Checkliste für werdende Eltern: Was du vor der Geburt organisieren solltest
Vor der Geburt gibt es einiges zu organisieren – bei so vielen Dingen geht schnell etwas unter. Irgendwo liegt noch ein Antrag, die Kliniktasche ist halb gepackt und plötzlich fällt dir ein, dass du noch keine Babyschale fürs Auto hast. In dieser Checkliste für werdende Eltern erfährst du, was du wirklich vor der Geburt klären solltest, welche Anträge du schon vorbereiten kannst und woran du bei Kita, Versicherungen, Auto, Erstausstattung und Kliniktasche denken solltest.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Checkliste
- Elternzeit beim Arbeitgeber anmelden
- Elterngeldantrag vorbereiten
- Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragen
- Unterlagen für das Kindergeld bereitlegen
- Hebamme für die Wochenbettbetreuung suchen
- Geburtsklinik oder Geburtshaus auswählen und anmelden
- Geburtsvorbereitungskurs buchen
- Erstausstattung besorgen
- Versicherungen prüfen
- Unterlagen für die Geburtsurkunde zusammensuchen
- Bei unverheirateten Eltern: Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung
- Anmeldefristen für den Kita-Platz klären
- Kliniktasche packen
- Vorräte auffüllen und die ersten Tage zu Hause vorbereiten
1. Kümmere dich zuerst um Fristen und Anträge
Deine To-do-Liste sollte immer mit den Punkten starten, die Fristen haben und mit Anträgen, die rechtzeitig abgeschickt werden müssen. Besonders wichtig ist hier die Elternzeit. Möchtest du nach der Geburt Elternzeit nehmen, kläre früh, wann sie beginnen soll. Für Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre gilt grundsätzlich eine Anmeldefrist von sieben Wochen.
Für den Vater beziehungsweise den Elternteil, der das Kind nicht zur Welt bringt und direkt ab der Geburt Elternzeit nehmen möchte, bedeutet das: Die Anmeldung sollte spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beim Arbeitgeber eingehen.
Für die Mutter beginnt die Elternzeit normalerweise erst im Anschluss an den Mutterschutz. Dadurch ergeben sich andere zeitliche Abläufe.
Auch den Elterngeldantrag kannst du schon vorbereiten. Infos dazu findest Du in der Regel im offiziellen Portal Deines Bundeslandes.
Abschicken kannst du ihn zwar erst nach der Geburt, aber glaub mir, Du wirst nach der Geburt froh sein, wenn er schon vorbereitet ist und Du dann nur noch die Daten und Unterlagen Deines Kindes hinzufügen musst. Informiere dich bei deiner zuständigen Elterngeldstelle, welche Unterlagen du benötigst, und sammle Einkommensnachweise und Arbeitgeberbescheinigungen schon während der Schwangerschaft zusammen.
Der Antrag sollte dann nach der Geburt innerhalb von 3 Monaten eingereicht werden, denn solange wird maximal rückwirkend gezahlt.
Wenn du als Arbeitnehmerin gesetzlich krankenversichert bist, solltest du dich außerdem um das Mutterschaftsgeld kümmern. Für den Antrag benötigst du unter anderem eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin von deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme. Sobald du diese erhältst, kannst du den Antrag bei deiner Krankenkasse stellen.
Kindergeld beantragst du dagegen erst nach der Geburt. Du kannst dir den Antrag aber vorher ansehen und bereits zusammentragen, was du dafür benötigst. Das nimmt dir später zumindest einen Teil des Papierkrams ab. Zeit lassen solltest du dir trotzdem nicht unbegrenzt: Kindergeld wird höchstens sechs Monate rückwirkend ausgezahlt.
2. Hebamme und Geburtsort lieber früh organisieren
Je nach Region kann die Suche schwierig sein, weshalb du damit nicht bis zu den letzten Schwangerschaftswochen warten solltest. Ähnliches gilt für einen Geburtsvorbereitungskurs.
Außerdem solltest du dich informieren, wo du Dein Kind bekommen möchtest. Viele Kliniken veranstalten Informationsabende oder Kreißsaalführungen und ermöglichen eine Anmeldung bereits vor der Geburt.
Dabei musst du noch keinen perfekten Geburtsplan haben. Hilfreich ist vor allem, wenn du weißt, wo du voraussichtlich entbinden möchtest, ob eine Anmeldung notwendig ist, welche Unterlagen die Klinik benötigt und wie du im Ernstfall dorthin kommst.
3. Besorge die wichtigste Erstausstattung
Natürlich ist auch die Erstausstattung ein wichtiger Punkt und für die meisten wahrscheinlich der, der am meisten Freude macht. Süße Strampler kaufen, ein Babybett, Wickeltisch und vieles mehr. Gerade bei der Kleidung lohnt es sich, nach Babybasaren oder Flohmärkten Ausschau zu halten. Die Kleidung wurde oft nur wenige Male getragen, sieht aus wie neu und ist ein gutes Stück günstiger als im Laden.
Das Kinderzimmer muss nicht bis ins letzte Detail fertig sein. In den ersten Monaten benötigt dein Baby deutlich weniger, als viele Erstausstattungslisten vermuten lassen.
Eine umfassende Liste zur Erstausstattung für Neugeborene findest Du hier.
4. Prüfe, ob deine Versicherungen noch zu deiner Familie passen
Mit einem Kind verändert sich nicht nur dein Alltag. Auch bei einigen Versicherungen solltest du überprüfen, ob dein bisheriger Schutz noch zur neuen Situation passt. Die meisten denken da nur an die Krankenversicherung, aber auch ein Blick auf die anderen Versicherungen kann sich lohnen.
