Beikost einführen: Plan für das Zufüttern zum Stillen

baby isst brei
Wie ersetzt der Brei die Milch?

Wenn Sie Beikost einführen, ersetzen Sie nur langsam und Schritt für Schritt das Stillen oder das Fläschchen durch den Babybrei – der Stoffwechsel des Babys muss sich allmählich anpassen.

Was ist wichtig bei der Zubereitung des Breis?

Sie sollten auf jeden Fall auf Salz, Zucker und Brühe verzichten, wenn Sie die Babynahrung selber kochen.

Was ist bei der Beikosteinführung grundsätzlich zu beachten?

Neben den wichtigen Nährstoffen brauchen Babys mehr zu trinken, wenn sie mit der Beikost beginnen.

Sobald das Baby unruhig wird und zu verstehen gibt, dass es mehr als Milch möchte, sollten Sie die Beikost einführen. Es gibt dafür einen bewährten Baby-Beikostplan und Tabellen, an denen Sie sich orientieren können. Allerdings hängt viel auch vom Baby selbst ab.

Wir erklären Ihnen in diesen Artikel, was Sie beim Beikost einführen beachten müssen.

1. Ab diesem Moment können Sie die Beikost einführen

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) empfiehlt, dass Eltern ab dem fünften bis siebten Lebensmonat mit dem Zufüttern von Babybrei anfangen sollten. Etwa in diesem Zeitraum reichen die Nährstoffe allein in der Muttermilch nicht mehr für eine reibungslose Versorgung und Entwicklung aus . Das Baby selbst gibt Anzeichen dafür, dass es langsam andere Bedürfnisse bekommt:

  • Es beobachtet die Familie beim Essen und ahmt Kaubewegungen nach.
  • Es ist gierig, aber unkonzentriert beim Trinken und lässt sich leicht ablenken.
  • Es wacht wieder häufiger nachts auf und verlangt nach Brust oder Flasche.
  • Es greift nach dem Essen anderer und steckt es in den Mund, wenn es die Gelegenheit hat.

Wichtig für das Zufüttern von Babybrei ist allerdings, dass das Baby schon sitzen kann. Andernfalls müssten Sie es zum Füttern in einer halb sitzenden Position mit dem Arm stützen, und dabei ist die Gefahr des Verschluckens groß. Hier gibt es dazu eine ganze Menge spannende Infos:

2. Keine Panik, wenn nicht alles nach Plan verläuft

lachendes Baby hält Löffel
Ob Sie für Ihr Baby Beikost einführen sollten, werden Sie zweifelsfrei merken.

Das FKE ist ein Institut, das Normen bewertet und Empfehlungen ausspricht. Ihr Baby ist allerdings keine Maschine, sondern ein Individuum mit einer einzigartigen Entwicklung. Sitzt es schon mit vier Monaten und verlangt nachdrücklich nach einer ergänzenden Ernährung, können Sie durchaus schon mit der Gabe von Babybrei anfangen.

Andersherum kann es vorkommen, dass das Baby noch kein Interesse an anderer Nahrung als Milch findet und dem Plan hinterherhinkt. Dreht es sich mit geschlossenem Mund weg oder stößt es den Löffel fort, ist das ein klares Anzeichen. Versuchen Sie es einfach in einer bis zwei Wochen noch einmal.

Lediglich Kinder mit einer Erkrankung oder einer Behinderung brauchen unter Umständen die Energie, die ihnen hier entgeht – sprechen Sie darüber mit dem Kinderarzt.

Tipp: Achten Sie einfach auf die Signale, die Ihr Baby aussendet – diese können sich in diesem frühen Alter von Tag zu Tag ändern!

3. Diese Probleme können zu Anfang auftreten

baby mit spinat im gesicht
Essen lernen ist gar nicht so einfach.

Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für das Zufüttern von Babybrei. Stellen Sie sich darauf ein, dass das Baby anfänglich mindestens die Hälfte des Breis vom Löffel auf sein Lätzchen oder Ihren Schoß befördern wird.

Das liegt nicht etwa daran, dass es ihm nicht schmeckt, sondern daran, dass es bei der Saugbewegung an Brust oder Fläschchen die Zunge nach vorne schiebt: Es kennt nichts anderes. Die neue Bewegung für die Nahrungsaufnahme muss es erst einmal lernen.

Auch wenn Sie zunächst noch überwiegend stillen und zufüttern, kann es sein, dass das Baby erst einmal Probleme mit dem Stuhlgang bekommt. Das ist nichts Ungewöhnliches und darauf zurückzuführen, dass das Verdauungssystem bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich mit Milch beschäftigt war. Nur bei schweren und lang anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen; es könnte eine Allergie vorliegen.

4. Das ist bei der Einführung von Beikost zu beachten

Das Baby isst nicht von einem Tag auf den anderen Brei, es muss sich umgewöhnen. Seine Milch braucht es zunächst weiterhin, allerdings muss es nebenbei auch ausreichend Wasser oder ungesüßten Kräuter- bzw. Früchtetee trinken, wenn es Beikost bekommt. Und auch bei der Zusammensetzung der Nahrung und ihrer Reihenfolge sollten Sie die folgenden Tipps beachten.

