Waldkindergarten

Über Baumstämme klettern, Matschen, sich verstecken, mit Moos, Rinde und Steinen basteln, all das gehört zum Alltag eines Waldkindergartens.

Idee und Entwicklung von Waldkindergärten

Die Idee kommt ursprünglich aus Skandinavien. 1954 wurde der erste Waldkindergarten in Dänemark gegründet: Einer privaten täglichen Walderkundungstour schlossen sich nach und nach immer mehr Kinder an. Das Interesse an dieser Form der Kinderbetreuung wuchs, sodass sich die Eltern nach einiger Zeit zu einer Initiative zusammenschlossen.

In Deutschland entstand der erste Waldkindergarten 1968. Seit den neunziger Jahren gibt es immer mehr Waldkindergärten, zurzeit etwa 350 insgesamt.

Die Kindergruppen sind meist kleiner als in Regelkindergärten: Mindestens zwei ErzieherInnen betreuen zwischen 15 und 20 Kinder von drei bis sechs Jahren.

Waldpädagogik

Der pädagogische Schwerpunkt von Waldkindergärten liegt auf dem Erleben und Erfahren von Natur. Den Kindern werden naturkundliche und ökologische Kenntnisse über den Wald vermittelt. Sie erleben Tiere und Pflanzen in ihren ursprünglichen Lebensräumen und werden dabei sehr selbstverständlich für die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur sensibilisiert.

Für das freie Spiel, Basteln und kreative Tätigkeiten wird all das genutzt, was der Wald bereitstellt. Abgesehen von einigen Werkzeugen wird auf handelsübliches Spielzeug weitgehend verzichtet, damit die Kinder selber kreativ werden können. Das Spielen im Wald schult ihre Sinne, ihre Phantasie und ihre Motorik.

Der Wald bietet zudem viel Freiraum für Bewegung und körperliche Aktivität: auf Bäume klettern, auf Stämmen balancieren, mit Lehm bauen oder in Regenpfützen hüpfen – all das ist möglich.

Draußen bei jedem Wetter

Die Betreuung in einem Waldkindergarten findet bei jedem Wetter draußen statt, normalerweise auch bei Regen, Schnee oder Minustemperaturen. Daher ist es sehr wichtig, dass die Kinder immer dem Wetter entsprechend angezogen sind. Dazu gehören wasserfeste Stiefel, warme Jacken, Handschuhe und Mützen im Herbst und Winter sowie dünne, aber stets lange Kleidung im Sommer. Die lange Kleidung im Sommer dient zuallererst dem Schutz vor Zeckenbissen.

Für besonders extremes Wetter besitzen Waldkindergärten allerdings auch eine Unterkunft. Dies kann ein Bauwagen, eine Schutzhütte oder ein angemieteter Raum sein. Dorthin kann sich die Gruppe bei besonders schlechtem Wetter zurückziehen.

Quellen und Linktipps

Der Landesverband der Wald- und Naturkindergärten NRW e.V. informiert ausführlich über das Konzept und Fragen zur Gründung eines Waldkindergartens.

Einen typischen Tag beschreiben die ErzieherInnen des Waldkindergartens Flensburg. Die Erfahrungen des Waldkindergartens mit verschiedenen Themen, wie Spielzeug, Sprache, Kreativität, Aggressionen oder Vorbereitung auf die Schule werden hier geschildert.

Den Bundesverband für Natur- und Waldkindergärten in Deutschland finden Sie hier.