Ästhetische Bildung: Ziele der ästhetischen Erziehung

ästhetische Bildung
  • Die ästhetische Bildung rückt die Bereiche der Fantasie sowie der Kreativität in den Vordergrund.
  • Aufgrund der intensiven Kommunikation miteinander verbessern sich die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder schnell.
  • Vielfach wird ästhetische Bildung auch im Rahmen von Lerndefiziten eingesetzt, um Kinder gezielt zu fördern.

Das deutsche Bildungssystem zeichnet sich vielerorts dadurch aus, dass Lehrer und Erzieher einen Großteil der Wissensvermittlung übernehmen.

Die ästhetische Bildung versucht an dieser Stelle einen anderen Ansatz. Im Rahmen der ästhetischen Erziehung geht es weniger um klassische Lernziele, sondern vielmehr um die Wahrnehmung.

In unserem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Ziele die ästhetische Bildung verfolgt und welche Angebote sich im Kindergarten anbieten.

1. Ästhetische Bildung ist mehr als nur Kunst

Kind liegt im Wald auf dem Boden und beobachtet einen Schmetterling

In der Natur gibt es viel zu entdecken.

Die ästhetische Erziehung zielt darauf ab, dass Kinder sehr viele verschiedene Erfahrungen machen können, sodass sie aus diesen lernen. Das besondere Augenmerk ist dabei auf die verschiedenen Sinne gerichtet.
Schlichte Wissensvermittlung in Form von Auswendiglernen hat bei der ästhetischen Bildung im Kindergarten keinen Platz.
Stattdessen geht es vor allem um die Förderung der Kreativität.

Auch wenn Musik und Kunst einen großen Stellenwert im Rahmen der ästhetischen Bildung im Kindergarten einnehmen, so kommen auch der Spracherwerb sowie die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten nicht zu kurz.

Je nach Projekt stehen dabei unterschiedliche Sinne im Fokus der Aufmerksamkeit. Besonders wichtig sind stets die Interaktion sowie die Kommunikation untereinander.

Die ästhetische Bildung hat den Ausgangspunkt, das sinnliche Erfahrungen Bildung erst ermöglichen. Mehr zum kulturphilosophischen Hintergrund können Sie hier nachlesen.

2. Ziele der ästhetischen Bildungsind, die Weltwahrnehmung zu verbessern

Kinderhand auf einem Baumstamm

Jeder Sinn ist wichtig.

Kinder sollen bereits in jungen Jahren lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Dementsprechend fördern Erzieher bei Anwendung des Konzepts der ästhetischen Bildung die Fähigkeit, die Welt zu begreifen.

Kinder sind dabei keineswegs allein, haben jedoch die Möglichkeit, vieles selbst auszuprobieren. Experimente sowie das Herausfinden von Zusammenhängen machen dabei einen wichtigen Teil der ästhetischen Bildung aus.

Jedes Kind soll stets die Gelegenheit bekommen, seine Entwicklung aktiv zu gestalten. Es darf eigenen Ideen nachgehen, um eigene Sinneseindrücke zu sammeln. Im Anschluss erfolgt jedoch stets eine gemeinsame Analyse des Erlebten.
Dabei bekommen Kinder die Möglichkeit, sich mit anderen Kindern auszutauschen und ihre Sinne auf eine andere Art zu schärfen.

3. Praktische Beispiele der ästhetischen Bildung

In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen einige Beispiele dafür geben, wie ästhetische Bildung in der Praxis ablaufen konnte.

Ein erstes kurzes Beispiel für den generellen Ablauf im Rahmen eines Besuchs im Wald sehen Sie in diesem kurzen YouTube- Video:

3.1. Musik und Rhythmus – so lernen die Kleinsten Musik zu fühlen

Kinder musizieren

Musik trägt zu einer tieferen Verbindung bei.

Beim gemeinsamen Singen lernen Kinder, zuzuhören, ihre Stimme einzusetzen und die Tonhöhe anzupassen. Auch die Regulation der Lautstärke sowie das Taktgefühl verbessern sich.

Kinder sollen jedoch nicht nur gemeinsam entdecken, sondern auch Dinge für sich selbst herausfinden. Dementsprechend können sich Kinder regelmäßig kindgerechte Instrumente aussuchen und versuchen, ihnen Töne zu entlocken.

Klappt dies nicht auf Anhieb, kann die Arbeit in der Gruppe helfen, um Kindern neue Erfahrungen zu ermöglichen. So findet ein Austausch statt, von dem alle Kinder profitieren.

Tipp: Welchen Einfluss der Schall hat, können Kindern auch mit kleinen Experimenten erfahren, indem Schwingungen an Gläserrändern hörbar gemacht werden oder ein intensiver Bass den Boden vibrieren lässt.

3.2. Kunst und Koordination verbinden

Kind macht eine Tasse

Kunst fördert die Kreativität.

Künstlerische Gestaltung und feinmotorische Fähigkeiten hängen untrennbar miteinander zusammen. Der Begriff Kunst ist dabei sehr weit gefasst und soll Kindern kreative Freiheiten ermöglichen.

So können Kinder beispielsweise mit den Händen malen, um den direkten Kontakt zu Farben zu spüren. Beim Kneten wird es etwas weniger chaotisch, dennoch besteht viel Gestaltungsspielraum.
Sobald sich Kinder nicht mehr im Elementarbereich befinden und die Grundschule besuchen, können im Rahmen der ästhetischen Bildung des Menschen auch Arbeiten mit Ton oder Modelliermasse zum Einsatz kommen. Je nach Geschick zaubern Kinder hier bereits wahre Kunstwerke.

Einfache Spuren können Kinder jedoch auch im Schnee hinterlassen. Sie können mit Moos oder Erde auf ein Blatt Papier malen sowie im Wald gefundene Blätter erfühlen. All dies fällt in den künstlerischen Bereich, stärkt jedoch zahlreiche weitere Fähigkeiten im Hinblick auf die Selbstentdeckung.

3.3. Grobmotorik – die Wahrnehmung des Körpers verbessern

Ästhetische Bildung bedeutet wesentlich mehr als künstlerisches Gestalten. Kinder sollen die Möglichkeit bekommen, Erfahrungen mit all ihren Sinnen zu machen.

Mädchen balanciert mit nackten Füßen über einen dünnen Baumstamm

Viele Erfahrungen beschränken sich nicht auf einen Sinn.

Dazu gehören auch die koordinativen Fähigkeiten. Auf einer Balancierscheibe gilt es beispielsweise, das Gleichgewicht zu halten. Ähnlich ist es mit einem Baumstamm, den Kinder beim Waldspaziergang nutzen können.

An dieser Stelle können Kinder gleich mehrere Sinneseindrücke miteinander verbinden. Sie können

  • am Holz riechen
  • den Baumstamm ertasten
  • darüber balancieren

So lassen sich Vergleiche mit der Umgebung anstellen. Wo gelingt das Balancieren besser? Welches Holz fühlt sich glatt oder rau an und welche unterschiedlichen Gerüche kann ich erkennen?

Gleiches gilt mit Steinen oder anderen Gegenständen. Hier stellt sich beispielsweise die Frage, warum manche Steine besser fliegen. Gibt es ein gutes Gewicht zum Werfen? Wobei ist die Präzision besonders hoch? Und welche Steine eignen sich besonders gut, um sie über Wasser titschen zu lassen?

Bei all diesen Naturerfahrungen können Kinder sich sehr viel bewegen und zahlreiche Sinneseindrücke sammeln. So verbessern sich auf spielerische Art und ganz nebenbei die motorischen Fähigkeiten.

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