Babyzeichensprache: Hintergründe und Tipps zum Lernen der Zwergensprache

kind macht babyzeichensprache
Was ist Babyzeichensprache?

Die Babyzeichensprache ist eine geeignetes Mittel, um mit Babys zu kommunizieren, die noch nicht sprechen können. Dazu werden Zeichen für verschiedene Grundbedürfnisse erlernt, sodass ein Baby die Möglichkeit hat, sich auszudrücken.

Macht es Sinn, Babys die Zwergensprache beizubringen?

Natürlich ist es kein Zwang, dass Ihr Kind Babyzeichensprache lernt. Es ist jedoch eine gute Möglichkeit, um so früh wie möglich miteinander kommunizieren zu können. Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass sich der Einsatz von Gesten und Zeichen positiv auf den Wortschatz eines Kindes auswirkt.

Welche Angebote gibt es, um Babyzeichensprache zu lernen?

Eine erste Möglichkeit ist es, die Handzeichen mithilfe eines Buchs oder einer App zu erlernen. Sie können jedoch auch einen entsprechenden Kurs besuchen. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich mit anderen Eltern austauschen können.

Wenn das Baby schreit, wissen viele Eltern nicht, was es in diesem Moment möchte. Nacheinander werden alle Grundbedürfnisse geprüft. Hat das Baby Hunger? Ist die Windel voll? Oder braucht es einfach nur Zuwendung? Nur allzu gern möchten Eltern ihre Kleinen auf Anhieb verstehen. Dies soll mithilfe der Babyzeichensprache ermöglicht werden.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, worum es sich bei der Babyzeichensprache handelt und wie Sie und Ihr Kind diese ganz einfach erlernen können. Zusätzlich klären wir inwiefern das Erlernen dieser „Sprache“ sinnvoll ist.

1. Babyzeichensprache als erste Möglichkeit zur Kommunikation

Babyzeichensprache als eigenständige Sprache?

Auch wenn die Zwergensprache eine Form der Gebärdensprache ist, so fehlen ihr dennoch wichtige Kriterien, die erfüllt sein müssen. So gibt es beispielsweise lediglich einzelne Zeichen und keine grammatikalischen Strukturen.

Kinder lernen erst ab einem Alter von etwa ein bis zwei Jahren sprechen. Das bedeutet, dass sie bis dahin nur begrenzt in der Lage sind, mit ihren Eltern und den Menschen in ihrer Umgebung zu kommunizieren. Dies kann gerade in Situationen, in denen ein Baby etwas Bestimmtes haben möchte, zu einem Problem werden.

Aus diesem Grund wurde in den 1980er Jahren in den USA die sogenannte Babyzeichensprache entwickelt. Mithilfe von verschiedenen Zeichen sollen Kinder lernen, ihren Eltern ihre Bedürfnisse mitzuteilen. Damit kann die Babyzeichensprache als erste Kommunikation zwischen Eltern und Kind bezeichnet werden.

Die Idee, Zeichen zu benutzen, liegt dabei sehr nahe. Um mit anderen zu kommunizieren benutzen auch Erwachsene nicht nur Worte. Etwa 55% der menschlichen Kommunikation findet über Körpersprache, Mimik und Gestik statt. Dabei verwenden wir diese häufig, um unsere Sprache bildlich zu unterstützen.

Dass die meisten Eltern bereits Babyzeichensprache benutzen, ist den wenigsten bewusst. So nutzen fast alle Eltern das typische „Winke-Winke“, um ihrem Kind beizubringen, sich von anderen zu verabschieden. Warum also nicht diese Babyzeichen nutzen, um den Alltag zu erleichtern?

2. Zwergensprache – sinnvoll oder Ergebnis des Frühförderwahns?

baby verstaendigt sich mithilfe von zeichen

Wenn Babys ihre Bedürfnisse mitteilen können, dann dies den Alltag deutlich erleichtern.

Ob das Erlernen der Babyzeichensprache notwendig und sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten. Während Babyzeichensprache in Amerika selbstverständlich ist, gibt es hierzulande viele Kritiker dieses Frühförderkonzepts. Sie kritisieren vor allem, dass diese künstliche Art der Kommunikation völlig überflüssig ist, da Kinder sehr schnell lernen, normal zu kommunizieren.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Babys durch das Erlernen der Babyzeichensprache einem gewissen Lerndruck ausgesetzt sind. Die Eltern warten manchmal verzweifelt darauf, dass ihr Baby ihnen endlich ein Zeichen gibt. Dies kann zu Frustration und Stress führen.

Es gibt jedoch auch viele Stimmen, die die Handzeichen für Babys befürworten. Dass Babys und ihre Eltern über Zeichen kommunizieren, bevor die Sprache als Kommunikationsmittel eingesetzt wird, kann den Alltag enorm erleichtern. Eltern müssen kein Rätselraten mehr machen, da ihre Kinder ihre Bedürfnisse mitteilen können.

In einer Studie der University of Chicago haben Wissenschaftlerinnen zudem untersucht, inwiefern sich Gesten und Handzeichen auf die Sprachentwicklung von Kindern auswirken. Dabei kam heraus, dass Kinder, deren Eltern viele Begriffe mit Gesten verknüpfen, einen größeren Wortschatz haben.

