Sparen für Kinder: Geldanlagen für die Zukunft Ihrer Kinder

Sparen-für-Kinder-Ratgeber
  • Beim Sparen für Kinder gibt es verschiedene Möglichkeiten, die teils mit etwas Risikobereitschaft verbunden sind.
  • Je früher Sie etwas Geld beiseitelegen, desto leichter lässt sich ein kleines Vermögen aufbauen.
  • Lassen Sie größere Summen nicht ungenutzt auf einem Tagesgeldkonto liegen, da Sie ansonsten faktisch Geld verlieren.

Eltern und Großeltern geben im Laufe des Lebens ihrer Kinder und Enkelkinder jede Menge Geld für den Unterhalt sowie kleinere oder auch größere Geschenke aus. Wie das Statistische Bundesamt ausrechnete, gibt ein Paar im Schnitt etwa 660 Euro pro Monat für das eigene Kind aus.

Anfänglich gibt es meist noch kleinere Wünsche, die sich mit dem eigenen Budget gut vereinbaren lassen. Je älter das Kind wird, desto anspruchsvoller und größer werden jedoch die einzelnen Anschaffungen, sodass es sich lohnen kann, frühzeitig zu sparen.

Aber welche Sparmöglichkeiten gibt es? In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum Sparen für Kinder Sinn macht und wieso etwas mehr Risiko nicht schaden kann.

1. Der Zweck des Sparens entscheidet über die Art der Geldanlage

Führerschein

Machen Sie die Art der Geldanlage von ihrem Zweck abhängig.

Überlegen Sie sich vorab, aus welchen Gründen Sie Geld anlegen möchten. Sind Sie bereit, jeden Monat einen kleinen Betrag für Ihren Enkel, für Ihr Patenkind oder die eigenen Kinder zurückzulegen oder geht es Ihnen um die Anlage einer einmaligen höheren Summe?

Möchten Sie kleinere Geldbeträge, die Ihr Kind von Verwandten oder Freunden bekommt, sicher verwahren? Oder geht es Ihnen um die Selbstständigkeit Ihres Kindes, sodass ein Zugriff auf das eigene Konto für Kinder nötig ist?

Je nachdem, wohin ihr Ziel besteht, gibt es verschiedene Möglichkeiten des Sparens. Sie haben verschiedene Möglichkeiten der Geldanlage, wie

  • die Eröffnung eines Kindersparkontos
  • das Anlegen eines Festgeld-Kinderkontos
  • sowie die Aufstellung eines ETF-Sparplans

Generell gilt, dass Sie bei einer langfristigen Geldanlage die versteckten Kosten im Auge behalten. Dies sind vor allem Gebühren sowie eine nicht zu unterschätzende Inflationsrate, die das Sparen für Kinder teils unattraktiv erscheinen lässt.

Machen Sie sich am besten im Vorhinein Gedanken darüber, für welchen Zweck das Geld im Alter von 18 oder auch 25 Jahren zur Verfügung stehen sollte. Ist es ein Startkapital für das Leben? Soll die Anschaffung eines ersten eigenen PKWs sichergestellt sein? Oder handelt es sich um Kapital, mit welchem Sie eine gute Ausbildung oder ein Studium Ihres Kindes unterstützen möchten?

2. Festgeldkonten haben ausgedient

Sparvertrag

Festgeldkonten werden aufgrund der niedrigen Zinsen immer uninteressanter.

In früheren Zeiten waren Festgeldkonten oftmals eine gute Investition in die Zukunft. Leider sind die Zeiten, in denen Sie hohe Zinsen erhalten haben, gezählt. Derzeit erhalten Sie von den meisten Banken für ein reguläres Konto selten mehr als 0,1 % Zinsen. Auch wenn die Zinsen beim Thema Festgeld etwas besser als beim Thema Tagesgeld aussehen, liegen diese in der Regel unterhalb eines Prozents.

Die Inflationsrate liegt im Schnitt bei 2 %. Dementsprechend sinkt die Kaufkraft des Geldes, welches Sie auf dem Sparkonto festlegen, um mindestens ein Prozent. Um dieses Dilemma zu umgehen, sollten Sie auf eine Geldanlage setzen, die mindestens die Inflationsrate ausgleicht.

Dies bedeutet keineswegs, dass Sie in risikoreiche Investments, dubiose Fonds oder Aktien der neuen Märkte investieren müssen.

Entwickelt sich der Zinsmarkt in den nächsten Jahren erneut in höhere Regionen, so kann es sich durchaus wieder lohnen, Geld für einen längeren Zeitraum festzulegen.

3. Sparen für Kinder mit einem Depot

Junior Konto

Fondssparen ist eine gute Möglichkeit im Hinblick auf die Geldanlage.

