Baby fördern: Säuglinge frühzeitig in der Entwicklung fördern

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
baby foerdern
Wie lernwillig sind Babys?

Babys sind von Natur aus sehr neugierig, was das aktive Fördern sehr einfach gestaltet. Sie fördern Ihr Kind bereits, indem Sie viel Zeit mit ihm verbringen und viele Beschäftigungsmöglichkeiten und Eindrücke bieten.

In welchen Bereichen kann ein Baby gefördert werden?

Ein Baby lernt im ersten Lebensjahr besonders schnell. Um die Neugier und die Aufnahmebereitschaft Ihres Kindes zu nutzen, sollten Sie bereits in den ersten Wochen mit der Förderung beginnen. So können Sie vor allem die visuelle Wahrnehmung, die Motorik und die die Sprachentwicklung aktiv fördern.

Inwiefern können Eltern es mit dem Fördern übertreiben?

Durch die zahlreichen Angebote neigen einige Eltern dazu, es mit der Frühförderung zu übertreiben und entsprechend viele Kurse zu besuchen. Dies kann zu einer Reizüberflutung führen, welche sich wiederum negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt.

Die Entwicklung eines Babys schreitet vor allem im ersten Lebensjahr sehr schnell voran. Während ein Baby die erste Zeit nach der Geburt hauptsächlich mit schlafen und essen verbringt, macht es mit einem Jahr bereits die ersten Gehversuche. Wichtig ist, dass Eltern ihr Baby aktiv fördern.

In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Kind in den verschiedenen Bereichen fördern können. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Babykurse und Frühförderungsprogramme. Zusätzlich erläutern wir jedoch auch, inwiefern Sie es mit dem Fördern übertreiben können.


1. Babys haben Spaß am Lernen

neugieriges baby krabbelt ueber den boden

Babys sind von Natur aus neugierig und saugen alles in sich auf.

Drehen, greifen, krabbeln, laufen – ein Kind entwickelt sich innerhalb von nur 12 Monaten vom Neugeborenen bis hin zum Kleinkind. Diese rasante Entwicklung bringt auch erfahrene Eltern immer noch zum Staunen.

Das Schöne ist, dass Kinder von Natur aus viel lernen möchten und dies auch in gewisser Weise von ihren Eltern fordern. Bereits ein Säugling ist neugierig und möchte die neue Welt erkunden. Dies können Sie sich bei der aktiven Förderung zugute machen.

Ein Kind in seiner Entwicklung zu fördern, ist gar nicht so kompliziert und aufwendig, wie es vielleicht klingt. Eltern fördern ihr Kind ganz instinktiv, indem sie sich im Alltag sehr viel mit ihm beschäftigen. Ein Baby zeigt dabei sehr deutlich, wann es bereit ist. Eltern müssen lediglich lernen, diese Signale zu verstehen.

Auch wenn alle Kinder im Laufe Ihres Lebens die gleichen Entwicklungsschritte durchmachen, lernen sie stets in ihrem individuellen Tempo. Machen Sie sich daher keinen Stress, wenn Ihr Kind in einem Bereich etwas spät dran ist.

2. Frühförderung – in diesen Bereichen können Sie Ihr Baby fördern

Es ist ganz natürlich, dass die meisten Eltern ihr Kind bestmöglich fördern und ihnen damit einen optimalen Start ins Leben bieten möchten. Viele sind sich jedoch unsicher, in welchen Bereichen und mit welchen Übungen sie ihr Kind unterstützen können.

Daher möchten wir Ihnen im Folgenden ein paar Tipps geben, wie Sie Ihr Kind spielerisch fördern und damit in verschiedenen Entwicklungsbereichen zur Seite stehen können.

Wie Sie die Intelligenz Ihres Kindes spielerisch fördern, sehen Sie in diesem Video:

2.1. Die visuelle Wahrnehmung schulen

Auch wenn sich die Augen eines Babys bereits in der Schwangerschaft entwickeln, können Sie bei der Geburt noch sehr wenig sehen. In den ersten Wochen erkennen Babys lediglich Schwarz-, Weiß- und Grau-Töne. Erst in einem Alter von etwa zwei bis drei Monaten können sie Farbnuancen erkennen.

Um ein Baby in der Sehentwicklung zu fördern, können Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes mit einer Rassel erregen. Bewegen Sie den Gegenstand von links nach rechts und zurück, sodass Ihr Kind lernt, diesem mit den Augen zu folgen. Visuelle Reize können Sie Ihrem Baby auch durch ein buntes Mobile bieten.

Erst durch die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung sind Kinder in der Lage, Personen bewusst anzulächeln oder nach Gegenständen zu greifen. Daher stellt die Entwicklung in diesem Bereich einen wichtigen Meilenstein dar.

Achten Sie jedoch darauf, dass Babys zu Anfang nur im Nahbereich von etwa 30 Zentimetern scharf sehen können. Führen Sie Spielzeuge und Kuscheltiere daher so nah wie möglich an Ihr Kind heran.

2.2. Babys motorisch fördern

baby spielt mit baukloetzen

Das Spielen mit Bauklötzen kann die motorischen Fähigkeiten enorm verbessern.

Bereits Neugeborene haben einen ganz natürlichen Bewegungsdrang, dem sie ihren Fähigkeiten entsprechend freien Lauf lassen. Zu Anfang strampeln sie und führen Ruderbewegungen mit ihren Armen aus. Um Ihr Baby zu fördern, können Sie Ihr Kind so häufig wie möglich auf dem Wickeltisch oder einer Krabbeldecke strampeln lassen.

