Neurodermitis: Wir zeigen Ihnen wie Sie die Hauterkrankung erkennen und dagegen am besten vorgehen

Neurodermitis-Ratgeber
  • Wer Neurodermitis hat, kann die Symptome behandeln, heilen lässt sich die Hauterkrankung allerdings nicht.
  • Kinder erkranken deutlich häufiger als Erwachsene an Neurodermitis.
  • Einer der Hauptauslöser akuter Schübe ist Stress. Je ausgeglichener Sie durchs Leben gehen, desto weniger anfällig sind Sie für ein erneutes Ausbrechen der Hauterkrankung.

Trockene, schuppige Haut, Juckreiz, starke Rötungen, teils auch nässende Ekzeme – all das sind Symptome einer Neurodermitis. Viele Kinder und Erwachsene leiden unter der der Erkrankung. Aber wie entsteht Neurodermitis und was können Sie dagegen tun?

In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns intensiv mit den einzelnen Symptomen. Sie erfahren, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Faktoren das Entstehen der Hautkrankheit begünstigen.

1. Die Veranlagung zu Neurodermitis liegt in den Genen

Neurodermitis Baby

Die Veranlagung tragen wir bereits bei der Geburt in uns.

Wie Neurodermitis entsteht, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Allerdings liegt die Annahme nahe, dass die Gene eine entscheidende Rolle spielen, da die Krankheit häufig mehrfach innerhalb einer Familie auftritt.

Es ist jedoch keinesfalls so, dass die Erkrankung bereits im Kleinkindalter in Erscheinung treten muss. Im Kindes- und Jugendalter tritt Neurodermitis allerdings deutlich häufiger auf als bei Erwachsenen. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben etwa 7 % aller neu eingeschulten Kinder Neurodermitis.

Im Erwachsenenalter sind nimmt die Prozentzahl immer weiter ab. Wer jedoch als Kind einmal mit Neurodermitis zu tun hatte, ist im Laufe seines Lebens anfälliger, dass die Krankheit erneut zum Vorschein kommt.

Es ist somit wahrscheinlich, dass Sie die Krankheit im Laufe Ihres Lebens verlieren. In der Altersgruppe oberhalb von 60 Jahren liegt die Prozentzahl der Neurodermitis-Patienten bei unter zwei Prozent. Allerdings besteht ein Risiko der Verlagerung.

Neurodermitis ist eng mit Nahrungsmittel- sowie Pollenallergien verknüpft, die teils zusätzlich zu den Hautproblemen oder aber ersatzweise auftreten.

2. Der Hautausschlag tritt an verschiedenen Stellen auf

Der Begriff Neurodermitis:

Neben dem weitläufig bekannten Namen Neurodermitis wird die zu den Hautkrankheiten zählende Entzündung auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet. Sie sollte jedoch nicht mit der optisch ähnlich aussehenden Schuppenflechte (Psoriasis) verwechselt werden.

Nicht immer lassen sich die verschiedenen Hautkrankheiten leicht voneinander abgrenzen. Die Hautentzündung ist bei einigen Personen nur schwach ausgeprägt während andere an vielen Stellen Ihres Körpers unter juckender Haut leiden.
Typischerweise entstehen die Hautrötungen an folgenden Stellen:

  • Ellenbeugen
  • Kniekehlen
  • Hals- und Nackenbereich
  • Gesicht

Neben Rötungen und Juckreiz gibt es auch offene Stellen und nässende Ekzeme, die erst langsam abheilen und immer wieder aufreißen. Trotz der Behandlung mit einer Neurodermitis-Creme lassen sich die Symptome meist nicht gänzlich verhindern.

Bei Babys finden sich nahezu an jeder Körperstelle Neurodermitis-Herde. Kleinkinder klagen in der Regel über Probleme der Ellenbeugen, Kniekehlen sowie der Innenseiten der Arme und Beine. Bei Erwachsenen treten die Hautveränderungen häufig im Halsbereich auf.
Dies ist jedoch individuell sehr verschieden, sodass Sie hier keine Verallgemeinerung stattfinden sollte.

Häufig erfolgt die Erkrankung der Haut schubweise. Auf Phasen, in denen es den Betroffenen besser geht, folgen Zeiten mit extremen Problemen.

3. Stress vermeiden, um die Symptome zu vermindern

Seborrhoisches Ekzem

Stressen Sie sich nicht!

Auch wenn die Ursachenforschung noch andauert, so gibt es zahlreiche Situationen, die das Auftreten eines akuten Neurodermitis-Schubs begünstigen. Wenn Sie oder Ihre Kinder unter der Hauterkrankung leiden, sollten Sie versuchen, diese zu vermeiden.
Folgende Faktoren haben einen bedeutenden Einfluss auf Ihr Hautbild:

  • häufiges Waschen, welches zur weiteren Austrocknung der ohnehin schon anfälligen Hautpartien führt
  • bestimmte Pollenarten (auf welche Allergene Sie positiv reagieren, lässt am besten im Rahmen eines Allergietests feststellen)
  • sonstige allergene Substanzen aus Reinigungs-, Putz- oder Waschmitteln
  • besonders kalte Tage (bei Kälte trocknet die Haut leicht aus)
  • heiße Tage (leider schwitzen Sie an warmen Tagen deutlich mehr, was das Entstehen nässender Ekzeme begünstigt)
  • Stress, Angst und Panik oder allgemeine psychische Belastungen

Aufgrund der offenen Stellen haben es Viren, Bakterien sowie Pilze leichter, sich festzusetzen. Sie nutzen die Schwachpunkte in der Hautstruktur, um den Organismus zu schädigen.

