Kindertagesbetreuung

Welche Betreuungsangebote gibt es und welche kommen für uns in Frage?

Es ist ratsam, sich möglichst früh mit den örtlichen Angeboten im Bereich Kinderbetreuung auseinander zu setzen. Gelegentlich melden Eltern ihr Kind schon während der Schwangerschaft bei einer Betreuungseinrichtung an, um dort einen der begehrten Plätze zu ergattern. Wann der richtige Zeitpunkt für den Besuch einer Kindertagesbetreuung ist, entscheiden frisch gebackene Eltern allerding ganz individuell. Einige Eltern kehren kurz nach der Geburt des Kindes wieder in das Berufsleben zurück. Andere widmen sich wiederum mehrere Jahre ganz der Erziehung und Betreuung ihres Nachwuchses.

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Betreuungsmodelle für Kinder. Welches jedoch in Anspruch genommen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sowohl der zeitliche Betreuungsumfang, als auch die regionalen und finanziellen Gegebenheiten spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Ob das Kind ganztägig oder nur stundenweise betreut werden soll, hängt meistens von den Arbeitszeiten der Eltern ab. Es gibt zum Teil sehr starke regionale Unterschiede bei den Betreuungsangeboten, besonders zwischen den alten und den neuen Bundesländern.

Welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Betreuungsmodelle bieten, soll hier kurz erläutert werden.

KiTa / Kindertagesstätte

Das Betreuungspersonal in einer Kindertagesstätte ist pädagogisch ausgebildet und bietet den Kindern sowohl einen abwechslungsreichen, als auch strukturierten Tagesablauf mit festen Elementen. Sowohl Kinderkrippen, Kindergärten als auch Horte zählen zu den Kindertagesstätten. Dort werden Kinder frühzeitig gefördert und erlernen den Umgang mit anderen Kindern.

Einige Kinder haben Schwierigkeiten, sich (anfänglich) in eine große Gruppe einzugewöhnen. Viele Kitas bieten dafür eine Eingewöhnungszeit an, in der die Eltern zusammen mit dem Kind die neue Umgebung, die Erzieher und die anderen Kinder kennen lernen können.

Es gibt unzählige Arten von KiTas und pädagogischen Konzepten. Besonders in den Ballungsräumen ist es lohnenswert, sich über die verschiedenen Angebote kundig zu machen und das passende auszusuchen.

Betriebskindergarten

Immer mehr Unternehmen in Deutschland legen Wert auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aus diesem Grund eröffnen immer mehr Firmen Betriebskindergärten, um ihren Mitarbeitern die Suche nach einer passenden Kinderbetreuung abzunehmen. Diese Möglichkeit bietet außerordentlich viele Vorteile, sind die Kinder doch in unmittelbarer Nähe der Eltern in guten Händen. Durch die entfallenden zusätzlichen Fahrtwege wird gleichzeitig Zeit und Geld gespart. Die Betreuungszeiten dieser Kindergärten passen sich optimal den Arbeitszeiten des Arbeitnehmers an, sodass er im Endeffekt zufriedener, motivierter und produktiver ist und weniger Fehltage verzeichnet werden. Darüber hinaus können Eltern früher aus der Elternzeit ins Berufsleben zurückkehren. Eine betrieblich organisierte Kinderbetreuung richtet sich somit stärker nach den Bedürfnissen der Arbeitnehmer mit Kindern. Unternehmen fördern oft auch finanziell diese Art der Betreuung.

Tagesmütter/-väter

Die Zahl der Tagesmütter und -väter in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.
Im Vergleich zur Kindertagesbetreuung in einer Kita kann die Kindertagespflege bei einer Tagespflegeperson individueller, familiärer und flexibler sein. Maximal 5 Kinder werden in einer Kleingruppe betreut. Die Kindertagespflege kann sowohl im Haushalt der Eltern als auch im Haushalt der Tagesmutter oder anderen geeigneten Räumen stattfinden.

