Baby nimmt nicht zu: Ursachen für die ausbleibende Gewichtszunahme

kind auf babywaage
Warum wiegt ein Baby im Bauch mehr als einige Tage nach der Geburt?

Da ein Kind sich in den ersten Tagen an die neue Nahrungsaufnahme gewöhnen muss, kann es zu einer Gewichtsreduktion um bis zu 10% kommen. Mit etwa 10 bis 14 Tagen sollte ein Baby das Geburtsgewicht jedoch wieder erreicht haben.

Mein Baby nimmt nicht zu. Welche Ursachen können dafür verantwortlich sein?

Dass ein Säugling nicht an Gewicht zunimmt, kann daran liegen, dass eine Mutter Probleme beim Stillen hat oder falsche Mengen verabreicht werden. Nur in sehr seltenen Fällen handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung.

Was kann ich tun, wenn mein Kind nicht genug zunimmt?

Wenden Sie sich in dieser Situation unbedingt an Ihren Kinderarzt. Dieser kann die Gründe für die unzureichende Gewichtszunahme feststellen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Bekommt Ihr Baby zu wenig Nahrung, sollten Sie die Trinkmenge unbedingt erhöhen.

Jedes Baby wächst unterschiedlich schnell, sodass auch die Gewichtszunahme sehr individuell sein kann. Es kann jedoch auch vorkommen, dass ein Baby nicht oder nur sehr wenig zunimmt. Dafür können verschiedene Ursachen infrage kommen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie viel ein Säugling in den ersten Wochen und Monaten zunehmen sollte und welche Ursachen dafür verantwortlich sein können, wenn es Probleme hinsichtlich der Gewichtszunahme gibt. Zusätzlich bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um die Zunahme Ihres Babys voranzutreiben.

1. Nach der Geburt verlieren Säuglinge zunächst an Gewicht

Geburtsgewicht steigt nur sehr langsam

Laut einer aktuellen Studie ist noch jedes siebte Baby bei der Geburt zu leicht. Jährlich geht die Rate nur um etwa 1,23 % zurück. Besonders schwierig ist die Situation in Südasien. Aber auch in wohlhabenden Ländern sind kaum Fortschritte zu vermerken.

Kommt ein Baby gesund und munter auf die Welt, sind Eltern zunächst einmal glücklich, dass die Schwangerschaft und die Geburt ohne Komplikationen abgelaufen sind. In den folgenden Wochen machen sich viele Mütter und Väter jedoch sorgen, ob ihr Kind genügend an Gewicht zunimmt.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Säugling nach der Geburt zunächst einmal abnimmt und bis zu 10 % des Geburtsgewichts verlieren kann. Dies ist völlig normal und sollte Sie keineswegs beunruhigen. Dass das Baby an Gewicht verliert, liegt daran, dass sich der Organismus erst daran gewöhnen muss, dass die Nahrung nun über den Magen aufgenommen wird. Mit etwa 2 Wochen sollte Ihr Kind das Geburtsgewicht wieder erreicht haben.

In den darauffolgenden Wochen und Monaten nehmen gesunde Säuglinge kontinuierlich an Gewicht zu. In den ersten Lebenswochen beträgt die Gewichtszunahme etwa 150 g pro Woche. Wenn Sie stillen ist ein Zufüttern mit der Flasche zu Beginn in der Regel nicht notwendig. Mit 3 Monaten wiegen Babys im Durchschnitt etwa 5,5-6 kg.

Ein Baby wird bei allen Vorsorgeuntersuchungen gewogen und vermessen. Die Werte werden in das U-Heft eingetragen, sodass sie mit den Durchschnittswerten verglichen werden können. Möchten Sie zusätzlich Zuhause das Gewicht Ihres Kindes messen, sollten Sie darauf achten, dass die Messung immer zur gleichen Zeit und mit der gleichen Waage erfolgt.

Achtung: Verliert Ihr Kind mehr als 10 % des Geburtsgewichts, sollten Sie dies unbedingt ärztlich abklären lassen.

2. Ursachen, die für eine Gedeihstörung verantwortlich sein können

Natürlich ist eine Mutter sofort beunruhigt, wenn ihr Kind trotz viel Milch und viel Stuhlgang nicht an Gewicht zunimmt. Es gibt viele verschiedene Gründe dafür, dass ein Baby nicht zunimmt. Die meisten Ursachen sind harmlos und lassen sich gut behandeln.

Sobald Sie merken, dass Ihr Kind nicht genug an Gewicht zunimmt, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Eine Unterernährung wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Kindes aus und kann drastische Folgen haben.

2.1. Stillprobleme

mutter stillt ihr baby

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind beim Stillen richtig andockt.

Nimmt Ihr Baby nicht zu, liegt zunächst einmal die Vermutung nahe, dass es nicht genug Nahrung bekommt. In der Regel nehmen Stillkinder in den ersten Wochen und Monaten im Schnitt mehr zu als Flaschenkinder.

