Kinderfahrradsitz Test 2019

Die besten Kinderfahrradsitze im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen Kinder auf einem Fahrrad nur in einem geeigneten Kinderfahrradsitz transportiert werden.
  • Der Fahrradkindersitz sollte geprüft sein und der europäischen Norm für Kinderfahrradsitze entsprechen.
  • Praktisch sind Fahrradkindersitze, bei denen die Rückenlehne, die Fußhalterung und die Kopfstütze verstellt werden können.

Kinderfahrradsitz-Test

Immer mehr Menschen nutzen ein Fahrrad für den Weg zur Arbeit oder in der Freizeit, um etwas für die Umwelt zu tun oder Fahrkosten zu sparen. Für junge Eltern stellt sich dabei die Frage, wie sie ihre Kinder sicher auf dem Fahrrad mitnehmen können, so lange diese noch nicht selbst fahren können.

Hierfür gibt es heutzutage verschiedene Möglichkeiten. Entweder wird auf dem Elternfahrrad ein Kinderfahrradsitz montiert oder es wird ein Fahrradanhänger genutzt.

Allerdings kann ein Fahrrad mit Kindersitz wesentlich leichter abgestellt und geschoben werden. Deshalb entscheiden sich viele Eltern für diese Möglichkeit. Erfahren Sie in unserem Kinderfahrradsitz-Vergleich 2019, welche Arten von Kindersitzen für das Fahrrad es gibt und was Sie bei der Auswahl beachten sollten.

1. Sicher durch den Straßenverkehr mit einem Kinderfahrradsitz

Kinderfahrradsitze-Test
Babys werden sicherer im Fahrradanhänger als auf einem Fahrradkindersitz transportiert.

Die deutsche Straßenverkehrsordnung (StVO) befasst sich in § 21, Absatz 3 mit der Sicherheit von Kindern bis zum Alter von sieben Jahren als Sozius auf dem Fahrrad und schreibt die Nutzung spezieller Sitze für den Transport vor. Außerdem müssen die Kinderfüße durch geeignete Maßnahmen davor geschützt werden, in die Fahrradspeichen zu geraten.

Auf einem Fahrrad mit einem Kind zu fahren, ist nur Personen ab 16 Jahren erlaubt. Zur Beschaffenheit der Kinderfahrradsitze äußert sich der Gesetzgeber zwar nicht detailliert, aber seit dem Jahr 2004 gilt für Fahrradsitze die europäische Norm DIN EN 14344 für Kinder mit einem Gewicht zwischen neun bis 22 Kilogramm.

Tipp: Sie sollten Ihr Kind erst dann in einem Kinderfahrradsitz transportieren, wenn es allein und aufrecht sitzen kann. Das ist bei vielen Kindern ab einem Lebensalter zwischen circa acht bis zwölf Monaten der Fall. Ein Baby ist sicherer in einem Fahrradsitz für das Baby im Fahrradanhänger oder in einer Babyschale aufgehoben.

1.1. Diese Kategorien werden bei Kinderfahrradsitzen unterschieden

Insbesondere regelt die Norm DIN EN 14344 die Beschaffenheit der verwendeten Werkstoffe, die Stabilität und Festigkeit sowie weitere Sicherheitsmerkmale. Außerdem wird in drei Kategorien unterschieden:

Kategorien von Kinderfahrradsitzen Beschreibung
A15 Rücksitz

Kinderfahrradsitze-Test

  •  für Kinder ab neun und bis zu einem maximalen Gewicht von 15 Kilogramm geeignet
  • werden hinter dem Fahrer auf dem oder anstelle des Gepäckträgers befestigt
A22 Rücksitz

Kinderfahrradsitze-Test

  • Fahrradsitze für Kinder zwischen neun und 22 Kilogramm
  • ein Kindersitz bis 35 Kilogramm ist selten
  • werden hinter dem Fahrer befestigt
C15 Vordersitz

Kinderfahrradsitze-Test

  • dieser Kindersitz für das Fahrrad wird vorne zwischen dem Lenker und dem Fahrer befestigt
  • der Kindersitz für das Fahrrad mit der Befestigung vorne ist nur für Kinder mit einem Körpergewicht zwischen neun bis 15 Kilogramm erlaubt

Achtung: Vor der Nutzung von einem Fahrradsitz für Kinder zwischen 22 bis 35 Kilogramm sollte der Gepäckträger von einem Experten auf das maximale Belastungsgewicht geprüft werden, weil sonst die Sicherheit des Kindes nicht garantiert ist.

