Ist Fernsehen schädlich für ein Baby? Darauf sollten Eltern achten

baby fernsehen
  • Babys benötigen noch keine Medien, wie den Fernseher oder das Internet. Ihnen reicht es vollkommen aus, wenn sie Kontakt zur Natur und zu anderen Menschen haben.
  • Kinder ahmen alles nach, was ihre Eltern machen. Wenn Sie den ganzen Tag verschiedene Medien konsumieren, gewöhnt sich ihr Kind automatisch daran.
  • Führen Sie Ihr Kind nur langsam und kontrolliert an Medien heran. Grundsätzlich sind für Kinder nur altersgerechte Programme empfehlenswert.

Das Handy, der Fernseher oder das Radio – Medien sind heutzutage allgegenwärtig. Da ist es schwierig, diese stets von Kindern fernzuhalten. Dennoch sollten Eltern gut darauf Acht geben, dass Ihr Baby keine Reizüberflutung erleidet. Aber ab wann darf ein Baby fernsehen? Und welche Programme sind geeignet?

In unserem Ratgeber möchten wir Ihnen gerne erklären, ab wann ein Baby fernsehen darf und inwiefern Eltern gute Vorbilder sein können. Zudem bekommen Sie Informationen darüber, warum das Fernsehen für ein Baby äußerst schädlich sein kann.

1. Babys benötigen in den ersten Monaten nur Liebe und Zuwendung

Mutter spielt mit ihrem kleinen Kind

Fördern Sie die Entwicklung Ihres Babys, indem Sie viel zusammen spielen.

Die Erziehung von Babys und Kleinkindern wird immer wieder heiß diskutiert. Während sich Mütter in einigen Aspekten im Großen und Ganzen einig sind, scheiden sich wiederum bei anderen Themen die Geister. Aber wie sieht es mit dem Fernsehen im Baby- und Kleinkindalter aus?

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt benötigen die Babys vor allem Liebe, Nähe und Geborgenheit. Sie sind glücklich, wenn diese Bedürfnisse gestillt werden. Im Laufe der Zeit bilden sich bei Babys langsam die verschiedenen Sinne aus. Durch das Heranführen an verschiedene Gegenstände, Formen und Farben können Sie diese Entwicklung bei Ihrem Kind unterstützen.

Babys reagieren sehr sensibel auf Geräusche und Bilder. Sie sind fasziniert davon, was in der Welt um sie herum passiert. Die Eindrücke des Tages verarbeitet das Gehirn während des Schlafs. Auf diese Weise tragen die Sinneserfahrungen zu einer positiven Entwicklung des Kindes bei.

Ein Fernseher ist für Kinder und Babys allerdings nicht geeignet, auch wenn sie diesen natürlich besonders interessant finden. Die Bildfolge ist für das kindliche Auge jedoch viel zu schnell, sodass das Baby gar nicht in der Lage ist, die Inhalte aufzunehmen.

Setzen Sie daher lieber auf Spielzeuge und Ausflüge in die freie Natur. Auf diese Weise lernen Kinder ihre Umwelt am besten kennen. Auch indem Sie viel mit Ihrem Kind reden, können Sie die Entwicklung optimal fördern.

Tipp: Ruhige, fröhliche und angenehme Musik, die in Maßen konsumiert wird, kann sich hingegen positiv auf das Verhalten der Kinder auswirken.

2. Eltern dienen als Vorbild

Familie an verschiedenen digitalen Geräten

Schon Babys nehmen wahr, dass Medien in der Familie eine große Rolle spielen.

In vielen Familien spielen Medien eine sehr große Rolle. Der Vater schaut Fußball im Fernsehen, die Mutter surft im Internet, der große Bruder spielt auf seinem Smartphone ein neues Spiel – so oder so ähnlich gestaltet sich oftmals die Freizeit.

Ein Baby oder Kleinkind saugt all diese Eindrücke geradezu auf. Es nimmt wahr, dass sich sowohl die Eltern als auch die älteren Geschwister mit diesen digitalen Geräten beschäftigen. Da Kinder nur durch Nachahmung lernen können, werden sie sich genau an diesem Verhalten orientieren.

Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihr Smartphone oder Tablet so oft es geht beiseitelegen, wenn Ihr Kind im Raum ist. Gleiches gilt natürlich für Filme und Serien im Fernsehen. Indem Sie Ihrem Kind zeigen, dass sich die Freizeit auch ohne Medien gestalten lässt, entwickelt Ihr Kind auch kein besonderes Verlangen danach.

