Die autoritative Erziehung ist ein demokratischer Erziehungsstil. Die Methode stellt eine Mischung aus autoritärer Erziehung und permissiven Erziehungsstil dar.
Um den autoritativen Erziehungsstil im Alltag umzusetzen, ist es wichtig, dass Sie zwar Regeln durchsetzen, dabei aber auch stets flexibel bleiben.
Erziehen Sie Ihr Kind autoritativ, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im späteren Berufsleben erfolgreich wird, höher als bei anderen Erziehungsmethoden.
Die Erziehung beginnt bereits, wenn das Kind gerade auf die Welt kommt. Viele Eltern machen sich daher schon vor der Geburt Gedanken darüber, wie sie ihre Kinder erziehen möchten. In Erziehungsratgebern gibt es mittlerweile unzählig viele verschiedene Erziehungsmethoden. Der autoritative Erziehungsstil ist einer davon.
Eltern, die ihre Kinder nach dem autoritativen Erziehungsstil großziehen, haben zwar klare Regeln, schenken ihren Kindern aber auch viel Liebe und Zuneigung. Wir zeigen Ihnen Vor- und Nachteile dieses Erziehungsstils und geben Ihnen Tipps, wie Sie diesen im Alltag erfolgreich umsetzen können.
Inhaltsverzeichnis
Der autoritative Erziehungsstil zählt zu den demokratischen Erziehungsmethoden.
Ein gesundes Mittelmaß zwischen autoritärer und permissiver Erziehung – dies soll durch den autoritativen Erziehungsstil erreicht werden. Denn während autoritäre Eltern ihre Kinder durch Regeln, Strenge und hohe Erwartungen lenken, halten sich die Eltern beim permissiven Erziehungsstil eher zurück.
Beim autoritativen Erziehungsstil geht es hingegen darum, Kindern Grenzen zu setzen, dabei aber auch viel Unterstützung, Wärme und Liebe zu schenken. Der Begriff autoritative Erziehung wurde in den 1960 und 70er Jahren von der amerikanischen Entwicklungspsychologin Diana Baumrind geprägt. Nach ihren Vorstellungen sollten Vernunft und elterliche Macht ausbalanciert sein.
Kinder brauchen Grenzen – daran orientiert sich der autoritative Erziehungsstil. Daher setzen Eltern ihrer Kindern Grenzen, die klar definiert sind. Wenn Kinder gegen diese Regeln verstoßen, müssen sie damit rechnen, entsprechend bestraft zu werden. Gleichzeitig erhalten die Kinder jedoch auch viel Freiraum, um sich eigenständig zu entfalten. Eltern unterstützen ihre Kinder darin, selbstständig und selbstbewusst zu werden.
Folgende Merkmale kennzeichnen den autoritativen Erziehungsstil:
Erklären Sie Ihrem Kind auf liebevolle Weise, warum es wichtig ist, sich an Regeln zu halten.
Ein theoretisches Konzept ist gut und schön, manchmal ist es jedoch schwierig, die theoretischen Grundlagen in der Praxis umzusetzen. Folgendes Fallbeispiel kann als Grundsatz des autoritativen Erziehungsstils gelten:
Ihre Kinder spielen zusammen im Sandkasten. Jeder möchte das darin befindliche Spielzeug für sich haben. Erklären Sie daher, dass es nicht erlaubt ist, dem anderen Kind ein Spielzeug wegzunehmen. Macht ein Kind dies dennoch, darf es leider nicht mehr weiter im Sandkasten spielen.
An diesem Beispiel sehen Sie, dass es klare Grenzen gibt, die die Kinder einzuhalten haben. Wichtig ist aber auch, dass Sie erklären, welche Konsequenzen ein Regelverstoß nach sich zieht. So können die Kinder selbst entscheiden, wie sie sich verhalten möchten.
Dies ist jedoch nur eine Situation, die den autoritativen Erziehungsstil beschreibt. Im Folgenden bekommen Sie weitere Tipps, wie Sie es im Alltag schaffen, ihre Kinder entsprechend zu erziehen:
Der Erziehungsstil der Eltern wirkt sich auch auf die psychische Gesundheit der Kinder aus. In einer Studie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg haben Forscher herausgefunden, dass Kinder, die autoritativ erzogen werden, ein deutlich geringeres Risiko haben, sich selbst umzubringen.
Auch wenn es viele verschiedene Erziehungsmethoden gibt, die ihre Vorzüge haben, ist der autoritative Erziehungsstil insgesamt das erfolgreichste Modell, Kinder zu erziehen. Das liegt vor allem daran, dass die Kinder verantwortungsbewusst und selbstbewusst werden, wenn sie zwar Regeln befolgen müssen, aber dennoch ihre Freiheiten erhalten.
Besonders in Bezug auf das spätere Berufsleben werden die Vorteile des Erziehungsstils deutlich. Kinder, die autoritativ erzogen werden, können sich sehr gut in Hierarchien einordnen. Auf der anderen Seite sind sie jedoch auch fähig, Entscheidungen zu hinterfragen und gegebenenfalls eigene Interessen durchzusetzen.
Dadurch, dass sie gelernt haben, respektvoll zu sein, erkennen sie auch die Meinung ihrer Mitmenschen an. So können sie sehr gut im Team arbeiten und entsprechend Kompromisse schließen, die für beide Parteien akzeptabel sind.
Der autoritative Erziehungsstil weist wesentlich mehr Vorteile als Nachteile auf.
Anhand der Merkmale dieses Erziehungsstils haben Sie wahrscheinlich schon bemerkt, dass diese Art der Erziehung sehr viele Vorteile sowohl für die Eltern als auch für die Kinder mit sich bringt. Wenden Sie diese Erziehungsmethode richtig an, wachsen Ihre Sprösslinge zu selbstbewussten und kompetenten Kindern heran.
Natürlich ist es nicht immer leicht, konsequent zu handeln. Bei diesem Erziehungsstil sind jedoch nur wenige Ausnahmen erlaubt. Verstößt Ihr Kind gegen eine Regel, sollte dies im Normalfall entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. In einigen Situationen macht es jedoch vielleicht mehr Sinn, die Regeln an die gegebene Situation anzupassen.
Grundsätzlich ist es immer die Mischung, die zum größten Erfolg führt. Hin und wieder sollten auch kleine Ausnahmen möglich sein. Entscheiden Sie daher auch ab und zu aus dem Bauch heraus, ob ein entsprechendes Verhalten Ihres Kindes unbedingt bestraft werden muss.
Hier noch einmal ein kleiner Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile des autoritativen Erziehungsstils:
Eine Übersicht der unterschiedlichen Erziehungsstile finden Sie im folgenden Video:
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