Kindermädchen anstellen: Das sollten Sie bei der Beschäftigung einer Nanny beachten

Kindermädchen-Ratgeber
  • Ein Kindermädchen, oder auch Nanny genannt, kümmert sich in erster Linie um die Betreuung der Kinder. Zusätzlich kann die Nanny auch als Haushaltshilfe fungieren.
  • Das Arbeitsverhältnis eines Kindermädchens wird in aller Regel durch einen Vertrag geregelt. Im Gegensatz zu einem Babysitter arbeitet eine Nanny oftmals in Voll- oder Teilzeit. In einigen Fällen wohnt sie sogar im Haus der Familie.
  • Kindermädchen-Stellenangebote finden Sie in Zeitungen oder im Internet. Zusätzlich gibt es Agenturen, die sich um die Vermittlung kümmern.

In der heutigen Zeit spielt die Betreuung der Kinder eine immer wichtigere Rolle. Da beide Elternteile nach der Geburt des Kindes meist sehr schnell wieder arbeiten gehen möchten oder müssen, bietet sich neben dem Besuch einer klassischen Kita die Einstellung eines Kindermädchens an. Aber was kostet ein Kindermädchen eigentlich und wie sieht es mit der Versicherung aus?

In unserem Ratgeber erfahren Sie, was ein Kindermädchen üblicherweise verdient und wie der Vertrag aussieht. Zudem geben wir Ihnen Auskunft darüber, welche Qualifikation Nannys haben und wo Sie sie am besten und einfachsten finden.

1. Kindermädchen – Kinderbetreuung und Haushaltshilfe in Einem

Kinderbetreuung Job

Eine Nanny betreut Ihre Kinder umfassend.

Auf Englisch bedeutet Kindermädchen Nanny, sodass beide Begriffe für die gleiche Tätigkeit stehen. Die männliche Bezeichnung lautet Manny. In erster Linie ist eine Nanny für die Betreuung Ihrer Kinder zuständig. Dies bedeutet, dass sie die Kinder eventuell von der Schule abholt, sich um das Essen kümmert und bei den Hausaufgaben hilft. Aber auch die Freizeitgestaltung zählt zu den Aufgaben eines Kindermädchens.

Manche Familien benötigen neben einer Kinderfrau auch eine Haushälterin. Daher ist es heutzutage üblich, dass die Nanny auch als Haushaltshilfe eingesetzt wird und sich um verschiedene Aufgaben im Haushalt kümmert.

Kindermädchen in den Medien

Auch in vielen Filmen und Serien spielen Kindermädchen eine große und teilweise auch entscheidende Rolle. In der US-amerikanischen Sitcom Die Nanny stellt das unkonventionelle Kindermädchen sogar die Hauptfigur dar.

Im Gegensatz zu einem Babysitter ist ein Kindermädchen in den meisten Fällen fest angestellt und arbeitet nicht nur für ein paar Stunden die Woche in der Familie. Daher ist es in Deutschland auch nicht unüblich, dass die Kinderfrau eine Einliegerwohnung im Haus der Familie bezieht. So ist es möglich, die Arbeit für beide Seiten besonders flexibel zu gestalten.

Die Abgrenzung einer Nanny zu anderen Arten der Kinderbetreuung ist jedoch teilweise sehr schwierig. Im Folgenden bekommen Sie einen kleinen Überblick über die Unterschiede zwischen einer Nanny, einem Babysitter, einer Tagesmutter und einem Au-Pair-Mädchen.

Bezeichnung Tätigkeitsbeschreibung
Nanny Eine Nanny ist angestellt und arbeitet im Haushalt der Familie; die Aufgaben werden individuell in einem Vertrag geregelt; das Gehalt muss sich mindestens am Mindestlohn orientieren; arbeitet mehrere Stunden pro Tag in der Familie; kann in jeder Altersklasse ausgeübt werden
Babysitter Ein Babysitter arbeitet zumeist auf Minijob-Basis; ist nur für wenige Stunden in der Woche für die Kinderbetreuung zuständig; häufig von Jugendlichen ausgeübt; Gehalt liegt normalerweise unter der Mindestlohngrenze
Tagesmutter Eine Tagesmutter kümmert sich wie ein Kindermädchen täglich mehrere Stunden um die Kinder; arbeitet jedoch nicht im Haushalt der Familie, sondern im eigenen Haushalt; benötigt in der Regel eine Qualifizierung
Au-Pair Ein Au Pair kommt aus einem anderen Land; an eine Altersgrenze gebunden; der kulturelle Austausch steht im Vordergrund; statt Gehalt gibt es Taschengeld; ist für sechs bis zwölf Monate Familienmitglied

2. Die Qualifikation eines Kindermädchens

Kinderbetreuerin

Eine einheitliche Ausbildung zum Kindermädchen gibt es bislang nicht.