Einige Eltern setzen ihre Kinder auch vor den Fernseher, um ihre Ruhe zu haben. Dies sollte zum Schutz der Kinder unbedingt vermieden werden.

3. Das Fernsehen kann sich negativ auf die Entwicklung des Babys auswirken

Fernsehen beim Stillen

Stillen kann sehr lange dauern und damit für Mütter sehr langweilig werden. In einer Umfrage kam heraus, dass 54% der Mütter nebenbei das Smartphone nutzen und 26% eine Sendung im Fernsehen gucken. Laut Ergebnissen der BLIKK-Studie 2017 kann dies dazu führen, dass das Baby schlechter schläft und weniger isst.

Während der Medienkonsum bei Erwachsenen keine gravierenden Folgen hat, kann die Reizüberflutung für Kinder enorm schädlich sein. Wenn Kinder beispielsweise ungeeignete Filme oder Serien gucken, kann dies zu nächtlichen Albträumen und Ängsten führen.

Auch im Hinblick auf das Lernen kann das Fernsehen negative Auswirkungen haben. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen hat 2006 eine Untersuchung mit etwa 6000 Grundschülern durchgeführt. Es kam heraus, dass Kinder, die einen eigenen Fernseher im Zimmer hatten, deutlich schlechtere Noten in Mathematik, Deutsch und Sachkunde aufwiesen.

Es wundert auch niemanden, dass sich Kinder, die viel fernsehen, wesentlich weniger bewegen. Zusätzlich essen sie vergleichsweise mehr Süßes, was dazu führt, dass der BMI dieser Kinder im Durchschnitt um 5% höher war als bei Kindern, die nur wenig Fernsehen schauen dürfen.

Ein weiteres Problem ist, dass Familien, die ständig den Fernseher laufen haben, wesentlich weniger miteinander reden. Das kann dazu führen, dass die Sprachentwicklung eines Babys verzögert ist. Wenn Eltern ihren Kindern regelmäßig Geschichten vorlesen, statt sie vor den Fernseher zu setzen, weisen Babys sogar einen 20%ig höheren Wortschatz auf.

Inwiefern sich digitale Medien auf die Entwicklung von Babys und Kleinkindern auswirken können, sehen Sie auch in dem folgenden Video:

4. Tipps, wie Sie den Fernsehkonsum altersgerecht gestalten können

kleines Mädchen schaut ein Kinderprogramm im Fernsehen

Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nur altersgerechte Sendungen schauen.

Natürlich leben wir in einer Welt, in der digitale Medien eine große Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten sie Kindern auch nicht völlig vorenthalten werden. Allerdings ist es notwendig, dass Kleinkinder behutsam an Medien herangeführt werden.

Babys und Kleinkinder müssen definitiv noch nicht fernsehen. Ab einem Alter von etwa drei Jahren können Sie langsam damit beginnen, die Kinder an einen Fernseher heranzuführen. Greifen Sie dabei jedoch unbedingt auf Kinderfernsehen zurück.

Ein geeignetes Kinderprogramm bieten beispielsweise Fernsehsender wie die ARD oder das ZDF an. Eine kostenpflichtige Alternative ist unter anderem Kividoo. Dabei handelt es sich um Kinderfernsehen auf Abruf. Sie können dort auf Serien, Filme und Hörspiele zurückgreifen, die speziell für Kinder geeignet sind. Damit Sie die volle Kontrolle über den Fernsehkonsum haben, können Sie Profile anlegen und Zeitbegrenzungen setzen. Das Kinder-TV-Programm weist zudem Altersempfehlungen auf.

Im Folgenden möchten wir Ihnen gerne einige Tipps mit auf den Weg geben:

  • Stellen Sie im Kinderzimmer keinen Fernseher auf.
  • Schalten Sie den Fernseher auch aus, wenn Ihr Baby schläft.
  • Lassen Sie Ihr drei- bis sechsjähriges Kind nicht länger als 30 Minuten pro Tag fernsehen.
  • Achten Sie darauf, dass ungeeignete Filme und Serien nicht laufen, wenn Ihr Kind anwesend ist.
  • Lassen Sie Ihr Baby oder Kleinkind nie unbeaufsichtigt fernsehen.
  • Vorlesen, Spielen oder kurzzeitiges Hören von Hörbüchern oder Musik sind sinnvolle Alternativen zum Fernsehen.

Tipp: Umfangreiche Informationen und Tipps zum Umgang mit dem Fernsehen finden Sie außerdem hier.

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