Nach den ersten Sitzversuchen mit circa sechs Monaten wird der Drang immer größer, den Bewegungsradius zu vergrößern. Im Alter von etwa zehn Monaten beginnen die meisten Kinder zu krabbeln, indem sie zunächst in den Vierfüßlerstand gehen. Motivieren Sie Ihr Kind sich weiter fortzubewegen, indem Sie beispielsweise Stoffbälle über den Boden rollen oder Spielzeuge verstecken.

Wenn ein Kind richtig laufen kann, können Sie außerdem kreativ werden und Hindernisparcours in Ihrer Wohnung aufbauen. Versperren Sie den Weg beispielsweise mit Kissen, Decken oder leeren Kartons.

Durch die Aktivität des Kindes entwickeln sich gleichzeitig auch die motorischen Fähigkeiten. Neben der Entwicklung der Grobmotorik bildet sich auch die Feinmotorik heraus. Kinder lernen nach Gegenständen zu greifen, diese zum Mund zu führen und den Pinzettengriff auszuführen.

Tipp: Es gibt spezielle Motorikspielzeuge, mit denen Sie die Entwicklung positiv beeinflussen können. Zudem eignen sich Spielbögen und einfache Fingerspiele, um die Motorik voranzutreiben.

2.3. Tipps zur sprachlichen Förderung

mutter spricht mit ihrem kleinen kind

Ein Baby lernt die Sprache umso besser und schneller je häufiger Sie mit ihm sprechen.

Bis zu einem Alter von drei Monaten kann ein Baby seine Bedürfnisse lediglich durch Schreien und Weinen mitteilen. Mit einem halben Jahr beginnt es zu brabbeln und verschiedene Tonlagen auszuprobieren. Um den ersten Geburtstag herum fängt ein Baby schließlich damit an, aus Silben und Lauten erste Wörter zu bilden.

Sie können Ihr Baby sprachlich fördern, indem Sie

  • möglichst viel mit Ihrem Kind sprechen.
  • Gegenstände aus der Umgebung benennen.
  • aus altersgerechten Kinderbüchern vorlesen.
  • gemeinsam Bilder- und Tastbücher anschauen.
  • das eigene Handeln in einfachen Sätzen sprachlich begleiten.
  • zusammen mit Ihrem Kind singen.
  • Korrekturen in Form von sprachlichen Verbesserungen vornehmen.

Je mehr Wörter ein Kind hört, desto besser kann sich das Gehirn entwickeln. Durch verschiedene Untersuchungen haben Wissenschaftler jedoch kürzlich herausgefunden, dass nicht nur die Wortanzahl, sondern auch die Häufigkeit der Wortwechsel eine große Rolle spielt. Im interaktiven Austausch kann Sprache dementsprechend wesentlich besser verarbeitet werden.

3. Frühförderung nicht übertreiben – wann Sie Ihr Kind überfordern

Zu viel Förderung ist schädlich für das Gehirn
Forscher der Yale University haben in einer Studie an Babymäusen herausgefunden, dass sich eine kognitive Überstimulierung negativ auf das kindliche Gehirn auswirken kann. Eine Reizüberflutung kann die Leistungsfähigkeit auf Dauer verändern. Laut den Wissenschaftlern lässt sich das Ergebnis dieser Untersuchung auch auf Menschen übertragen.

Ob Babyschwimmen, PEKiP oder DeLFI-Kurse – heutzutage gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Babykursen zur Frühförderung. In diesen treffen sich Eltern mit ihren Kindern wöchentlich, um die Sinne, die Motorik und die Sprachentwicklung zu fördern.

Um die kindliche Entwicklung zu fördern, kann der Besuch solcher Kurse durchaus sinnvoll sein. Zudem kommen Sie in Kontakt mit anderen Eltern, sodass Sie sich untereinander austauschen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie intensive Zeit mit Ihrem Kind verbringen und somit die Bindung zwischen Ihnen stärken.

Eltern können es jedoch auch mit der Förderung übertreiben. Mittlerweile herrscht ein regelrechter Frühförderungswahn, der bei einigen Kindern zu einer Reizüberflutung führen kann. Die Woche sollte daher keinesfalls mit den verschiedensten Babykursen gefüllt sein. Zwei Babykurse sind ein gesundes Mittelmaß.

Achtung: Zu viele Kurse können ein Baby sehr stressen. Es muss ausreichend freie Zeit zur Verfügung stehen, um das Erlebte verarbeiten zu können.

4. Weiterführende Literatur für frischgebackene Eltern

Bestseller Nr. 1
Übungssammlung Frühförderung: Kinder von 0-6 heilpädagogisch fördern (Beiträge zur Frühförderung interdisziplinär)
  • Klöck, Irene (Autor)
  • 277 Seiten - 13.01.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Ernst Reinhardt Verlag (Herausgeber)
Bestseller Nr. 2
Frühförderung konkret: 260 lebenspraktische Übungen für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen
  • Straßmeier, Walter (Autor)
  • 290 Seiten - 09.03.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Ernst Reinhardt Verlag (Herausgeber)
Bestseller Nr. 3
Handbuch interdisziplinäre Frühförderung (Beiträge zur Frühförderung interdisziplinär)
  • Sarimski, Klaus (Autor)
  • 459 Seiten - 15.05.2017 (Veröffentlichungsdatum) - Ernst Reinhardt Verlag (Herausgeber)
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Baby fördern: Säuglinge frühzeitig in der Entwicklung fördern
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