Der finanzielle Aufwand bei der Betreuung des Kindes durch eine Tagespflegeperson ist in der Regel höher als der Beitrag für einen Betreuungsplatz in einer kommunalen Einrichtung. Die Anforderungen an die pädagogische Ausbildung der Tagesmütter sind allerdings von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Babysitter

Ein Babysitter kümmert sich nur stundenweise um Kinder, sodass die Eltern Termine wahrnehmen oder auch mal Zeit für sich nutzen können.Vom Babyalter bis ins Grundschulalter hinein nutzen Familien diese Betreuungsvariante.

Mit einem Aushang am Schwarzen Brett, einer Anzeige in der Zeitung oder im Internet können Babysitter gefunden werden. Das größte und erste TÜV-geprüfte Internetportal für Kinderbetreuung ist die Seite www.betreut.de. In einem riesigen Pool an Kinderbetreuern, darunter hauptsächlich Babysitter, können Eltern mit den Betreuern in ihrer Region Verbindung aufnehmen und selbst eine Suchanzeige aufgeben.

Kinderfrau / Au-Pair

Bei der Anstellung einer Kinderfrau (engl. Nanny) erfolgt die Betreuung des Kindes im eigenen Haushalt, entweder auf Vollzeit- oder Teilzeitbasis. Besonders beruflich sehr engagierte Eltern nutzen diese Form der Kinderbetreuung. Neben der Fürsorge und Pflege des Kindes übernimmt die Nanny auch oft kleine Haushaltsarbeiten und Fahrdienste. Familien, die eine verlässliche, professionelle und individuelle Kinderbetreuung suchen, profitieren sehr von dieser Betreuungsform. Jedoch ist die Beschäftigung einer Kinderfrau mit einem relativ hohen finanziellen Aufwand verbunden und der Kontakt des Kindes mit der Nanny oft sehr intensiv.

Auch ein Au-Pair arbeitet direkt im Haushalt der Familie, hat dort sein eigenes Zimmer und ist ebenfalls für den Haushalt und die Rundumbetreuung der Kinder zuständig. Wenn Eltern sowohl Wert auf eine familiäre Betreuung, als auch auf eine zweisprachige Erziehung und Flexibilität legen, ist ein Au-Pair eine gute Alternative.

Im Gegensatz zu einer Nanny hat ein Au-Pair in der Regel keine pädagogische Ausbildung und ist nicht immer sehr erfahren im Umgang mit Kindern. Interessierte sollten sich bewusst darüber sein, dass die Beschäftigung eines Au-Pairs auch eine gewisse Zeit erfordert. Es ist nicht nur des Jobs wegen bei der Familie, sondern auch um Land und Leute kennen zu lernen. In den meisten Fällen dauert die Beschäftigung nur ein Jahr.

Großeltern / Ersatzgroßeltern

Zeit bei den Großeltern zu verbringen, ist für die meisten Kinder eine wunderbare Erfahrung. Wohnen diese nicht weit entfernt, lassen viele Eltern das Kind von den eigenen Eltern betreuen. Sie können die Kinder einer Vertrauensperson überlassen und in dieser Zeit anderen Beschäftigungen nachgehen.

Leider haben nicht alle Familien das Glück, ihr Kind für eine gewisse Zeit von Oma und Opa betreuen zu lassen. Dafür gibt es in vielen Städten bereits so genannte Leihgroßeltern-Dienste, die rüstige Rentner für die Betreuung von „Ersatz-Enkeln“ vermitteln. Von Vorteil sind hier die große Flexibilität und die familiäre Atmosphäre während der Betreuung.
Dass ältere Betreuungspersonen nicht den gleichen Aktivitäten nachgehen können wie ein 16-jähriger Babysitter ist verständlich. Doch von der Lebenserfahrung und der Aufgeschlossenheit der (Ersatz-) Großeltern können die Kinder sehr profitieren und lernen die soziale Interaktion auch mit älteren Menschen.