Laufrad Test 2019

Die besten Laufräder im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Laufräder sind eine Art Vorstufe vom Fahrrad. Sie ermöglichen es Kindern, sich selbständig ein bisschen zügiger fortzubewegen.
  • Das Üben auf dem Laufrad fördert den Gleichgewichtssinn und macht den späteren Umstieg aufs Fahrrad leichter.
  • Wichtig bei der Auswahl ist vor allem die passende Größe. Viele Extras sind dagegen verzichtbar.

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Kleine Kinder möchten so schnell wie möglich selbständig werden. Eine zügige Fortbewegung ist dafür wichtig. Deshalb sind Laufräder bei Kindern sehr beliebt. Sie können sich damit schon etwas zügiger bewegen und weitere Strecken meistern als zu Fuß.

Das Fahren auf dem Laufrad ist außerdem eine Vorstufe zum Fahrradfahren und eine tolle Übung dafür. Auch auf dem Laufrad lernen Kinder, das Gleichgewicht zu halten und zu lenken – die zwei wichtigsten Voraussetzungen für das Fahrradfahren.

Es gibt Laufräder für verschiedene Altersstufen und mit unterschiedlich aufwändiger Ausstattung. Der wichtigste Punkt bei der Anschaffung sollte die richtige Größe sein. Wie Sie die finden und worauf Sie sonst noch achten müssen, erklären wir Ihnen in dieser Kaufberatung.

1. Für welches Alter ist welches Laufrad geeignet?

1.1. Diese unterschiedlichen Laufradgrößen gibt es

Laufrad für Erwachsene?

Ursprünglich waren Laufräder nicht für Kinder gedacht, sondern für Erwachsene. Das Laufrad wurde 1817 von Karl Drais entwickelt und damals auch Draisine oder Laufmaschine genannt. Es war der Vorläufer des später entwickelten Fahrrades. Auch erste Kinderlaufräder gab es in der Zeit bereits. Diese wurden im 20. Jahrhundert überarbeitet bis sie ihre heutige, moderne Form erreichten.

Wenn Sie ein Laufrad kaufen möchten, werden Sie schnell feststellen, dass es etliche verschiedene Hersteller und Marken gibt und die Auswahl unterschiedlicher Laufräder groß ist.

Um das beste Laufrad für Ihr Kind zu finden, müssen Sie daher die Eigenarten der unterschiedlichen Modelle abwägen. Der wichtigste Punkt ist dabei aber die Größen-Kategorie. Denn das Lauflernrad sollte auf jeden Fall passend für Ihr Kind sein. Es gibt

  • Laufräder für Babys
  • Kleinkind-Laufräder
  • Laufräder ab drei Jahren

Ab welchem Alter das Kinderlaufrad genutzt werden kann, lässt sich kaum pauschal sagen, denn Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich. Die wichtigsten Voraussetzungen sind, dass das Kind sicher laufen und stehen können muss und eine ausreichende Körpergröße hat. Ab wann ein Laufrad angeschafft werden kann, ist also individuell verschieden.

Ein Baby-Laufrad macht meist keinen Sinn. Im Durchschnitt ist ein Laufrad ab 2 Jahren empfehlenswert. Dann können Kinder so sicher laufen, sodass sie neue Bewegungsabläufe erlernen können.

Ein Laufrad ab 1 Jahr fällt eher unter die Kategorie Rutschrad oder Rutscher. Solche Modelle sind sehr klein und bunt und haben manchmal Tierformen. So ein erstes Gefährt wird ein 8-Zoll-Laufrad oder ein Laufrad mit 10 Zoll sein. Mit einem 12-Zoll-Laufrad können Kinder sich dann schon langsam auf das Fahrrad vorbereiten.