4.1. So können Sie Schritt für Schritt die Beikost einführen

Lassen Sie Ihr Baby am besten mittags ein paar Löffel Brei probieren – so stellen Sie sicher, dass es nicht nachts mit Verdauungsproblemen kämpft. Für den Start eignet sich reiner, ungewürzter Gemüsebrei. Nimmt das Baby ihn an, ist die kleine Mahlzeit oft schon nach drei bis vier Löffeln wieder vorbei. Machen Sie sich wegen der geringen Menge keine Sorgen! Füttern Sie Ihr Baby rund 20 Minuten später noch einmal mit Milch, bis es satt ist.

Die Menge steigert das Baby meist von allein: Innerhalb der nächsten etwa ein bis zwei Wochen wird es wahrscheinlich schon 90 bis hin zu 180 Gramm Babybrei verzehren. Ab rund 90 Gramm können Sie dem Gemüse eine Kartoffel hinzufügen (und natürlich alles wieder sorgfältig pürieren). Eine weitere Woche später fügen Sie ein wenig Fleisch oder Fisch hinzu.

Tipp: Diese Angaben gelten alle ungefähr – Ihr Baby findet sein Tempo schon selbst.

4.2. Diese Reihenfolge sollten Sie einhalten, wenn Sie Beikost einführen

schale mit babybrei
Ungewürzter Gemüsebrei mag fade klingen, ist für Babys aber gut.

Sie beginnen mit dem Mittagessen: Wie oben beschrieben gibt es zunächst einen Gemüsebrei, dann einen Brei aus Gemüse und Kartoffeln und schließlich einen aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch. Fügen Sie keinesfalls schon zu Beginn Fleisch hinzu: Von den fremden Proteinen bekommt das Baby sonst leicht Verstopfung! Morgens, vormittags, nachmittags und abends bekommt das Baby weiterhin Milch.

Rund einen Monat später wird als Nächstes die Abendmahlzeit ersetzt, und zwar durch einen Brei aus Milch und Getreide. Hat das Baby sich an die neuen Zutaten gewohnt, können Sie vorsichtig etwas Obst hinzufügen. Wichtig ist, dass Sie auch hier alles sorgfältig pürieren. Brust oder Flasche bekommt das Baby morgens, vormittags und nachmittags.

Einen weiteren Monat später (etwa ab dem achten Monat) ersetzen Sie die Nachmittagsmilch durch einen Getreide-Obst-Brei. Er enthält keine Milch mehr, versorgt Ihr Kind aber mit Energie und wichtigen Vitaminen.

5. Dies sind einige einfache Beikost-Rezepte

viele Gläser mit Babybrei
Babybrei kann durchaus abwechslungsreich sein!

Es gibt viele Anbieter von Babynahrung, beispielsweise Hipp. Achten Sie darauf, dass der Babybrei keinen Zucker und kein Salz, aber alle wichtigen Nährstoffe enthält, ist gegen die Gläschen nichts einzuwenden. Möchten Sie die Babynahrung lieber selbst herstellen, gibt es hier einige einfache Rezepte für alle Breiarten.

Gemüsebrei: Kochen Sie 100 Gramm in Stücke geschnittene Möhren (oder Zucchini, Kürbis, Pastinaken, …) etwa zehn Minuten lang in wenig Wasser. Pürieren Sie sie fein und lassen Sie den Brei abkühlen, bis er mundwarm ist.

Tipp: Ist die Zeit gekommen, Kartoffel hinzuzufügen, kochen Sie 50 Gramm davon weich, geben sie zum Gemüse und pürieren auch sie.


Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei: Nehmen Sie 80 Gramm Gemüse Ihrer Wahl und kochen es ebenso wie 50 Gramm Kartoffeln und 20 Gramm Fleisch (Rind, Huhn, Pute oder Lamm) bzw. 20 Gramm Fisch, beispielsweise Lachs. Pürieren Sie alles sorgfältig, ehe Sie einen Schuss Obstsaft mit Vitamin C hinzugeben und einen Teelöffel Rapsöl einrühren.

Milchbrei mit Getreide: Haferflocken, Hirse, Grieß – kochen Sie 30 Gramm des Getreides Ihrer Wahl in Milch auf und lassen Sie es drei Minuten lang quellen. Nach der ersten Woche können Sie etwas Obst hinzufügen.

Getreidebrei mit Obst: Kochen Sie 30 Gramm Getreide in 150 ml Wasser auf, lassen es quellen, fügen etwas Obst hinzu und pürieren alles sorgfältig. Etwas Rapsöl erleichtert die Vitaminaufnahme.

6. Empfehlung der Redaktion: Beikost selber zubereiten

Das große Buch von Babybrei & Beikost: Sicherer Einstieg mit Empfehlungen, Beikostplan und über 70 Rezepten für Babybrei, Fingerfood und Familiengerichte (umfassende Ausgabe)
  • Natalie Stadelmann
  • Herausgeber: Pichler Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
  • Auflage Nr. 1 (08.01.2019)
  • Taschenbuch: 192 Seiten
Kochen für Babys (GU KüchenRatgeber)
  • Dagmar von Cramm
  • Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Auflage Nr. 2 (05.02.2019)
  • Taschenbuch: 64 Seiten
Babybrei: Der sichere Einstieg in die Beikost. Informationen, Empfehlungen, die besten Rezepte
  • Natalie Stadelmann
  • Herausgeber: Edition Styria
  • Taschenbuch: 152 Seiten
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