Abendritual: 7 Tipps, wie es jeden Tag ein Erfolg wird

   
von Juliane K. - letzte Aktualisierung:

Wenn der Abend kommt und es für die Kinder langsam Zeit wird, sich für das Schlafengehen fertig zu machen, geht dies oft mit Protest und vielleicht sogar Trotzanfällen einher. Hier kann ein Abendritual Abhilfe schaffen und den Kindern das Einschlafen erleichtern.

1. Weshalb ist ein Abendritual wichtig?

Welche alltäglichen Schritte in das Abendritual eingebunden werden, kann in jeder Familie anders aussehen. Das Anziehen des Schlafanzuges oder das gemeinsame Zähne putzen stellen aber in den meisten Fällen einen entscheidenden Punkt in der Vorbereitung auf die Nacht dar.

kind hat angst und zieht bettdecke hoch

Viele Kinder fürchten sich davor, alleine einzuschlafen.

Eine geregelte Abendroutine hilft dabei, dass sich sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen auf das Schlafengehen einstellen können. Durch die Regelmäßigkeit gewöhnt sich der Körper des Kindes an eine bestimmte Schlafenszeit und es kann gut und entspannt einschlafen.

Oft ist es hilfreich, sich die Bedürfnisse und Besonderheiten des jeweiligen Alters vor Augen zu führen und zu versuchen, bestmöglich darauf einzugehen. Deshalb geben wir in den folgenden Kapiteln einen Überblick über die Abendrituale für verschiedene Altersklassen und liefern Ihnen einige Tipps, mit denen Sie Ihrem Baby, Kindergarten- oder Schulkind das Einschlafen erleichtern.

2. Ab wann sollte man mit Abendritualen anfangen?

Abendrituale können in jedem Kindesalter begonnen werden und sind gerade zu Beginn für die Eltern mindestens genau so wichtig wie für die Kinder.

Ein Neugeborenes braucht für eine gesunde Entwicklung viel Schlaf und direkten Bezug zu den Eltern. Hier ist der wichtigste Bestandteil des Abendrituals wohl vor allem die Vorbereitung des Schlafzimmers.

Um einschlafen zu können, benötigen die meisten Neugeborenen Ruhe und Dunkelheit. Zudem sollte die Luft angenehm kühl sein, damit Ihr Neugeborenes durchschlafen kann und nachts nicht schwitzt.

Achtung: Achten Sie darauf, dass Ihr Neugeborenes in Rückenlage schläft, um keine Gesundheitsrisiken einzugehen.

Bei einem Baby können unter anderem Reizüberflutungen dazu führen, dass es nicht einschlafen möchte oder nicht lange durchschlafen kann. Hier kann das Abendritual darin bestehen, Ihr Baby in den Schlaf zu wiegen und dann vorsichtig abzulegen, wahlweise mit Gute-Nacht-Liedern oder beruhigenden Geräuschkulissen als Begleitung.

Tipp: Die meisten Neugeborenen schlafen am Besten auf dem Arm eines Elternteils ein. Mit der Zeit sollten Sie Ihr Baby jedoch daran gewöhnen, alleine zu schlafen.

Kindergarten- und Schulkinder brauchen meist etwas aufwändigere Abendrituale. Gerade Schulkinder versuchen gerne, das ins Bett gehen hinauszuzögern, auch wenn sie eigentlich schon müde sind. In diesen Fällen helfen klare Regeln sowie Erklärungen, weshalb es diese Regeln gibt.

3. Wie gelingt die Umsetzung des Abendrituals?

mutter und kind beim vorlesen

Eine gemeinsame Gute-Nacht-Geschichte ist ein idealer Abschluss des Tages.

Wie auch immer Sie Ihr Abendritual gestalten möchten: Wir möchten Ihnen einige Hinweise liefern, mit dem es jeden Tag sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder ein Erfolg wird.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es an manchen Tagen nicht länger dauern und kräftezehrender sein darf als an anderen. Aber mit etwas Geduld, Routine und klaren Regeln können Sie die Zeit vor dem Schlafengehen bestmöglich nutzen.

