Daumenlutschen abgewöhnen: Tipps zur sanften Behandlung

daumenlutschen abgewöhnen
  • Das Daumenlutschen basiert auf dem angeborenen und natürlichen Saugreflex, der schon bei ungeborenen Kindern im Mutterleib zu beobachten ist.
  • Kinder unter drei Jahren nuckeln gern am Daumen, um sich in stressigen Momenten und bei Angst zu beruhigen.
  • Eltern sollten ihre Kinder beim Abgewöhnen des Daumenlutschens unterstützen, wenn ernsthafte gesundheitliche Schäden wie Zahnfehlstellungen drohen. Dafür stehen einige Hilfsmittel und Methoden zur Verfügung.

Wenn Ihr kleines Kind abends mit dem Daumen im Mund einschläft, finden Sie das sicher niedlich. Vielleicht schwingt aber auch ein wenig Angst mit, ob das Nuckeln am Daumen gesundheitsschädigend sein könnte.

Tatsächlich wird wird das Daumenlutschen erst zum Problem, wenn aus dem natürlichen Saugreflex eine schlechte Angewohnheit wird, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Zähne haben kann. Erfahren Sie hier, wann Sie Ihrem Kind das Daumenlutschen abgewöhnen sollten und welche Mittel Sie dafür nutzen können.

1. Entwicklung des Kindes: Der natürliche Saugreflex

Baby schläft mit Daumen im Mund

Babys spendet das Daumenlutschen Trost und Geborgenheit.

Bereits der Fötus im Mutterleib lutscht am Daumen, ausgelöst durch den Saugreflex. Sobald der Daumen den Mund oder die Zunge berührt, lutscht das ungeborene Kind und später das Neugeborene am Daumen. Diesen Reflex benötigen Babys für ihre Ernährung, er ermöglicht ihnen das Trinken an der Brust oder aus einer Milchflasche.

Es wird vermutet, dass das Daumenlutschen eine beruhigende Wirkung auf das neugeborene Baby hat und ihm Geborgenheit schenkt. Kinder, die nach Bedarf gestillt werden oder einen Schnuller haben, können ihr Saugbedürfnis oftmals auf diesem Weg befriedigen und lutschen nicht am Daumen.

Einige Kinder unter drei Jahren nutzen das Daumenlutschen aber auch unabhängig davon zur Beruhigung. Zumeist wird das Saugbedürfnis mit steigendem Alter von allein geringer, manchmal geht das naturgegebene Bedürfnis aber auch in eine Angewohnheit über, die nur schwer wieder abzulegen ist.

Weitere Infos zu Gesundheitsrisiken des Daumenlutschens finden Sie im folgenden YouTube-Video:

2. Ursachen des Daumenlutschens

Die Ursachen für das Daumenlutschen können vielfältig sein. Bei Babys und Kleinkindern unter drei Jahren muss man sich über die Gründe noch nicht allzu viele Gedanken machen, denn hier kann allein der gesunde Saugreflex ausschlaggebend sein.

Nuckelt ein Kind auch später noch am Daumen, sollten Sie die jeweiligen Situationen beobachten. Zumeist sind folgende Empfindungen ursächlich:

Kind zeigt Zähne

Der Überbiss kann die Folge von übermäßigem Daumenlutschen sein.

  • Angst
  • Stress
  • Langeweile
  • fehlende Geborgenheit

Das exzessive Daumenlutschen hat also immer psychische Ursachen, die entweder in der Art der Erziehung oder dem sozialen Umfeld liegen. Es liegt also an Ihnen als Elternteil, die genauen Gründe gemeinsam mit Ihrem Kind auszumachen.

3. Folgen von übermäßigem Daumennuckeln

Overjet

Unter dem Overjet versteht man einen horizontalen Überbiss. Die Stufe zwischen den unteren und oberen Schneidezähnen ist im besten Fall zwischen ein und zwei Milimeter breit, Abweichungen können zu Fehlstellungen führen.

Eine der wichtigsten Folgen des Daumenlutschens betrifft die Entwicklung des Kiefers.  Je länger ein Kind am Daumen lutscht, umso wahrscheinlicher werden Verformungen und Fehlstellungen im Kiefer.

Die Kieferknochen von jungen Kindern sind noch weich und formbar, die Milchzähne wachsen noch unkontrolliert: Sie orientieren sich beim Wachsen an der Zunge und den Lippen.

Kinder, die exzessiv Daumenlutschen, haben oftmals einen spitz zulaufenden Kiefer, Fehlstellungen wie einen offenen Biss oder eine stark vergrößerte Frontzahnstufe, dem sogenannten Überbiss. Wenn Ihr Kind sehr oft am Daumen nuckelt und älter als drei Jahre alt ist, dann sollten Sie versuchen, das Daumenlutschen abzugewöhnen.

Die Kieferfehlstellung resultiert bei nicht rechtzeitiger Behandlung in weitere Folgen.

Tipp: Durch den Überbiss kann das Abbeißen schwierig werden und es kann Störungen in der Sprachentwicklung geben. Insbesondere das Bilden von  S- und Z-Lauten ist bei Deformationen schwer.

Durch das ständige Lutschen ist die Haut am Daumen oft aufgeweicht, was zu Hautveränderungen führen kann. Auch die Lippen können durch das Daumenlutschen gereizt sein.

4. Daumenlutschen abgewöhnen: Erst ab drei Jahren

Junge schläft mit Daumen im Mund

Wenn Kinder älter als drei Jahre sind, sollten sie sich das Daumenlutschen abgewöhnen.