Für diejenigen, die gerne mit Kindern arbeiten, ist Kindermädchen ein geeigneter Beruf. Die Arbeit als Kinderbetreuerin ist abwechslungsreich, aber teilweise auch sehr herausfordernd. Denn nicht immer ist es einfach, den Anforderungen der Kinder gerecht zu werden. Daher ist der Kindermädchen-Job auch mit viel Geduld verbunden.

Wer in Deutschland Nanny werden möchte, benötigt dafür in der Regel keine besondere Ausbildung. Da jedoch erzieherische Aufgaben im Fokus stehen, sollten Sie darauf achten, dass das Kindermädchen, wenn möglich, eine Ausbildung in einem pädagogischen Beruf absolviert hat. Häufig sind ausgebildete Erzieherinnen, Kinderkrankenschwestern oder Kinderpflegerinnen auf der Suche nach einem Job als Nanny.

3. Vertrag, Versicherung und Arbeitszeiten

Kinderfrau gesucht

Wichtige Aspekte sollten Sie unbedingt vertraglich festhalten.

Wenn ein Kindermädchen gesucht wird, sollten Sie sich vorab bereits Gedanken um die rechtlichen Dinge machen. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn Sie mit der Nanny einen Vertrag aushandeln. In diesem sollten auf alle Fälle die Arbeitszeiten, der Umfang der Aufgaben und die Bezahlung geregelt sein. So gibt es keine Missverständnisse und beide Seiten können sich bei Uneinigkeiten jederzeit auf diesen Vertrag berufen.

In den meisten Fällen ist ein Kindermädchen fest angestellt und arbeitet in Teil- oder Vollzeit. Das bedeutet, dass Sie als Arbeitgeber auftreten und sich um die Versicherung der Nanny kümmern müssen. Ein Kindermädchen sollte auf jeden Fall unfallversichert sein und eine Haftpflichtversicherung besitzen. Zusätzlich müssen Sie das Arbeitsverhältnis beim Finanzamt melden und damit Steuern zahlen. Wenn eine Nanny als Selbstständige arbeitet, muss sie sich selbst um ihre Versicherung kümmern und ein Gewerbe anmelden.

Wenn es möglich ist, kann Ihre Nanny auch eine eigene Wohnung innerhalb Ihres Hauses beziehen. Dies hat den Vorteil, dass die Arbeitszeiten flexibler sein können.

Kindermädchen üben eher selten diese Art der Kinderbetreuung als Nebenjob aus. In den meisten Fällen arbeiten Sie Vollzeit in der Familie. Dies bedeutet, dass die Nanny zu unterschiedlichen Tageszeiten eingesetzt werden kann. So kann sie sich um Ihre Kinder kümmern, wenn Sie arbeiten gehen, aber auch, wenn Sie einen Abend zu zweit verbringen möchten. Zudem ist es möglich, dass ein Kindermädchen Sie zu Ausflügen oder auf Reisen begleitet.

Bei der Einstellung eines Kindermädchens sollten Sie eine Checkliste anfertigen, die wichtige Informationen für die Nanny enthält. Diese könnte beispielsweise so aussehen:

  • Kontaktdaten von Ihnen und nahen Angehörigen
  • Telefonnummern von Polizei, Notdienst und Feuerwehr
  • Wichtige Rituale, Regeln, Essens- und Schlafenszeiten
  • Informationen zu einzunehmenden Medikamenten
  • Verbotene Speisen und Getränke
  • Anleitungen zu Heizung, Strom, Wasser und technischen Geräten

4. Kindermädchen fair bezahlen

Kindermädchen Stundenlohn

Die Bezahlung einer Nanny hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn Sie eine Nanny für die Betreuung ihrer Kinder einstellen möchten, sollte Ihnen bewusst sein, dass dabei relativ hohe Kosten auf Sie zukommen. Trotzdem kann die Frage nach den Kosten für ein Kindermädchen hier nicht einheitlich beantwortet werden, denn dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Durchschnittlich verdient eine ausgebildete Nanny, die 40 Stunden pro Woche arbeitet, etwa 1500 bis 2500 Euro netto pro Monat.

