Baby ans eigene Bett gewöhnen: 3 hilfreiche Tipps

   
von Julie S. - letzte Aktualisierung:
baby ans eigene bett gewoehnen

Gerade im jungen Alter sind Kinder auf viel Körperkontakt und die Nähe zu den Eltern angewiesen. Das Baby zunächst mit im Elternbett schlafen zu lassen, ist besonders in den ersten Monaten auch sinnvoll, um sich nachts jederzeit zügig um die Bedürfnisse des Kindes kümmern zu können.

Doch früher oder später ist es an der Zeit, das Kind ans eigene Bett zu gewöhnen – und das kann für frisch gebackene Eltern zur echten Herausforderung werden. Wir geben Ihnen Tipps mit auf den Weg, mit denen Sie den Übergang vom Elternbett über das Beistellbett bis hin zum Bettchen im eigenen Zimmer des Kindes erleichtern können.

1. Der Zeitpunkt der Umgewöhnung ist individuell

baby ans eigene bett gewoehnen und alleine schlafen lassen

In den ersten Lebensmonaten brauchen Babys besonders viel Nähe, auch nachts.

Wenn man sich damit beschäftigt, wie das Baby ans eigene Bett gewöhnt werden kann, stellt sich zuallererst die Frage, wann der perfekte Zeitpunkt dafür ist. Wir nehmen die Antwort vorweg – den gibt es nicht. Jedes Kind hat einen individuellen Rhythmus und die Entwicklung verläuft unterschiedlich schnell.

In der Regel entwickeln Kinder irgendwann von selbst einen Drang nach Unabhängigkeit, doch einen starren Zeitpunkt dafür gibt es so nicht. Für die meisten Kinder wird es spätestens im Grundschulalter Zeit für ein eigenes Bett und Zimmer, obgleich es auch dann noch Ausnahmen geben kann, die das Kind ins Elternbett treibt.

Dass das Schlafen im Elternbett negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern hat, sie beispielsweise verwöhnt oder verweichlicht, ist ein Irrglaube. Insbesondere in den ersten 24 Monaten kann so eine tiefe emotionale Bindung aufgebaut werden, die Ihrem Kind nur zugutekommt. 

Zu früh sollten Babys aber keineswegs alleine schlafen: Vor allem Mütter neigen instinktiv dazu, schneller aufzuwachen, wenn sich z. B. die Atmung des Kindes verändert, können daher sofort reagieren, wenn das Baby im selben Zimmer schläft, und somit das Risiko des plötzlichen Kindstod minimieren.

Schläft das Baby von Anfang an im Elternbett, ist allerdings zu beachten, dass ein Bett für Erwachsene selten auf die Bedürfnisse eines Babys ausgelegt ist. Große Kissen, sehr weiche Matratzen oder flauschige Decken und Auflagen bergen die Gefahr, unbeabsichtigt die Atemöffnungen zu bedecken.

Ideal ist ein Beistellbett, das Sie mit einer hochwertigen Babymatratze ausstatten. Matratzen wie diese sind in der Regel fester, um ein zu starkes Einsinken des Kopfes zu verhindern, und verfügen über einen hautfreundlichen Bezug für empfindliche Babyhaut. Wird von Beginn an ein Beistellbett – wenn auch nur gelegentlich – benutzt, fällt auch die Umgewöhnung an den dauerhaften Schlafplatz leichter. 

2. Tipps zur Umgewöhnung ans eigene Bett für jedes Alter

Wenn Sie im Elternschlafzimmer etwas mehr Ruhe haben möchten und Sie das Gefühl haben, es ist an der Zeit, Ihr Baby ans eigene Bett zu gewöhnen, können Sie zunächst mit einem eigenen Bettchen im selben Zimmer beginnen.

Klappt es nachts mit dem Schlafen im eigenen Bett vorerst noch nicht optimal, kann auch zunächst nur der Mittagsschlaf im eigenen Bett stattfinden. Umso besser der Schlaf tagsüber dort funktioniert, desto leichter wird es auch nachts werden.

Tipp: Mit einem Bezug oder einem Spielzeug, das nach Mama riecht, kann Ihr Kind weiterhin die gewohnte Vertrautheit wahrnehmen.

Sinnvoll ist es, Routinen und kleine Zu-Bett-Geh-Rituale einzuführen, beispielsweise etwas vorsingen, vorlesen oder einfach zusammen kuscheln. So wird vor dem Schlafengehen noch einmal intensiv Zeit miteinander verbracht und das Schlafen im eigenen Bett mit positiven Gefühlen verknüpft.

kind an eigenes zimmer gewoehnen mit abendroutinen

Abendrituale helfen, das Einschlafen im eigenen Bett positiv zu konnotieren. 

Bei etwas älteren Kindern können ein nach den Wünschen des Kindes gestaltetes Zimmer oder besondere Bettwäsche Anreize bieten, das eigene Zimmer schmackhafter zu machen.

Orientieren Sie sich dabei nach den Vorlieben Ihres Kindes, beispielsweise nach den Hobbys, der Lieblingsfarbe oder einem Charakter aus einer Kinderserie. 

Eine langsame Gewöhnung ist meist effektiver als radikal zu sein. Jedes Kind braucht unterschiedlich viel Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Für den Anfang können daher vorerst feste Tage in der Woche ausgemacht werden, zu denen im eigenen Bett geschlafen wird, woraufhin wieder Tage folgen, zu denen im Elternbett geschlafen werden darf. Diese Zeiten können dann immer weiter ausgedehnt werden, bis Ihr Kind sich im eigenen Bett und Zimmer vollkommen wohl fühlt.

3. Nicht zu streng sein und Ausnahmen zulassen

Nachtängste sind normal

Im Alter zwischen drei und fünf Jahren fürchten Kinder sich oft vor der Dunkelheit. Gehen die Ängste aber mit Schweißausbrüchen, Übelkeit, Zittern oder Herzrasen einher, sollten Sie die Symptome mit Ihrem Kinderarzt besprechen.

Gerade im Kleinkind- und Grundschulalter sind Kinder hin und wieder geplagt von Albträumen oder nächtlichen Ängsten in der Dunkelheit.

Um Ihren Jüngsten auch dann zu vermitteln, dass das eigene Kinderzimmer ein sicherer Ort der Geborgenheit ist, können Sie zunächst mit kleineren Maßnahmen den Ängsten entgegenwirken.

Vielen Kindern hilft bereits ein kleines Nachtlicht für die Steckdose, dass nicht allzu hell leuchtet, aber ausreicht, um die Ängste vor der Dunkelheit zu bewältigen.

Auch Leuchtsterne an der Decke oder eine Lichterkette mit einem Timer können dem Wohlbefinden zugutekommen und beim Einschlafen helfen.

Ebenso haben sich auch Hörspiele, früher auf Kassetten, heutzutage in digitaler Form, als kleines Wundermittel beim Einschlafen bewiesen. Ist Ihr Kind auditativ erstmal auf eine spannende Geschichte fokussiert, vergisst es ganz schnell Gedanken über Monster unter dem Bett. Selbst im Erwachsenenalter ist es nicht selten, dass ein Hörspiel oder Podcast immer noch eine effektive Methode zum Einschlafen darstellt.

Und wenn Ihr Kind doch das ein oder andere Mal nachts wieder vor dem Elternbett stehen sollte, dürfen Sie auch Ausnahmen zulassen. Nach einem Albtraum oder während einer Krankheit sollten Sie Ihren Kleinen die Geborgenheit schenken, die sie in solchen Momenten brauchen.

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