Angst vor der Geburt: So überwinden Sie die Sorgen

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
angst vor geburt
Ist die Angst bei der 2. Geburt weniger ausgeprägt?

Ob die Angst bei der zweiten Geburt geringer ist, hängt davon ab, wie die Mutter die erste Geburt erlebt hat. Die gemachten Erfahrungen werden automatisch auf die folgende Entbindung übertragen.

Wie lässt sich die Angst vor der Geburt überwinden?

Um die Angst vor der Entbindung zu überwinden, sollten Sie sich vorab ausführlich informieren und das Gespräch mit Ihrer Hebamme suchen. Auch autogenes Training und positives Denken können die Ängste lindern.

In welchen Fällen ist eine Therapie anzuraten?

Wer unter einer besonders starken Furcht leidet, sollte sich unbedingt an einen Psychologen wenden. Das gilt vor allem dann, wenn die Angst Ihre Familienplanung beeinträchtigt. Durch eine Therapie kann die Angst in vielen Fällen überwunden werden.

Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto größer wird die Vorfreude darauf, das eigene Baby endlich in den Armen halten zu können. Gleichzeitig kommen jedoch auch Gefühle wie Angst und Beunruhigung auf. Wird die Angst vor der Geburt zu groß, sollten entsprechende Maßnahmen unternommen werden.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wovor die meisten Frauen in Bezug auf die Geburt Angst haben. Wir geben Ihnen Tipps, mit welchen einfachen Mitteln Sie Ihre Ängste lindern können und in welchen Fällen es besser ist, professionelle Hilfe aufzusuchen.


1. Die meisten Frauen haben ein mulmiges Gefühl

Der Einfluss von Angst auf den Geburtsverlauf

In einer norwegischen Studie konnten Forscher nachweisen, dass bei Frauen, die große Angst vor der Entbindung haben, der Geburtsvorgang länger ist. Im Schnitt lagen sie etwa eineinhalb Stunden länger in den Wehen als Frauen ohne Geburtsangst.

Die letzten Wochen der Schwangerschaft sind für Frauen besonders anstrengend, da Sie sich immer schlechter bewegen und teilweise kaum noch schlafen können. Während die Entbindung auf der einen Seite herbeigesehnt wird, wird aber auf der anderen Seite auch die Angst immer größer.

Eine Geburt ist ein großartiges und zugleich einzigartiges Ereignis, welches zweifelsohne mit Schmerzen verbunden ist. Die meisten Frauen haben ein mulmiges Gefühl, wenn Sie an den bevorstehenden Tag denken.

Die Angst vor den Geburtsschmerzen, vor möglichen Geburtskomplikationen und einer künstlichen Geburtseinleitung sind die größten Ängste, die Frauen in Bezug auf die Entbindung haben. Einige Frauen befürchten zudem, dass die Geburt zu lange dauert und sie die Prozedur nicht durchhalten.

Sie haben außerdem Angst, dass ein Dammschnitt oder womöglich ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Auch Frauen, die in der Schwangerschaft unter Hämorrhoiden leiden, haben Sorge, dass eine vaginale Geburt nicht möglich oder besonders schmerzhaft ist.

Die Angst vor der Geburt ist jedoch bei Frau zu Frau sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Ausmaß reicht von einer leichten Beunruhigung bis hin zu panischer Angst. Für eine möglichst stressfreie Geburt ist es jedoch wichtig, dass Sie sich Möglichkeiten suchen, um Ihre Ängste zu überwinden.

Bei manchen Frauen ist die Angst vor der Geburt so groß, dass sie darauf verzichten, eine Familie zu gründen. Besteht ein großer Kinderwunsch, sollten Sie sich daher unbedingt auf die Suche nach professioneller Hilfe machen.

In dem folgenden Video bekommen Sie viele weitere Informationen darüber, warum Sie vor der Geburt keine Angst haben müssen:

2. Gelassenheit vs. Angst – bei der 2. Geburt ist die Erfahrung entscheidend

junge schwangere frau mit ihrem mann und ihrem kind zuhause

Mütter, die eine schöne erste Geburt hatten, blicken wesentlich entspannter auf die nächste Entbindung.

Viele Menschen sind der Meinung, dass die Angst bei der Geburt des ersten Kindes am größten ist. Die werdende Mutter weiß schließlich nicht, was auf sie zukommt, wie stark die Geburtsschmerzen sind und was ihr Körper imstande ist zu leisten.

Diese Faktoren können zum einen zu einer sehr starken Unsicherheit und zu einer großen Angst führen. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch nicht, dass die Angst beim zweiten Kind automatisch geringer sein muss.

Sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Während Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes positive Erfahrungen gemacht haben, bei der zweiten Geburt weniger Angst haben, ist bei Müttern mit einer negativ besetzten ersten Geburt die zweite Geburt oftmals von noch größeren Ängsten geprägt.

Die Erfahrungen bei der ersten Geburt entscheiden somit darüber, wie groß die Angst bei der zweiten Entbindung ist.