Produktart Merkmale
Laufrad für Babys
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  • ab einem Jahr empfohlen
  • sehr kindgerecht aufgemacht
  • geringe Größe
  • baben 8- oder 10-Zoll-Reifen
Kleinkinder-Laufrad
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  • für Kinder ab zwei Jahren
  • ein Laufrad für Kleinkinder ist meistens mit 10- bis 12-Zoll-Reifen ausgestattet.
  • manche Modelle haben vier Räder und geben so mehr Sicherheit
Laufrad ab 3 Jahren
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  • ab drei Jahren wird ein Laufrad von Experten empfohlen
  • die Reifen haben 10 bis 14 Zoll.
  • achten Sie auf einen verstellbaren Sattel, damit das Laufrad mitwachsen kann, bis das erste Fahrrad gekauft wird

1.2. Die Schrittlänge entscheidet über die Größe

Als Faustformel für die Auswahl der richtigen Laufradgröße gilt: Ihr Kind sollte auf dem Sattel sitzen und beide Füße vollständig auf den Boden stellen können.

Am besten wählen Sie das Laufrad so groß, dass die Beine leicht angewinkelt sind, sonst ist das Abstoßen schwierig. Messen Sie im Zweifelsfall nach, ob die Größe passt oder probieren Sie das Laufrad in einem Test aus.

Bedeutend ist in diesem Zusammenhang auch die Sattelposition. Sie entscheidet über einen bequemen und sicheren Sitz des Kindes. Die minimale Sitzhöhe sollte mindestens zwei Zentimeter unter der Schrittlänge liegen.

2. Auf diese Dinge müssen Sie beim Kauf achten

2.1. Bei der Ausstattung gilt: weniger ist mehr

2.1.1. Bremsen sind gefährliches Extra
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Laufräder mit Bremse bergen ungeahntes Gefahrenpotential.

Laufräder für Kinder haben oft einiges an Ausstattung an Bord, was zunächst gut klingt, auf den zweiten Blick jedoch eher überflüssig oder sogar gefährlich ist.

Ein gutes Beispiel sind die Bremsen, die manche Modelle haben. Normalerweise handelt es sich um Hinterradbremsen, die über einen Griff am Lenker ausgelöst werden.

Das Problem ist jedoch, dass Kleinkinder mit zwei oder drei Jahren so eine Bremse noch gar nicht richtig bedienen können. Die Kinder müssen sich schon genug auf das Fahren konzentrieren. Eine falsch bzw. zu abrupt bediente Bremse kann aber schnell zu einem Unfall führen. Deshalb ist es eher nicht ratsam, Kinder in diesem Alter auf ein Laufrad mit Bremse zu setzen.

Allenfalls für ältere Kinder kann ein Laufrad mit Bremse hilfreich sein, um sich an das Bremsen auf dem späteren Fahrrad zu gewöhnen. Wirklich nötig ist das aber auch nicht.

Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Sie ein Laufrad mit oder ohne Bremse kaufen möchten, lesen Sie hier noch einmal, welche Vor- und Nachteile Bremsen an Laufrädern haben:

  • Kinder können das Bremsen für das spätere Fahrradfahren schon einmal üben.
  • Das Laufrad kommt schneller zum Stehen.
  • Für kleine Kinder sind Bremsen schwierig zu bedienen.
  • Es kann mit so einem Laufrad leicht zu Unfällen kommen, wenn Ihr Kind zu heftig bremst.

Tipp: Kleinere Stürze mit dem Laufrad lassen sich nie vollständig vermeiden und gehören zum Lernprozess dazu. Gerade, wenn Ihr Kind recht zügig und ungestüm mit dem Laufrad unterwegs ist, sollten Sie über die Anschaffung eines Helms nachdenken, der den empfindlichen Kopf bei etwaigen Stürzen schützt.

2.1.2. Klingel, Seitenständer und Co. bergen Unfallpotential
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Die Klingel ist ein häufiges Extra am Laufrad.