Wenn Sie Vorsorge für Ihre Kinder treffen möchten, indem sie regelmäßig Geld anlegen, so sollte auch die Rendite stimmen.
Ein Depot für Kinder bietet Ihnen die optimale Gelegenheit, um in Aktien oder Fonds zu investieren.

Eine relativ einfache Möglichkeit bietet Ihnen das Fondssparen. Sie vereinbaren, dass Sie jeden Monat automatisch eine bestimmte Summe, beispielsweise 30 Euro, in den Fond einzahlen.
Es gibt sehr unterschiedliche Fonds, die teilweise aktiv gemanagt werden oder sich aber passiv an einem bestimmten Index orientieren.

Letztere bieten Ihnen den Vorteil, dass sie mit deutlich geringeren Gebühren auskommen. Zugleich hat sich über die Jahre hinweg gezeigt, dass kaum ein aktiv gemanagter Fond auf lange Sicht besser abschneidet als Indexfonds oder ETFs.

Wenn Sie in Aktien oder Fonds investieren, muss ihn jedoch bewusst sein, dass es ein Risiko gibt. Dieses lässt sich jedoch relativ gering halten, indem sie in vergleichsweise sichere Fonds investieren.
So gibt es beispielsweise ETFs, die den Deutschen Aktienindex eins zu eins abbilden. Auch wenn es immer zu wieder Kursschwankungen und kurzfristigen Einbußen gekommen ist, so ist die Entwicklung des Deutschen Aktienindexes im Vergleich zu einem klassischen Sparplan um ein Vielfaches besser.

Der Vorteil, wenn Sie monatlich sparen möchten, liegt darin, dass Sie zu sehr ungünstigen Zeitpunkten nur wenige Aktien erwerben, während Sie zu günstigen Gelegenheiten deutlich mehr Anteile erhalten, da Sie stets die gleiche Summe investieren.

Im Schnitt können Sie über die letzten zehn oder 15 Jahre hinweg eine jährliche Steigerung von etwa 5-6 % einkalkulieren. Auch wenn dies keine sichere Prognose über die Zukunft des Aktienmarktes zulässt, so zeigt die Erfahrung dennoch, dass sie bei einer breiten Streuung nur ein sehr geringes Risiko eines Verlustes eingehen.

Tipp: Gegen ein klassisches Sparkonto ist nichts einzuwenden, sofern Sie dort lediglich kleinere Beträge sicher verwahren möchten. In aller Regel bietet Ihnen Ihre Bank ein solches Kinder- oder Junior-Konto kostenlos an.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Ab welcher Summe ist eine Investition in einen ETF oder einen anderen Fond möglich?

Bei den meisten Anlagemöglichkeiten können Sie ab etwa 25 Euro pro Monat starten. Nach oben hin sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. In der Regel können Sie die Sparrate bei Bedarf auch senken oder den Sparplan komplett aussetzen.

Wann beginne ich mit dem Sparen für Kinder?

Es gibt keine einheitlichen Regeln, jedoch gilt, je früher Sie mit dem Investment für die Zukunft Ihres Kindes beginnen, desto schneller lässt sich ein kleines Vermögen aufbauen.
Anhand des folgenden Beispiels mit 25 Euro monatlicher Sparrate wird Ihnen schnell klar, wie wichtig die Dauer ist.

Anlagezeitraum Guthaben mit einem jährlichen Zinssatz von 2 % Guthaben mit einem jährlichen Zinssatz von 6 %
5 Jahre 1.578,13 Euro 1.746,09 Euro
10 Jahre 3.320,50 Euro 4.082,75 Euro
15 Jahre 5.244,26 Euro 7.209,73 Euro
18 Jahre 6.493,28 Euro 9.573,03 Euro

Über die Jahre hinweg erhöht der Zinseszinseffekt das Kapital massiv.

Soll ich auf meinen Namen oder den Namen meines Kindes sparen?

Für beide Möglichkeiten gibt es gute Gründe. Wenn Sie auf den Namen Ihres Kindes sparen, haben Sie keine Möglichkeit, das Kapital für andere Zwecke zu verwenden. Sie profitieren jedoch davon, dass Sie für Ihr Kind einen zusätzlichen eigenen Steuerfreibetrag geltend machen können.
Ist ihr Kind volljährig, steht Ihrem Kind das Geld automatisch zur freien Verfügung.

Selbstverständlich können Sie auch in eigenem Namen Geld für Ihr Kind zurücklegen. In diesem Fall geht es zwar zulasten Ihres eigenen Steuerfreibetrags, Sie behalten jedoch jederzeit die volle Kontrolle über die Geldmittel.

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