1.2. Typen von Kinderfahrradsitzen: Der Sitz ist hinten sicherer

Der Kinderfahrradsitz für hinten

  • größere und schwerere Kinder können transportiert werden
  • das Kind ist durch den Fahrer vor Fahrtwind und Regen geschützt
  • die Federung ist bei Befestigung auf dem Gepäckträger besser
  • Sitze haben meistens hohe Rückenlehnen, sodass das Kind auch darin schlafen kann
  • Sitzschale ist größer und damit sicherer
  • der Fahrer hat das Kind nicht im Blick
  • der Gepäckträger kann nicht genutzt werden

Der Kinderfahrradsitz für vorn

  • Fahrer hat das Kind im Blick
  • viele Kinder fühlen sich vor dem Erwachsenenen geborgener
  • der Fahrradkindersitz kann auch auf einem Fahrrad ohne Gepäckträger montiert werden
  • der Fahrradsitz für vorne ist ungeeignet, wenn das Kind mehr als 15 Kilogramm wiegt
  • nur für kleinere Kinder geeignet
  • Fahrtwind trifft genau auf das Kind
  • Kinderfahrradsitz nicht für die Befestigung am Mountainbike oder Rennrad geeignet
  • Rückenlehne ist kürzer
  • Nackenstütze fehlt oder ist kleiner
  • höhere Gefährdung für das Kind bei Unfällen
  • für den Fahrer kann es abhängig von dem Fahrradmodell eng hinter dem Lenker werden

2. Achten Sie beim Kauf eines Kinderfahrradsitzes auf das richtige Gurtsystem

Kinderfahrradsitze-Test
Die Rückenlehne sollte das Tragen eines Fahrradhelms nicht behindern.

Kinderfahrradsitze gibt es vielen Farben und mit unterschiedlichen Designs.

Ob Sie sich für ein einfarbiges Modell entscheiden oder für eines mit bunten Mustern, bleibt letztendlich Ihrem Geschmack oder dem Wunsch des Kindes vorbehalten.

Viel wichtiger sind als Kaufkriterien jedoch die Sicherheit und die Ausstattung des Fahrradkindersitzes. Insbesondere sollten Sie auf folgende Merkmale achten.

2.1. Das Gewicht bestimmt die Montageart

Üblich sind Montagemöglichkeiten auf dem Gepäckträger, am Rahmen, am Sattelrohr oder am Lenker. Welche Montageart am besten ist, hängt von dem gewählten Modell sowie dem Gewicht des Kindes ab.

2.2. Das maximale Tragegewicht

Kinderfahrradsitze-Test
Das Gurtsystem sollte verstellbar sein.

Kinderfahrradsitze werden im Handel in der Regel in drei verschiedenen Varianten angeboten, und zwar für Kinder bis 15, zwischen 15 bis 20 und ab 20 Kilogramm.

2.3. Vom 3- bis zum 5-Punkt-Gurtsystem

Kinderfahrradsitze gibt es mit unterschiedlichen Gurtsystemen. Am meisten verbreitet ist das 3-Punkt-Gurtsystem, bei dem das Gurtband mit dem Sitz an drei Punkten verbunden ist. Der Gurt ist auf Schulterhöhe des Kindes und zwischen den Beinen befestigt. Damit kann das Kind weder nach vorn noch zur Seite fallen.

Bei dem 4-Punkt- beziehungsweise dem 5-Punkt-Gurtsystem kommen weitere Befestigungspunkte hinzu. In der Regel befinden sich diese in Taillenhöhe, sodass das Kind noch besser gesichert ist. Den Anforderungen der EU-Norm entsprechen jedoch auch die Kinderfahrradsitze mit dem 3-Punkt-Gurtsystem.

Achten Sie darauf, dass der Gurt verstellbar ist. Das ist bequemer für das Kind und der Kinderfahrradsitz ist länger nutzbar.

2.4. Die Fußrasten und die Fußschalen

Sicherer und komfortabler sind verstellbare Fußrasten beziehungsweise eine einstellbare Höhe der Fußschalen. Dadurch kann der Kinderfahrradsitz länger an das Kind angepasst werden, wenn es wächst.

2.5. Der Speichenschutz

Kinderfahrradsitze-Test
Der Speichenschutz verhindert, dass die Kinderfüße verletzt werden.

Wenn die Füße des Kindes in die Speichen des Fahrrads geraten, ist das nicht nur schmerzhaft, sondern gefährdet auch die Sicherheit.

Ihre Wahl sollte daher bevorzugt auf einen Kinderfahrradsitz mit Speichenschutz fallen.

2.6. Das Material des Kinderfahrradsitzes

In Kinderfahrradsitz-Tests wird häufig Kunststoff als Material empfohlen, da der Sitz damit ein geringes Eigengewicht hat und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse ist

Tipp: Erwerben Sie am besten einen Kinderfahrradsitz, der das Prüfsiegel des TÜV oder der GS trägt. Nur dann können Sie sichergehen, dass das Material keine unerwünschten Weichmacher oder Schadstoffe enthält.

2.7. Sicherheit im Dunkeln durch Reflektorstreifen

Damit Sie und Ihr Kind im Dunkeln durch andere Verkehrsteilnehmer schneller gesehen werden, empfiehlt es sich, einen Kinderfahrradsitz zu wählen, an dem reflektierende Elemente angebracht sind.