Zur Krankenversicherung: Sind beide Eltern gesetzlich versichert, ist häufig eine beitragsfreie Familienversicherung möglich. Bei anderen Konstellationen – beispielsweise wenn ein Elternteil privat versichert ist – können andere Voraussetzungen gelten. Kläre das am besten schon während der Schwangerschaft, die Anmeldung folgt dann nach der Geburt.
Schau außerdem nach, ob Kinder in deiner Privathaftpflicht mitversichert sind. Interessant ist dabei auch der Umgang mit sogenannten deliktunfähigen Kindern. Sehr kleine Kinder können rechtlich für verursachte Schäden noch nicht selbst verantwortlich gemacht werden. Familientarife können trotzdem Leistungen für solche Schäden vorsehen.
Auch die Kfz-Versicherung kannst du in diesem Zuge einmal prüfen. Was sich durch ein Kind verändert, merkst du schließlich besonders schnell am Auto. Plötzlich fahren Babyschale, Kinderwagen und Wickeltasche mit und später kommen Spielzeug, Snacks und Kinderelektronik dazu.
Neben klassischen Kriterien wie Deckung, Kaskoschutz, Mobilitätsgarantie und Selbstbeteiligung gibt es mittlerweile auch extra zugeschnittene Tarife mit zusätzlichen Leistungen für Familien, wie den Familiendeal von InShared.
Enthalten ist sogar mitfahrende Kinderelektronik wie eine Toniebox oder Kinderkopfhörer bis zu insgesamt 2.000 Euro je Versicherungsfall und Kindersitze bis zu 500 Euro. Auch Kinderwagen und Fahrradanhänger werden in diesem Zusammenhang berücksichtigt.
Du siehst also: Ein neuer Blick auf deine Versicherungen kann sich mit der neuen Familiensituation durchaus lohnen.
5. Lege wichtige Dokumente schon vorher bereit
Einiges kannst du erst nach der Geburt einreichen. Ich empfehle aber schon vorher alles zusammenzusuchen, was du bereits hast – Geburtsurkunden, Heiratsurkunde oder andere nötige Dokumente.
Informiere dich beim zuständigen Standesamt, welche Unterlagen für die Beurkundung der Geburt benötigt werden. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Familienstand und persönlicher Situation.
Wenn ihr nicht verheiratet seid, kommen zwei weitere Themen hinzu, die ihr bereits während der Schwangerschaft erledigen könnt.
Der Vater kann die Vaterschaft bereits vor der Geburt anerkennen. Die Beurkundung ist beispielsweise beim Jugendamt oder Standesamt möglich. Möchtet ihr das gemeinsame Sorgerecht, könnt ihr außerdem bereits vor der Geburt eine Sorgeerklärung abgeben.
6. Kinderbetreuung und Kita-Anmeldung
Es fühlt sich vielleicht merkwürdig an, bereits vor der Geburt über die Kita nachzudenken. Je nachdem, wo du wohnst und wann du wieder arbeiten möchtest, kann das aber sehr wichtig sein. Die Wartelisten sind teils sehr lang.
Die Vergabe von Betreuungsplätzen ist nicht überall gleich organisiert. Manche Städte und Gemeinden arbeiten mit zentralen Onlineportalen, andere Einrichtungen führen ihre Wartelisten selbst.
Du musst deshalb nicht zwangsläufig schon während der Schwangerschaft einen Tagesmutter- oder Kita-Platz beantragen. Du solltest aber herausfinden, ab wann eine Vormerkung möglich ist, ob es feste Anmeldefristen gibt und ob die Anmeldung zentral oder direkt bei den einzelnen Einrichtungen erfolgt.
7. Packe in den letzten Wochen die Kliniktasche
Wenn die größeren organisatorischen Themen erledigt sind, kannst du dich in den letzten Wochen auf die Dinge konzentrieren, die du rund um die Geburt direkt benötigst.
Die Kliniktasche sollte im letzten Trimester der Schwangerschaft so weit gepackt sein, dass du sie im Zweifel einfach mitnehmen kannst. Denke hier neben Kleidung für Dich und Dein Neugeborenes auch an Snacks und Ladekabel.
8. Bereite den Alltag nach der Geburt ein bisschen vor
Du kannst nicht alles planen, was dich in den ersten Wochen mit Baby erwartet. Ein paar Kleinigkeiten machen diese Zeit aber deutlich angenehmer.
Fülle grundlegende Vorräte zu Hause auf, erledige größere Einkäufe und friere vielleicht ein paar Mahlzeiten ein. Du wirst nach der Geburt über alles dankbar sein, das bereits erledigt ist. So könnt Ihr Euch als Familie ganz entspannt im neuen Familienalltag einfinden.
Was muss wirklich vor der Geburt erledigt sein?
Wenn dir jetzt wieder alles nach ziemlich viel klingt, hilft es, die Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit zu sortieren.
Zuerst kommen Fristen und Dinge mit langer Vorlaufzeit: Elternzeit, Mutterschaftsgeld, Hebamme und Geburtsort.
Danach kümmerst du dich um das, was du unmittelbar nach der Geburt brauchst: Schlafplatz, Kleidung, Windeln, Babyschale und die wichtigsten Dokumente.
Anschließend kannst du Versicherungen, Kinderbetreuung und die Organisation des Alltags durchgehen.
Und vieles, was auf klassischen Baby-Checklisten steht, kann tatsächlich warten. Dein Kind braucht nach der Geburt weder ein perfekt eingerichtetes Kinderzimmer noch zwanzig Outfits in unterschiedlichen Größen.
Wenn die wichtigen Formalitäten erledigt sind und die Grundausstattung bereitsteht, hast du den entscheidenden Teil bereits geschafft und kannst entspannt der Geburt entgegen sehen.