Vielleicht beobachten Sie das Nuckeln am Daumen bei Ihrem Kind mit Argwohn und fragen sich, wie Sie ihm das Daumenlutschen abgewöhnen können. Wenn Ihr Kind unter drei Jahre alt ist, sollten Sie aber die Ruhe bewahren. Vielleicht benötigt Ihr Kind das Daumenlutschen, um Stress abzubauen oder als Beruhigung.

Die einen Kinder haben ein Schnuffeltuch, den Schnuller, oder den Pulloverärmel, an dem sie rumlutschen, die anderen nutzen ihr Kuscheltier oder das Stillen zum Beruhigen. Dies geschieht zumeist in ruhigen Momenten, also beim Schlafengehen im Bett, beim Kuscheln mit Papa oder ganz selbstvergessen beim Trickfilm schauen.

Wenn Ihr Kind jedoch älter ist oder Sie bemerken, dass es sehr oft und völlig unabhängig von der jeweiligen Situation am Daumen nuckelt, dann sollten Sie sanfte Methoden anwenden, um ihm das Daumenlutschen abzugewöhnen.

Wird das Nuckeln zu einer schlechten Angewohnheit und nimmt es einen Suchtcharakter an, können Sie an Ihrem Kind womöglich beobachten, dass es an Spielen und anderen Tätigkeiten nicht mehr teilnimmt, um in Ruhe am Daumen zu lutschen.

Ein weiterer Grund zum Abgewöhnen des Daumenlutschens ist es auch, wenn der behandelnde Kinderzahnarzt oder Kieferorthopäde auf erste ungesunde Veränderungen des Kiefers aufmerksam macht.

Grundsätzlich bestimmt jedes Kind selbst, wann es mit dem Daumenlutschen aufhören will. Sie können ihrem Kind auf diesem Weg nur unterstützend zur Seite stehen.

5. Mittel gegen Daumenlutschen

Welches Mittel die richtige Wahl zum Abgewöhnen ist, hängt von dem Alter und Charakter des Kindes ab. Mit älteren Kindern lässt sich in einem Gespräch über die Ursachen und Folgen des Daumenlutschens sprechen, bei jüngeren Kindern müssen Eltern etwas suggestiver vorgehen. Jedoch ist es immer wichtig, die Kinder für das Daumenlutschen nicht zu bestrafen, sondern Ihnen dabei zu helfen, eine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen.

5.1. Positive Rückmeldung

Geben Sie Ihrem Kind ein positives Feedback, wenn es über einen gewissen Zeitraum schafft, nicht am Daumen zu lutschen. Es entwickelt ein gutes Gefühl und Stolz, was die Wirkung verstärken kann.
Legen Sie mit Ihrem Kind einen Kalender an und vereinbaren Sie, dass es immer dann einen Eintrag gibt, wenn es einen ganzen Tag nicht am Daumen gelutscht hat. Bei einer verabredeten Anzahl von Tagen winkt dann eine Belohnung.

5.2. Ersatz anbieten

Kind mit Schnuller im Mund spielt

Der Schnuller kann ein guter, vorläufiger Ersatz für das Daumenlutschen sein.

Das Gute an einem Schnuller ist, dass er irgendwann an den Weihnachtsmann abgegeben oder an einem Schnullerbaum gehangen werden kann. Ist er dann aus den Augen, ist er im besten Fall auch aus dem Sinn.

Der Daumen ist hingegen immer da. Deshalb kann es hilfreich sein, den Schnuller als Ersatz zum Nuckeln anzubieten. Die Entwöhnung vom Daumenlutschen läuft dann stufenweise ab.

5.3. Tipps für Hilfsmittel

Es gibt eine ganze Reihe an Hilfsmitteln, die das Abgewöhnen vom Daumenlutschen unterstützen sollen. Es ist jedoch grundsätzlich von allen Mitteln abzuraten, die auf das Kind eine bestrafende Wirkung haben. Dazu gehört auch das Tragen von Handschuhen, die das Nuckeln verhindern sollen. Sie machen Kinder eher wütend und verletzten ihre Würde.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht einiger Helfer:

Mittel Wirkung
Tinkturen Wie beim Abgewöhnen vom Nägelkauen wird die Tinktur aus der Apotheke wie ein Nagellack auf den Fingernagel des Daumens aufgetragen, die bitter oder scharf, in jedem Fall unangenehm schmeckt.
Bachblüten Je nach den Ursachen für das Daumenlutschen können verschiedene Bachblüten miteinander kombiniert werden, um beim Abgewöhnen des Daumenlutschens zu unterstützen. Insbesondere das Tausendgüldenkraut (Centaury) soll eine positive Wirkung bei Daumennuckeln haben. Viele Eltern haben mit diesen Bachblüten gute Erfahrungen gemacht.
Homöopathie Heilpraktiker beraten gern zur Anwendung von Homöopathie. Wie bei der Bachblüten-Therapie kommt es neben dem Symptom auch auf die Verfassung des Kindes und die Ursachen an, um entscheiden zu können, welche homöopathischen Kügelchen beim Abgewöhnen des Daumenlutschens hilfreich sein könnten. Besonders gern werden hier Brechwurz (Ipecacuanha) und Belladonna (Tollkirsche) angewendet. Beachten Sie, dass es keine wissenschaftlichen Belege zur Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln gibt.

6. Nagellack gegen Daumenlutschen kaufen

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