Entscheiden Sie sich für ein Modell ohne diese, sollten Sie es nachträglich damit ausstatten. Im Handel können Sie zum Beispiel Reflektorbänder oder reflektierende Aufkleber erwerben.

2.8. Komfortabler Sitzen durch Sitzpolster und Lüftungsschlitze

Die meisten Kinderfahrradsitze bringen ein Sitzpolster bereits mit. Dieses sollte nicht zu dünn und pflegeleicht sein. Meistens können die Polster in der Waschmaschine gewaschen werden und trocknen schnell.

Lüftungsschlitze im Fahrradkindersitz lassen die Luft zirkulieren, um zu starkes Schwitzen des Kindes bei höheren Temperaturen zu verhindern. Außerdem werden damit Stockflecken am Polster von unten vermieden.

2.9. Die Verstellbarkeit der Rückenlehne

Generell sollte die Rückenlehne verstellbar sein. Gerade kleinere Kinder schlafen häufig beim Fahren und sitzen somit bequemer. Wichtig ist es jedoch, dass die Rückenlehne das Tragen eines Fahrradhelms erlaubt, denn Sicherheit geht vor.

3. Nützliches Zubehör zu Kinderfahrradsitzen

Damit das Kind im Kinderfahrradsitz möglichst bequem und sicher sitzt, wird im Handel nützliches Zubehör angeboten. Sinnvoll sind beispielsweise:

  • Regenponchos/Regencapes für das Kind oder Regenschutz für den Sitz
  • Abdeckungen für die Sitzfedern
  • Nackenstützkissen
  • Zweibeinständer für das Fahrrad – zum sicheren Abstellen mit Kind auf dem Fahrrad
  • Zweithalterungen erlauben bei Bedarf den schnellen Wechsel des Sitzes auf einem weiteren Fahrrad
  • Kinderwarnweste, damit das Kind auf dem Fahrradkindersitz auch in der Dämmerung oder im Dunkeln durch Autofahrer besser gesehen werden kann

4. Kinderfahrradsitze im Test: Beschränkte Nutzungsdauer einiger Modelle

Die Tester des Verbrauchermagazins Öko-Test haben zuletzt im Jahr 2015 mehrere Kinderfahrradsitze im Test unter die Lupe genommen. Getestet wurden sechs Modelle und zwar:

  • Bilby Fahrradkindersitz
  • Kettler Teddy Fahrradkindersitz
  • Prophete Kindersitz Wallaroo DMS
  • Römer Jockey Relax Fahrrad-Kindersitz Maxim
  • Ok Baby Bodyguard Fahrradsitz
  • Römer Jockey Comfort Fahrrad-Kindersitz Nick

Keiner der geprüften Sitze konnte die Tester komplett überzeugen. Durchgefallen ist jedoch nur der Römer Jockey Comfort Fahrrad-Kindersitz Nick, der aufgrund einer gebrochenen Sicherheitsstrebe die Sicherheitsprüfung nicht bestanden hat.

Wie die Redakteure von Öko-Test allerdings anmerken, hat der Hersteller auf den Produkttest reagiert und Nachbesserung versprochen.

Gut haben alle getesteten Fahrradkindersitze hinsichtlich Belastungen mit Schadstoffen abgeschnitten. Kritik gibt es hingegen an der Nutzungsdauer der Sitze, die sich nicht alle komfortabel auf die sich verändernde Körpergröße des Kindes einstellen lassen.

5. Häufig gestellte Fragen zu Kinderfahrradsitzen

5.1. Wie wird ein Kindersitz am Fahrrad am besten befestigt?

Kinderfahrradsitze können unkompliziert selbst montiert werden. Meistens muss hierfür lediglich eine mitgelieferte Schelle am Rahmen befestigt, in die der Kindersitz für das Fahrrad anschließend gesteckt wird. Dadurch kann der Sitz schnell abgenommen werden, wenn er einmal nicht benötigt wird.

5.2. Ist ein Kinderfahrradsitz durch die Fahrradversicherung mitversichert?

Das hängt von Ihrem Versicherungsvertrag ab. In vielen Fällen sind Zubehörteile, zu denen auch ein Kinderfahrradsitz gehört, im Versicherungsumfang enthalten.

Achten Sie beim Kauf dennoch darauf, einen Kinderfahrradsitz zu erwerben, bei dem die Montagehalterung abgeschlossen werden kann.

5.3. Diese Hersteller sind besonders bekannt für hochwertige Kinderfahrradsitze

Es gibt eine Reihe von Herstellern, deren Produkte von Eltern gern gekauft werden und die in Kinderfahrradsitz-Tests stets sehr gut abschneiden. Beliebt sind zum Beispiel Kindersitze von:

  • Kettler
  • Hamax
  • Belleli
  • Polisport
  • Bobike
  • OK Baby
  • Thule
  • Römer
  • WeeRide
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