Normalerweise arbeiten Nannys aufgrund der hohen Kosten überwiegend in Familien mit überdurchschnittlichem Einkommen. Eine private Kinderbetreuung durch eine Nanny oder Tagesmutter ist in der Regel teurer als die Kosten für eine Kita oder einen Hort. Der Lohn muss in jedem Fall oberhalb der Mindestlohngrenze liegen. Darüber hinaus sind natürlich keine Grenzen gesetzt. So können Sie individuell mit der Nanny eine angemessene Bezahlung vereinbaren.

Zunächst einmal spielt die Qualifikation des Kindermädchens eine große Rolle. Während ein Babysitter in einem Alter von beispielsweise 15 Jahren kaum Erfahrung in der Kinderbetreuung aufweisen kann, haben Nannys oftmals bereits eine Ausbildung absolviert. Höhere Qualifikationen sollten daher in jedem Fall mit einem höheren Lohn honoriert werden.

Zusätzlich ist von Bedeutung, wie viele Kinder betreut werden müssen. Natürlich ist es anstrengender auf drei Kinder aufzupassen als sich allein um ein Kind kümmern zu müssen. Beschränkt sich die Arbeit des Kindermädchens auf Spiele spielen und die Betreuung der Hausaufgaben oder kommen zusätzlich Aufgaben im Haushalt oder der Fahrdienst hinzu? Je mehr Aufgaben zu erledigen sind, desto höher sollte das Gehalt sein.

Entscheidend ist außerdem die Wohnsituation. Wohnt die Nanny in ihrer eigenen Wohnung oder bezieht sie eine Wohnung in Ihrem Haus? Und wie sieht es mit der Verpflegung aus? Wenn Sie dem Kindermädchen eine Wohnung zur Verfügung stellen, fällt die monatliche Bezahlung natürlich geringer aus.

All diese Fragen sind entscheidend dafür, wie es mit dem Lohn für Ihr Kindermädchen aussieht. Daher muss jede Familie für sich entscheiden, welches Gehalt für die individuelle Anstellung angemessen ist.

Zusammenfassend hängt der Kindermädchen-Lohn maßgebend von folgenden Faktoren ab:

  • Qualifikation
  • Anzahl der zu betreuenden Kinder
  • Umfang der Tätigkeit
  • Wohnsituation

5. Eine Nanny über Stellenanzeigen oder entsprechende Agenturen finden

Kindermädchen suchen

Kindermädchen können Sie bequem über verschiedene Agenturen finden.

Wenn eine Nanny gesucht ist, stellt sich zunächst einmal die Frage, wie Sie ein geeignetes Kindermädchen finden. Die einfachste Lösung ist es, zuerst einmal in Ihrem Bekanntenkreis oder bei Nachbarn nachzufragen, ob sie bereits Erfahrungen mit einem Kindermädchen gemacht und Empfehlungen für Sie haben. Das hat den Vorteil, dass es bereits Referenzen zu der Person gibt und Sie sich dadurch bereits ein erstes Bild machen können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, in den Stellenangeboten nachzuschauen. So können Sie in Zeitungen oder in Internetportalen ganz einfach eine Nanny finden. Unter der Rubrik Suche Kinderbetreuung können Sie zudem selbst eine Anzeige schalten, auf die sich Kindermädchen melden können.

Mittlerweile gibt es sogar eigene Nanny-Agenturen. Auf diesen Portalen wird es Ihnen besonders einfach gemacht, ein Kindermädchen zu finden. Die Anmeldung ist in der Regel kostenlos. Sie können entweder eine Nanny suchen, indem Sie die Bewerbungsannoncen durchschauen oder Sie können selbst einen Aufruf starten. Im Gegensatz zu einfachen Stellenanzeigen kümmert sich die Agentur darum, dass Sie ganz unkompliziert eine Nanny finden, die speziell zu Ihren Anforderungen passt. Die Vermittlung ist natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden.

Wenn Sie ein passendes Kindermädchen gefunden haben, sollten Sie ein Probetreffen vereinbaren. In diesem können Sie herausfinden, ob Sie mit der Nanny auf einer Wellenlänge liegen und ob die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt. Auch die Kinder sollten sich in der Anwesenheit des Kindermädchens wohlfühlen. Klären Sie in diesem Gespräch am besten auch gleich grundsätzliche Details zum Arbeitsverhältnis.

Tipp: Stellen Sie unbedingt vor Vertragsschluss sicher, dass Ihre Kinder sich bei dem Kindermädchen wohl und geborgen fühlen!

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