4. Therapie ist nicht gleich Therapie

Die Ursachen der Hauterkrankung Neurodermitis sind noch nicht vollends geklärt. Daher unterscheiden sich auch die angebotenen Therapiemethoden sehr stark voneinander. Da eine generelle Veranlagung zu Hautkrankheiten bereits im Erbgut festgelegt ist, ist es das Ziel der Behandlung, die Symptome zu verringern oder sogar gänzlich zu beseitigen.

Leider gibt es keine Standardtherapie, die universell hilft. Sie haben jedoch die Wahl zwischen klassischen medizinischen Therapiemethoden durch den Hautarzt oder aber Sie greifen auf alternative Heilmethoden zurück.

4.1. Schulmedizinische Behandlung der Neurodermitis

Neurodermitis Kopfhaut Creme

Häufig wird Ihnen Kortison verschrieben.

Die schulmedizinische Neurodermitis-Behandlung setzt im Wesentlichen auf eine Therapie mit Kortisonpräparaten. Der Wirkstoff der Glucocorticoide, der in Salben und Cremes Verwendung findet, zeigt meist eine schnelle Wirkung. Problematisch an der Behandlung ist leider, dass Kortison nicht dauerhaft eingesetzt werden darf.
Zum einen kann die Haut dünner werden, was allerdings bei modernen Präparaten selten ist, zum anderen können die enthaltenen Wirkstoffe ihrerseits ungewollte Hautveränderungen hervorrufen.

Solange Sie eine Creme mit Kortison anwenden, haben Sie meist keine Probleme. Schwierig ist das Absetzen. Viele Betroffene klagen darüber, dass der Hautausschlag nach dem Absetzen deutlich schlimmer zurückkehrt. Die meisten Ärzte setzen daher auf eine Intervalltherapie, bei welcher die Präparate im Wechsel angewendet werden.

Da nicht jeder Patient Kortison verträgt, gibt es die Alternative der Calcineurin-Inhibitoren. Diese finden aufgrund ebenfalls vorhandener Nebenwirkungen nur bei Patienten Anwendung, die keine kortisonhaltigen Cremes vertragen.

Eine neue Methode der Behandlung bildet die UV-Lichttherapie. Bei dieser Form arbeitet der Mediziner mit starken Lichtreizen, die zu einer Hautalterung führen. Aufgrund der ähnlichen Wirkung zu starker Sonneneinstrahlung findet diese Methode nur bei schweren Fällen Anwendung.
Kinder dürfen nicht mittels UV-Licht behandelt werden.

Achtung: Auch wenn Sie längere Zeit keinen Hautausschlag mehr hatten, kann dieser jederzeit zurückkommen. Um dies zu verhindern, pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig mit feuchtigkeitsspendenden sowie fetthaltigen Cremes und vermeiden Sie stressige Situationen so weit wie möglich.

4.2. Der Sinn der alternativmedizinischen Behandlung ist eine Frage der Einstellung

Neurodermitis Bilder Behandlung

Nehmen Sie nichts ein, dass Ihnen schaden kann.

Da die Schulmedizin keine besonders erfolgversprechenden Therapieansätze zu bieten hat, suchen viele Betroffene Ihr Glück bei Heilpraktikern. Leider tummeln sich in diesem Feld einige schwarze Schafe, denen Geld wichtiger ist als Ihre Gesundheit.

Wenn Sie sich entscheiden, einen Heilpraktiker aufzusuchen, sollten Sie offen gegenüber noch nicht medizinisch untersuchten Methoden sein. Auf der anderen Seite ist Vorsicht geboten. Nehmen Sie keine Mittel ein, ohne die Wirksamkeit zu hinterfragen.

Da Heilpraktiker viel mit dem Placebo-Effekt arbeiten, lassen sich teils erstaunliche Ergebnisse erzielen. Gleiches gilt jedoch auch für all jene, die an die Schulmedizin glauben.

Tipp: Nutzen Sie den Placebo-Effekt für die Behandlung Ihres Kindes. Eine positive Erwartungshaltung führt zu besseren Ergebnissen, unabhängig von der Methode. Seien Sie selbst jedoch vorsichtig und wachsam und fragen Sie (wenn Ihr Kind nicht dabei ist) kritisch nach.

5. Wichtige Fragen und Antworten -FAQs

Gibt es Methoden, um den Juckreiz zu mindern?

Sie können mit Cremes und Salben arbeiten, damit die Haut weniger rau ist und besser mit Fett versorgt wird. Bei akuten Entzündungen sollten Sie hingegen zu wässrigen Cremes greifen. Kurzzeitig lindern Sie den Juckreiz mit einem nassen Waschlappen. Im Sommer hilft die kurze kühle Dusche.
Die beste Methode gegen das lästige Jucken besteht allerdings in der Ablenkung. Besonders Kindern fällt es jedoch schwer, die Haut nicht noch weiter zu reizen.

Muss ich bei Neurodermitis die Ernährung umstellen?

Tritt die Hauterkrankung zusammen mit einer Lebensmittelallergie auf, sollten Sie die Produkte selbstverständlich meiden. Verzichten Sie jedoch auf nichts, ohne dass Sie einen Allergietest durchgeführt haben.
Es macht jedoch Sinn auf Geschmacksverstärker sowie Konservierungsstoffe, die sich in vielen Fertigprodukten finden, zu verzichten.

Hängt die Psyche mit der Erkrankung zusammen?

Viele Kinder, die unter Neurodermitis leiden, zeigen Ihre Gefühle weniger deutlich. Ihre innerliche Verfassung spiegelt sich sozusagen über die Haut wieder.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (43 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading...

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.