Kindern seine Symptome recht schnell, wenn die Insulinproduktion nur noch marginal oder ganz zum Erliegen gekommen ist. Dann dauert es zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen, bis sich die Alarmzeichen manifestieren.(2)
Sehr auffällig ist dann der große Durst der Kleinen. Sie trinken auffallend mehr und haben trotzdem immer weiter Durst. Die Folge sind ständiger Harndrang und gerade bei jüngeren Kindern auch Bettnässen.
Außerdem nehmen betroffene Kinder ab, obwohl sie gut oder vielleicht sogar auffallend viel essen. Diabetes zeigt bei Kindern aber auch Symptome, die Sie vielleicht gar nicht an diese Erkrankung denken lassen. So sind sie oft scheinbar grundlos erschöpft, können sich schlecht konzentrieren und sind auch körperlich weniger fit.
Außerdem verursacht der Diabetes diese Anzeichen bei Kindern:
Stellen Sie erste Anzeichen eines Diabetes bei Ihrem Kind fest, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Diese lebensbedrohliche Komplikation erkennen Sie unter anderem an einer schnelleren Atmung. Die Atemluft riecht dann außerdem auffallend nach Nagellackentferner. Betroffene Kinder sind außerdem verwirrt, müde bis schläfrig und schlapp, werden manchmal sogar bewusstlos. Eventuell klagen sie auch über Kopf- und Bauchweh.
Beobachten Sie diesen Hinweis auf Diabetes bei Ihrem Kind, sollten Sie es sofort in die Notaufnahme bringen und den Arzt über die Symptome informieren.
Bei Typ-2-Diabetes tritt diabetische Ketoazidose bei Kindern nur selten auf. Die Symptome der Stoffwechselkrankheit sind ähnlich wie bei Typ 1, wobei vor allem der gesteigerte Durst auffällt. Sonst können diese Kinder lange symptomlos bleiben. Deshalb ist dieser Typ nicht selten ein Zufallsbefund, wenn Sie einen Bluttest wegen anderer gesundheitlicher Maßnahmen machen lassen.
Vor allem bei der Ketoazidose oder bei drohendem bzw. eingetretenem diabetischem Koma müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Hier handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall.
Dagegen können Sie bei Diabetes Ihrem Kind selbst helfen, wenn es Symptome einer leichten Unterzuckerung entwickelt. Dann helfen beispielsweise süße Säfte oder ein Stückchen Traubenzucker zum Lutschen. Weitere Sofortmaßnahmen wie das Spritzen von Glukagon erklärt Ihnen nach der Diagnose der behandelnde Arzt.
Da ein Diabetes auch bei Kindern die Symptome durch Schäden im Organismus hervorruft, sollten Sie einen Verdacht immer zeitnah ärztlich abklären lassen. Bei einem Diabetes-Test für Kinder untersucht der Arzt die Werte für den Blutzucker und den sogenannten HbA1c-Spiegel, der den Langzeitblutzucker widerspiegelt.
Außerdem lässt sich der Diabetes feststellen, indem Sie immer wieder die Blutzuckerwerte per Pieks in den Finger mit einem Testgerät für zu Hause kontrollieren. Liegen die Werte nüchtern über 126 mg/dl (7 mmol/l) und nach Mahlzeiten über 200 mg/dl (11 mmol/l), gilt das als starker Hinweis auf einen Diabetes.(3) In der Regel macht der Arzt dann noch Tests auf Zucker im Urin und auf die Werte des Fettstoffwechsels.
(1) „Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)“. Kinderaerzte-im-netz.de, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/ursachen/. Zugegriffen 14. März 2025.
(2) „Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)“. Kinderaerzte-im-netz.de, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/symptome-krankheitsbild/. Zugegriffen 14. März 2025.
(3) „Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)“. Kinderaerzte-im-netz.de, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/diagnose/. Zugegriffen 14. März 2025.