Da die Kleinen ohnehin nur gemeinsam mit den Eltern auf öffentlichen Gehwegen unterwegs sein sollten, ist eine eigene Klingel eigentlich nicht erforderlich. Kinder werden mit ihr vermutlich eher nur herumspielen, was schnell die ganze Familie nerven kann.

Da die Klingel nicht notwendig ist und eher ein Verletzungsrisiko darstellt, sollten Sie darauf verzichten. Ähnlich sieht es bei einem Ständer aus. Die Kids legen Ihr Laufrad normalerweise sowieso einfach auf den Boden. Ein Ständer erhöht nur die Gefahr für Verletzungen im Fall eines Sturzes.

Ein nützliches Detail ist dagegen ein Trittbrett. So ein 2-in-1-Laufrad kann auch als Roller genutzt werden. Beim Sattel für das Laufrad sollten Sie auf eine ausreichende Höhenverstellbarkeit achten, wie sie zum Beispiel das Holzlaufrad Pinolino Jojo bietet. Der Lenker sollte keinen begrenzten Lenkeinschlag haben, der das Kurvenfahren erschwert, stattdessen aber gepolsterte Griffe.

2.1.3. Die Reifen entscheiden über Fahrvergnügen

Es gibt Laufräder mit verschiedenen Reifen. Im Durchschnitt hat ein Kinderlaufrad 12 Zoll. Manche Modelle haben aber auch 8, 10 oder 14 Zoll.

Die Reifen bestehen aus Softschaum, Vollgummi, Hartgummi oder  es handelt sich um luftgefüllte Gummireifen. So ein Laufrad mit Luftreifen federt Unebenheiten sehr gut ab. Am beständigsten und robustesten sind jedoch Vollgummireifen.

2.2. Welche Traglast muss sein?

Laufräder sind eigentlich recht stabil. Vergessen Sie aber nicht, dass Kinder ihr Spielzeug gerne zweckentfremden. Da wird dann schon mal auf so einem Laufrad herumgeklettert oder zwei Kinder versuchen, es gleichzeitig zu nutzen. Deshalb sollte die Traglast ausreichend großzügig bemessen sein. So mancher Laufrad-Test zeigt, dass die Traglast auf keinen Fall unter 20 kg liegen sollte.

2.3. Niedrigen Rahmendurchstieg wählen

Ein niedriger Rahmendurchstieg beim Lauflernrad ist wichtig, weil Kinder noch nicht, wie Erwachsene, ihr Bein über den Sattel schwingen. Zum Beispiel ist das Puky Laufrad LR M Kiwi hier ein positives Beispiel.

2.4. Kindgerechte Optik

Auch, wenn es Ihnen als Eltern natürlich eher um die Sicherheit geht: Ihre Kinder haben meistens schon ihren eigenen Geschmack und legen Wert auf das Aussehen.

Soll es also vielleicht ein Mädchen-Laufrad in rot oder rosa oder ein Jungen-Laufrad in blau sein? Beziehen Sie den Nachwuchs ruhig in die Auswahl mit ein.

3. Welches ist das beste Modell im Laufrad-Test?

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Auch ein Holz-Laufrad konnte im Test überzeugen.

Die Stiftung Warentest hat bei einem Laufrad-Vergleich verschiedene Modelle unter die Lupe genommen. Größter Kritikpunkt war eine zu hohe Schadstoffbelastung bei manchen Laufrädern. Die Tester entdeckten unter anderem Weichmacher in Griffen, Rädern und Sitzbezügen.

Am Ende gab es dennoch zwei Laufrad-Vergleichssieger: Das Kettler Laufrad Speedy aus Metall und das Kokua Mountain – ein Holzlaufrad. Bei diesen Modellen stimmten Schadstoffbelastung und Fahrspaß gleichermaßen.

4. Wo kann man ein Laufrad kaufen?

Laufräder bekommen Sie in verschiedenen Spielwarengeschäften. Sie finden dort sowohl das klassische Laufrad aus Holz, als auch das ein oder andere Laufrad aus Plastik oder sogar ein Carbon Laufrad.