3. Die Angst vor der Geburt überwinden – mit diesen Tipps lassen sich Ängste mindern

werdende mutter in einem gespraech mit ihrer hebamme

Sprechen Sie ganz offen mit Ihrer Hebamme oder tauschen Sie sich mit anderen Müttern aus.

Die Angst vor der Geburt ist nicht nur lästig, sondern kann sich auch negativ auf die Entwicklung Ihres Kindes auswirken. Beginnen Sie daher so früh wie möglich damit, Ihre eigenen Ängste in den Griff zu bekommen. Nur auf diese Weise ist es möglich, der Geburt entspannt entgegenzublicken.

Aber was können Frauen tun, um Ihre Ängste zu überwinden?

Im Folgenden haben wir ein paar Möglichkeiten zur Angstlinderung für Sie zusammengestellt:

  • An Informationsveranstaltungen teilnehmen: Um sich bestmöglich auf die Geburt vorzubereiten, sollten Sie an möglichst vielen Informationsveranstaltungen teilnehmen. Auch der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses ist wichtig, um entsprechende Atemtechniken zu erlernen. Sobald Sie sich für ein Krankenhaus oder eine Klinik entschieden haben, können Sie Kontakt aufnehmen, um die Ärzte und Hebammen bereits im Vorhinein kennenzulernen.
  • Sich der Hebamme anvertrauen: Die Angst vor der Geburt ist etwas völlig Natürliches und nichts weswegen Sie sich schämen müssten. Sprechen Sie daher frühzeitig mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme darüber, welche Ängste Sie haben und was Ihnen besonders viele Sorgen macht. In vielen Fällen kann Ihnen geschultes Fachpersonal mithilfe von Fachwissen bereits einen großen Teil Ihrer Angst nehmen.
  • Akupunktur: Naturheilkundler sind der festen Überzeugung, dass sich Ängste durch das Setzen von Nadeln lindern lassen. Auf diese Weise soll der Kreislauf aus Angst und negativen Gedanken durchbrochen werden.
  • Autogenes Training: Autogenes Training, Yoga oder bewusste Muskelentspannung können Ihnen dabei helfen, in Einklang mit Ihrem Körper zu kommen und Gelassenheit zu erlangen. In vielen Einrichtungen werden diese Kurse extra für Schwangere angeboten.
  • Schmerzmittel nehmen: Panische Angst vor der Geburt kann zu starken Verkrampfungen führen, die wiederum dafür sorgen, dass Wehen verhindert oder der Geburtsprozess gestört wird. Um die Muskulatur zu entspannen, können Schmerzmittel wahre Wunder bewirken. Um den Schmerz nahezu völlig auszuschalten, können Sie sich außerdem eine PDA setzen lassen.
  • Positiv denken: Positives Denken kann Sie nachweislich von negativen Gedanken und Angst befreien. Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung und blicken Sie mit Zuversicht auf die anstehende Geburt Ihres Kindes. Vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie das Glück haben, einem Menschen das Leben zu schenken. Vertrauen Sie auf Ihren Körper und denken Sie stets daran, dass Ihre und die Gesundheit Ihres Kindes in einem Krankenhaus in guten Händen sind. Auch die Anwesenheit des Partners kann zur Entspannung beitragen.

Viele Frauen, die im Vorhinein große Angst vor der Geburt hatten, haben danach berichtet, dass es gar nicht so schlimm war, wie sie es sich vorgestellt hatten. Auch eine Geburtseinleitung ist oftmals weniger schlimm als gedacht.

4. Bei starken Ängsten psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

junge frau bei einem psychologen

In einer Therapie können Sie zusammen mit dem Psychologen herausfinden, wovor genau Sie sich fürchten.

Dass im Bekannten- oder Familienkreis vermehrt Horrorstories über Geburten erzählt werden, die mit besonders vielen Komplikationen verbunden waren, macht die Sache für die Betroffenen häufig noch viel schlimmer.

Wenn aus der Angst eine extreme Furcht wird, sprechen Fachleute von Tokophobie. Diese psychische Störung kann sich in verschiedenen Lebensabschnitten manifestieren. Eine primäre Tokophobie entsteht durch abschreckende Eindrücke im Jugendalter. Dies kann ein Film über eine Geburt oder ein Schicksal im engsten Familienkreis sein.

Die sekundäre Tokophobie entsteht hingegen durch traumatische Erlebnisse, wie beispielsweise eine vorangegangene Geburtserfahrung. Dieses Erlebnis kann sich so festsetzen, dass sich Frauen eine zweite Entbindung nicht mehr vorstellen können.

Wichtig ist, dass Sie sich psychologische Hilfe suchen und gegebenenfalls eine Therapie machen. Ist die Angst dennoch zu groß, ist es außerdem möglich, einen Wunschkaiserschnitt durchführen zu lassen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Gynäkologen und lassen Sie sich eingehend beraten.

Leider gibt es noch immer einen großen Mangel an Hilfsangeboten für werdende Mütter oder Frauen mit Kinderwunsch.

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