3. Babyzeichensprache lernen

Kinder können die Babyzeichensprache bereits ab einem Alter von etwa sechs Monaten lernen. Dies ist jedoch nur ein Richtwert, da sich Kinder sehr unterschiedlich schnell entwickeln. Sie sollten den Zeitpunkt so wählen, dass Ihr Kind bereits alle notwendigen motorischen Fähigkeiten besitzt und in der Lage ist, Blickkontakt mit Ihnen zu halten.

Die Kinder verstehen häufig bereits nach wenigen Wochen, was die Zeichen zu bedeuten haben und in welchen Situationen sie verwendet werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Babyzeichensprache zu lernen. Sie können dies für sich Zuhause machen oder einen speziellen Kurs besuchen.

3.1. Bücher, Apps und Videos nutzen

mutter mit ihrem baby am smartphone

Viele Apps bieten zusätzlich hilfreiche Tipps und Anregung für die Verwendung der Babyzeichensprache.

Viele Eltern haben bereits gute Erfahrungen mit der Benutzung eines Buches bzw. mit der Verwendung einer App gemacht. Es gibt viele gute Bücher, mit denen Sie die Babyzeichensprache ganz einfach Zuhause lernen können.

Natürlich gibt es mittlerweile auch viele gute Apps, mit denen Sie Baby-Handzeichen lernen können. Diese Apps bieten oft den Vorteil, dass sie Videos enthalten, die die einzelnen Zeichen besser veranschaulichen als Bücher.

Die wichtigsten Zeichen für den Anfang sind:

  • Hunger
  • Trinken
  • Pipi
  • Müde
  • Mehr

Wie die einzelnen Handzeichen beim Baby aussehen können, sehen Sie in diesem Video:

3.2. Einen Kurs besuchen

Viele Eltern nutzen auch gerne die Möglichkeit, einen speziellen Kurs zu besuchen. Diese finden in der Regel einmal wöchentlich statt. In diesen Kursen oder Workshops lernen Mütter und ihre Kinder auf spielerische Weise die ersten Grundbegriffe kennen. Zum Einsatz kommen Fingerspiele und einfache Lieder.

Der Besuch eines Kurses bietet den Vorteil, dass Sie mit anderen Elternteilen in Kontakt kommen und sich mit diesen austauschen können. Auch erste Erfolge können in diesen Kursen geteilt werden. Zusätzlich bekommen Sie viele wertvolle Tipps, die Sie Zuhause anwenden können.

Die Kursleiter/innen haben in der Regel eine spezielle Ausbildung absolviert, sodass sie entsprechend fachkundig sind. Einen Zwergensprache-Kurs in Ihrer Nähe finden Sie hier. Die Kosten für einen 10- bis 12-stündigen Kurs betragen durchschnittlich etwa 8o bis 100 Euro.

4. Tipps, wie das Lernen der Zwergensprache besonders gut gelingt

mutter lernt mit ihrem kind babyzeichensprache

Achten Sie darauf, dass das Lernen stets spielerisch bleibt.

Einem Kind Babyzeichensprache beizubringen, ist nicht immer einfach. Daher möchten wir Ihnen im Folgenden ein paar Tipps geben, wie das Lernen zum Kinderspiel wird.

  • Üben und Wiederholen: Übung macht den Meister; dies gilt auch für das Erlernen der Babyzeichensprache. Erwähnen Sie die Begriffe und die Zeichen in so vielen Situationen wie möglich. Je öfter Ihr Kind das Zeichen sieht, desto schneller lernt es, was dieses bedeutet.
  • Wort und Zeichen verknüpfen: Wichtig ist außerdem, dass Sie nicht nur das Zeichen zeigen, sondern dabei auch immer wieder das Wort wiederholen. Auf diese Weise lernt Ihr Kind von Anfang an, dass es für das Bedürfnis nicht nur ein Zeichen, sondern auch ein Wort gibt.
  • Geduldig sein: Die meisten Eltern glauben, dass ihr Kind jedes Zeichen sofort verstehen sollte. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Zuerst einmal lernen alle Kinder in einem unterschiedlichen Tempo. Außerdem kann es vorkommen, dass ein Kind ein Zeichen völlig ignoriert und außen vorlässt. Dies ist normal und sollte respektiert werden.
  • Sprache nicht vergessen: Auch wenn Sie den Fokus zunächst auf die Zeichen setzen, sollten Sie die gesprochene Sprache niemals außen vorlassen. Babyzeichensprache darf die Sprache nicht ersetzen. Neben der Zeichensprache sollten Sie daher möglichst viel mit Ihrem Kind sprechen, ihm Geschichten vorlesen oder Spiele zur Sprachentwicklung spielen.

5. Weiterführende Literatur zur Babyzeichensprache

Das große Buch der Babyzeichen: Mit Babys kommunizieren bevor sie sprechen können
  • 360 Seiten - 01.09.2007 (Veröffentlichungsdatum) - Verlag Karin Kestner (Herausgeber)
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