Im Geschäft können die Kleinen das Fahrgerät auch gleich ausprobieren und beim Probesitzen können Sie die Größe überprüfen.

Um ein Kinder Laufrad günstig zu kaufen, ist das Internet aber oft die bessere Alternative. Dort ist die Auswahl größer und so gibt es auch häufiger mal Angebote. Auch ein gebrauchtes Laufrad kann eine Option sein. Sie sollten dann aber genau überprüfen, dass das Rad noch intakt ist. Die Reifen müssen noch heil sein und alle Verbindungen fest sitzen.

5. So lernen Kinder mit dem Laufrad zu fahren

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Laufräder erhalten Sie online oder im Fachgeschäft.

Kinder lernen viele Dinge mehr oder weniger von alleine. Getrieben werden sie dabei von ihrer ganz natürlichen Neugier. Auf der anderen Seite haben manche Kinder auch erst einmal eine natürliche Scheu vor Neuem. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und das sollten Sie ihm auch lassen.

Wenn Ihr Kind sein erstes Laufrad bekommt, schiebt es das Rad möglicherweise erst einmal tagelang nur herum. So ein vorsichtiges Herantasten ist völlig in Ordnung und endet meistens von alleine mit den ersten Fahrversuchen.

Die Motivation zum Fahren sollte jedenfalls immer vom Nachwuchs selbst ausgehen. Man kann einem Kind nicht wirklich “beibringen” mit dem Laufrad zu fahren. Das wird Ihr Kind, wenn es soweit ist, selbst lernen. Lassen Sie Ihrem Sprössling also Zeit, sich mit dem neuen Spielgerät vertraut zu machen.

Wichtig ist, dass Sie auf die richtige Größe und Ausstattung achten und Ihrem Kind zur Sicherheit einen Helm aufsetzen. Und ein geduldiges Nebenherlaufen gehört natürlich ebenfalls unabdingbar dazu.

Wenn Ihr Kind sich partout nicht an das Laufrad gewöhnen kann und zu ängstlich ist, helfen vielleicht ein 3-Räder-Laufrad oder ein 4-Räder-Laufrad weiter. Auf solchen Modellen fühlen sich die Kinder wesentlich sicherer.

Erst ab einem Alter von 10 Jahren dürfen Kinder alleine am Straßenverkehr teilnehmen. Vorher müssen die Eltern stets dabei sein. Trotzdem können Kinder schon mit vier oder fünf Jahren vom Laufrad auf das Fahrrad umsteigen.

6. Kann man ein Laufrad zum Fahrrad umbauen?

Es gibt kein Laufrad und Fahrrad in einem, auch wenn es noch so praktisch klingt. Erhältlich sind aber Laufräder, die man zum Fahrrad umbauen kann, zum Beispiel vom Hersteller Puky. Glaubt man diversen Erfahrungsberichten, ist dieses Konzept aber eher mit Vorsicht zu genießen.

Im Versuch, einen Mix aus Laufrad und Fahrrad herzustellen, machen die Hersteller das Rad teilweise für ein Laufrad zu schwer. Außerdem sitzt das nachträglich eingebaute Tretsystem nicht unbedingt an der richtigen Stelle.

Da das Fahrradfahren sowieso schwer zu lernen ist, sollten Sie lieber, wenn es soweit ist, ein richtiges Fahrrad kaufen. Dieses kann dann wiederum perfekt auf die Größe des Kindes abgestimmt werden. Das erleichtert den Einstieg in diese Fortbewegungsart immens.

Achtung: Auf keinen Fall sollten Sie an einem normalen Laufrad selbst herumbasteln und versuchen, Pedalen anzubauen. Ein Fahrrad muss absolut sicher sein. Wenn Teile abbrechen, kann das zu einem schlimmen Unfall mit bösen Verletzungen führen.

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