Allerdings kann die Menge, die ein Baby beim Stillen zu sich nimmt, schlecht abgeschätzt werden. Dies kann dazu führen, dass ein Säugling auf Dauer zu wenig trinkt und dementsprechend nicht zunimmt. Sie erkennen dies häufig daran, dass Ihr Baby bereits kurz nach dem Stillen schreit und unruhig ist.

Probleme beim Stillen können sich auch dadurch ergeben, dass ein Baby die Brust nicht nimmt oder die Brustwarze nicht richtig zu fassen bekommt. Ist zu wenig Muttermilch in der Brust, können Sie die Milchproduktion durch verschiedene Maßnahmen anregen.

2.2. Falsche Mengen beim Flaschenkind

babynahrung mit flaeschchen

Halten Sie sich unbedingt an die vorgeschriebenen Mengenangaben.

Bei einem Flaschenkind kann es wiederum zu ganz anderen Schwierigkeiten kommen. Ein großer Vorteil der Flaschenfütterung ist es, dass Eltern ganz genau beobachten können, wie viel Nahrung ein Kind zu sich nimmt.

Dieser Vorteil kann jedoch auch ganz schnell zum Nachteil werden. Achten Eltern nicht auf die Angaben auf der Verpackung, kann es sehr schnell zu einer Unter- oder Überernährung kommen. Ein Baby sollte sich zudem nicht an bestimmte Essenszeiten halten müssen, sondern sollte gefüttert werden, wenn es Hunger hat.

2.3. Erkrankungen, die zu Mangelerscheinungen führen

Wenn Ihr Baby trotz viel Milch nicht an Gewicht zunimmt, kann auch eine Gedeihstörung für dieses Problem verantwortlich sein. Um solch eine Störung handelt es sich, wenn ein Kind aufgrund eines Nährstoffmangels nicht zunimmt oder sogar an Gewicht verliert.

Folgende Krankheiten können die Nährstoffaufnahme negativ beeinflussen:

  • Zöliakie
  • Angeborene Stoffwechselerkrankung
  • Autoimmunerkrankung
  • Refluxkrankheit oder chronische Darmentzündungen
  • Organstörungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Psychische Probleme (Stress, emotionale Belastungen)

Diese Erkrankungen sind nur in sehr seltenen Fällen Ursache für eine stagnierende Gewichtszunahme. In der Regel gibt es harmlose Gründe für dieses Problem.

3. Bei Problemen einen Kinderarzt aufsuchen

baby auf einer waage beim kinderarzt

Zögern Sie nicht damit, zum Kinderarzt zu gehen, wenn Ihr Baby nicht genug zunimmt.

In den ersten Lebenswochen und -monaten sollten Sie das Gewicht Ihres Babys unbedingt im Auge behalten. Achten Sie zusätzlich darauf, wie sich Ihr Kind den Tag über verhält und mit der Zeit entwickelt.

Bemerken Sie, dass Ihr Baby nicht genügend zunimmt, sollten Sie nicht zu lange abwarten, sondern so schnell wie möglich ihren Kinderarzt aufsuchen. Zusätzlich können Sie Ihre derzeitige Fütterungssituation überprüfen, um die jeweilige Ursache ausfindig zu machen.

Ob ein Kind genügend Milch bekommt, können Sie an der Anzahl der nassen Windeln erkennen. An einem Tag sollten Sie mindestens fünf Windeln verbrauchen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie die Menge unbedingt erhöhen. Reicht die Menge der Muttermilch nicht aus, müssen Sie im Zweifelsfall künstliche Säuglingsnahrung zufüttern.

Um den Milchfluss anzuregen, können Sie feuchtwarme Umschläge machen und regelmäßig leichte Brustmassagen durchführen. Zusätzlich sollten Sie Ihr Kind häufiger anlegen und eventuell die Stillposition wechseln. Benötigen Sie eine Stillberatung, können Sie sich auch jederzeit an Ihre Hebamme wenden.

4. Weiterführende Literatur zum richtigen Stillen

Intuitives Stillen: Einfach und entspannt - Dem eigenen Gefühl vertrauen - Die Beziehung zum Baby stärken
  • Regine Gresens
  • Herausgeber: Kösel-Verlag
  • Auflage Nr. 4 (03.10.2016)
  • Broschiert: 160 Seiten
Das Stillbuch: Vollständig überarbeitete Neuausgabe
  • Hannah Lothrop
  • Herausgeber: Kösel-Verlag
  • Auflage Nr. 3 (31.10.2016)
  • Broschiert: 400 Seiten
Stillen: Einfühlsame Begleitung durch alle Phasen der Stillzeit
  • Márta Guóth-Gumberger, Elizabeth Hormann
  • Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Auflage Nr. 6 (06.09.2014)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

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