3.1. Abendgestaltung

Zunächst ist eines ganz wichtig: Sagen Sie Ihrem Kind rechtzeitig Bescheid, bevor es ins Bett gehen muss. Wenn es abends noch spielt, geben Sie ein klares Zeitfenster vor, z.B. „Du kannst noch fünf Minuten mit den Bauklötzen spielen, dann gehen wir einen Schlafanzug anziehen“. Damit kann sich das Kind darauf einstellen, dass der Tag zu Ende geht und das alltägliche Abendritual nun eingeleitet wird.

Dabei ist die Routine essentiell. Erledigen Sie Dinge wie Zähne putzen, Schlafanzug aziehen und Lieblingskuscheltier ins Bett bringen immer in einem engen zeitlichen Abstand. Damit sind nicht nur die wichtigen Vorbereitungen direkt alle erledigt, auch der Übergang vom Spielen am Tag zur Nacht ist eindeutig.

Falls Ihr Kind schon fernsieht oder zumindest kurze Videos guckt, sollten Sie darauf achten, dass dies nicht direkt vor dem Schlafen passiert. Denn Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von digitalen Medien und verringerter Schlafqualität gibt.

kleines maedchen mit nachtlicht im bett

Ein Nachtlicht kann eine gute Einschlafbegleitung sein.

Idealerweise wird der Ablauf damit beendet, dass gemeinsam ein Buch gelesen oder eine Geschichte erzählt wird, entweder als Familie auf der Couch oder bereits im Kinderbett. Das kann dem Kind helfen, zur Ruhe zu kommen.

Wenn Ihr Kind danach noch Energie hat und viel erzählen möchte, kann das zur Ruhe kommen etwas länger dauern. In diesem Fall kann es helfen, mit dem Kind eine bequeme Position im Bett zu finden, in der Sie über den Tag sprechen und die Ereignisse Revue passieren lassen. So kann das Kind alle Erlebnisse des Tages besser verarbeiten und bereitet sich unbewusst auf das Schlafen vor.

Hinweis: Manche Kinder fühlen sich unwohl, wenn es um sie herum komplett dunkel ist. Um dem vorzubeugen, können Sie die Schlafzimmertür einen Spalt offen lassen oder ein Nachtlicht installieren.

3.2. Mit den abendlichen Trotzphasen umgehen

Auch wenn Sie bereits eine gewisse Routine drin haben, kann es immer länger dauern, das Abendritual durchzuführen. Manchmal liegt das an der Verfügbarkeit der Eltern (wenn Sie z.B. alleine für zwei Kinder zuständig sind), manchmal weigern sich die Kinder schlicht, schlafen zu gehen, obwohl sie bereits müde sind. Wut und Tränen können hier die Folge sein.

Ein solcher Wutanfall kann für Erwachsene banal erscheinen, besonders, wenn er nur aus der Müdigkeit eines Kindes hervorgeht. Versuchen Sie trotzdem, Ihrem Kind mit Empathie zu begegnen und geben Sie Raum zum Ausdruck der Emotionen.

Folgende Tipps können Sie befolgen, um mit diesen Trotzphasen umzugehen:

  1. Nehmen Sie es nicht persönlich – die Wut richtet sich nicht gegen Sie.
  2. Versuchen Sie, einfühlsam zu sein und Verständnis zu zeigen.
  3. Schimpfen Sie nicht mit Ihrem Kind.
  4. Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm (sofern das gewollt und zugelassen wird).
  5. Helfen Sie, die Emotionen zu benennen, damit Ihr Kind versteht, warum es sich gerade so fühlt.
  6. Seien Sie ein gutes Vorbild (indem Sie z.B. mit dem Kind Zähne putzen).
  7. Formulieren Sie Regeln (wie z.B. bestimmte Schlafenszeiten) und halten Sie sie konsequent ein.
  8. Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst und lassen Sie sich auch mal auf Kompromisse ein.
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